???
Guck dir mal an was bei Avatar hinter den Kulissen abging, da wurden neue Technologien entwickelt nur um was Cameron wollte auf den Schirm zu bringen. Klar, die Quantität haut natürlich auch rein, habe ich ja weiter unten geschrieben.
Klar, Sonderwünsche des Regisseurs kosten auch. Vor allem, wenn dafür extra Tools geschrieben werden müssen, wird es teuer. James Cameron hat für Avatar Technologie erfunden, nicht einfach VFX eingekauft. Das ist R&D, nicht Produktionskosten. Das ist wie zu sagen: „Autos sind teuer. Guck dir mal an, was ein Formel‑1‑Team ausgibt.“
Zu unterscheiden ist da aber:
1. CGI/VFX als Technologieentwicklung: Avatar, neue Kameras, neue Renderpipelines, Performance‑Capture usw.
2. CGI/VFX als alltägliche Produktionspraxis
: Hintergrund ersetzen, Set erweitern, Set digital bauen, Wire Removal, Compositing usw.
Nein. Das mag für bombastische Szenen in Blockbustern gelten, oder ein paar wenigen Highlights in Filmen mit weniger Budget.
Davon war auszugehen.
Aber eine "normale" Szene, z.B. zwei Charaktere die sich in einem Büro unterhalten, ist natürlich billiger in echt abzudrehen, entweder in einem kleinen Set oder vor Ort.
Kommt auf den Set oder die Szene an. Bei aufwendigen Realszenen ist es aber nach wie vor so, dass ein Realfilm selbst bei schon vorhandener Location Fixkosten hat, die CGI nicht hat:
- Location-Scouting
- Genehmigungen
- Miete
- Versicherung
- Set-Dressing
- Lichtaufbau
- Ton
- Catering
- Transport
- Schauspieler + Crew vor Ort
- Zeitdruck (Location nur X Stunden verfügbar)
Das alles kostet jeden einzelnen Drehtag Geld.
Eine digitale Szene dagegen:
- Einmal eine 3D‑Szene bauen (oder aus Asset-Bibliothek nehmen)
- Beleuchten
- Rendern
- Compositing
- Nachbearbeitung/After Effects
Und das kann ein kleines Team in Ruhe machen, ohne Tageskosten, ohne Logistik, ohne 40 Leute am Set. Zudem baut man das einmal in 2-5 Tagen, kann darin unendlich viele Shots drehen, die Kamera frei bewegen, das Licht ändern, Props hinzufügen und alles ohne neue Kosten pro Shot außer Renderzeit.
Beim Realfilm kostet jeder neue Shot Crewzeit, jede neue Kamerabewegung braucht einen neuen Aufbau, jede Änderung am Set verursacht Mehrkosten, jede zusätzliche Stunde kostet Miete, Personal, Logistik.
Realfilm skaliert linear mit Zeit und Aufwand. VFX skaliert nichtlinear und hat massive Skaleneffekte.
Nur in AUsnahmen ist Realfilm billiger: Location kostenlos, wirklich triviale Szenen, keine Umbauten nötig, keine Genehmigungen nötig, keine Stunts, keine Spezialeffekte, keine Set Extensions, keine Continuity-Probleme, keine Wiederholungen. Sobald du irgendeinen dieser Punkte antickst, wird Realfilm sofort teurer.
Hab dreieinhalb Jahre in der Branche gearbeitet, von daher würde ich mich jetzt nicht als Laien bezeichnen. Ist aber zugegebenermaßen schon ein paar Jahre her.
Ja, da hat sich viel getan und geändert.
Ok ich glaube das ist einfach ein Missverständniss. Vielleicht wird das auch überall anders gehandhabt. In meiner Umgebung hieß ein "VFX Shot" eine Szene die computergenerierte Effekte benötigte - also alles, was über normales Color grading hinaus geht. Das kann eine komplett virtuelle Szene sein, es kann eine "echte" Szene sein, in der der Hintergrund ersetzt werden muss, oder etwas hinzugefügt werden muss. Es muss noch nichtmal 3D gerendert sein, auch 2D Effekte wie das (vermeintlich triviale) rausretuschieren von Drahtseilen zählt.
Alles klar, dann reden wir tatsächlich über zwei verschiedene Ebenen. Du nutzt den Begriff VFX‑Shot im klassischen Postproduktionssinn: alles, was über Color Grading hinausgeht, egal ob 2D‑Compositing, Wire Removal oder ein ausgetauschter Hintergrund. Das ist völlig korrekt für die interne Terminologie in der Branche.
Ich sehe VFX ebenfalls als Zusatzarbeit zu Realfilm, also genau in diesem Sinne. Mein Punkt war aber ein anderer: Ich meinte nicht Realfilm plus VFX, sondern VFX als Ersatz für reale Sets. Also digitale Räume, digitale Umgebungen und digitale Props, die reale Drehtage, Locations, Setbau und Logistik ersetzen. Das ist ein anderes Produktionsmodell, auch wenn am Ende vieles in denselben Tools landet.
Damit haben wir im Grunde beide recht, wir haben nur unterschiedliche Ebenen gemeint. Genau da lag das Missverständnis.