News Firefox: Mozilla sieht Deutschland am Rande des Ad-Block-Verbotes

Ist ein gefährliches Spiel und möglicherweise problematischer als manche hier im Forum glauben.
Springer versucht hier, die Nummer immer weiter zu treiben, bis entweder A) Der Fall endgültig und umfassend abgelehnt wird (diese Erklärung muss aber umfassend genug sein, um die nicht wieder juristisch anfechten/aufrollen zu können), oder B) man irgendwann bei Richtern landet, die keinen Bock mehr haben auf den Mist und das durchwinken.
Hat beides schon gegeben.
Gerade auch in Bezug aufs Thema Copyright.

Ich hoffe natürlich auf Ersteres. Inzwischen is das Internet ja sowas von kaputt. Was da als vermeintliche Werbeeinblendungen zu sehen ist, kann für unbedarfte Benutzer gefährlich werden.
Da will der Rentner mal gucken was es neues in der Welt gibt und sieht dann Anzeigen wie: "Rentner aufgepasst: Jetzt 5000€ vom Staat sichern" oder "Hausbesitzern droht....". Schnell draufgeklickt und auf ner bekannten Tracking/Phishing Seite gelandet.
Solange Werbetreibende jedweden Schund dort ungeprüft in die von den Webseiten ausgewiesenen Werbeplätze laden, muss die Möglichkeit zur Blockade bestehen. Und sowas muss ein Gericht hoffentlich auch sehen - aber für die meisten Richter ist das Internet ja leider unbekanntes Neuland.
Und natürlich hat die Werbung ja nix mit Copyright zu tun, es sei denn, die Webseitenbetreiber machen auch ihre Werbung selbst statt nur googlead o.ä. einzubinden.
 
Immer das gleiche. Gebe es Internet, Informationen, usw. mit wenig dezente Werbung, würde niemand etwas sagen oder unternehmen.

Aber jetzt sind wir so weit, dass wir Werbung, mit etwas Information haben. Und noch dazu nichtmal dezent, sondern sehr aufdringlich.
 
Adblockererkennung gibt es ja schon siehe YT
Funktioniert aber eben nur für bekannte Engines und Bedarf eben schon einer Menge an Arbeit seitens Youtube, das vernünftig zu implementieren.


mit horrenden Klagesummen bedrohen
Sitz in Taiwan dürfte ausreichend sein um das zu umgehen.


Selbst ein PiHole haben doch die wenigsten "außerhalb" in Benutzung.
Ist das so? Ich weiß nur, dass nahezu jeder bessere Router am Ende eine Art piHole nutzt, Netgear Orbi, TPLink Deco etc.

Aber ich halte die Begründung für nicht wirklich haltbar, zumindest wenn ich es richtig verstehe. Denn urheberrechtlich kann der Inhalt geschützt werden, eine Werbeeinblendung die ja von Springer nichtmal effektiv gesteuert wird, die haben es ja nicht in der Hand ob jetzt Werbung für Alpecin erscheint, oder für Hundefutter, kann in meinen Augen nicht geschützt werden. Das Problem dürfte hier vielmehr sein, dass die Richter schlicht keine Ahnung von dem Thema habe und Gutachter das erzählen, was der Auftraggeber hören will und es am Ende ohnehin so wackelig wie möglich halten, damit sie nicht verklagt werden können. Daher kommen regelmäßig die witzigsten Urteile zum Vorschein.
 
Die Werbeindustrie hat Jahrelang Ihre Macht missbraucht und Nutzer durch Werbung belästigt. Es ist sogar öfter vorgekommen, dass schädliche Werbung im Umlauf gebracht worden ist worufhin Malware/Viren auf Rechner gelangt ist.

AdBlocker haben das Internet sicherer, übersichtlicher, besser gemacht.

Die Werbeindustrie sollte ebenfalls für Ihre Vergehen an den Verbrauchern zur Rechenschaft gezogen werden und sich vor Gericht und auch anderweitig verantworten.
 
Ist ein gefährliches Spiel und möglicherweise problematischer als manche hier im Forum glauben.
Ich bringe gern nochmal das Beispiel vom europäischen Gerichtshof von vorhin. Nichtmal Sony konnte Urheberrechtsansprüche geltend machen, weil Cheat-Entwickler ihre Spiele auf deren laufenden Geräten manipuliert haben.

Aber selbst wenn das, allen Unkenrufen zum Trotz, rein theoretisch Axel Springer Recht gegeben würde: Wie würde man das umsetzen wollen? DNS-Sperren für bestimmte Seiten auf Github, im Firefox-, Edge- und Chromium-Store? Browser-Anbieter dazu zwingen, dass ihre Software zwingend Länderkennung mitschickt, um für Deutschland eine Ausnahme zu machen? Bei OpenSource-Software? Microsoft dazu zwingen, dass in DE nurnoch eine spezielle Windows-Version ausgeliefert werden darf?

In meiner Wahrnehmung lacht sich jeder IT-ler schlapp über Axel Springers Versuch, Adblocker für illegal zu erklären. Sowas kannst du einfach nicht umsetzen, ohne andere, tief verwurzelte Freiheiten im IT-Bereich mit einzuschränken. Und wenn das passieren sollte, schalten sich noch ganz andere Behörden und Regularien ein, die solche Fälle zum Frühstück verspeisen...

Das Schlimmste, was man realistisch vorbringen könnte: Das Geschäftsmodell von Adblock Plus (auf den sich Axel Springer bezieht) kann man tatsächlich eher zwielichtig sehen: Die blockieren die Werbung von Anbietern und bieten diese an, gegen Bezahlung und Auflagen (z.B. nicht aufdringlich) diese Werbung standardmäßig nicht mehr zu blockieren. Böse Zuungen könnten das als "Erpressung" auslegen. Aber genau darum gehts hier nicht, das wurde mW. bereits ausgehandelt. (Und es gibt mit UBlock Origin ja einen Adblocker, der genau das NICHT macht.)

Es WÄRE ein gefährliches, problematisches Spiel, wenn wir keine gute Rechtssprechung hätten. Aber sogar das OLG Hamburg hat sich damals dagegen entschieden, eine Sichtweise bzgl. Urheberrechte wie vom Axel Springer-Verlag vorgelegt, durchzusetzen. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, weil das OLG Hamurg in IT-Kreisen tatsächlich bekannt für realitätsferne Urteile sind...
 
Gibt es schon eine Idee, wie man das durchzusetzen gedenkt?
Ganz ehrlich, wenn Ublock Origin & Co. aus dem integrierten Addon Browser fliegen wird das vermutlich schon reichen um 95+% der aktuellen Nutzer davon abzuhalten einen Adblocker zu nutzen.

Pi-Hole & Co. stört das natürlich nicht, das haben aber auch nur die wenigsten in Verwendung verglichen mit den integrierten Adblockern. Mal davon abgesehen, dass es im Mobilbereich kaum nutzbar ist.
 
Man sollte auch die Internet-User bedenken: viele Internet-Verträge haben ein geringes monatliches Download-Limit. Und wenn eine Webseite ungefragt und ungehindert Videos öffnet und startet, ist das, als würde man dem User Geld aus der Geldtasche stehlen.

Ich rede nicht von einem Werbebanner, sondern von richtiges Videos. Das Problem hatte ich bei meinem alten Internet-Tarif, wo ich nur 3 GB Download-Volumen pro Monat hatte und mich jedes Mal richtig geärgert hatte, wenn irgendeine Dreckseite einfach ungefragt ein Video öffnet und abspielt.
 
easy... ADs sinnvoll per DNS blocken :D

pihole zuhause oder Dienste wie nextdns.io

Vorteil, hängst du deinen Router hinter so einen Dienst, ist es wurscht was das für ein Client ist und ob es für den überhaupt einen Blocker gibt. So erschlage ich auch Geräte wie mein LG TV (der dann einfach keine Webung oder Updates mehr bekommt)

Ein weitere Vorteil ist dann auch DNS Privacy: man schenkt seine DNS Abfragedaten nicht mehr an Google, Telekom, Cloudflare, whatever... und der DNS Traffic der ja normalerweise klartext udp traffic ist, ist dann auch noch verschlüsselt.
Po-hole funktioniert nur leider bei YouTube nicht.
 
Ich weiß nur, dass nahezu jeder bessere Router am Ende eine Art piHole nutzt, Netgear Orbi, TPLink Deco etc.
Ich kenne die ganzen Geräte nicht, nutze eine Fritzbox. Diese hat nur maximal 500 Einträge für ihre Filterliste. Ich denke dass viele auch einfach die vom Anbieter angebotenen Geräte nutzen, wo man teilweise noch weniger zugriff hat. In meinem PiHole habe ich aktuell 44 Listen mit über 12 Mio Einträgen. Die filtern schon gut. Allerdings funktioniert das eben nur dann, wenn die Werbung nicht wie bei Youtube oder Amazon über die eigene Seite ausgespielt wird. Da würdest du dir alles wegblocken.
 
Gibt es schon eine Idee, wie man das durchzusetzen gedenkt?

Es geht Springer vor allem um das Geschäftsmodell von Eyeo. Die nehmen fremden Content, der eigentlich Add-finanziert sein sollte, zeigen modifiziert an und verlangen dann, dass Unternehmen Eyeo dafür bezahlt, dass die Werbung auch sichtbar ist. Das ganze nutzt zwar Addblocker-Techniken, ist in der Herangehensweise aber meiner Meinung auf einer Ebene mit verbotenem Deeplinking, also der Einbindung fremder Inhalte in eigene Webseite für die man nichts tut, aber mit der man Geld verdient. Dieses Geschäftsprinzip kann man recht effektiv unterbinden, in dem man gegen die White- und Blacklistserver der Abgreifer vorgeht.

Den Mechanismus eines Blockers an sich, ohne das Anhängsel einer erpresserischen Zweitverwertung, ist dagegen technisch und meiner Meinung nach auch juristisch nicht bekämpfbar. Ob ein Browser ein bestimmtes Element anzeigt oder nicht, hat keinen Einfluss auf den Code der Webseite, über den Springer hier zu argumentieren versucht. Das ist (ebenso wie angesprochene Parameter der Barrierefreiheit) eine Anzeigeeinstellung.* Genauso gut könnte man versuchen, "Stumm"-Tasten an Fernsehern zu verbieten, nur weil manche Leute während der Werbung den Ton abschalten. Ebenfalls safe dürften sämtliche vorgeschalteten Filter wie Pi-Hole und Co sein. Auch die greifen nicht in den darzustellenden Code ein, sondern sie schränken halt einfach nur den Zugang zu bestimmten Inhalten ein. Was der Browser nicht runterlädt, ist dann halt auch nicht zu sehen – das ist genauso legal wie mangelhaftes Pairing zwischen bestimmten Datenschleudern bei Billig-Hostern und einzelnen Internet-Providern.^^

*: Sollten Gericht und Springer wider Erwarten ein Verbot von Anzeigeeinstellungen in bestehenden Gesetzen lesen, wäre das übrigens trotz der Werbeproblematik ein Tag zu Feiern. Denn damit würde auch jeder Browser, der eine Webseite nicht exakt so darstellt, wie durch HTML spezifiziert, illegal werden. Grüße an Microsoft.^^
 
Wenn Eingriffe von Ad-Blockern Urheberrechtsverletzungen sein sollen, dann gilt das auch für Firewalls mit entsprechender Funktionalität. Völliger Nonsens, das verbieten zu wollen.
Der Springer-Verlag kann sich mal gepflegt ins Knie... sorry.
 
Die nehmen fremden Content, der eigentlich Add-finanziert sein sollte, zeigen modifiziert an und verlangen dann, dass Unternehmen Eyeo dafür bezahlt, dass die Werbung auch sichtbar ist.
War das nicht schon beim originalen AdBlock so? Das hatte doch damals einen größeren Aufschrei verursacht, weswegen es AdBlock Plus gab und dann uBlock und auch die PiHoles bekannter wurden.
 
Kann man nicht seitens der AdBlocker mit dem Argument kommen, daß diese Weiterleitungen zu Pornographie, fishing und extrem Vierenbehaftete Websites verhindert?

Alle 3 Fälle schon erlebt - besonders am Smartphone. Am PC hat man ja noch deutlich bessere Möglichkeiten hier einen Riegel vorzuschieben.

Bisher ist bei mir ALLES Werbe und CookieFrei. So wird es auch bleiben...
 
Keine Werbung.
Keine Ausnahmen.

Und je öfter ich eine Werbung sehe desto unwahrscheinlicher werde ich das Produkt erwerben
Diese Werbung hat überhaupt Keine Wirkung auf Mich!

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*: Sollten Gericht und Springer wider Erwarten ein Verbot von Anzeigeeinstellungen in bestehenden Gesetzen lesen, wäre das übrigens trotz der Werbeproblematik ein Tag zu Feiern. Denn damit würde auch jeder Browser, der eine Webseite nicht exakt so darstellt, wie durch HTML spezifiziert, illegal werden. Grüße an Microsoft.^^
Und warum wenn ich fragen darf? Ich sehe da hauptsächlich eine weitere Entmündigung der Nutzer, vom Fallout für die Browserentwickler ganz zu schweigen. Ein fehlendes Feature ist dann in Zukunft nicht nur dumm gelaufen, sondern auch rechtswidrig oder wie?

Mal von tools wie wget oder https requests per API ganz zu schweigen. Die rendern ja im Zweifel gar nichts, sind die dann auch alle illegal?

Die Auswirkungen eines solchen Urteils wären katastrophal, und würden DE in die Steinzeit zurückwerfen. Ein bisschen Schadenfreude hilft da auch nicht.
 
Halte ich nicht für realistisch. Springer klagt letzten Endes gegen das Geschäftsmodell nicht gegen Ad-Blocker. Letzteres scheint ein eher aussichtsloses Unterfangen zu sein da ist das Recht wohl eindeutig.
 
Die Auswirkungen eines solchen Urteils wären katastrophal, und würden DE in die Steinzeit zurückwerfen. Ein bisschen Schadenfreude hilft da auch nicht.
Ach Deutschland interessiert die International bald gar nicht mehr. Der Rest der Welt fragt sich ohnehin was aus den einst so innovativen Deutschen geworden ist. Fortschritt: Nein. Das ist doch hier mittlerweile die Einstellung.
 
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