Naja jeder Boss der 70 Stunden und mehr arbeiten lässt und das auch noch bezahlt, anstatt neue Leute einzustellen kann nicht rechnen. So jemand bringt alles andere als 100% Leistung. Man könnte wohl gerade so gut jemand ausgeruht nur 40 Stunden arbeiten lassen. Ich würds nicht bezahlen und jeden Chef der so etwas entscheidet fristlos entlassen. Für kurze Zeit kann man so etwas nach Absprache schon machen, aber stetig? Der Mensch kann gar nicht so viel Leistung dauerhaft erbringen, schon gar nicht in einem kreativen Bereich. Bei körperliche Arbeit sind die Leute einfach nach wenigen Jahren verschlissen, aber hier ist es einfach nur doof. Die Fehler die gemacht werden gehen ins unermessliche. Erklärt aber auch gut den Zustand heutiger Spielveröffentlichungen.
Vermutlich, ein 2. Arbeitnehmer hat zudem 20 Tage extra Urlaub (bei Epic vermutlich weniger), rechnet sich womöglich für Epic nicht... wobei die Kohle ja offenbar mehr als genug da ist. Nunja. Entsetzt mich so eine Meldung? Nicht wirklich.
Wie auch immer, im Gegensatz zu den meisten hier, weiß ich was dieses Pensum bedeutet, denn ich habe es über einen längeren Zeitraum erlebt.
Ich habe zuletzt im letzten Jahr mehr als 3430 Stunden zu 99% im HomeOffice gearbeitet, heißt _durchschnittlich_ 285 h je Monat, bei 4,3 Wochen ergibt das etwas mehr als 65h in der Woche, ein ganzes Jahr lang, im Durchschnitt wohlgemerkt. von 220 - 330 Stunden pro Monat war alles (mehrfach) dabei. Es gab vielleicht 6 Tage im Jahr an denen ich wenig bis nichts programmiert habe. war ok, brauch ich nicht ein 2. Jahr, aber war ok.
Die Jungs bei Epic verdienen vermutlich nicht wenig, falls doch, tja was soll man dazu sagen, außer, dass es noch andere Arbeitgeber gibt. Wer hochqualifiziert ist, sprich eine Arbeit macht, die wenige (gut) durchführen können, braucht sich nicht darüber beschweren, wenn er sich nicht entsprechend gut verkauft, aber das ist ein völlig anderes Thema.
Nun mich hat niemand zu diesem Pensum gezwungen, im Gegenteil sogar! Ich bin Freelancer, Fast 40 und werde nach Stunden bezahlt, damals in zwei Teams über den Tag verteilt, HomeOffice macht es ziemlich erträglich.
Ich habe es überwiegend gemacht, weil ich meinem Beruf als Berufung betrachte und dieser (größtenteils) Spaß macht.
Sobald man liebt, was man tut, hat man eine andere Einstellung zur Arbeit. Nebenbei habe ich das Glück eine Frau zu haben, die das nicht missbilligt.
Solange man für die entgangene Freizeit entsprechend entlohnt wird, sehe ich da kein wirkliches Problem (in meinem Fall 300k umsatz). Wer mehr als Durchschnitt haben will, muss entweder mehr als Durchschnittszeit arbeiten oder bessere Arbeit leisten als andere und sich dann dadurch besser verkaufen. Einen anderen reellen Weg gibt es meines Erachtens nicht für diejenige oder denjenigen, der mehr als Durchschnitt möchte.
Das war mein Senf dazu. Wer keinen Senf mag, soll ihn nicht essen.