Einigung bei Pflegereform, Menschen ohne Kinder sollen künftig mehr in Pflegeversicherung einzahlen

Nightslaver

PCGH-Community-Veteran(in)
Wie heute berichtet wurde hat die Bundesregierung bei der Pflegereform zu einer Einigung gefunden, das Parlament soll die Reform im Juni dann beschließen.
Unter anderen wird Kern der neuen Reform sein das Pflegekräfte künftig höhere Löhne erhalten sollen und Pflegeeinrichtungen nur noch dann eine Zulassung bekommen sollen, so sie nach Tarif bezahlen, oder zumindest Löhne in Höhe des Tarif-Vertrages.

Finanziert werden soll das neue Vorhaben durch Anhebung der Pflegeversicherungsbeiträge für Kinderlose um 0,1% des Bruttolohns, sowie einem jährlichen Zuschuss von 1 Mrd. Euro durch den Bund:

https://www.tagesschau.de/inland/pflegereform-bundesregierung-101.html

Ich halte die Finanzierung der Reform unter dem Gesichtspunkt des Gleichheitsgrundsatzes für mehr als fragwürdig und bis ggf. sogar verfassungswidrig.
Alleine schon nicht jeder kann etwas für seine Kinderlosigkeit und nicht jeder ist im Alter auf die Inanspruchnahme von Pflege angewiesen.

Weiterhin warum sollte eine Person die raucht und trinkt dann nicht mehr Beitrag zur Krankenversicherung zahlen müssen, als der der es nicht macht?
Warum nicht der der regelmäßig Extremsport macht mehr in die Invalidenversicherung einzahlen müssen?

Ich sehe beim besten Willen nicht wo Kinderlosigkeit rechtfertigt entsprechende Personen finanziell schlechter zu stellen und sich so wieder einmal um die eigentlich notwendige umfassende Reformierung des Sozialsystems, auf Grund des demographischen Wandels, zu drücken.
 
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Ein System, in dem jemand gezwungen wird, einzuzahlen, wird niemals gerecht sein. Irgendwer zahlt immer drauf.
Weiterhin warum sollte eine Person die raucht und trinkt dann nicht mehr Beitrag zur Krankenversicherung zahlen müssen, als der der es nicht macht?
Weil das nicht kontrollierbar ist. Was ist dann, wenn jemand nur 1x im Jahr Alkohol trinkt?

Wenn man will, dass die Leute danach zahlen, wie es ihnen geht, muss man das jetzige System ganz abschaffen und einführen, dass jeder seine Arztkosten selbst trägt oder sich eigenmächtig irgendwo versichert.
Warum nicht der der regelmäßig Extremsport macht mehr in die Invalidenversicherung einzahlen müssen?
Siehe oben, das funktioniert mit dem System bei uns hier einfach nicht.
Ich sehe beim besten Willen nicht wo Kinderlosigkeit rechtfertigt entsprechende Personen finanziell schlechter zu stellen
Das ist wie überall in einem System, indem Zwang herrscht, irgendwer muss für die anderen blechen. Könnten genauso Personen mit Haus oder mit Auto sein.
 
Alleine schon nicht jeder kann etwas für seine Kinderlosigkeit
Kinder kosten nun mal Geld und sind unsere Zukunft.
und nicht jeder ist im Alter auf die Inanspruchnahme von Pflege angewiesen.
Da bin ich anderer Meinung.

Ich habe meine beiden Eltern gepflegt als sie alt waren.
Und die Pflege war so anspruchsvoll, daß wir nicht ohne fremde Hilfe ausgekommen sind.

Das Pflegeheim hätte dann die gesamte Rente meiner Mutter verbraucht und wenn wir Pecht gehabt hätten, auch noch einen Teil unsrer Löhne (mein Bruder und ich).

Leider sind mein Vater und meine Mutter ganz kurz hintereinander gestorben.

Und wer glaubt, daß es ihn nicht treffen kann, der irrt sich gewaltig.
Dann ist jeder froh, wenn er jemanden hat, der ihn zum Krankenhaus fahren kann, wenn die Artritis zuschlägt oder etwas anderes.
 
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Alleine schon nicht jeder kann etwas für seine Kinderlosigkeit und nicht jeder ist im Alter auf die Inanspruchnahme von Pflege angewiesen.
Zum Glück ist das ja heute nicht schon durch Kindergeld, Freibeträge etc so.
irgendwer muss für die anderen blechen.
Natürlich oder hätten deine Eltern die Schule für dich alleine bezahlen sollen?

Kinder bringen, jedenfalls bei unseren Geburtenraten, für unsere Gesellschalt einen Mehrwert von dem
jeder profitiert also sollte auch jeder dafür zahlen.
 
Kinder bringen, jedenfalls bei unseren Geburtenraten, für unsere Gesellschalt einen Mehrwert von dem
jeder profitiert also sollte auch jeder dafür zahlen.
Das tut aber nicht jeder. Kindern, die z.B. nie arbeiten und kein erwirtschaftetes Einkommen haben, werden auch keine Steuern/Sozialabgaben zahlen und kosten daher Geld.
Egal wie man es macht, irgendwer hält es immer für unfair. Wenn man Kosten verteilen will, wird immer einer weniger zahlen und einer mehr, als für den Eigenbedarf notwendig, das liegt in der Natur der Sache.
 
Das tut aber nicht jeder. Kindern, die z.B. nie arbeiten und kein erwirtschaftetes Einkommen haben, werden auch keine Steuern/Sozialabgaben zahlen und kosten daher Geld.
Ein Mensch, der nie in seinem Leben arbeitet?

Egal wie man es macht, irgendwer hält es immer für unfair. Wenn man Kosten verteilen will, wird immer einer weniger zahlen und einer mehr, als für den Eigenbedarf notwendig, das liegt in der Natur der Sache.
Das Umlagesystem halt.
 
Kinder kosten nun mal Geld und sind unsere Zukunft.
Man kann durchaus drüber reden, inwiefern Kinderlose für die Inanspruchnahme der Altenpflege im Unterschied zu Menschen mit Kindern, finanziell aufzukommen haben, aber in einem Punkt hat @Nightslaver recht - vor dem Gleichheitsgrundsatz ist dies für Kinderlose wie eine Bestrafung. Zumal es ja, wie er ebenfalls angemerkt hat, Menschen gibt, die durchaus willens sind, Kinder zu bekommen es aber nicht können. Das ist blanke Diskriminierung und selbst mit der Begründung von rationaler, finanzieller Notwendigkeit nicht zu rechtfertigen.

Außerdem halte ich das ganze aus volkswirtschaftlicher Sicht nicht für berechenbar, grade im Hinblick auf den Niedriglohnsektor.
Hast du schon mal RTL II gesehen?
Das ist ja schonwieder ein völlig alter Hut. :ugly:
Heutzutage nennt man sowas "Influencer"...
 
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Hast du schon mal RTL II gesehen?
Was ist das "RTL2"?
Da kommen die sogar ins Fernsehen.
Und arbeiten dann irgendwie doch... hmmm...
Ein Paradoxon :ugly:
Fernsehmärchen.

Und nicht jeder Jobsuchende ist so ein asoziales A.loch, wie immer dargestellt wird.
Wir haben auch einige tausend arbeitslose Akademiker.

Und die haben ja erst mal zehn Jahre ohne Geld gelebt.
Es kann jeden erwischen.

Nur muß man irgendwann aufstehen und sagen: "So geht es nicht weiter!"
Mit viel Glück bekommt man dann auch Arbeit.

Welche und wie lange ist wiederum Glückssache.

Edit: Die paar völlig unfähigen, wird man nie ganz wegbekommen.
Aber die gibt es immer und überall (auch im Sozialismus) und sie wurden und werden mit durchgeschleppt.
Unser jetziges Wirtschaftssystem ist auch in die Ggenrichtung gepolt (so wenig variable Kosten, wie möglich).
 
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Ich bin damit auch nicht einverstanden, aber das wird kommen.

Das will mir auch überhaupt nicht in dem Kopf warum ich weiter den Soli bezahlen muss nur weil ich an meiner Karriere gearbeitet habe und nun auch noch 0.1 Prozent mehr auf die Pflegeversicherung.

LSK1, nicht verheiratet, keine Kinder und man zahlt deutlich mehr...Mit einer Gleichbehandlung hat das schon lange nichts mehr zu tun.
 
Weil du ganz vielleicht trotzdem mehr Geld zur Verfügung hast?

Wenn es dir nicht gefällt dann wander aus, aber wenn du dann finanziell auf die Fresse fliegst komm nicht zurück sondern trag die Konsequenzen.


Meine Güte diese ganzen Egoisten...
 
Ein Kind in die Welt zu setzen ist erst einmal eine individuelle Entscheidung. Warum sollte ich diesen primär "egoistischen" Wunsch mit finanzieren?
Was ist mit Leuten die aus biologischen oder sexuellen Gründen keine Kinder kriegen können? Auch aus Umweltsicht sind Kinder der größte CO2 Produzent den man als Mensch je "erstellen" kann. Alles durchaus kritische Punkte.

Fakt ist halt auch das ich mit höheren Steuern und einer unterbrechungsfreien Karriere ja jetzt bereits schon Kinderzeit mitfinanziere. Ich habe schon jetzt ziemlich wenig Netto vom Brutto und bin hier kategorisch gegen weitere Erhöhungen und Abzüge egal welcher Art.

Als alter Mensch will ich einfach in Ruhe sterben und nicht in Pflegeeinrichtungen bettlägrig zu einer Ess-Kack-Maschine verkommen. Hab selbst früher während meinem Studium in der Pflege gearbeitet, reichte mir um zu sehen wie total bekloppt dieses System ist.
 
Als alter Mensch will ich einfach in Ruhe sterben und nicht in Pflegeeinrichtungen bettlägrig zu einer Ess-Kack-Maschine verkommen. Hab selbst früher während meinem Studium in der Pflege gearbeitet, reichte mir um zu sehen wie total bekloppt dieses System ist.
Problem ist, dass die Leute älter werden, aber dann viele Dinge nicht mehr können. Wenn die dann keine Betreuung daheim bekommen und die Kinder keine Lust/Zeit haben, die zu Versorgen, werden die, sofern sie denn zustimmen, für den Rest des Lebens ins Altenheim verfrachtet.
Klar ist das unschön, aber was ist die Alternative?
 
Das tut aber nicht jeder. Kindern, die z.B. nie arbeiten und kein erwirtschaftetes Einkommen haben, werden auch keine Steuern/Sozialabgaben zahlen und kosten daher Geld.
Ja, das ist dann so und daher kommt die Gesellschaft für derartige Menschen auf.
Genauso bezahlt die Allgemeinheit das Bildungssystem, das dich ausgebildet hat.
Es zahlt die Feuerwehr, die anrückt, wenns bei dir brennt, oder du aus dem Auto herausgeschnitten werden musst.
Es zahlt das Krankenhaus, in dem du liegst, nachdem dich die Feuerwehr aus dem Auto geschnitten hat.
Für derartige Kosten könnte einer alleine niemals aufkommen, daher tragen das alle mit.
Sowas nennt sich Solidarität.
 
Ein Kind in die Welt zu setzen ist erst einmal eine individuelle Entscheidung. Warum sollte ich diesen primär "egoistischen" Wunsch mit finanzieren?
Weil ohne Kinder bald keiner mehr Deine Rente bezahlt?
Was ist mit Leuten die aus biologischen oder sexuellen Gründen keine Kinder kriegen können? Auch aus Umweltsicht sind Kinder der größte CO2 Produzent den man als Mensch je "erstellen" kann. Alles durchaus kritische Punkte.
Sorry, aber manchmal faß ich mich an den Kopf, wenn ich so eine menschenverachtende Grütze lese.
Fakt ist halt auch das ich mit höheren Steuern und einer unterbrechungsfreien Karriere ja jetzt bereits schon Kinderzeit mitfinanziere. Ich habe schon jetzt ziemlich wenig Netto vom Brutto und bin hier kategorisch gegen weitere Erhöhungen und Abzüge egal welcher Art.
Aber Du hast ja mehr Geld, als ein Mensch mit Kind, oder?

Als alter Mensch will ich einfach in Ruhe sterben und nicht in Pflegeeinrichtungen bettlägrig zu einer Ess-Kack-Maschine verkommen.
Du willst zu Hause ungepflegt und einsam ohne Besuch Deiner Kinder im Bett liegen?
Viel Spaß!
Hab selbst früher während meinem Studium in der Pflege gearbeitet, reichte mir um zu sehen wie total bekloppt dieses System ist.
Deswegen sollte man das auch ändern und den Pflegekräften mehr Geld bezahlen und mehr einstellen,
Dafür brauch man irgendwie Geld.
 
Ist aber wahr. Umso mehr Menschen leben, umso mehr konsumieren die, umso mehr Energie brauchen die und umso mehr wird dadurch die Umwelt belastet.
Dann viel Spaß mit 12 Millionen Einwohnern, wo 70% über 65 Jahre alt sind.
Da ist dann nichts mehr mit Rente, Krankenhaus, Diakonie, etc.

Wer soll das dann machen?
Die Rentner, die nicht mehr laufen können?

P.S.: Wer hat denn etwas von "mehr" gesagt?
 
Dann viel Spaß mit 12 Millionen Einwohnern, wo 70% über 65 Jahre alt sind.
Da ist dann nichts mehr mit Rente, Krankenhaus, Diakonie, etc.

Wer soll das dann machen?
Die Rentner, die nicht mehr laufen können?

P.S.: Wer hat denn etwas von "mehr" gesagt?
Richtig, die Rentenversicherung ist nicht für ein derart hohes Alter in Kombination mit frühem Renteneintritt und wenigen Kindern ausgelegt. Das sind einfach mathematische Fakten.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich bin kinderlos... Hab ich das so gewollt? - NEIN! Was kann ich also dafür, dass der Gesundheits-Clown seinen Laden nicht im Griff hat? Er ist eine der größten Fehlbesetzungen im Nachkriegsdeutschland! - Nicht erst seit der Pflege... oder Corona...

Also nochmal, ich habe keine Kinder und was soll ich nun machen? Erstmal 0,1% mehr zahlen... dann 0,5% ... usw?
Ich fühle mich da ein klitze kleines wenig diskriminiert!
Kinder in die Welt setzen hat auch was mit Verantwortung zu tun! Da gehören immer 2 dazu, und wenn sich das nicht ergibt, dann "Zahl mal eben"....??? Oder gehts primär darum sich sinnlos zu vermehren und was dann mit den Kids ist, wenn die Beziehung doch in die Binsen geht?
Der Staat widert mich von Tag zu Tag mehr an!

...sorry, alleine die politischen Verfehlungen der letzten 10 Jahre reichen mittlwerweile aus, das Land zu verlassen... aber auch das ist mit ü40 leider schon nicht mehr ganz soo einfach, wie ich es mir vorgestellt habe...
 
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