E-Auto & Co.: Keyless-Zugang kann leicht gehackt werden

Hab ich mir auch grade gedacht - aber es ändert praktisch nichts an der Situation:
Ein professioneller Autoknacker macht dir jedes beliebige Fahrzeug in Sekunden, spätestens Minuten ohne Einbruchspuren auf. Egal ob Keyless, Funkschlüssel oder Bartschlüssel.

Es geht hier eigentlich ähnlich wie bei Haussicherheit nur ums Prinzip ein schwierigeres Ziel zu sein als die Umgebung - der Einbrecher der bei meinem Haus zwei Minuten erfolglos ist steigt beim Nachbarn ein wos einfacher geht. Es wäre also schön, wenn Keyless wenigstens mal einen Standard erreichen würde der schwieriger zu knacken ist als der alte Funkschlüssel.
Bei Autos kann man auch alleine schon damit "unattraktiver" werden wenn das eigene Fahrzeug einen Neuwert von 20K und nicht 80K hat - aber ich weiß, das ist für viele keine Option.

Schön wäre es, wenn die "Profis" ohne Einbruchspuren arbeiten würden. Bei mir war danach leider der Schließzylinder im Arsch. (Immerhin nur der => ausgebaut und das Loch mit Tape und Korken geschlossen. So konnte der Urlaub wenigstens weitergehen, ohne dass jeder das Auto mit dem Daumen öffnen kann.)


Oder auf dem Parkplatz wo du täglich dein Auto abstellst und den Schlüssel dabei in der Tasche hast. Wer macht sich denn die Arbeit herauszufinden wo das Opfer wohnt und durch Wände was abzugreifen und dann womöglich nur ne billige Ranzkarre zu kriegen? Da stellt man sich aufn Parkplatz wo noble Karossen stehen und wartet bis der Besitzer vorbeikommt. Dann das Signal abfangen und am nächsten Arbeitstag steht das Auto bestimmt wieder da zum mitnehmen.

Berichte schildern tatsächlich viele Diebstähle vor der eigenen Haustür. Ich vermute mal, die dicken Schlitten sind da in entsprechenden Wohngebieten genauso zuverlässig zu finden und über Nacht hat man bessere Chancen, unbemerkt zu entkommen. Zudem kann der Schlüssel nicht zwischen aufsperren und wegfahren in einen Stahlbeton-Aufzugsschacht laufen, wenn er unbeachtet im Flur liegt. Das andere beliebte Szenario sind Urlaubsregionen: Empfänger ins Kaffee, ausreichend starker Sender auf den Parkplatz und gucken, welches Sparschwein aufgeht.


Denke mal dass man einfach Elektroauto im Artikel benutzt hat um den Beissreflex auszunutzen und noch mehr Klicks zu bekommen. Das Problem haben ja viele Autos.
Bei mir gäbe es glaub sogar ein Update dass ich nen Schlüssel haben könnte der dann die 80 Bit Verschlüsselung statt der aktuellen 40 Bit. Aber hier is das Risiko dass das Auto geklaut wird grösser gleich 0.. Und wenn ich mal unterwegs bin kann ich immer noch den PIN einschalten, dann können die das Auto öffnen so lang sie wollen, ohne PIN tut sich gar nix.

Es geht hier allgemein um Elektronik und Sicherheit, nicht um Elektroautos. Hätte man sich auf letztere beschränkt, wären es wohl kaum 500 Tests geworden.

Die Schlüssellänge ist bei Relay-Attacken übrigens vollkommen egal. Das Auto öffnet sich und fährt als Reaktion auf den Originalschlüssel, ungeachtet aller elektronischen Absicherungen dazwischen. Der einzige Trick ist eine analoge Funkstrecke, um die Entfernung zwischen beiden zu überbrücken.


Nein, die Wegfahrsperre ist nochmal was ganz anderes als das plumpe öffnen.

Für Wegfahrsperren, so sie die Position des Schlüssels im Auto nicht über eine exakte Positionsbestimmung verifizieren, kann und wird genau das gleiche Prinzip angewandt. "Keyless open" beinhaltet eigentlich immer auch "Keyless Go" über das gleiche System. Die reinen Wegfahrsperrentransponder arbeiten ja sogar passiv, haben also gar nicht die nötige Energie, um sich an einer aufwendigen Ortsbestimmung zu beteiligen und ich hätte bislang nicht gehört, dass irgend ein Hersteller multiple Empfänger für eine präzise Triangulation verwendet.
 
Für Wegfahrsperren, so sie die Position des Schlüssels im Auto nicht über eine exakte Positionsbestimmung verifizieren, kann und wird genau das gleiche Prinzip angewandt. "Keyless open" beinhaltet eigentlich immer auch "Keyless Go" über das gleiche System. Die reinen Wegfahrsperrentransponder arbeiten ja sogar passiv, haben also gar nicht die nötige Energie, um sich an einer aufwendigen Ortsbestimmung zu beteiligen und ich hätte bislang nicht gehört, dass irgend ein Hersteller multiple Empfänger für eine präzise Triangulation verwendet.
Bei Funkschlüsseln geht das Auto nur an, wenn sich der Schlüssel im inneren befindet, bei Passiv muss der Transponder ganz nah am Zündschloss sein.
 
Das ist meist nur eine Frage der Reichweite: Die eingebauten Systeme schaffen nur ein paar Dutzend Zentimeter. Aber genau dieses "Sicherheitsmerkmal" heben Kriminelle eben mittels Funkstrecke aus. Deren Sender kann man ja ruhig direkt ans Funkschloss halten. Der Empfänger muss entweder an die Tasche des Schlüsselbesitzers gehalten werden (vergl. kontaktlose Girocard-Abbuchungen). Bluetooth zum Beispiel ist auch nur für maximal 10 m Entfernung spezifiziert, aber der Rekord für eine Bluetooth-Verbindung liegt meinem Wissen nach bei 1,4 km für ein handelsübliches Endgerät – und das waren noch Wissenschaftler, die sich bei der Sendeleistung an Gesetze halten. Wenn die Sendeleistung der aktiven Transponder normalerweise für 1 m reicht, sind 10 m für Kriminelle sicherlich kein Problem und 100 m nur eine Frage des Aufwands und der Umgebung: Im Kaffee setzt man sich mit einem unauffälligen Aktenkoffer an den Nachbartisch, im Wohngebiet hält kurz ein Van mit Richtfunkantenne am Straßenrand. Der Kollege muss ja sowieso aussteigen, um die Beute wegzufahren.^^

Sobald das Auto dann einmal läuft, ist die Sache gelaufen.
 
Schön wäre es, wenn die "Profis" ohne Einbruchspuren arbeiten würden.
Ich hab nur gesagt dass sies können, nicht dass sies machen^^
Kommt an der Stelle eher drauf an obs nur darum geht das Interieur mitgehen zu lassen oder das (teure) Auto im Ganzen zu verhökern.

Es gibt aber auch den Fall spurenlos für wenig Beute: Letztes Jahr wurde der recht neue A4 eines Freundes von mir in nem Frankfurter Parkhaus aufgebrochen um an die (ziemlich wertlosen) Inhalte von Kofferraum und Handschuhfach zu kommen. Am Fahrzeug gab es keinerlei Spuren/Beschädigungen, weder innen noch außen. Es war nur recht unaufgeräumt im Innenraum und die Tür stand offen. :ka:

Die Polizei ist da nebenbei völlig schmerzfrei. Ja, nehmen wir auf, hier haben sie ne Kopie für die Versicherung. Fall erledigt, die kriegen wir eh nicht. Anders gesagt man versuchts gar nicht erst, das sind nur Aktenleichen.
 
Ergänzung zu @PCGH_Torsten und @Eckism :
Bei Passive Start wird durchaus auch trianguliert(Ausnahme sind ein paar französische Kleinstwagen die passive mit einem einzigen Empfänger machen), hilft halt aber auch nichts wenn der Relais-Ausgangspunkt ins Auto passt.
UWB wiederum ist eigentlich auch "nur" eine verkomplizierung dieser Technik indem man mehr und höhere Frequenzen nutzt.
 
Wenn man aus mindestens vier-fünf Richtungen trianguliert (okay, dann ist es nicht mehr tri), dann müsste ein Relais (potzblitz: Das ist auch auf Deutsch ein Ausdruck für Zwischenstation?) für nicht auflösbare Fehler sorgen, zumindest wenn die Systeme präzise genug arbeiten. UWB soll darüber hinaus leistungsfähig genug sein, um auch absolute Entfernungen zu ermitteln – da hat man dann mit Relais keine große Chance mehr.
 
Die Standardmessung ist afaik primär die Signalstärke und nur sehr grob die Signallaufzeit eines LF-Signals zwischen dem Schlüssel und den verschiedenen Antennen im Auto zu vergleichen.
Bei UWB wird in dem heutigen Ausbau zusätzlich darüber eine Laufzeitmessung gemacht mit der man zumindest merkt wenn der Schlüssel eigentlich mehrere Meter weg ist.
Mit Laser-Technik könnte man das Signal wahrscheinlich auch "verlängern", ist aber halt deutlich aufwendiger.
 
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