AW: Dota 2: Spiel bleibt Free-to-Play und kein Pay-to-Win - Valve erklärt die Hintergründe
An alle die sich hier wieder auf die "LoL, HoN, DotA - ist alles das gleiche"-Diskussion versteifen:
Das übergeordnete Spielprinzip ist das gleiche, ja. Das ist aber in etwa vergleichbar mit Team-Shootern; bei jedem Shooter holt man sich eine Waffe, mit der man umgehen kann und schießt auf Kontrahenten - hier sucht man sich einen Helden aus. Team gegen Team, am Ende gibt es einen Sieger.
Trotzdem gibt es kleine aber feine Unterschiede. Jeder Shooter spielt sich anders. Und genauso verhält es sich mit DotA und allen seinen Ablegern. Jeder Ableger setzt Schwerpunkte, manche setzen mehr auf taktische Finesse (z.B. DotA2), andere spielen sich deutlich schneller (z.B. HoN). Ich selbst spiele DotA2; ein Freund von mir meinte irgendwann mal, dass es im Vergleich zu HoN sau langsam sei und deshalb vermeintlich total einfach ist. Er hat genau ein Spiel an meinem Rechner gemacht und ist sang- und klanglos untergegangen, weil es sich eben aufgrund anderer Schwerpunkte total anders spielt.
Zu dem Thema "Daseinsberechtigung":
Ich habe jahrelang DotA in WC3 gespielt und bin jetzt bei DotA2 angekommen. Und DotA2 ist einfach der legitime Nachfolger. Nur weil ein anderer Publisher dahintersteht heißt das noch lange nicht, dass es ein neues Spiel ist. Items, Helden, Balancing, Timings (Animationsdauer, Turnspeed, usw.) wurde alles eins zu eins aus DotA übernommen. Somit ist es das gleiche, alte, gute DotA in neuem Gewand.
Für alle die das jetzt aus noch mehr geklaut ansehen:
Die gesamte Entwicklung wird MIT einem der Urväter und Hauptentwickler - namentlich Icefrog - von DotA gestaltet; und dieser entwickelt trotzdem noch an DotA für WC3 mit (neue Helden etc.). Es hat quasi lediglich ein Know-How-Transer stattgefunden; somit hat Valve auch nicht den Namen geklaut, sondern eher samt Entwickler gesichert. Warcraft3 bzw. Blizzard hat keine oder kaum Rechte, da sie nur die Plattform und die Engine bereitgestellt hat, nichts aber in Entwicklung, die durch die Community getragen wurde, gesteckt hat.
Für mich als langen und treuen DotA-Spieler ist somit DotA2 von Valve der einzige Nachfolger, der es würdig ist, gespielt zu werden (habe auch LoL, RoI und HoN getestet).
Aus den Gründen hat DotA2 es auch nicht nötig, eigene Ideen einzubringen. Es ging einfach darum, die limitierte Warcraft3-Engine bzw. -Plattform abzulösen.
Zum eigentlichen Thema "F2P":
Anfangs dachte ich mir, dass der F2P-Schritt schlecht ist. Bei vielen Spielen wird F2P eben doch zu Pay2Win. Darunter leiden dann diejenigen, die Mikrotransaktionen nicht einsehen und keine Lust haben für Entwickler eine melkbare Kuh zu sein. Wie einfach ist es auch? Die Plattform bereitstellen und alle paar Wochen einen neuen Helden oder neue Gegenstände einpatchen, die gegen bares gekauft werden können und so schlecht austariert sind, dass alle die ein paar Euro investieren durch die Partien rennen und alles niedermähen. Ein zweiter negativer Aspekt an F2P ist, dass es viele Leute gibt (habe ich in meiner RoI-Zeit gemerkt), die das Spiel einfach mal testen wollen und selbst die Lust verlieren, weil sie von besser spielenden verklatscht werden oder beleidigt werden, weil sie eben auf Anfängerniveau spielen. So verlieren Anfänger die Lust und Fortgeschrittene verlieren die Lust, weil Anfänger den besseren Spielern das Spielerlebnis ungewollt kaputt machen.
Jedoch:
P2W wird es in DotA2 nicht geben. Da rein kosmetische Änderungen als Kaufinhalt bereitgestellt werden, kann jeder frei entscheiden, ob sich seinen Lieblingshelden etwas abändert oder nicht. Ein Teil der Bezahlinhalte wird übrigens auch in (un)regelmäßigen Abständen an Spieler verteilt. So haben auch nicht-bezahl-Spieler die Chance, ein paar Optik-Gimmiks zu ergattern. Ich und meine Kumpels freuen sich immer tierisch, wenn wir per Zufallsgenerator (?) ein neues Teilchen ergattern... dass das Spiel in seiner Mechanik und im Balancing nicht zum P2W-Titel wird, ist übrigens zum (Groß-)Teil ein Verdienst von Icefrog, der sich seit jeher dafür einsetzt, dass DotA ein e-Sports-fühiger Titel wird und bleibt.
Zweitens scheint Valve ein Matchmaking-System entwickelt zu haben, dass auf den ersten Blick gut funktioniert. Somit sind Anfänger zum erlernen der Spielmechanik erstmal unter sich.
Unterm Strich kann ich den F2P-Schritt dann nur noch gut heißen. Dadurch wächst die Community deutlich schneller und jeder Spieler profitiert davon.