Tolkien schreibt an keiner Stelle, welche Pigmentierungen bei Elben und Hobbits vorkommen oder ausgeschlossen sind.
Über die Noldor schrieb er "sie waren hochgewachsen, hellhäutig und grauäugig, doch ihre Locken waren dunkel, außer im goldenen Hause Finarfins; und ihre Stimmen hatten mehr Melodie als jede menschliche die nun gehört wird"
Nur die Vanyar als kleinstes (!) der drei Elbenvölker werden ausdrücklich als hellhäutig
Die Vanyar waren nur insgesamt das hellste Volk. Sie hatten die hellste Haut und waren ausschließlich hellhaarig. Bei den Hautfarben sind die Beschreibungen ziemlich eindeutig.
Alle drei Völker der Eldar sind hellhäutig. Nur unter den Avari könnte es möglicherweise dunkelhäutige Völker geben.
Wenn, dann müsstest du bemängeln, dass viele Elben in den Filmen und der Serie deutlich zu kurz geraten sind, die müssten schließlich alle mindestens (!) Gardemaß haben.
Darüber kann man wohl streiten. Es wäre sicher auch nicht verkehrt gewesen, wenn die Elben ein Stück größer dargestellt wären.
Das beweist eher, dass in früheren Interpretationen eine Darstellung erzwungen wurde, der jegliche Legitimation durch die Vorlage fehlt.
Wohl eher, dass frühere Interpretationen weniger falsch gemacht haben. Und dass sie nicht eine jahrtausendealte Elbenfürstin mit gewaltiger magischer Stärke, ihren eigenen Reich und ihrer eigenen Familie als zickige Kriegerin dargestellt haben, was nur einer der vielen Fehler ist.
Diversität ist da also sogar sinnvoll, weil es die Chance erhöht, dass jeder Zuschauer bei einigen Vertretern der dargestellten fiktionalen Spezies und in Absenz spezifischer Beschreibung seine ganz persönliche Vorstellung erfüllt sieht
Warum muss heute jede Figur so aussehen, dass sich irgendjemand durch deren Aussehen statt durch den Chararkter repräsentiert fühlen muss?
die laut Beschreibung nicht dem kaukasischen Typ entsprechen
Damit rennt man in Tolkiens Legendarium leider gegen eine Wand, weil dem Mann beim Weltenbau etwas langweilig war und er in zig Notizen und Briefen alles Mögliche beschrieben hat, woraus dann nachher ein gutes Dutzend Zusatzwerke wurden. Spielraum für andere Darstellungen gibt es nicht viel.
Betrachtet man seinen Hintergrund, seine Weltanschauung, seine Zielgruppe und seine Inspirationsquellen für das Legendarium, erledigt sich das komplett, überhaupt darüber zu diskutieren.
Nur weil Herr der Ringe das Fantasy-Genre begründet hat und dadurch die Welt Arda extrem populär wurde, muss sich jetzt nicht jeder unbedingt in einem Charakter rein äußerlich repräsentiert fühlen. Es gibt auch Werke dunkelhäutiger Autoren mit (nahezu) ausschließlich dunkelhäutigem Cast, nur wird sowas nie umgesetzt und ist bei uns nicht populär. Statt bei den Autoren mal (unter entsprechenden Qualitätsansprüchen) ethnisch eben nicht europäische Werke heranzunehmen, nimmt man lieber fertige Werke mit bestimmter Lore, weil diese mit ihrem Namen Geld abwerfen, ändert alles so ab, wie es einem und dem aktuellen Zeitgeist passt und denkt dann, dass Fans, die sich intensiv damit beschäftigt haben, das einfach so hinnehmen. Und wenn sie es mit Verweis auf das Quellenmaterial nicht tun und zugegeben öfters auch nicht gerade geistreich formulieren, tut man das als Rassissmus und Ausgrenzung ab.
Nu ja, dunkelhäutige Eldar sind genauso unrealistisch wie dass Earendil Ancalagon mit einem Blaster aus Star Wars runtergeschossen hätte. Das ist genauso ein Blödsinn. Beides steht nicht explizit drin. Es steht nicht dran, dass es explizit keine dunkelhäutigen Eldar gibt (wie es unter den Avari aussieht, ist eine andere Sache). Es steht aber auch nicht nicht drin, dass Earendil Ancalagon mit einer silamrilbetriebenen Laserkanone abgeschossen hat.
Wenn wir jetzt detailliert alle Punkte durchgehen wollen, schlage ich vor, dass wir das auf PN verlangern.