Defizite im Bildungswesen - nicht nur bei den Schülern

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Moin!


Es wurde ja immer wieder die letzten Jahre auf die Schüler von heutzutage geschimpft.
Wie schlecht sie doch bei der Pisa-Studie abschneiden.
Wie schlecht ihre Allgemeinbildung heutzutage ist.
Aber das die Lehrer Mitschuld daran haben, dass hat kaum jemand angesprochen.
Ein Pädagogik-Professor kommt jetzt zu dieser Analyse:

Über 40 Prozent der Lehrer sind ungeeignet

Sind über 40 Prozent der Lehrer für den Beruf ungeeignet? Pädagogik-Professor fordert vor dem Studium eine Vorauswahl


Vielleicht ist das auch etwas übertrieben und provokant. Aber Defizite gibt es mit Sicherheit.
Auch zu meiner Schulzeit gab es Lehrer welche aus meiner Sicht überhaupt nicht geeignet waren.
Schon in der Grundschule wurden bestimmte Schüler von meiner Klassenlehrerin bevorzugt.
Mädchen und auch Schüler aus gut situierten Elternhäusern.
In meiner weiteren Schullaufbahn, waren dann auch Lehrer dabei, welche scheinbar keine Lust (mehr) hatten.
Die haben den Unterricht so trocken runtergeleiert, so das man kaum Interesse oder Spaß dafür entwickeln konnte.
Insgesamt waren aber die meisten Lehrer ok und fair.

Wie seht ihr das und was sind eure Erfahrungen?
 
Schon in der Grundschule wurden bestimmte Schüler von meiner Klassenlehrerin bevorzugt.
Kenne ich zu gut. Ich bin eines der Kinder die immer an allem Schuld waren. Ging bis zur 8. Klasse so. Bei neuen Lehrern gab es sofort diese Grundeinstellung einem gegenüber. Habe dann die Schule wechseln müssen da wir in einen anderen Schulbezirk gezogen sind und die alte Schule mich damit loswerden wollte. Das beste was mir damals passieren konnte.

Als Kind ist man sich dem manchmal einfach nicht bewusst. Von den alten Lehrern dürfte mir keiner mehr vor die Füße treten.
 
Auch zu meiner Schulzeit gab es Lehrer welche aus meiner Sicht überhaupt nicht geeignet waren.
Schon in der Grundschule wurden bestimmte Schüler von meiner Klassenlehrerin bevorzugt.
Mädchen und auch Schüler aus gut situierten Elternhäusern.
Das habe ich auch erlebt.
Bis zur 4.Klasse hate ich mäßige Noten in den Fächern meiner Klassenlehrerin.

Als wir in der 5. Klasse eine neue Klassenlehrerin bekamen, hatte ich plötzlich mit die besten Noten in der Klasse.

In meiner weiteren Schullaufbahn, waren dann auch Lehrer dabei, welche scheinbar keine Lust (mehr) hatten.
Die haben den Unterricht so trocken runtergeleiert, so das man kaum Interesse oder Spaß dafür entwickeln konnte.
Insgesamt waren aber die meisten Lehrer ok und fair.
In der ZAPO hatte ich ab der 5. Klasse Glück und die "guten" Lehrer (Mathe, Chemie , Physik, Astronomie, Russisch, Englisch, Deutsch, ...).

Das hat mir sehr in der Lehre geholfen (Zerspaner mit Abitur).
Auch auf der Uni war das gute Englisch nicht ganz schlecht in der Elektronik.

Wie überall gab es da engagierte und nicht so engagierte Lehrer.
Es kam aber eine gehörige Portion Menschenkenntnis oder Unwillen im Beruf zu Tage.

Je nach dem verhielten sich die Lehrer.
Meinen Physiklehrer hab ich in der AG gedutzt, aber niemals im Unterricht.

Im Beruf hab ich dann meinen alten Physik / Astronomielehrer von der ZAPO im Betrieb wiedergetroffen.
Mit dem hab ich dann als Ingenieur sehr gut freundschaftlich zusammengearbeitet.

ZAPO = Zehnklassige Allgemeinbildende Polytechnische Oberschule.


Wie seht ihr das und was sind eure Erfahrungen?
 
Sind über 40 Prozent der Lehrer für den Beruf ungeeignet? Pädagogik-Professor fordert vor dem Studium eine Vorauswahl
Das kann man nicht ausschließen! Nur, das Problem ist komplexer:
- Viele studieren bewußt Fächer, mit denen man später in der freien Wirtschaft kaum Geld verdienen kann, z.b. Germanistik, Latein, Geschichte etc. Was machen die hinterher? Lehrer! Obwohl sie mit Kindern noch nie etwas anfangen konnten ...
- Viele studieren irgendwas, aus Spaß oder weil die Eltern das wollen. Wie ich gelesen habe, wollen in Deutschland etwa ein Drittel(?) aller Schulabgänger später "Beamte" werden, egal was oder wo ... auch von denen landet dann der eine oder andere in der Schule und kommt sein ganzes Leben nicht mit Schülern klar.
Aus diesem Grund scheint das "Burn Out Syndrom" dort ab Mitte 40 eher normal als ungewöhnlich zu sein ... aber als Beamter hat man dann trotzdem bereits ausgesorgt!
 
Was machen die hinterher? Lehrer! Obwohl sie mit Kindern noch nie etwas anfangen konnten ...
Das wäre auch nichts für mich.

Ich habe zwar einen Sohn und finde Kinder ganz nett. Aber ganze Klassen unterrichten und sich auch mit "rumärgern", ist nochmal eine andere Hausnummer. Dafür muß man gute Nerven haben.
Mit kleinen Kindern im Kindergarten das fände ich noch schlimmer. Als Kindergärtner.
Wäre überhaupt nicht meine Welt. Dafür muß man schon geboren sein.
Respekt vor den Menschen welche gewissenhaft solche Jobs machen und sich Mühe geben!
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich da an einge Leerer denke...
Die eine behauptete doch glatt, das wir Jungs alle Rauchen und die Mädels dazu verführen würden, etc pp..dabei waren von 14 Jungs nur 3 Raucher, von dern Mädels fast alle...
Unseren Physik/Astrolehrer hat man, wegen seiner Beliebtheit, seinem Engagement und der Effektivität den Lehrstoff zu vermitteln und dem damit verbundenen guten Abschneiden seiner Schüler, unter fadenscheinigen Beschuldigungen und Behauptungen rausgeekelt (auch nur einer von 4 Kerlen an der Schule...) u.A. mit er hätte Geld für Klassenfahrten unterschlagen und all solchen Mist...ja nee is klar, danach arbeitete er bei...der Sparkasse.^^

Und da gibts noch so einige Beispiele, von Lehrern die schon lange resigniert hatten, auf ihre Pension warteten oder kaum Lehrer geworden, schon deutlich erkennen liessen, das sie im falschen Beruf waren und es ihnen weniger ums lehren, als um Ausübung von Macht und Ideologisierung ging.
Hier dann die deutliche Bevorzugung von Mädchen, inkl. 'passender' besserer Benotung selbiger bei gleicher Leistung der Jungs bis hin zu völliger Ignoranz gegenüber Jungs und evtl. Problemen und auch damals schon der erst im Anlauf befindliche, abe Fahrt aufnehmende Krampf gegen Krächts und teils sehr antideutsches Verhalten...etc pp.

Und dann kommen ja auch noch die ganzen Steine dazu, die Lehrern ind en weg gelegt werden, mit diversen Vorgaben udn teilweise eben auch groben Unfug den sie den Kindern eintrichtern sollen, der sie kein bissel weiter bringt, ihnen später nichts nutzt, sondern meist auch nur ideologisch gefärbt ist, sie gegen die Eltern und co hetzt usw usf.
 
Das kann man nicht ausschließen! Nur, das Problem ist komplexer:
- Viele studieren bewußt Fächer, mit denen man später in der freien Wirtschaft kaum Geld verdienen kann, z.b. Germanistik, Latein, Geschichte etc. Was machen die hinterher? Lehrer! Obwohl sie mit Kindern noch nie etwas anfangen konnten ...
- Viele studieren irgendwas, aus Spaß oder weil die Eltern das wollen. Wie ich gelesen habe, wollen in Deutschland etwa ein Drittel(?) aller Schulabgänger später "Beamte" werden, egal was oder wo ... auch von denen landet dann der eine oder andere in der Schule und kommt sein ganzes Leben nicht mit Schülern klar.
Aus diesem Grund scheint das "Burn Out Syndrom" dort ab Mitte 40 eher normal als ungewöhnlich zu sein ... aber als Beamter hat man dann trotzdem bereits ausgesorgt!

Die allermeisten Lehrer haben nach wie vor "auf Lehramt" studiert und sind dementsprechend nicht "hinterher Lehrer geworden". Die Thematik mit dem Quereinstieg ist erst in den letzten Jahren aufgekommen und regional extrem unterschiedlich verteilt.
 
Das ist richtig, ich gehe auch davon aus, daß die meisten Lehrer von Anfang an auf "Lehramt" mit dem Studium beginnen, besonders im Grundschulbereich und Mittelstufe. Nur, auch das hilft vielen Schülern möglicherweise nicht unbedingt bei der o.a. Thematik von RyzA. Ich hatte oben bereits auf die erstaunliche Affinität vieler Einwohner zum deutschen Beamtentum hingewiesen.
Früher, also einige Jahrzehnte vor 2021, gab es mal den Spruch: Lehrer? Genial! Morgens Recht haben und nachmittags frei haben ... einige Jahre später dann der alte Paukerspruch, "Schule könnte so schön sein, wenn nur nicht die ganzen Schüler wären" ...
Aber ... es gibt noch immer Pädagogen mit Sendungsbewußtsein, die aus jedem(!) Kind ein besseres Kind machen wollen und mindestens subjektiv eine Benachteilung Einzelner vermeiden wollen.
 
Ich kann nur für die jungen Lehrerinnen und Lehrer in meinem Bekanntenkreis sprechen, die sind (zumindest noch) sehr motiviert und wollen für alle ihre Schülerinnen und Schüler das beste rausholen. Ich vermute aber auch, dass die Mühlen der Bildungsbürokratie, der ständige K(r)ampf mit den Eltern und - je nach Region/Schulstandort - die äußeren Umstände viele super engagierte Lehrkräfte über kurz oder lang zermürben werden.
 
Der schlechteste Lehrer den ich je hatte war der einzige studierte Pädagoge. In dem Sinne nehme ich die Aussage eines Pädagogik Professors zur Eignung von Lehrkräften nicht besonders ernst.
 
Der schlechteste Lehrer den ich je hatte war der einzige studierte Pädagoge.
Das kann gar nicht sein. Oder sind bei dir in der Grundschule schon und in der weiterführenden Schule alles Quereinsteiger oder Fachlehrer gewesen? Soviel ich weiß muß jeder Lehramtsanwärter Pädagogik lernen, auch wenn er Pädagogik nicht als Hauptfach studiert wie z.B. reine Pädagogen (Erzieher usw).

Edit: Achso, du meinst ein "reiner" Pädagoge, welcher sich noch anderes Fachwissen quasi angeeignet hat.
Das wäre ja quasi dann ein Quereinsteiger.

Wobei ich gegen Quereinsteiger generell nichts habe in der Wirtschaft usw.
Und wenn man es genau betrachtet sind ja quasi fast alle Politiker Quereinsteiger.
Da man bestimmte Ämter und Posten ja nicht in dem Sinne klassisch erlernen kann.
Und sie häufig aus ganz anderen Berufen kommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Edit: Achso, du meinst ein "reiner" Pädagoge, welcher sich noch anderes Fachwissen quasi angeeignet hat.
Das wäre ja quasi dann ein Quereinsteiger.
Pädagogik als eines der Hauptfächer im Lehramtsstudium. Damals war das insbesondere am Gymnasium eher weniger die Norm.
Und er hat das gemacht was, zumindest nach dem was ich von Bekannten die in anderen Bereichen mit solchen Menschen zusammen arbeiten, wohl einige mit dem Hintergrund öfters passiert, er hat absolut unpassende Momente als Gelegenheit zur Erziehung gesehen. Z.B. bei der Aufgabenstellung einer Klassenarbeit in der er Stoff abgefragt hat den er gerne durch bekommen hätte wenn die Klasse nicht so unruhig gewesen wäre.
 
Ja aber die "normalen" Lehrer mußten doch für ihr Lehramt, auch Pädogik unterrichtet bekommen haben, oder nicht? Als Nebenfach?
Natürlich bekommen sie die Grundlagen erklärt, die an den Grundschulen auch etwas mehr. Aber "Erziehung ist alles" ist eben nicht das was der normale Lehrer erklärt bekommt.
 
Aber "Erziehung ist alles" ist eben nicht das was der normale Lehrer erklärt bekommt.
Dafür gibt es auch extra Schulpädagogen (und Erzieher in Heimen). Ich kenne welche die das beruflich machen.

Ich denke für einen guten Lehrer ist es wichtig die richtige Balance zu finden.
 
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Natürlich bekommen sie die Grundlagen erklärt, die an den Grundschulen auch etwas mehr. Aber "Erziehung ist alles" ist eben nicht das was der normale Lehrer erklärt bekommt.
Richtig, nur, da sind wir bereits in der nächsten Ebene:
- Persönlich habe ich nach den Schulerlebnissen meiner Kinder inzwischen den Eindruck, daß ein "guter" Lehrer dafür einfach Talent hat, ein "schlechter" eben nicht. So etwas kann man vielleicht trainieren, aber auf keinen Fall lernen!
- Ich höre die letzten Jahre immer häufiger, Lehrer sollen "erziehen"! Das halte ich für ausgmachten, politischen Blödsinn. Lehrer sollen den Kindern etwas beibringen, was ihnen später hilft. Erziehen müssen unverändert die Eltern, auch wenn die Politk uns was anderes erzählen will!!
Lehrer können vielleicht Vorbild sein, das wäre schon toll, nur, mit Erziehung wären bestimmt 90% zurecht überfordert.
 
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