Es verhält sich mit Cyberpunk ähnlich wie mit Avatar. es ist objektiv wenigstens gut, aber es polarisiert, weil es eben kein Hype ist.
Es ist teilweise gut, Story-Hauptplot und Haupt-Nebenplots und das grundsätzliche optische Weltdesign, sowie der Soundtrack, aber mehr als das ehr durchschnittlich, Gunplay, Skillsystem, Nebenkontent abseits des Plots, bis vereinzelt auch gerade noch so ausreichend, wie Crafting, Balance, Füllkontent und Living World.
Sollte ich diese Teilbereiche alle in eine Gesamtnote zusammenfassen, ich würde sagen geht es schon Richtung 2- bis vielleicht sogar 3+ , je nachdem wie man was in der Bewertung für sich, in der Schwere, gewichten will.
Kunst lässt sich objektiv einordnen (jetzt nicht auf den % punkt, das ist hoff. klar). Non est disputandum de arte bezog sich schon immer auf das Unvermögen, der Masse dies mitzuteilen.
Was das alles heisst:
Im Moment leben wir in einer Zeit des kulturellen Mittelmasses und das ist noch freundlich ausgedrückt. Fast alle grossen Franchises sind seelenloser Fliessband-Ramsch.
Kulturelles Mittelmaß gab es schon immer, auch vor 3000 Jahren.
Der Unterschied, gerade in denn Letzten 30-40 Jahre ist nur der, das Digitalisierung von Kommunikation, Informationen, deutlich besserer Zugang zu grundlegender Bildung und damit auch leichtere Zugang sich selbst kreativ betätigen zu können, sowie durch höheren Lebensstandard und Raum für individuelle Freiheit diese zu erwerben dazu geführt hat das der Markt heute um ein vielfaches größer als noch alleine vor 100 Jahren ist und jegliche "Kunst", abseits einige Grenzüberschreitender Größen, wesentlich überregionaler, bis hin zu international geworden ist, selbst abseits gefeierter "Ikonen".
Das beudetet aber nicht das es um im 15. Jahrundert nicht auch mehr mittelmäßige bis schlechte Kunst gab, nur war diese entsprechend regionaler, weniger bekannt und weniger langlebig, sowie weniger zugänglich, da die Einkommensverhältnisse deutlich größerer Bevölkerungsteile wesentlich geringer waren.
Entsprechend ist dieses "künsterischer Mittelmaß" nicht so verbreitet gewesen (schwierige Reproduktion / Handarbeit, wie auch vor dem Buchdruck) und somit weniger erhalten geblieben.
Heute, alleine durch das Internet findet sowas wesentlich größere Verbreitung und bleibt die Resonanz länger konserviert und zugänglich.
Am Ende heißt das alles als Schluss daraus, gemessen an den Zuständen ist früher der generelle Markt kleiner gewesen als heute, im prozentual betrachtet dürfte die Verteilung zwischen erhaltenswerten und guten Werken und Mittelmaß bis Schlecht sehr ehnlich zu heute sein, nur das schlechte "Kunstobjekte" damals weniger zugänglich und "leicht" über die Zeit zu erhalten waren.
Der Markt heute ist aber weit größer, mehr Zugang, alleine daraus ergibt sich das die reine Zahl an "Kunstobjekten" weit höher ist, prozentual gesehen deswegen aber nicht mehr schlechtes gibt, nur ist eben gerade im digitalen Bereich Mittelmaß und drunter wesentlich besser repoduzier- und erhaltbar.
Wenn du mir, in der um gegen 1 Uhr, in der Nacht, noch geschriebenen Ausführung, noch folgen kannst.
...über 90% Derivate einer bekannten Produkt Linie:
Marvel, Star Wars, Pokemon, Disney, Activision/Blizzard Kram, AssCreed usw. Artistisch-ästhetisch ein ranziger Müllhaufen, bei Games ist es spielerisch nicht besonderes. (mit winzigen Ausnahmen wie zB FromSoftware)
Dafür braucht man Hype.
Der Hype sorgt für das sichere Millionengeschäft auf Kosten der Kunst und des kulturellen Anspruches.
Cyberpunk hat etwas völlig Neues gewagt.
Und was soll das "Neue" sein, was gewagt wurde?
Setting, Teile der grundlegenden Story und somit viel der Lore / Spielwelt, in "Cyberpunk 2077", basiert auf dem Pen & Paper Regelwerk von "Cyberpunk 2020" und somit lange vorhandenem Content anderer Personen.
Noch ist ist das Genre des Settings (Cyberpunk), noch die Einordnung des spielerischen Genres (Action-Adventure) "neu", oder nahezu nie bedient.
Auch keine der Spielmechaniken, abseits vom Hacking, also sonst Gunplay, Skillsystem, Crafting, Questsystem, Fortbewegungsmittel und Fahrphysik, ect. pp, oder wie diese im Spiel zueinander arrangiert / angeordnet worden sind, ist irgendwie "neu", oder setzt irgendwelche (eigenen) "neuen Akzente". In vielen Punkten bleiben sie sogar in diesen Punkten hinter anderen Spielen (wie z.B. Deus EX 1 & Human Revolution) im selben Genre, dem "Cyberpunk" zurück, oder sind maximal auf einem vergleichbaren Level mit ihnen.
Und auch im Punkto Questdesign und Storytelling, wie der Spieler mit der Geschichte und Umgebung interagiert bedient sich das Spiel nur einer Präsentation / Interaktion, die so schon geraume Zeit am Markt zu finden ist.
Am Ende bleiben die einzigen wirklichen Punkte in denen es die Entwickler bei Cyberpunk 2077 schaffen eigene "Stärken" zu etablieren das visuelle Design, der allgemeine Soundtrack / Soundkulisse, die Spielmechanik des Hacking, sowie der Inhalt der Geschichte(n) und diese letzteren Punkte, über dem Durchschnitt Marktes zu liefern, bzw. beim Hacking einen "neuen Akzent" zu setzen, während sie bei denn ganzen zuvor genannten Punkten aber im Grunde nur frei, auf unterschiedlichen Level kopiert haben, oder sich sogar(bei der Lore) Arbeit anderer bedienen konnten.
Allerdings könnte man letztere Punkte sicher auch in einem ähnlichen, oder gar selben Verhältnis bei anderen vielen anderen Produkten finden.
Im Grunde also wäre Cyerpunk 2077 demnach eigentlich genau das Paradebeispiel für deine dargelegte Definition von einem "mittelmäßigen Produkt" und "Hype", wo das Geld alleine im Forderung stand, welcher mit einem Hype befeuert wurde und dann ein Hypetrain wurde.
Einige besonders sensible Hardcore Spieler beschwerten sich nach über einem Jahr (!) über fehlende U-Bahnhöfe und Pendelverkehr. Da fällt einem nix mehr ein.
Wenn man nur selektiv für sich rausfiltert mag das die Wahrnehmung sein, aber ich habe im laufe der letzten 2 Jahre (im CDPR Forum von Cyberpunk 2077, wie anderswo) mit "Hardcore"spielern über das Gamedesign, die Probleme, Stärken, Schwächen und sonstigen Aspekte des Titels diskutiert und da waren genug dabei die Nichtigkeiten wie "fehlende U-Bahnhöfe" nicht als "DAS" Problem des Spiels sehen und sowas erst dann begrüßen würden, wenn viele der ansonsten wesentlich schwerer wiegenden Schwächen, im Design des Spiels, behoben worden wären, also ganz ganz ganz am Ende der Liste, wenn man sonst gar nichts mehr zu tun hat.
Ich hatte vielleicht 3,4 mini Bugs, ähnlich wie alle mir bekannten PC(!) Spieler.
Und was haben jetzt einige wenige "mini Bugs" mit Kritik, so nichtig, oder nach Ansicht der individuellen Person auch nicht, mit Kritik an (nicht gegebenen) Spielinhalten zu tun?
Der Start von Morrowind, Gothic, so ziemlich jedem Fallout war viel, viel wackeliger.
Der Start von Baldurs Gate 1 & 2, Deus Ex: Human Revolution, KOTOR 1, oder Expedition: Rome, auch wesentlich weniger "wackelig".
Oder um es vielleicht noch bildlicher auszudrücken.
Cyberpunk 2077 mag (auf dem PC), bzgl. Bugs, keine solche "Katastrophe wie ein Gothic 1" gewesen sein, aber wenn man Gothic 1 abseits davon anschaut bietet es, für seine Zeit (2001), weit mehr "gewagtes Neues", wie Tagesabläufe für NPCs, Tiere mit eigenen Sozialverhalten, ein einzigartiges Setting, trotz grundsätzlich selber "schnöder High Fantasy", mit eigener Atmosphäre und Lore (open World Sträflingslager und magischer Kuppel), eine für 2001 durchaus noch ziemlich gute 3D Grafik und gutes Artdesign, Vollvertonung, für ein Spiel dieses Genre (ARPG) für die Zeit große spielerische Freiheit und Möglichkeiten und das obwohl Gothic 1 noch nicht mal fertig entwickelt war (was an allen Ecken und Enden im Spiel zu sehen war, am Content).
Wenn ich dagegen ein Cyberpunk 2077 nehme vergleiche war es (auf PC) zwar vielleicht ein "soliderer" Release, bleibt davon ab aber, abseits einer gut erzählten Geschichte, die aber präsentationstechnisch keine Maßstäbe setzt, aber zumindest auf sehr hohen Niveau im Markt ist und einer "Hacking Spielmechanik", die es so in einem ARPG noch nicht in diesen Umfang und Möglichkeiten ausgearbeitet gab, sowie einer optisch hübschen Spielwelt und guter / passender Soundkulisse im Grunde, sehr nüchtern betachtet, darüber hinaus eben nur ein Deus Ex: Human Revolution mit einer Open World, statt linearer Story, in halb-offen gestalteten Levln übrig.
Kurz um, Gothic 1 mag für seine Zeit zum Release das wesentlich verbuggtere Spiel gewesen sein, aber war ansonsten das wesentlich "inovativere" Spiel, das "Neues" gewagt hat und bekanntes auf ein neues Level hob.
Cyberpunk 2077 ist faktisch fast das genaue Gegenteil davon (am PC), nur mit einer deutlich stärkeren Erzählung / Geschichte und deren Präsentation.