Brauche Hochpass-Filter

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Gast201808272

Guest
Ich suche für meine Lautsprecher eine Möglichkeit, sehr tiefe Frequenzen (20 Hz und weniger) zu filtern.
Folgendes Problem habe ich: Die Lautsprecher haben normalerweise genügend Leistung. Leider kommt es bei Filmen öfter mal vor, dass völlig schwachsinnige Frequenzen übertragen werden.
Ich spreche hier von Schwingungen des Tieftöners, die man locker mitzählen kann :-/
Da schlägt der Tieftöner natürlich ordentlich aus und das schon bei moderaten Lautstärken. Hören kann man diese Frequenzen sowieso nicht. Ich habe einfach Angst, dass ich mir die Teile wegen solch einem Blödsinn eines Tages schrotte. Ich weiß nicht, was die "Tonmischer" reitet, solche Frequenzen in die Tonspur zu packen.

Deswegen suche ich nach einer Lösung für dieses Problem. Im Prinzip wäre mir ein entsprechender Filter vor dem Verstärker am liebsten, denn dann wird der nicht auch noch damit belastet.

Ansonsten fällt mir als einfachste Lösung ein RC Hochpass am Verstärkerausgang ein. Aber damit verschiebe ich ja wiederum die Phasenbeziehung von Spannung und Strom. Wäre das ein Problem?
 
Die Phasenverschiebung ist nicht wirklich tragisch, da man die nicht wahrnehmen kann. Ein Problem beim RC-Glied ist, daß der Widerstand sehr warm werden kann, also Verlust bedeutet. Beim LC-Glied gibt es keinen ohm'schen Widerstand, nur Blindwiderstände, die keine Erwärmung bedeuten, aber trotzdem einen Verlust darstellen. Ein LC-Pass liefert aber die besten Ergebnisse.

Für RC z.B.:
R = 100 Ohm (Von mir willkürlich festgelegt. Kleinerer Widerstand, größere Kapazität und umgekehrt)
fg = 20 Hz (Grenzfrequenz, bei der Uaus:Uein ~0,707, also wenn noch 70,7 % der Eingangsspannung als Ausgangsspannung vorliegt)

fg = 1/(2Pi*R*C) --> C = 1/(fg*R*2Pi)
C = 1/(20 Hz * 100 Ohm * 2Pi)
= ~ 79,577 µF

Du siehst also, du brauchst schon eine recht große Kapazität. Wenn du R vergrößerst, so sinkt die Kapazität.

Für einen LC-Hochpass brauchst du, wenn ich mich nicht verrechnet habe, rund 160 µF (157,9 µF) bei einer Induktivität von 100 mH.
 
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Schau dich mal nach nem Subsonicfilter um. Das gibts zu kaufen oder als Bausatz. Der macht genau das was du brauchst. Bei Phonostufen ist oft einer drin um die Auslenkungen aufgrund verwellter Schallplatten zu begrenzen.

Ganz wichtig ist dabei, das man das nicht passiv löst, also nach dem Verstärker, da wird man mit den erforderlichen Bauteilwerten nicht glücklich und muss sich zudem mit dem Impedanzverlauf der Lautsprecher rumärgern bzw. wenns blöd läuft diesen auch noch linearisieren. Das muss mittels aktivem FIlter vor dem Verstärker gelöst werden.

Was hast du denn an deiner Box dranhängen? Klassisch einen Verstärker (was für einen, iste der zw. Vor- und Endstufe auftrennbar) oder ist da der Verstärker eingebaut? Was für und wieviele Quellen betreibst du denn? Wenn du die Dinger nur am PC hängen hast, dann könntest du die Filterung auch direkt am PC mittels EQ machen, das wäre am einfachsten!
 
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Muss Zappa recht geben, eine Lösung nach dem Verstärker mag einfacher sein, kann aber zu Problemen führen.
Auf der anderen Seite sind's nur n paar teile die nicht die Welt kosten. Also kann Mans ja mal testen :-)

Gruss
 
Eine Lösung nach dem Verstärker funktioniert wegen der Rückwirkungen der Box nur mit Messtechnik! Der Impedanzverlauf und sonst. Gegebenheiten machen eine theoretische Auslegung passiver Weichen mit dem Taschenrechner schlicht unmöglich!

Also entweder richtig simulieren (Boxsim bietet sich an), dafür muss man aber die Box vorher soweit erfassen, dass man sie auch im Simulationsprogramm abbilden kann. Dazu kommt, dass die erforderlichen Bauteile für so eine tiefe passive Trennung ob ihrer hohen Werte mitunter ganz schön ins Geld gehen können! Das führt auch dazu, dass es passive Weichen mit so tiefen Trennfrequenzen meines Wissens nirgends gibt!
Oder man machts eben vor der Endstufe. Da spielt die Box noch keine Rolle und man kann auch theoretisch auslegen ohne das das Ergebnis reine Glücksache ist. Dazu ist man da noch leistungsfrei und kommt mit wesentlich billigeren Bauteilen aus bzw. kann steilere Trennungen einfacher realisieren.

Wenn aber nur der Rechner als Quelle dranhängt kann man das Thema auch softwareseitig lösen, das kostet dann nix!

Zur Einsatzfrequenz des Filters sollte man noch ein paar Worte verlieren. 20Hz machen normalerweise keinen Sinn, da die wenigsten LS so tief überhaupt noch nennenswert Töne abstrahlen. D.h. je nach LS kann eine Frequenz von 30 - 60 Hz Sinn machen. Das führt zum einen zu einer mitunter deutlichen Steigerung der max. Lautstärke bzw. zu einer Minderbelastung der LS und des Verstärkers und damit auch zu einem mutmaßlich saubereren Sound.

Bei einer Softwarelösung kann man ja verschiedene Frequenzen ausprobieren und dann die Optimale finden bei der im Tiefton noch nichts erwähnenswertes verloren geht, das Equipement aber schon deutlich entlastet wird. Die Filterung sollte zudem nicht zu flach gewählt werden, das obige LC Glied sollte, wenn ich mich nicht verguckt habe, elektrisch eine Flankensteilheit von 12dB/Oktave bringen - das ist zu wenig um wirklich effizient zu trennen. Richtig wäre 24dB/Oktave oder steiler um wirklich effizient zu schützen.
 
Zunächst einmal danke für die sehr hilfreichen Antworten.

Frequenzweiche fällt wohl raus. Um eine solche Flankensteilheit (24 dB/Okt) zu erreichen brauche ich ja eine Weiche höherer Ordnung. Das wird mir dann doch zu kostspielig. Und meine BOxen kann ich mit Boxsim nicht simulieren, da mir die Daten der Mittel- und Hochtöner fehlen (die gibt es leider auch nicht).
Im Prinzip hängt das Problem momentan nur am PC, ein anderes Abspielgerät für Filme habe ich nicht. Was aber nicht heisst, dass das in Zukunft nicht anders sein könnte. Ich werde erstmal den softwareseitigen Ansatz ausprobieren. Mal sehen, was sich da machen lässt.
 
Hilfreich für uns wäre es zu wissen was hardwareseitig vorhanden ist, heißt Lautsprecher, soundkarten (eventuell mainboard) , Verstärker? Usw.

Dann kann man dir bestimmt auch ne gute softwarelösung sagen.
 
Frequenzweiche fällt wohl raus. Um eine solche Flankensteilheit (24 dB/Okt) zu erreichen brauche ich ja eine Weiche höherer Ordnung. Das wird mir dann doch zu kostspielig.

Du brauchst auf alle Fälle eine Weiche höherer Ordnung ob die nun passiv (sauteuer bei den benötigten Bauteilwerten!) oder aktiv (da wirds dann theoretisch günstiger - ich würde auf einen Bausatz oder ein Fertiggerät gehen und das kostet vermutlich auch net bloß 2,50), sonst machts gar keinen Sinn.

Aber wie schon geschrieben softwareseitig ist am billigsten solange eh nichts anderes dran hängt als der Rechner. Vorteil ist, dass du mit der Einsatzfrequenz rumspielen kannst und dann für den Fall, dass du es doch noch hardwareseitig lösen willst / musst diese schon kennst!
 
Ich schließe mich der Suche an, ich hab (fast) das gleiche Problem. Nur, dass ich einen Plattenspieler als Quelle habe und mein Verstärker (warum auch immer) keinen Subsonic eingebaut hat. Perfekt für mich wäre ein aktives gerät dass ich in die Chinch-Leitung vor die Entstufe schalten kann. (Mein Verstärker/Receiver hat so einen Ausgang, wo momentan eine Brücke draufhängt, die vor der Endstufe ist.
 
Bisher habe ich leider keine passende software finden können. Weder einen Filter noch einen Equalizer, der unabhängig von irgendwelchen playern arbeitet.
 
Hat schon jemand was erreicht zwecks software? Ich kann leider nix finden und habe momentan auch kaum Zeit.
 
Schade, ich habe auf eine Hardwarelösung gehofft ;)

Edit:
Ich hab da was gefunden: http://sound.westhost.com/project99.htm
Hört sich doch gut an.

Da ich (noch) keine Platinen machen kann, überlege ich, mir diese zu bestellen. Wenn du willst könnten wir und die Versandkosten aus Australien teilen.

Was es insgesamt kostet (mit bauteilen) weiß ich noch nicht, aber auch das können wir und teilen.

Melde dich bitte, wenn du prinzipiell Interesse hast per PN.

Danke!
 
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Ja, alles sagen immer, dass es die zuhauf gibt, und auch als selbstbaulösung. Nur (trotz googlen natürlich) finde ich nix, was ich gebrauchen könnte.
 
Ich muss den thread nochmal ausbuddeln. Das Problem beschäftigt mich nach wie vor. Ich habe jetzt eine andere Soundkarte (Asus Supreme FX mit Soundmaxx chip).
Alles ist wie immer. Hier nochmal eine kurze Liste der Dinge die ich inzwischen probiert habe:

- Bass am Verstärker herunterregeln, sogar bis aufs Minimum: Nahezu kein Effekt auf die unerwünschten Schwingungen
- Verschiedene Software Player, überall das gleiche
- Software Equalizer direkt im Player --> tiefste Frequenzen auf Null gesetzt: Kein Effekt (!)

Mein Testfilm ist mittlerweile "The Dark Knight". Hier tritt es vor allem am Ende extrem stark auf (Beispiel: Dumpfe Schläge von Batman gegen das SWAT Team).

Ich bin absolut ratlos. Dass nichtmal das Reduzieren der Bässe etwas bringt, verwirrt mich umso mehr.

Übrigens: Ich habe durch Zufall bemerkt, dass der Effekt bei meinem Vater bei Verwendung eines normalen DVD-Players nicht auftritt. Er hat die gleichen Boxen wie ich und einen ähnlichen Verstärker (eine Nummer kleiner).
 
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