Autofahrer verweigert DNA-Test beim Massen-Gentest - Eure Meinung?

Kinder gelten in unserer Gesellschaft eben als "besonders schützenswert", da sie alleine nicht dazu in der Lage sind

bis hier hin stimmts - sagt aber nur etwas über den Aufwand aus, den man zu ihrem Schutz betreibt, nicht das zu ihrem Schutz z.B. die Unschuldsvermutung gegenüber anderen aufgehoben werden sollte (was nicht eines der Grundprinzipien unsereres Rechtssystem aushebeln würde, sonder Erwachsene auch zu Menschen 2. Klasse mit weniger Rechten machen würde)

und dass sie eben ihr Leben noch vor sich haben, es macht also trauriger, wenn sie frühzeitig sterben, anders als z.B. bei älteren Menschen, die ihr Leben schon gelebt haben.

ab hier sind wir wieder bei obiger Argumentation, die diskutabel ist. Deine Interpretation beißt sich auf alle Fälle damit, dass man in unserer Gesellschaft i.d.R. gar keine Menschenleben gegeneinander aufrechnet.
 
ab hier sind wir wieder bei obiger Argumentation, die diskutabel ist. Deine Interpretation beißt sich auf alle Fälle damit, dass man in unserer Gesellschaft i.d.R. gar keine Menschenleben gegeneinander aufrechnet.

Tut man auch nicht und wäre sicherlich auch nicht OK, aber die Wahrscheinlichkeit, dass man eher einem Kind das Überleben sicher als einem Erwachsenen ist trotzdem größer.
Auch wenn das jetzt weit hergeholt ist, aber denke mal an einem Arzt, der zwei sehr kranke Menschen zu versorgen hat und nur einen retten kann, für welchen entscheidet er sich, für die Großmutter oder für den Enkel?
 
Mal wieder so ein typisches moralisches Dilemma. Ich denke, er sollte den retten, dessen Überlebenschancen größer sind.

Aber wenn wir schon von Überlebenschance reden, dann sollte man vielleicht auch bedenken, daß Eltern bspw. sehr gut ohne ihre Kinder weiterleben können. Kinder sind ohne Eltern aber denkbar böse aufgeschmissen. Insofern finde ich persönlich den Tod eines Elternteils oder gar beider Eltern immer wesentlich dramatischer als den Tod eines Kindes. Vom Kind hängen einfach die Leben wesentlich weniger anderer Personen ab. Aber das ist natürliche eine rein rationale Herangehensweise an das Problem, der sich bei so emotional besetzten Themen wahrscheinlich viele Menschen nicht öffnen können.

Aber im Endeffekt bin ich weiterhin der Meinung, daß einfach niemand getötet oder verletzt werden sollte, egal, um wen es sich dabei handelt. Und ich finde, auf körperliche Unversehrtheit hat auch jeder das gleiche Recht, sodaß keine einzige Personengruppe als "besonders schützenswert" gelten kann. Der "besondere Schutz" einer Gruppe ist nämlich negativ formuliert immer ein besonders geringer Schutz aller anderen Gruppen. Und das ist nach meinem Dafürhalten einfach nur ein grundfalscher Ansatz.
 
Mal wieder so ein typisches moralisches Dilemma. Ich denke, er sollte den retten, dessen Überlebenschancen größer sind.

Das weiß man letztendlich vorher nicht genau, sondern immer erst danach, was man hätte noch machen können.

Klar sind Kinder ersetzbar, Eltern können wieder Kinder gekommen.
Aber ist dir schon mal aufgefallen, dass es kein Wort dafür gibt, wenn Eltern ein Kind verlieren?
Kinder sind entweder Halbwaise oder Vollwaise. Mann/Frau ist Witwer/in, aber ein totes Kind "bringt" keine Bezeichnung mit sich.

Andererseits ist das etwas weit vom Thema weg. :schief:
 
Ähm, ja. Auf Englisch gibt es dafür einen halbwegs stehenden Begriff. Warum es da auf Deutsch keinen gibt, kann ich Dir auch nicht sagen.

Andererseits ist es auch relativ logisch, daß es den Begriff der Waisen gibt. Immerhin sterben Eltern normalerweise eben vor ihren Nachkommen, allerdings eben in der Regel nicht, solange die noch nicht für ihr eigenes Überleben sorgen können. Das heißt, Kinder, die Eltern verlieren, nehmen in der Gesellschaft eine Sonderstellung ein.

Dazu kommt aber auch, daß unsere Sprache ja über Jahrtausende gewachsen ist. Noch vor wenigen Jahrhunderten aber war es üblich, Kindern erst mit fünf bis sieben Jahren überhaupt einen Namen zu geben, weil deren Überleben bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht mal so wahrscheinlich war. Wenn der Tod eines Kindes aber so eine alltägliche Sache ist, ist es wenig erstaunlich, daß sich für Menschen, die Kinder verloren haben, kein besonderer Begriff gebildet hat. Immerhin ist davon auszugehen, daß das fast jedem Elternpaar irgendwann mal passiert ist. Daher nehmen diese Eltern auch keine gesellschaftliche Sonderstellung ein, die die Bildung einer besonderen Bezeichnung für solche Personen rechtfertigen würde.
 
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