Atomenergie/Energiepolitik

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Wir dürfen nicht nur über die Grossen schimpfen.

So lange wir nicht vernüftig werden und uns keine Grafikkarten mit 300 Watt Verbrauch mehr kaufen -
so lange werden sie weder 100 Watt Karten bauen noch AKWs abschalten.

DIE MAUERN FALLEN NUR, WENN SIE IN DEN KÖPFEN DER MENSCHEN FALLEN.
 
Atommüll, wie ich schon sagte, ist ein temporäres Übel.
An die Kernfusion werden viele nach 40 Jahren wohl kaum noch glauben, aber die Technologie steht sogut wie vor der Fertigstellung. Deutschland ist Mitglied der Forschungsgemeinschaft, die das ITER finanzieren mit mehr als 100 Millionen € und in der Politik wird dies nicht einmal erwähnt. Das liegt daran, dass man mit dem Wort 'Atom' ziemlich schnell naive Wähler vertreiben kann, die denken, es wird irgendetwas explodieren.
Von wegen. Ganz im Gegenteil wird mit einem Kernfusionskraftwerk die Gefahr minimiert und es gibt den Atommüll in diesen Massen gar nicht mehr. Außerdem produziert man dann mehr Strom als alle Kohle oder Atomkraftwerke zusammen.
Also mein Vorschlag: Kohle von heute auf morgen abschalten (mit entprechenden Atom-Alternativen)
Atomkraftwerke laufen bis 2030 oder so lange, bis wir das erste Fusionskraftwerk am Netz haben.
 
Das dass niemand erwähnt, dürfte vor allem an den riesigen Kosten liegen und daran, dass es auch von ITER (wenn er denn so funktioniert, wie erwartet), noch ein sehr weiter Weg bis zum netzfähigen Atomkraftwerk ist.
Ganz abgesehen davon, dass damit weder das Problem des Atommülls noch der Proliferation aufhört.
 
Mit Fusion hat man afaik bis heute noch keinen Energiegewinn erreicht.
Man muss bei momentanem Technikstand mehr ein stecken als hinten raus kommt und ITER ist gerade mal das erste Projekt von dem man zumindest hofft die Energiebilanz ins Positive zu bewegen.

Von mehr Strom produzieren als alles anderen Kraftwerke zusammen sind wir also noch etwas entfernt ;) .
 
Also mein Vorschlag: Kohle von heute auf morgen abschalten (mit entprechenden Atom-Alternativen)

Ich habe ja nichts gegen Kernkraft, aber wie wäre es denn, wenn Du schon diese Alternativen ins Spiel bringst und überhaupt etwas abschalten willst, lieber Kernkraftwerke abzuschalten und Kohlekraftwerke zu bauen? Da hat man immerhin überhaupt keinen problematischen Abfall. Und Kohle haben wir für viele hundert Jahre...
 
Mit Fusion hat man afaik bis heute noch keinen Energiegewinn erreicht.
Man muss bei momentanem Technikstand mehr ein stecken als hinten raus kommt und ITER ist gerade mal das erste Projekt von dem man zumindest hofft die Energiebilanz ins Positive zu bewegen.

Es wurde mit Fusionsreaktoren schon Energie "überproduziert", so ist das nicht, aber diesere Überschuss hält in der Regel nicht lange an, meist nicht mal eine Sekunde.
Allerdings ist es kein Grund die Forschungen nicht weiter zu treiben.
Andererseits muss auch in anderen Bereichen weiter geforscht werden, also bei der Energiegewinnung von der Sonne, bei der Speicherung von Energie und bei der Übertragung von Energie.
 
Aus dem Plasma hat man afaik schon für sehr kurze Zeiträume (tatsächlich über eine Sekunde?) netto Energie gewonnen, aber die Eindämmung wird bei allen bisherigen anlagen mit sehr großem externen Energieaufwand betrieben. Aber es zweifelt ja auch gar niemand daran, dass Kernfusion Energie erzeugen kann. Dass das geht beweisen Wasserstoffbomben zu genüge.
Es geht um die Frage nach den Verhältnissen:
Wieviel Aufwand ist nötig,
- um diese Energiegewinnung kontrolliert, sicher und über Jahrzehnte laufen zu lassen?
- um entsprechende Anlagen zu bauen, zu warten und zu entsorgen?
- bzw.: um eine sichere Lösung für die Entsorgung zu finden?
- um zu verhindern, dass andere länder Fusionstechnik nicht nur zur Energiegewinnung, sondern auch für Waffen einsetzen?

vs.

Wieviel könnte man erreichen, wenn man den gleichen Aufwand in erneuerbare Energien und effiziente Energienutzung investiert?

Um mich mal selbst zu zitieren:

ITER allein (Stromproduktion, wenn es gut läuft, ±0) kostet nach aktueller Rechnung 16 Milliarden. Milchmädchenrechnung: Dafür könnte man (ausgehend von Wikipedias 800€/KW) 20 GW Windspargel in die Landschaft stellen. Nur so zum Vergleich: Die Spitzenleistung aller aktiven deutschen AKWs liegt derzeit bei 20,8GW.
 
Aus dem Plasma hat man afaik schon für sehr kurze Zeiträume (tatsächlich über eine Sekunde?) netto Energie gewonnen

In der Forschungseinrichtung der Columbia Universität wurde eine Kernfusion für knapp 3 Sekunden aufrecht erhalten, die für 1,2 Sekunden tatsächlich mehr Energie abgab als sie benötigte.
War aber schon eine Weile her und bisher hat das auch nicht mehr geklappt.

aber die Eindämmung wird bei allen bisherigen anlagen mit sehr großem externen Energieaufwand betrieben. Aber es zweifelt ja auch gar niemand daran, dass Kernfusion Energie erzeugen kann. Dass das geht beweisen Wasserstoffbomben zu genüge.

Das Problem bei Kernanlagen ist immer, dass Gammastrahlung erzeugt wird (anders gehts nun mal nicht, man kann ein Atom nicht sagen, dass es nur Licht aussenden soll) und diese Gammastrahlung "greift" nun mal jedes andere Atom an, egal obs zur Ummantellung gehört oder zur weitergreifenden Anlage.
Wenn ich das mal richtig gelesen habe, ist ein Fusionsreaktor nach 30 Jahren im Eimer, weil die Gammastrahlung die Materie zerstört hat, also nicht nur die Ummantellung, sondern eben alles darin.

Es geht um die Frage nach den Verhältnissen:
Wieviel Aufwand ist nötig,
- um diese Energiegewinnung kontrolliert, sicher und über Jahrzehnte laufen zu lassen?
- um entsprechende Anlagen zu bauen, zu warten und zu entsorgen?
- bzw.: um eine sichere Lösung für die Entsorgung zu finden?
- um zu verhindern, dass andere länder Fusionstechnik nicht nur zur Energiegewinnung, sondern auch für Waffen einsetzen?

Derzeit fehlen einfach die Materialen um einen Fusionsrekator tatsächlich zu bauen und der dann lange hält.
Letztendlich sind das alles nur Vermutungen, was tatsächlich passiert, wenn die Gammastrahlung so intensiv auf die umgebende Materie wirkt.

Waffenfähiges Fusionsmaterial muss sehr rein sein, reiner als man es derzeit für Fusionsreaktoren benutzt.
Das ist wie mit AKWs. Das Material der AKWs eignet sich auch nicht für Atombomben.
 
Werden für Fusionsreaktoren nicht aktuell sogar noch höhere Anteile an Tritium benötigt, weil man eben nicht die extremen Bedingungen herstellen kann, die die Primärladung einer H-Bombe erzeugt?
So oder so ist die Anreicherung von Wasserstoff-Isotopen ein Kinderspiel im Vergleich zur Uran-Anreicherung. Nicht nur, dass das Zeug ohne aufwendige Chemie als Gas vorliegt, die Dichteunterschiede der Isotope liegen auch noch beim Faktor 2, statt 0,00irgendwas.

Der kritische Punkt beim Bau einer H-Bombe ist aktuell eben diese Primärladung (eben weil man dafür wieder hochangereichtertes Uran oder Plutonium und entsprechende Experten braucht). Aber wer in der Lage ist, eine Fusion im Reaktor zu zünden und zu erhalten, der hat offensichtlich bereits einiges an Technik.
 
Du brauchst für eine Fusionsbombe nun mal eine Fissionsbombe zur Zündung, sonst läuft gar nichts, denn nur die hat genug Leistung um Atomkerne so zu komprimieren, dass die Fusion einsetzt.
Dass dabei nicht mal 10% der Atome tatsächlich auch fusionieren, ist eine andere Geschichte. :ugly:

Ich hab bisher noch keine Wasserstoffbombe gebaut, daher weiß ich nicht genau, inwieweit sich das von dem Material eines Fusionsreaktor unterscheidet, aber ich kenne einen, der sich damit ausgeht, den könnte ich mal fragen.

Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass es, wenns genügend Wasserstoff für Fusionsbomben gibt, dass es dann auch einen Markt für Zündbomben gibt, denn sie müssen ja nicht so gigantisch sein, wie tatsächliche Atombomben, sie müssen nur den Wasserstoff verdichten.
Wie stark die Fissionsbombe aber tatsächlich ist, weiß ich so aus dem Stehgreif auch nicht. :ka:
 
Das kleinste, was ich auf Wikipedia finden konnte, ist der W84: Minimal 0,2kt Sprengkraft, wobei die minimale Sprengkraft dem ungeboosteten Primary entsprechen sollte. Beim vergleichsweise grob gebauten Fat Man waren für 21kt nur 6,2kg Plutonium, das heißt <500g wären eine realistische Annahme für einen heutigen minimal-Primary.

Da bislang noch keiner der MK54 in falsche Hände geraten ist (400-2000 hergestellt und in Form von Davy Crockett an Infanterieeinheiten verbreitet - zu einer Zeit, als die Sicherheitsvorkehrung so schon arg denkwürdig waren), obwohl die mit 10-1000t und 23kg Gesamtgewicht für unangenehme Zeitgenossen sehr interessant sein dürften, sollte das mit dem "ein Markt entsteht" nicht ganz so einfach sein, wie V/BWLer sich das immer so gerne zusammentheorisieren.
Hoffen wir, dass das so bleibt. (und ObL nicht nur darauf wartet, bis er Tritium/einen Gehäusekonstrukteur hat, um gleich ganze Städte in Asche zu legen)
 
Auch wenn wir jetzt etwas abdriften, würde ich meinen, dass Terroristen zwar grundsätzlich an Atomwaffen interessiert sind, aber sie sind weder einfach zu handhaben noch einfach zu transportieren. Außerdem sind sie relativ einfach zu entdecken (Strahlungsemission).
Einfacher können kommen Terroristen sicher an strahlendes Material ran, für "schmutzige Bomben".
Sie brauchen praktisch nur einen Castor Transport auszurauben oder was ähnliches.

Aber um noch mal das grundlegende Problem der Kernenergie aufzugreifen.
Energie, die aus den Atomkernen kommt, wird immer als Gammastrahlung abgegeben und diese ist nun mal sehr gefährlich, ganz gleich ob es Fission odeer Fussion ist.
Der Vorteil deer Fusion ist, dass sich bei einem Fehler das Kraftwerk schnell abschalten wird, wenn die "kritische Masse" entweder zu kalt wird oder nicht mehr dicht genug zusammen ist.
Aber ich weiß nicht, wie die Sicherheitsvorkehrungen sein werden, die verhindern, dass aus einem Fusionsreaktor eine Kernwaffe wird.
 
Auch wenn wir jetzt etwas abdriften, würde ich meinen, dass Terroristen zwar grundsätzlich an Atomwaffen interessiert sind, aber sie sind weder einfach zu handhaben noch einfach zu transportieren. Außerdem sind sie relativ einfach zu entdecken (Strahlungsemission).
Einfacher können kommen Terroristen sicher an strahlendes Material ran, für "schmutzige Bomben".
Sie brauchen praktisch nur einen Castor Transport auszurauben oder was ähnliches.

Strahlendes Material in Form von Atommüll ist über die Strahlenemission aber genauso einfach wie, wenn nicht einfacher als, eine Bombe zu entdecken. Und bspw. einen Castor-Transport auszurauben ist auch keine echte Option, weil das Material ja nicht ohne Grund durch diese Behälter abgeschirmt wird. Derjenige, der das ohne großartigen Schutz da einfach mal so rausholt, wird damit wahrscheinlich nicht mehr weit kommen. Und um es richtig anzufangen, haben Terroristen wahrscheinlich nicht die notwendige Logistik.
 
Das würde ich nicht sagen, Terroristen, die das in Angriff nehmen, werden sich entsprechendes Personal besorgen.
Eventuell werden gerade Terroristen in Universitäten und Industrieanlagen daran ausgebildet, man weiß es nicht.
Entscheident ist, dass das strahlende Material so gut abgeschirmt wird, dass es nicht mehr strahlt als das Röntgengerät im Krankenhaus.
 
Nein, der Abfall der aus Deutschen Kraftwerken kommt ist (zum Gluck) nicht Atomwaffentauglich.;)

Aus AKW Material kannst du nicht einfach Material für Atomwaffen machen, dafür braucht es fähige Leute und die Technologie, die man glücklicherweise noch nicht im Baumarkt bekommen kann.

Es ging um sogenannte schmutzige Bomben. Dafür muss das Material nicht im klassischen Sinne waffentauglich sein.

Richtig, theoretisch reichen da sogar Abfalle von Forschungsinstitute, es geht nur darum, dass man eine "kritische Masse" erzeugt, die ausreicht, um wirklich eine Wirkung zu erziehen.
Einen Castror sprengen könnte man natürlich machen (die Wirkung wäre sicher auch verheerend). Frag mich sowieso, wieso das noch keine ins Auge gefasst hat, es sind ja genug Menschen drum rum.
(das soll jetzt aber kein Tipp für AlQuaida sein, oder so) :ugly:
 
Aber ich weiß nicht, wie die Sicherheitsvorkehrungen sein werden, die verhindern, dass aus einem Fusionsreaktor eine Kernwaffe wird.

Was mir mitlerweile noch aufgefallen ist: Die Dinger sollten sich perfekt zur Produktion von waffenfähigem Plutonium eignen. Neutronenstrahlung ohne Ende ist genau das, was man braucht, um aus abgereichertem (238) Uran Pu239 zu machen.
Das wäre imho ein echtes Profliferationsrisiko. Je nachdem, wie sicher/anhaltend dieser Prozess ist (was passiert, wenn man Pu239 mit Neutronen bestrahlt :huh: ), könnte das sogar die Anreicherung unnötig machen: Einfach ein paar Wochen länger bestrahlen lassen, irgendwann hat man die gewünschte Reinheit produziert.


Aus AKW Material kannst du nicht einfach Material für Atomwaffen machen, dafür braucht es fähige Leute und die Technologie, die man glücklicherweise noch nicht im Baumarkt bekommen kann.

Dafür braucht es weniger fähige Leute (die man im richtigen Baumarkt bekommen dürfte :ugly: ), sondern vielmehr eine große, leistungsfähige Anreicherungsanlage.)

Richtig, theoretisch reichen da sogar Abfalle von Forschungsinstitute, es geht nur darum, dass man eine "kritische Masse" erzeugt, die ausreicht, um wirklich eine Wirkung zu erziehen.

Schmutzige Bomben erreichen eben keine kritische Masse ;)
Das ist einfach nur fein verteilter Dreck - je mehr, desto besser.
Wer genug Material zusammenbekommt, um eine kritische Masse zuzusammenzustellen, der kann -auch ganz ohne Kenntnisse zum Bombenbau- noch wesentlich mehr Schaden anrichten.

Einen Castror sprengen könnte man natürlich machen (die Wirkung wäre sicher auch verheerend). Frag mich sowieso, wieso das noch keine ins Auge gefasst hat, es sind ja genug Menschen drum rum.
(das soll jetzt aber kein Tipp für AlQuaida sein, oder so) :ugly:

Vermutlich weil Castoren -jedenfalls nach Aussage des Herstellers, weniger nach Meinung von Kritikeren- ziemlich schwer zu knacken sind. Die Massen an Sprengstoff kriegst du nicht so einfach dahin, ganz davon abgesehen, dass sie verteilt auf öffentliche Veranstaltungen ungleich mehr Terror verursachen dürften.

Aber non-nuklearer Terror wäre offtopic :ugly:
 
Schmutzige Bomben erreichen eben keine kritische Masse ;)

Meine "kritische Masse" ist natürlich nicht vergleichbar mit der, die man in Atomsprengköpfen vorfindet.
Mir geht es einfach nur um den Kosten/Nutzen Faktor, denn auch für Terroristen wird es sowas geben.
Erst ab einer gewissen Menge strahlendes Material lohnt es sich daraus eine schmutzige Bombe zu bauen, denn sonst könnte man ja nur die eine Tonne TNT nehmen.

Vermutlich weil Castoren -jedenfalls nach Aussage des Herstellers, weniger nach Meinung von Kritikeren- ziemlich schwer zu knacken sind. Die Massen an Sprengstoff kriegst du nicht so einfach dahin, ganz davon abgesehen, dass sie verteilt auf öffentliche Veranstaltungen ungleich mehr Terror verursachen dürften.

Wieso kriegt man die Masse an Sprengstoff nicht dahin? :huh:
Guck dir doch an, wie viele Traktoren dahin gefahren sind und jetzt stell dir mal eine Terroristen vor, der auch einen Traktor fährt, beladen in 500kg TNT oder mehr.
Seine Leute sehen, wo der Castror aufgehalten wird (die Demonstranten machen ja praktisch schon seinen Job :schief:) und er muss dann nur den Traktor am Castor in Stellung bringen, zünden und bumb, weg ist der Castor.
Die Menge reicht sicher um das Ding zu sprengen und reißt gleich noch ein paar "weiche Ziele" mit sich.

Aber non-nuklearer Terror wäre offtopic :ugly:

Terroristen Tipps zu geben ist irgendwie auch off Topic... :ugly:
Ich glaube, wir sollten mal damit aufhören und zum Kern der Sache zurück kehren. ;)
 
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