AW: AMD- und Intel-Mainboards: Übersicht und aktuelle Kauf-Tipps
Mich würde interessieren, wie es bei dem "Gigabyte GA-Z170X-UD5 TH" mit Line-Sharing usw. aussieht. In meinen Augen ist es ein sehr interessantes Board mit tollem Design.
Weis da einer was genaueres?
Ich habe das Board nicht getestet, aber die Angaben von Gigabyte passen gut zusammen:
Erster und zweiter ×16-Slot teilen sich die 16-Lanes von der CPU, der dritte ×16 ist elektrisch ein ×4 und teilt sich die Lanes mit dem M.2-Slot. ×1-Slots und SATA-Ports sind ungeshared.
Für Nutzer von PCI-Express-SSDs ist das Board somit nicht optimal, aber das ist der Preis, den man für Thunderbolt/USB3.1 und zusätzlich noch einmal je 4 externe und 4 interne USB-3.0-Anschlüsse zahlen muss.
Die Brauchbarkeit hängt immer vom Einsatzzweck ab. Hier wird zum Beispiel der einzige vom PCH versorgte Slot von der primären Grafikkarte verdeckt und der unterste ×16, der aus den letzten Lanes der CPU versorgt wird, shared mit dem M.2-Steckplatz. Baue ich eine 40-Lane-CPU, eine M.2-SSD und zwei ×16-Grafikkarten ein, kann ich also keine weiteren Steckkarten nutzen. Ein Rampage V Extreme hat bei gleicher Bestückung noch je einen 2.0- und 3.0-×4-Slot zur Verfügung. Umgekehrt ist es eines der wenigen Mainboards, die 5×8-Lanes ermöglichen, auch hat eine Triple-Slot-Grafikkarte bei Einsatz eines i7-5820K noch Luft zum ×8-Slot, den man gegebenenfalls für Erweiterungskarten nutzen möchte.
Eine Pauschalempfehlung ist leider schwer möglich, nur die Auswahl eines möglichst oft passenden Zwischenweges.
Dann musst du deine Beratung aber erweitern. Ich lese massenhaft Konfigurationen, wo die Leute mit für ihre Bedürfnisse vollkommen überzogenen Mainboard ihr Budget verbrennen. Und warum? "Weil da und da stand das ist das Beste"... Einen Fokus darauf, was sinnvoll ist, würde ich hier anraten. So gut wie kein normaler User braucht ein Board für über ~120€ (bzw. ~250€ bei X99) und dennoch rennen tausende los und meinen, in ihrem High-End-PC müssen auch 300-500€ fürs Mainboard vollkommen frei von irgendwelchen Vorteilen verschleudert werden.
Wie du selbst feststellst und wie ich auch weiter oben geschrieben habe: Es ist nicht möglich, alle Bedürfnisse mit einem Vorschlag optimal abzudenken. Eine individuelle Beratung will und kann diese Übersicht nicht ersetzen. Dafür müssen viel zu viele Aspekte thematisiert werden, denen sich Leute auf Suche nach einer einfachen Empfehlung oft selbst nicht im klaren sind. Wer genau weiß, was er will und dies mit gründlichen Tests vieler Mainboards abgleichen möchte, dem empfehle ich die Mainboard-Tests in unserem Heft.
Wie du übrigens selbst festgestellt hast, weise ich bei den High-End-Modellen mehrfach auf das fragwürdige Preis-Leistungsverhältnis für den Durchschnittsuser hin. Das ist einer der Grund, warum ich solche Platinen in den Einkaufsführer aufnehme: Um zu zeigen, was möglich ist – und um zu thematisieren, was man eigentlich überhaupt geboten bekommt, wenn man sinnlos viel Geld in die Hand nimmt.
Im Endeffekt bedient man hier die Enthusiasten mit einer Empfehlung, die sich diese eh nicht ansehen, weil sie eben Enthusiasten sind und selbst entscheiden können. Was dazu führt, dass mehr "Falschversteher" ein unnötiges Mainboard kaufen, weil ja die Mittelklasse-Empfehlung nur Mittelklasse ist und sie etwas besseres wollen.
Wenn der primäre Anspruch des Käufers lautet "Mittelklasse ist mir zu mittelmäßig", dann braucht es eine ausführliche Beratung darüber, was ein Mainboard eigentlich macht und nach welchen Kriterien man es auswählen sollte. Die kann ich, wie erwähnt, an dieser Stelle nicht bieten. Mit meinen Empfehlungen bekommen solche Leute das, was sie suchen:
Etwas, das mehr als Mittelklasse ist. Für Personen, die auf der Suche nach etwas guten sind, aber nicht unnötig viel Geld ausgeben möchten, gibt es andere Empfehlungen.
Ich meine... wer wirklich unbedingt ein Board mit genau dieser PCIe-Slot-Konfiguration braucht (Für das alltägliche Setting mit 4 GPUs mit 1-Slot Wakü, damit man in die 3 PCIe-x1 noch 2 SSDs und ne 10G-Netzwerkkarte bauen kann?), der kriegt es schon hin, sich so eins auszusuchen... (mal davon abgesehen, dass Gigabyte UD4 und SLI (hatte ich genannt) dassselbe Layout für nur ein paar Euro mehr bieten (du schriebst selbst, dass die "teureren" (beim SLI 6€ huiii) dasselbe Layout haben), aber 8 RAM-Slots bieten).
Die Preise schwanken immer wieder. Aktuell kostet das UD4 mindestens 20 Euro mehr und ist selbst dann nicht sofort lieferbar, die RAM-Aufrüstoption beim SLI kostet immer noch gut 10 Euro. Wenn ich mir angucke, dass viele Kaufberatungen und -Anfragen im Forum auf einen kompletten Austausch des RAMs vorsehen, hat das -UD3 also durchaus eine Daseinsberechtigung und wie bereits erwähnt empfehle ich im Zweifelsfall lieber Mainboards, die ich selbst getestet habe (UD3), als andere. Für eine individuelle Kaufberatung würde man natürlich beide und noch ein paar weitere Mainboards in betracht ziehen. Aber weist du, welchen Arbeits- und welchen Seitenumfang dieser Artikel hätte, wenn ich für fünf Sockel jeweils in 10-Euro-Schritten von 50 bis 300/400 Euro vorgehe?
Das PCI-Express-Layout von Gigabyte ist übrigens auch für den Einsatz von zwei Triple-Slot-Grafikkarten sehr interessant.
Die Alternativvorschläge stehen doch da: ASRock X99 Extreme 4 (mit oder ohne USB-3.1 nach Wahl), Gigabyte X99 SLI oder UD4. Auf die zum Sockel 1150 bist du ja nicht weiter eingegangen, ist wohl auch nicht mehr interessant, aber gerade das MSI Krait ist Mist und die genannten Alternativen deutlich besser.
Ich sehe da nur den Verweis auf Gigabytes Gaming 5 als Alternative zum Extreme6. Das Gaming 5 bietet aber nicht dessen Ausstattung und auch sonst eigentlich keine besonderen Features, außer einen etwas besseren Spannungswandlercontroller. Messbare Praxisvorteile, die aus diesem resultieren, konnte ich spontan aber auch nicht recherchieren. Wiederum gilt: Klar gibt es viele Boards am Markt, die zu bestimmten Interessen passen. Nicht alle kann ich hier abdecken.
Eine Alternative zum "schlechten" Krait hast du übrigens nicht genannt. Aus meinen eigenen Tests kam lange Zeit das Sniper G.1 in Frage (wenn der Sound im Fokus steht), aber das ist mittlerweile deutlich teurer.