AMD- und Intel-CPUs: Test-Übersicht und aktuelle Kauf-Tipps

AW: AMD- und Intel-CPUs: Test-Übersicht und aktuelle Kauf-Tipps

Es kommt eben immer darauf an, wie die Empfehlung formuliert ist.

Sich jetzt noch komplett mit einer Intel-Plattform einzudecken, die praktisch EOL ist und deren CPUs bei tendenziell schwächerer Leistung eher teurer sind, ist sicherlich nicht empfehlenswert. Aber es gibt ja auch Aufrüster, die damals (je nach Anwendungsfall nicht einmal zu Unrecht) meinten, ein billiger Vierkerner oder gar Zweikerner mit HT würde genügen, und die nun gerne wissen würden, wie man noch ein wenig Zeit aus der bereits existierenden Plattform herausholen kann. Ist ja nicht jeder so drauf, das Ganze zu verscherbeln und mal eben neu zu bauen; Viele suchen auch noch einem simplen Drop-In-Upgrade.

Außerdem ist das auch irgendwie ein Politikum: Als AMD so im Hintertreffen war, dass man im Vergleich zu Intels Portfolio eigentlich auch keine CPU von AMD hätte empfehlen können, hat die PCGH trotzdem das in jeder Kategorie Beste vom gerade "schlechteren" Hersteller empfohlen.

Oder ganz kurz gesagt, in der X86-Welt gibt es nur zwei Platzhirsche und man kann es sich als Fachmagazin in einem CPU-Roundup nicht leisten, einen davon komplett zu ignorieren.

Ich finde, mit den Erläuterungen dazu ist die hiesige Übersicht immer wieder eine runde Sache. Danke dafür.

Simpler drop-in upgrade geht weder bei Intel noch bei AMD. Das Thema ist immer mit etwas mehr Arbeit verbunden, mit BIOS flashen und vielen anderen Sachen.
 
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Komisch, ich kann ohne irgendwelche Zusatzarbeiten vom I5 Skylake auf den I7 Kabylake wechseln.

Ja und ich kriege ab und an Nachrichten das bei den Leuten der Wechsel nicht geht.
99% der Fälle sind einfache BIOS-Updates, aber für Normalos ist das nicht immer einfach, die fühlen sich im BIOS nicht zuhause oder wissen das gar nicht.
Bei AMD kannste es knicken das auf ein altes AM4-Board die neue CPU passt ohne BIOS-Update.

Und KEINER der Hersteller schreibt ne ordentliche, gut sichtbare Warnung - BIOS-Update vor dem aufrüsten machen sonst schwarzer Bildschirm!
 
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Ja und ich kriege ab und an Nachrichten das bei den Leuten der Wechsel nicht geht.
Bei älterer Hardware ist das gar kein Thema.
Bis zu Sockel 1150v1 und 1150v2 gibt es bei Intel keinerlei Schwierigkeiten.
Die Gründe für die Upgradesperre haben wir ja schon lang und breit hier durchgekaut.

Bei AMD liegt der Hase woanders im Pfeffer.
Die Stromfresser CPUs der Phenomserie sind nicht auf jedem Board zugelassen worden, weil die Boardhersteller die Befürchtung hatten, daß die CPU-Stromversorgung nicht reichen könnte.

Nach und nach wurden dann aber die Leistungsfresser im BIOS freigeschaltet, weil es die Spannungwandler auf Dauer geschafft haben.

Da ist ein BIOS-Update Pflicht.

99% der Fälle sind einfache BIOS-Updates, aber für Normalos ist das nicht immer einfach, die fühlen sich im BIOS nicht zuhause oder wissen das gar nicht.
Ja, leider.
Ein einfacher Knopf (F7) beim Start hätte das ganze schwer vereinfacht.
Stick mit neuem BIOS rein - F7 - warten - beten (bei ASUS 2 mal :D) - Neustart - WARTEN.

In 40 Jahren hab ich nur ein BIOS so zerschossen, daß ich einen neuen Chip gebraucht habe und der war zum Glück gesockelt.

Und KEINER der Hersteller schreibt ne ordentliche, gut sichtbare Warnung - BIOS-Update vor dem aufrüsten machen sonst schwarzer Bildschirm!

Ich hatte als Service-Ing. beim Großmarkt auf einem A4-Aufsteller in rot stehen:

Für die Datensicherung ist der Kunde verantwortlich!

Da hab ich sehr oft drauf verwiesen, wenn wieder mal alle Daten weg waren nach BIOS-Update abgebrochen oder ähnlichen Harakiri-Aktionen der DA.. Kunden.
 
AW: AMD- und Intel-CPUs: Test-Übersicht und aktuelle Kauf-Tipps

Ich hatte als Service-Ing. beim Großmarkt auf einem A4-Aufsteller in rot stehen:

Für die Datensicherung ist der Kunde verantwortlich!

Da hab ich sehr oft drauf verwiesen, wenn wieder mal alle Daten weg waren nach BIOS-Update abgebrochen oder ähnlichen Harakiri-Aktionen der DA.. Kunden.

Ich meine der Rest ist schon längst kompatibel zueinander und passt in der Regel, selbst Win10 schafft es in 99% der Fälle alle richtigen Treiber zu finden, von sich aus, aber BIOS-Update ist das letzte Problem beim Hardwarewechsel wo der gemeine Kunde noch Probleme hat und im schlimmsten Fall die Hardware kaputt machen kann.
Hoffentlich wird es bald eine Lösung geben.
Ich hab ASUS Boards mit dem Flashback oder wie sich der Mist schimpft bei mir, aber das ist meist den teuren Boards vorbehalten die NICHT an gemeine Kunden gehen alleine schon weil sie 300€+ kosten und das sehr selten verbaut wird.
Wobei ich die Funktion seltenst brauche, die ist nützlich, aber auch die ist nirgends dokumentiert außer tief im Handbuch. Auf dem MoBo-Karton ist sie vermerkt, aber nicht wie man sie nutzt.

Einfache dicke amtliche Warnung - Neue CPU nur nach BIOS-Update, das über XYZ Schritte erledigt wird, für mehr Infos bitte Handbuch ansehen. Reicht ja.

Ideal wäre ein NotfallBIOS was auch mit unbekannter Hardware booten kann und das flashen von HauptBIOS erlaubt. Warum auch nicht.
 
Ich meine der Rest ist schon längst kompatibel zueinander und passt in der Regel, selbst Win10 schafft es in 99% der Fälle alle richtigen Treiber zu finden, von sich aus, aber BIOS-Update ist das letzte Problem beim Hardwarewechsel wo der gemeine Kunde noch Probleme hat und im schlimmsten Fall die Hardware kaputt machen kann.
Hoffentlich wird es bald eine Lösung geben.
Ich hab ASUS Boards mit dem Flashback oder wie sich der Mist schimpft bei mir, aber das ist meist den teuren Boards vorbehalten die NICHT an gemeine Kunden gehen alleine schon weil sie 300€+ kosten und das sehr selten verbaut wird.
Wobei ich die Funktion seltenst brauche, die ist nützlich, aber auch die ist nirgends dokumentiert außer tief im Handbuch. Auf dem MoBo-Karton ist sie vermerkt, aber nicht wie man sie nutzt.

Einfache dicke amtliche Warnung - Neue CPU nur nach BIOS-Update, das über XYZ Schritte erledigt wird, für mehr Infos bitte Handbuch ansehen. Reicht ja.

Ideal wäre ein NotfallBIOS was auch mit unbekannter Hardware booten kann und das flashen von HauptBIOS erlaubt. Warum auch nicht.

Also Kunden die ein BIOS Update in der heutigen Zeit nicht hinbekommen, sollten es auch tunlichst lassen die Schrauben des Gehäuses anzupacken. Aber so ein BIOS Update ist seit Jahren schon kein wirkliches Problem mehr, die BIOSe weisen einen darauf hin, wenn es das falsche ist, teilweise kann man das BIOS schon per Netzwerkfunktion updaten (außer wirklich Updates die eine Abwärtskompatibilität kaputt machen). Wer das nicht schafft, sollte in dem Bereich auch besser keinen Schraubenzieher in die Hand nehmen.
 
Ideal wäre ein NotfallBIOS was auch mit unbekannter Hardware booten kann und das flashen von HauptBIOS erlaubt. Warum auch nicht.

Darum nicht, weil das technisch nicht möglich ist. Wie soll denn das Notfall-BIOS wissen, wie es unbekannte Hardware anzusteuern hat?

Windows kann da auch nicht zaubern, sondern greift lediglich auf einen mitgelieferten Fundus generischer Treiber zurück, der allerdings selbst für ein großzügig dimensioniertes BIOS viel zu groß wäre.

Zudem hat es einen Grund, dass die Ebenen getrennt sind.
 
Ideal wäre ein NotfallBIOS was auch mit unbekannter Hardware booten kann und das flashen von HauptBIOS erlaubt. Warum auch nicht.
Der Flashback Button ist doch für solche Fälle da. Da kannst Du das Bios auch ohne CPU flashen. Der PC muß nur am Strom hängen.
Stick auf Fat32 formatieren und Bios aufspielen. Bei ASUS muß noch ein renamer benutzt werden. Den Stick in den dafür vorgesehenen slot hinten am Mainboard einstecken. Flashback Button drücken bis es leuchtet. Warten bis es zu leuchten/arbeiten aufhört. Und schon ist das Bios geflasht.
Hab mein Bios auch schon mal abgeschossen und es ging nichts mehr. Das war dann meine Rettung.

Müßte ich beim nächsten mal bei meinem Gigabyte X570 Aorus Master testen. Da muß ich mich aber noch genau einlesen.

Ein Video dazu
YouTube
 
Zuletzt bearbeitet:
Schöner Artikel und Frage:

Welches CPU / Mainboard Gespann wäre nach heutigem Stand der Technik für die Audio Bearbeitung zu empfehlen ??
Audio Bearbeitung hat near-realtime Anforderungen. Man braucht geringe DPC Latenzen, also auch gute Treiber, die CPU Cores nicht unnötig lang blockieren.
Es ist schade, dass alle Benchmarks leider nur die Batch Computing Power und gerade noch single thread performance beleuchten.
Nicht aber, wie schnell eine CPU auf eine Workload reagiert (DPC Latenzen, etc .. ).

Was nähme man heutzutage für eine schnelle Audio Workstation, bei der man nicht nur viele Kerne sondern auch
- eine hohe Single Thread Performance und
- geringe DPC Latenzen
benötigt.
Geringe DPC Latenzen sind glaube ich auch für Gamer nicht uninteressant, um Mikro Ruckler zu vermeiden.

Im Moment habe ich eine Kombination aus Supermicro X10SRi-F und Xeon E5-1650v3.
Warauf könnte man jetzt upgraden ? AMD Ryzen 9 3950X ?

Oder doch besser auf Ryzen 4000 warten und hoffen, dass es dann auch wieder Mainboards ohne Chipset Lüfter gibt ?!
Das ist mir im Moment noch echt ein Dorn im Auge, ich brauche ein Silent System ...
 
Was nützt Du denn für eine Soundkarte momentan? Das Board hat da ja nichts, wenn ich nicht irre.

Was die DPC Geschichte angeht, da gab es mit Pascal GPUs mal Latenzprobleme, die sind aber längst behoben, glaube ich. Falls du also auch über HDMI Ton ausgibst, solltest du also freie Auswahl haben. Bleiben die CPUs und boards. MSI hatte da zuletzt manchmal gezickt, bzw. öfter mal Probleme mit einer Art Grundrauschen, da würde ich persönlich an deiner stelle die Finger von lassen.
 
Was nützt Du denn für eine Soundkarte momentan? Das Board hat da ja nichts, wenn ich nicht irre.

Was die DPC Geschichte angeht, da gab es mit Pascal GPUs mal Latenzprobleme, die sind aber längst behoben, glaube ich. Falls du also auch über HDMI Ton ausgibst, solltest du also freie Auswahl haben. Bleiben die CPUs und boards. MSI hatte da zuletzt manchmal gezickt, bzw. öfter mal Probleme mit einer Art Grundrauschen, da würde ich persönlich an deiner stelle die Finger von lassen.

Danke für Deine Antwort. Ich verwende als Recording Interface ein RME UFX+, das über USB3 angeschlossen ist (Sonnet Allegro mit 4xFL1100).

Es geht mir um eine Einschätzung, ob man auch mit der AMD CPU Architektur eine Chance hat, geringe DPC Latenzen zu haben.

Ich weiß nicht mehr genau, ob das vielleicht auch nur ein Threadripper CPU / DRAM Architekturproblem war, dass Zugriffe auf Daten oder DPC länger dauern können, wenn die Zugriffe über den Bus zwischen den CPUen/RAM-Bänken erfolgen müssen. Jedenfalls hatte ich irgendwann mal in einer Review bei Anantech gelesen, dass AMD basierte Systeme idR höhere DPC Werte hätten, was bei Rechnern für Recording nicht so schön ist, wenn man zB mit VSTi (virtuellen Instrumenten) arbeitet / einspielt. Da muss man dann mit ASIO buffersizes unter 128/256 samples arbeiten, damit die RTL (Round Trip Latency) möglichst unter 10ms bleibt und dass es auch bei Last nicht zu Audio Aussetzern kommt. Geringe DPC Latenzen (gute Treiber, gutes mainboard/BIOS) begünstigen das.
Wenn die DPC per se schon zu hoch sind, dann kann man die Audio Last tendenziell nur mit höheren ASIO buffer sizes stemmen, dann ist die RTL aber höher. Und das ist schlecht beim Spielen über einen virtuellen Gitarren Amp .. bei über 10ms wirst Du durch das delay schlagartig langsamer beim Spielen.
Reines Recorden von Mikrofon Spuren hat dieses Problem nicht, da lann man dann ruhig mit höheren ASIO Buffersizes arbeiten, weil man da keine geringe RTL zum anhören braucht.
Aber gerade beim Spielen über ein virtuelles Instrument (Amp, Drumkit) braucht man kleine ASIO buffer sizes für geringe RTL, das ist dann wirklich "near realtime" Audio prozessing... Oder wenn Du mit vielen Spuren und Inserts arbeitet (eine Menge VST Effekte, Compressor, EQ, "dies und das" ...).

Sorry für den Wall of Text, aber das ist letzten Endes die Herausforderung, wenn man eine performante (und dann noch am besten leise) Audio Workstation baut, die dann auch alle Anwendungsfälle bis hin zu hoher Audio Last und das Spielen mit VSTI's und sogar noch Gaming abdecken soll. Das war bisher Intels Domäne ...

Ich bin mir halt unsicher, ob zB ein AMD Zwölfkerner mit dieser "near-realtime" workload klarkommen würde oder ob weiterhin Intel die erstw Wahl wäre. Man liest leider auch nichts von DPC Latenzen bei den Tests von CPU/Mainboard Kombinationen. Darum kann man das irgendwie schlecht abschätzen und müsste eigentlich "ins Blaue hinein" kaufen .. das ist aber auch doof, wenns nicht funktioniert.
Schlüsselfertige Systeme sind auch nicht so dolle, da zahlt man dann eben fürs know-how und Testen und das ist idR dann doppelt so teuer.
 
Erstmal danke für die ausführliche Erklärung. Die wall of text ist tausendmal besser als wenn man einem alles aus der Nase ziehen muss.

Der Test den du meintest war mit Threadripper der ersten Generation, kann das sein? Ich meine mich da an eine Diskussion zu erinnern wo das auch vorkam. Die latenzen hat AMD tatsächlich deutlich verbessert, so dass die aktuellen Threadripper selbst in manchen Spielen vorne mitmischen können. Man darf auch nicht vergessen wie lange Microsoft gebraucht hat um Windows beizubringen wie es die CCX anzusprechen und die Aufgabensteuerung zu verwalten hat, dass nicht dauernd zwischen den einzelnen CCX hin und her gewechselt wird. Dabei kamen wirklich sehr hohe Latenzen zustande. Also weil es dauernd über den Infinity Fabric (so heißt das bei AMD) hin und zurück ging, bis Aufgaben abgearbeitet waren.

Das ist prinzipiell zwar noch immer so, aber diese Problematik ist meines Wissens nach behoben. Du solltest also bedenkenlos zugreifen können. Ich will nicht ausschließen dass Intel aufgrund des monolithischen Chips nicht dennoch niedrigere latenzen schafft, aber der Unterschied ist wahrscheinlich vernachlässigbar. Zudem hast du ja noch immer 14 Tage Rückgaberecht. Du kannst es also tatsächlich einfach versuchen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ok, danke fürs Erste. Im Moment reicht der 6-kerner noch, aber wenn man die dreimal so hohen Performance Werte bei AMD sieht
für einen (im Vergleich zu Intels früheren Preisen) "Spottpreis", da könnte man in der Tat schwach werden.
Ich glaube ich wohne diesen Rechner hier noch weiter ab. Sechs Jahre lang habe ich ihn getuned und auf silent getrimmt.
Mit Process Lasso Pro habe ich es sogar hinbekommen, dass die Xeon CPU es schafft, die nVidia RTX-2070 Super komplett auszunutzen bis hin zu 100% GPU Last.
Ich finde das schon mal schön, dass ich nunmehr schon 6 Jahre was von dem Rechner hatte und jetzt immer noch beim Gamen von X4 foundation gut damit klarkomme.
Und auch für die anderen Anwendungen reicht eigentlich auch die Leistung ...
Also wenn Asus jetzt noch anständige Mainboards für die Platform herausbrächte.
So mit 10G netzwerk, Thunderbolt 3, Mainboard ohne Chipset Lüfter, ich glaube dann gäbe es bei mir langsam kein halten mehr ;)
Danke für Deine nette Beratung.
 
Gern geschehen. :daumen:

"reicht noch"... what?!? Du weißt schon wo du hier bist, oder? Viele von uns wechseln die Hardware kaum dass sie den Geruch der Originalverpackung verloren hat. :ugly:

Wenn du grundsätzlich noch zufrieden bist mit deinem System, dann spricht nichts dagegen es auch weiterhin zu sein. Das mit den fehlenden 10Gbit Anschlüssen halte ich allerdings für Mumpitz. Hast du denn einen Internetanschluss mit mehr als 2,5Gbit? Mein tipp: Nein. Thunderbolt kannst du günstig nachrüsten, beispielsweise damit: ASUS ThunderboltEX 3, PCIe 3.0 x4 (90MC03V0-M0EAY0) ab €'*'59,56 (2020) | Preisvergleich PC Games Hardware (PCGH) Deutschland: Preisvergleich
...und die Chipsatzlüfter kann man meist gut regeln, passiv betreiben, oder ganz schlicht und einfach das System unter Wasser setzen. :nicken:

Solltest du also doch mal das Gefühl haben dich von deinem bisherigen System trennen zu können... Feuer frei für eine neue Bastelrunde.
 
Der Flashback Button ist doch für solche Fälle da. Da kannst Du das Bios auch ohne CPU flashen. Der PC muß nur am Strom hängen.
Stick auf Fat32 formatieren und Bios aufspielen. Bei ASUS muß noch ein renamer benutzt werden. Den Stick in den dafür vorgesehenen slot hinten am Mainboard einstecken. Flashback Button drücken bis es leuchtet. Warten bis es zu leuchten/arbeiten aufhört. Und schon ist das Bios geflasht.
Hab mein Bios auch schon mal abgeschossen und es ging nichts mehr. Das war dann meine Rettung.

Müßte ich beim nächsten mal bei meinem Gigabyte X570 Aorus Master testen. Da muß ich mich aber noch genau einlesen.

Ein Video dazu
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Der Renamer von Asus macht übrigens nicht mehr, als der Name andeutet. Wer die Funktion "umbenennen" beherrscht, der "muss" ihn nicht anwenden. ;-)


Schöner Artikel und Frage:

Welches CPU / Mainboard Gespann wäre nach heutigem Stand der Technik für die Audio Bearbeitung zu empfehlen ??
Audio Bearbeitung hat near-realtime Anforderungen. Man braucht geringe DPC Latenzen, also auch gute Treiber, die CPU Cores nicht unnötig lang blockieren.
Es ist schade, dass alle Benchmarks leider nur die Batch Computing Power und gerade noch single thread performance beleuchten.
Nicht aber, wie schnell eine CPU auf eine Workload reagiert (DPC Latenzen, etc .. ).

Was nähme man heutzutage für eine schnelle Audio Workstation, bei der man nicht nur viele Kerne sondern auch
- eine hohe Single Thread Performance und
- geringe DPC Latenzen
benötigt.
Geringe DPC Latenzen sind glaube ich auch für Gamer nicht uninteressant, um Mikro Ruckler zu vermeiden.

Im Moment habe ich eine Kombination aus Supermicro X10SRi-F und Xeon E5-1650v3.
Warauf könnte man jetzt upgraden ? AMD Ryzen 9 3950X ?

Oder doch besser auf Ryzen 4000 warten und hoffen, dass es dann auch wieder Mainboards ohne Chipset Lüfter gibt ?!
Das ist mir im Moment noch echt ein Dorn im Auge, ich brauche ein Silent System ...

Ich stecke nicht wirklich im Audio-Segment drin, aber ich glaube deine Latenzprobleme haben wenig mit dem Aufbau oder gar der Leistung einer CPU zu tun. Prinzpiell hat Intel in den meisten architekturellen Aspekten noch deutliche Latenzvorteile, zum Teil von Faktor 4, aber da bewegen wir uns insgesamt im Nanosekundenbereich. Selbst zwischen den Chips eines alten Threadrippers geht es nicht um Mikrosekunden. Umgekehrt bewegen sich "Mikroruckler" in Games bei einigen Dutzend Millisekunden und werden nicht dadurch verursacht, dass ein Teil des Systems zu große Verzögerungen hätte, sondern dadurch, dass eine ganze Menge von Berechnungen oder Datentransfers zu lange dauert. Das kann man nicht auf den Audio-Bereich übertragen, des Bedarf an Rechenleistung meinem Wissen nach schon von 10 Jahre alten Prozessoren ganz gut gedeckt wird.

Viel wichtiger für dich ist also die Zusammenarbeit zwischen Soft- und Hardware. Für ein NUMA-Design wie Threadripper 1000/2000 flüssig zu programmieren ist da eine eigene Herausforderung, die bekannter Weise viele Entwickler von Endkundenanwendungen nicht beherschen. (Weil sie es nie mussten. Und hoffentlich nie wieder müssen.) Aber bei allen anderen CPUs würde ich mir keine prinzipiellen Gedanken machen, sondern konkreten Erfahrungen für die jeweilige Software suchen. Möglicherweise haben AM4-Systeme in Verbindung mit deiner USB-Peripherie einen kleinen Vorteil, weil ein Teil der USB-Ports direkt von der CPU und nicht vom I/O-Hub bereitgestellt wird. USB ist in Sachen Latenz jedenfalls definitiv ein größerer Faktor – sonst wäre Thunderbolt vermutlich schnell komplett ausgestorben.
 
Hi Torsten,
danke vielmals für Deine freundliche Unterstützung zu dem Thema und die Gedanken, die Du eingebracht hast.
Teilweise stimme ich Dir zu, bei gewissen anderen Dingen habe ich andere Beobachtungen gemacht.
Was mir auf jeden Fall die Augen geöffnet hat, was für ein agiles und leistungsfähiges Audio System wichtig ist, das ist hier unter diesen 2 URLs beschrieben.
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Resplendence Software - LatencyMon: suitability checker for real-time audio and other tasks
Resplendence Software - LatencyMon: real-time audio suitability checker

Die Informationen darin beschreiben ganz gut die "Nöte" eines Audio Systems, Audio rechtzeitig zu bearbeiten und auch weiterzuleiten und wann das tool alarm schlägt und reportet, der Rechner wäre für Audio nicht geeignet. Die Spannbreite zwischen "ok" und "bereitet Probleme" ist mit 2000us allerdings recht hoch. Besser ist es, wenn da gar nicht so viel verzögert wird.
Dann sind Audio Projekte ja auch unterschiedlich komplex und haben unterschiedliche Anforderungen für das Ab-/Mithören.

Audio Transfer zur Audio Karte müssen schnell genug von statten gehen, aber auch die VST plugins und VSTi, die durchaus auch CPU intensiv sein können, verlangen so einem System schon einiges ab. Das läßt sich noch beliebig steigern indem Du mit höheren Sample Rates arbeitest (doppelte bis vierfache Datenmenge) und vielleicht noch geringe RTLs haben möchtes, weil Du vielleicht noch ein virtuelles Instrument einspielst, das Du über Kopfhörer mithörst.

Dabei sind die USB Treiber einiger Hersteller schon sehr leistungsfähig und kommen an die Leistungsfähigkeit von PCIe Karten ran. So ein UFX+ schafft 188 Audio Kanäle über USB3/Thunderbolt. Dabei ist USB3 Thunderbolt im Wesentlichen / für diese Aufgabe absolut ebenbürtig.

Mein jetziges System kann beispielsweise ein Cubase Projekt mit 400 Spuren, rund 810 VSTs (2 VSTs pro Spur, EQ, Compressor) noch knackserfrei abspielen obwohl ich die geringstmögliche ASIO Buffer size von 32 samples verwende (was auch eine höhere CPU Last verursacht) und bis zu 96 kHz (dann bei 64 samples, die Buffersize verdoppelt sich auch bei doppelt so vielen Daten im gleich Zeitintervall.

Du musst dann wirklich drauf achten, dass Treiber die CPU cores nicht über Gebühr in Abspruch nehmen, weil Windows ja kein real-time OS ist und alles nur auf programmierkonventionen basiert, dass Treiber maximal nur xxx microsecunden am Stück laufen sollen. Du musst CPU Core Parking deaktiviren. Du musst im BIOS jegwede Energiesparfunktion abstellen, weil das schon in Summe Latenzen bis zu rund 500 mikrosekunden erzeugen kann. Das ist vergleichbar mit Formel 1. Wenn man hohe Anforderungen an die Workload stellt, und das ist bei Audio Prozessing durchaus auch mal der Fall, dann kann man sich hier und da keine größeren Patzer bei den Treibern, BIOS und Windows Einstellungen leisten. Oder Du bist gezwungen, das beispielsweise durch größere ASIO buffersizes auszugleichen, was aber auch nur bis zu einem bestimmten Punkt erfolgreich ist. Am besten man hat ein gut eingestelltes System und das ist auch eine Kunst für sich. Ein Mainboard von MSI, das ich vor vielen Jahren hatte, das kam beim LatencyMon Messungen nie unter 250 Mikrosekunden kernel Latency timer. Das Nachfolge-Board, auf das ich wegen Sata6 und USB3 geupgradet hatte, ergab auf einmal klasse Werte von nur 2-20 Mikrosekunden. Gleiche BIOS Einstellungen und auf der SSD oder HD war noch die gleiche Windows Installation drauf. Also selbst MainBoard Design (Hardware/BIOS/verwendeter Chipset) haben einen Einfluss auf bessere oder schlechtere Werte.
Es ist einfach ein Thema für sich. Früher gabs sogar zeiten, da musste man vor mainboards mit einem bestimmten Chipset schlicht und ergreifend abraten.

Die gute Nachricht. Ein so getuntes System, das für Audio gut läuft ist auch für jegwede andere Workloads perfekt, auch gaming, weil die CPUen einfach agiler rackern kann und nicht durch übermäßig lange low level routinen etc ausgebremst wird. Dass also genug CPU Zeit für normale Prozesse übrig bleibt. Ich hoffe ich konnte das einigermaßen verständlich rüberbringen.

Na ja .. ich möchte im Moment noch nicht sofort kaufen .. mir fehlt noch ein bisschen "das perfekte" AM4 board.
Aber vielleicht kommt ja Ende des Jahres was tolles .. mal kucken.

Danke jedenfalls für die offene und freundliche Beantwortung meiner Frage.
 
Der Renamer von Asus macht übrigens nicht mehr, als der Name andeutet. Wer die Funktion "umbenennen" beherrscht, der "muss" ihn nicht anwenden. ;-)

Ich stecke nicht wirklich im Audio-Segment drin, aber ich glaube deine Latenzprobleme haben wenig mit dem Aufbau oder gar der Leistung einer CPU zu tun. Prinzpiell hat Intel in den meisten architekturellen Aspekten noch deutliche Latenzvorteile, zum Teil von Faktor 4, aber da bewegen wir uns insgesamt im Nanosekundenbereich. Selbst zwischen den Chips eines alten Threadrippers geht es nicht um Mikrosekunden. Umgekehrt bewegen sich "Mikroruckler" in Games bei einigen Dutzend Millisekunden und werden nicht dadurch verursacht, dass ein Teil des Systems zu große Verzögerungen hätte, sondern dadurch, dass eine ganze Menge von Berechnungen oder Datentransfers zu lange dauert. Das kann man nicht auf den Audio-Bereich übertragen, des Bedarf an Rechenleistung meinem Wissen nach schon von 10 Jahre alten Prozessoren ganz gut gedeckt wird.

Viel wichtiger für dich ist also die Zusammenarbeit zwischen Soft- und Hardware. Für ein NUMA-Design wie Threadripper 1000/2000 flüssig zu programmieren ist da eine eigene Herausforderung, die bekannter Weise viele Entwickler von Endkundenanwendungen nicht beherschen. (Weil sie es nie mussten. Und hoffentlich nie wieder müssen.) Aber bei allen anderen CPUs würde ich mir keine prinzipiellen Gedanken machen, sondern konkreten Erfahrungen für die jeweilige Software suchen. Möglicherweise haben AM4-Systeme in Verbindung mit deiner USB-Peripherie einen kleinen Vorteil, weil ein Teil der USB-Ports direkt von der CPU und nicht vom I/O-Hub bereitgestellt wird. USB ist in Sachen Latenz jedenfalls definitiv ein größerer Faktor – sonst wäre Thunderbolt vermutlich schnell komplett ausgestorben.

Hi Torsten,

gerade fand ich noch folgende interessante Informationen in einem neuen Artikel von Euch...

1. Chiplet Design / Latenzen: also scheint es durch das Chiplet Design und getrennte L3 Caches wohl doch einige Latenzen zu geben, die man dann durch Redesign in der neuen Platform wegbekommen möchte. Möglicherweise wurde deswegen und Intel in der Vergangenheit bevorzugt empfohlen. Hinzu kam, dass vor den aktuellen AMD CPUen IPC wohl auch nicht so gut war.

2. L3-Cache: auch dieser Punkt geht m.E. in diese Richtung, dass man überlegt einen gemeinsamen L3-Cache für alle CPU Cores zu etablieren:
https://www.pcgameshardware.de/AMD-...zen-4000-Vermeer-schon-mit-5-nm-Plus-1351170/

"Das Chiplet-Design kommt dem entgegen, allerdings wollte man sich davon auch ab Zen 3 wieder etwas trennen und monolithischer werden, um Latenzen zu senken und den Infinity Fabric zu entlasten. Einer der Vorteile dieses Trends wird bei Zen 3 der volle Zugriff auf den gesamten L3-Cache für alle Kerne sein."

Und dann fand ich noch etwas in diesem Artikel hier:
https://www.pcgameshardware.de/AMD-...er-Termin-fuer-Zen-3-macht-die-Runde-1347628/

Für Zen 4 hatte AMD bereits größere Änderungen angekündigt, die auch etwas mehr Zeit beanspruchen. Ryzen 5000 soll dann angeblich neben einem neuen Sockel auch 1 MiB L2-Cache pro Kern bekommen und AVX-512 unterstützen. Mehr IPC-Leistung ist ja ohnehin Standard in der Erwartungshaltung und angeblich soll auch 5 nm drin sein - statt 7 nm Plus-Plus.

Cubase verwendet beispielsweise AVX-512 Befehle. Mir war gar nicht bewußt, dass sich Intel und AMD in diesem Punkt auch noch unterscheiden.

Die AVX-512 Befehle scheinen ja ziemlich mächtig zu sein, jedenfalls bremsen die eine E5-1650v3 CPU auf 3.5 GHZ Takt runter. Was für mich sehr verwunderlich war, dass auch die Nachfolge CPU E5-1650v4, die eigentlich einen 200 oder 300 MHz höheren Takt haben sollte, bei der Ausführung von Cubase mit AVX-512 ebenfalls auf den gleichen Takt (3.5 GHz) gedrosselt wird, wie das Vorgängermodell v3. Ich fand das etwas enttäuschend, dass die generelle leichte Takterhöhung der CPU bei Applikationen mit AVX-512 zunichte gemacht wird.

Vielleicht warte ich dann doch noch etwas länger, solange nichts wirklich drängt. Denn es könnte ja sein, dass AVX-512 für Audio dann doch noch eine spezielle Bewandnis hat bzw Vorteile bietet, wenn Cubase diesen Instruktionsset kontinuierlich verwendet und nicht nur bei bestimmten Funktionen.
 
Zuletzt bearbeitet:
AVX512 verdoppelt, der Name deutet es an, die Zahl der parallel ausführbaren Berechnungen gegenüber 256 Bit AVX2. Ähnliche Schritte hatten wir bereits von AVX (128 Bit) auf AVX2 und von SSE (64 Bit) auf AVX. Klar, dass bei doppelt so viel Rechenaufwand pro Takt letzterer gesenkt werden muss – sonst würde der Verbrauch noch weiter durch die Decke gehen, als er es ohnehin schon tut. (Die Effizienz steigt dank der hohen Leistung aber.)

Allerdings erwartet für die kommenden Desktop-Generationen niemand natives AVX512, sondern nur eine Unterstützung der Befehlssätze. Die eigentlichen Berechnungen werden dann erstmal weiterhin in zwei 256-Bit-Happen über doppelt so viele Taktzyklen hinweg ausgeführt. Ähnliches gibt es bei fast jeder neuen SIMD-Generation, Ryzen 1000 und 2000 unterstützen zum Beispiel AVX2, aber erst Ryzen 3000 kann es in einem Rutsch berechnen. Das war einer der Gründe, warum Core-Prozessoren in Prime 95 so einen absurden Stromverbrauchanstieg gezeigt haben, während Ryzen relativ normal unterwegs waren – erstere hatten schon 256-Bit-SIMDs, letztere nicht, sodass sich nur die Rechenleistung ersterer durch den Befehlssatz verdoppelte (was bei Prime95 niemand beachtet, im Gegensatz zu verdoppelten Leistungsaufnahme).

Bezüglich der Caches: Das Zen3 diese stärker zusammenführen wird, gilt als gesichert. Allerdings nicht pro CPU, sondern pro CCD. Das heißt die Gruppen mit gemeinsamen Cache sind dann acht statt bisher vier Kerne groß, aber alles von den Zwölfkernern aufwärts hat weiterhin mehrere getrennte L3-Caches. Trotzdem wird das einige Leistungsschwächen gegenüber den komplett monolithischen Intels ausradieren. Ob das für deine Schwerpunkte von belant ist, kann ich aber nicht sagen. Wir reden hier von einer Latenzverkürzung von 80 auf 20 ns, also 1/100.000tel dessen, was in Audiostreams kritisch wäre.
 
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