AW: AMD und die Roten Zahlen
Unterschätzt du die Dynamik des PC-Marktes nicht ein bißchen?
Intel mag eine starke Notebookplattform haben, aber die Atomplattform wurde nahezu vollkommen unabhängig davon eingeführt, die typischen Partner sind keineswegs primär Notebookproduzenten,...
Nun ja, auffällig ist, dass der Trend immer weiter zu mobilen Geräten gegangen ist. Jenes zeigte sich auch deutlich beim Absatz von Notebooks. Zudem werden Notebooks immer häufiger als Desktop-Replacement-Bundle zusammen mit einer Dockingstation und einem anständigem TFT-Monitor für Firmen anboten. Der Grund liegt vielmehr darin, dass man mit diesen Geräten flexibler ist als mit einem gewöhnlichen Desktop-PC. Was die Kosten betrifft, so fallen diese auch nicht aus dem Rahmen, da größere Firmen ihre Rechner leasen, was aber buchführungstechnische und steuerliche Gründe hat.
Natürlich werden auch weiterhin reine Desktop-Rechner und deren Plattformen verkauft, aber eben in mittlerweile geringeren Stückzahlen als Notebooks, wenn man zumindest der letzten IDC Studie Glauben schenken darf.
Zu einer reinen Vertriebsstruktur gehören aber nicht nur die Abnehmer. Natürlich ist es essentiell, ob meine Abnehmer Endkunden oder weitere (OEM-)Hersteller sind. Allerdings ist die Intel-Vertriebsstruktur insgesamt stärker ausgeprägt als jene von AMD, was aber nicht alleine an der Distributorendichte liegt.
Übrigens, viele der Intel-Inside-Partner haben sich auch an Netbook-Produkten mit Intels Atom beteiligt. Insofern setzte Intel hier auf bestehende Partner wie Dell, Sony, Acer... Zu diesem Partnerprogramm zählen mittlerweile alle (großen) Intelpartner mit Ausnahem von Apple.
Auf der CeBIT stellte Intel das sog. MID (Mobile Internet Device) vor. Das ist ein kleines, handliches Mini-Netbook, welches ebenfalls auf Intels Atom setzt. Zwar stellte Intel in Hannover einen Prototyp vor, also noch ein absolutes Vorserienmodell, allerdings konnte man erkennen, worauf das Unternehmen abzielt. Auf jeden Fall konnte Intel mit der "neuen" Atom-Plattform neue und wohl auch zukunftsträchtige Absatzmärkte erschließen, was mitunter am geschickten Ausnutzen verfügbarer Resourcen lag (Marketing, F&E und Produktion).
Abgesehen von Intels MID konnte man in Hannover noch andere Designstudien diverser Hersteller aus u.a. den Bereichen von Smartphones, Navigationsgeräte und eBook-Reader sehen, welche mit Intels Atom herumexperimentieren. Unis wie die TU Braunschweig und weitere Forschungsinstitute (u.a. Fraunhofer) kann man auch in diese Reihe aufnehmen.
Das hätte AMD imho ähnlich hinbekommen können, wenn sie die nötige Technik gehabt hätten.
Natürlich ist es für ein kleineres Unternehmen ein größeres Risiko, etwas komplett neues zu wagen - das wird AMD aber immer haben.
(und imho wären konsequente Bestrebungen im mobilen Sektor deutlich sinnvoller gewesen, als das genauo riskante Rumgestochere im Servermarkt
Ich denke, wenn sie die notwendige Technik hinbekommen hätten, hätten sie auch mehr Möglichkeiten gehabt. Allerdings glaube ich nicht, dass AMD jenes Produkt dann derartig effektiv und impulisiv hätte vermarkten können wie es Intel vormacht. Das Notebooksegment zeigt, dass AMD in der Vergangenheit durchaus auch konkurrenzfähige Produkte angebotet hat und mit der aktuellen Turion-Reihe auch nicht am Markt vorbei arbeitet, nur wird man sehen können, dass diese Produktreihen seitens der Hersteller sehr stiefmütterlich behandelt werden. Ich denke, dass man durchaus auch anständige AMD-basierende Notebooks herstellten könnte, doch die meisten werden als low-budget Produkte konzipiert oder verwenden anderweitige Hardware, welche sich für den mobilen Einsatz nicht als sehr vorteilhaft erweist. Es gibt nur wenige Modelle, welche wirklich ansprechend sind - allerdings sind das dann meist 15,4" Notebooks. Spontan fällt mir kein 13,3" Notebook mit AMD Technik ein.
Den Servermarkt kann man nicht ganz aus den Augen lassen. Immerhin ergeben sich anhand der Entwicklung für Produkte für den Servermarkt auch gewisse Synergien für den Desktopmarkt und umgekehrt.
Allerdings kann ich bestimmte Strategien im Servermarkt nicht ganz nachvollziehen, was z.B. die Infrastruktur angeht.
Aber ich glaube nicht, dass es sinnvoll wäre diesen Markt ganz auszuschließen. Nur sollte man bestimmte Prioritäten setzen und seine Ressourcen dementsprechend bündeln. Jenen Fokus hat AMD mittlerweile ziemlich auf den Desktop- und Gamingmarkt gelegt.