G
Gast1666645802
Guest
AW: Amazon: Erneut Bericht über Kontosperrung wegen zu hoher Retouren-Quote
Eine Retoure (Rücksendung) kann vieles sein, von der Nutzung des Widerrufsrechtes samt Rückgabe bis hin zum Erschleichen von Rückabwicklungen durch das Reklamieren vorgeblicher Mängel. Genau darüber sagt der Zeitungsartikel aber überhaupt nichts aus, weil er lediglich ungeprüfte Aussagen eines Kunden aufnimmt, was ich im weiteren Verlauf der Diskussion als fehlende Diskussionsgrundlage bezeichnet habe. Auf Grund des vermittelten Kenntnisstands ist niemand hier in der Lage, auch nur annähernd objektiv zu urteilen. Wenn Amazon selbst bereits von Missbrauch spricht, dann muss man sich sehr sicher sein, dass man sich in einer rechtlich gut zementierten Position befindet. Wobei ich dies im Artikel völlig anders herauslese, denn das mit dem "Missbrauch" im letzten Absatz des Artikels sagt nicht aus, dass es Amazon dem Kunden auch konkret unterstellt.. Die Mitarbeiter sollten zudem geschult genug sein, nicht vor Klatschreporten übers hingehaltene Stöckchen zu springen. Es war eine allgemeine Aussage, weil sich Amazon zum konkreten Fall mit Sicherheit so gar nicht im Detail geäußert hat.
Vielleicht sollten wir an dieser Stelle erst einmal über die Verantwortung der Presse zu einer sachlichen und fundierten Berichterstattung diskutieren, die hier so nicht stattgefunden hat. Als Autor eines solchen Artikels hätte ich nämlich auch den vorgeblich geschädigten Kunden viel genauer zum bemängelten Verhalten befragt, um beide Seiten zu hören und ggf. Schlüsse daraus zu ziehen. So aber ist der betreffende Artikel, wie übrigens auch dieser Thread, nichts anderes als Quotenhascherei der billigsten Sorte. In dubio pro reo gilt in gleichem Maße für beide, Amazon und die gekündigten Kunden. Die Präsumtion der Unschuld hat gefälligst auch die Trivialpresse erst einmal zu akzeptieren. Wie so ein dilettantisches Laienspiel dann enden kann, sieht man beim Fall Kachelmann (Alice S. mit der BILD) nur all zu gut. Die hier vorliegende, ellenlange Schilderung aus Sicht des Kunden liest sich ja ganz nett, weil sie Emotionen weckt und den Kunden gleichzeitig als Opfer stilisiert, nur ist sie nicht sachlich. BZ eben.
Gegenbeispiel:
Ich habe letzte Woche am Donnerstag meiner Frau bei Amazon ein Paar Salewa Outdoor-Schuhe bestellt, wobei UK Größe 6 eben NICHT zu 100% identisch mit einer deutschen 39, jedoch ähnlich ist. Die Schuhe kamen am Freitag und waren einen winzigen Hauch zu klein. Also habe ich den Kauf mit genauer Angabe des Grundes widerrufen und die Ware retourniert, sowie im Gegenzug die nächstgrößere Größe bestellt, die dann am Montag kam und natürlich behalten wird. Gegen so ein Verhalten wird Amazon sicher nichts einzuwenden haben.
Wäre ich aber der Logik des Berliner Presseopfers gefolgt, hätte ich gleich eine 5,5, eine 6 und eine 6.5 bestellt und dann einfach die zwei unpassenden Paare zurück geschickt. Dass Amazon das so nicht gepasst hätte, liegt ja wohl auf der Hand. Mal abgesehen von den von vornherein zu Lasten Amazons anfallenden Transportkosten, erhöht sich auch der Logistik- und Verwaltungsaufwand erheblich und die mit Absicht zu viel bestellten Artikel stehen während der gesamten Zeit außerdem auch nicht für den Verkauf zur Verfügung. Es werden also nicht nur unnötige Kosten verursacht, sondern möglicherweise sogar auch Umsätze verhindert. So etwas würde ich mir als Händler auf Dauer auch nicht gefallen lassen. Vertragsgesetz und Tschüss.
In diesem Zusammenhang verweise ich gern auf einen Thread aus dem Jahre 2013 im Blog des von mir geschätzten RA Udo Vetter zu exakt dem gleichen Thema. Wenn man dort mal querliest, wie sich Juristen und Nichtjuristen zerfetzen, dann steigt der Unterhaltungswert im Vergleich zu diesem Thread um ein Vielfaches. Einziger Nachteil: die Argumente und Standpunkte sind seit drei Jahren stets die Gleichen geblieben, gändert hat sich nichts. Und täglich grüßt... naja, ihr wisst schon *gähn*
Genau da aber liegt das Problem. Die Presse lebt vom Boulevard, nicht von Fakten. Ich schrieb es ja bereits in meinem Eingangspost, dass man sich nur dann überhaupt eine Beurteilung (kein Urteil!) anmaßen kann, wenn man beide Seiten im Original gehört und auch beiden Beteiligten die gleichen Fragen gestellt hat. Die Presse ist da ein sehr schlechter Berichterstatter, da alles fehlt, was einen sachlichen, investigativen Bericht ausgemacht hätte. Yellow Press, mehr nicht.Laut Artikel geht es aber scheinbar doch um die Anzahl der Retouren. Zumal auch die Mehrheit der User hier im Thread es wohl so verstanden haben.
Eine Retoure (Rücksendung) kann vieles sein, von der Nutzung des Widerrufsrechtes samt Rückgabe bis hin zum Erschleichen von Rückabwicklungen durch das Reklamieren vorgeblicher Mängel. Genau darüber sagt der Zeitungsartikel aber überhaupt nichts aus, weil er lediglich ungeprüfte Aussagen eines Kunden aufnimmt, was ich im weiteren Verlauf der Diskussion als fehlende Diskussionsgrundlage bezeichnet habe. Auf Grund des vermittelten Kenntnisstands ist niemand hier in der Lage, auch nur annähernd objektiv zu urteilen. Wenn Amazon selbst bereits von Missbrauch spricht, dann muss man sich sehr sicher sein, dass man sich in einer rechtlich gut zementierten Position befindet. Wobei ich dies im Artikel völlig anders herauslese, denn das mit dem "Missbrauch" im letzten Absatz des Artikels sagt nicht aus, dass es Amazon dem Kunden auch konkret unterstellt.. Die Mitarbeiter sollten zudem geschult genug sein, nicht vor Klatschreporten übers hingehaltene Stöckchen zu springen. Es war eine allgemeine Aussage, weil sich Amazon zum konkreten Fall mit Sicherheit so gar nicht im Detail geäußert hat.
Vielleicht sollten wir an dieser Stelle erst einmal über die Verantwortung der Presse zu einer sachlichen und fundierten Berichterstattung diskutieren, die hier so nicht stattgefunden hat. Als Autor eines solchen Artikels hätte ich nämlich auch den vorgeblich geschädigten Kunden viel genauer zum bemängelten Verhalten befragt, um beide Seiten zu hören und ggf. Schlüsse daraus zu ziehen. So aber ist der betreffende Artikel, wie übrigens auch dieser Thread, nichts anderes als Quotenhascherei der billigsten Sorte. In dubio pro reo gilt in gleichem Maße für beide, Amazon und die gekündigten Kunden. Die Präsumtion der Unschuld hat gefälligst auch die Trivialpresse erst einmal zu akzeptieren. Wie so ein dilettantisches Laienspiel dann enden kann, sieht man beim Fall Kachelmann (Alice S. mit der BILD) nur all zu gut. Die hier vorliegende, ellenlange Schilderung aus Sicht des Kunden liest sich ja ganz nett, weil sie Emotionen weckt und den Kunden gleichzeitig als Opfer stilisiert, nur ist sie nicht sachlich. BZ eben.
Bei 5 Kindern hat er also beispielsweise 15 Hosen gleichzeitig bestellt (für jedes Kind zusätzlich eine Größe drunter und noch eine darüber), um sich dann die passenden fünf Hosen herauszusuchen. Das Widerrufsrecht deckt zwar den Kauf eines Produktes einschließlich der Möglichkeit ab, es beim Nichtgefallen zurückzuschicken, jedoch nicht den Kauf ganzer Kollektionen auf Vorrat, um dann das passende Teil herauszupicken. Wer bereits mit Vorsatz regelmäßig mehr bestellt, als er später nachweislich kaufen will bzw. dies dann auch getan hat und sich dieses Verhalten zudem als eindeutiges Muster über Jahre abzeichnet und nachweisen, dann hat Amazon nicht nur gute Karten, sondern laut Vertragsgesetz alles Recht der Welt, dieses Geschäftsverhältnis von sich aus zu beenden. Hier hoffe ich wirklich mal auf ein ordentliches und klares Grundsatzurteil.„Ich habe fünf Kinder. Wenn ich für sie Kleidung kaufte, habe ich natürlich in verschiedenen Größen bestellt, das zurückgeschickt, was nicht passte“
Gegenbeispiel:
Ich habe letzte Woche am Donnerstag meiner Frau bei Amazon ein Paar Salewa Outdoor-Schuhe bestellt, wobei UK Größe 6 eben NICHT zu 100% identisch mit einer deutschen 39, jedoch ähnlich ist. Die Schuhe kamen am Freitag und waren einen winzigen Hauch zu klein. Also habe ich den Kauf mit genauer Angabe des Grundes widerrufen und die Ware retourniert, sowie im Gegenzug die nächstgrößere Größe bestellt, die dann am Montag kam und natürlich behalten wird. Gegen so ein Verhalten wird Amazon sicher nichts einzuwenden haben.
Wäre ich aber der Logik des Berliner Presseopfers gefolgt, hätte ich gleich eine 5,5, eine 6 und eine 6.5 bestellt und dann einfach die zwei unpassenden Paare zurück geschickt. Dass Amazon das so nicht gepasst hätte, liegt ja wohl auf der Hand. Mal abgesehen von den von vornherein zu Lasten Amazons anfallenden Transportkosten, erhöht sich auch der Logistik- und Verwaltungsaufwand erheblich und die mit Absicht zu viel bestellten Artikel stehen während der gesamten Zeit außerdem auch nicht für den Verkauf zur Verfügung. Es werden also nicht nur unnötige Kosten verursacht, sondern möglicherweise sogar auch Umsätze verhindert. So etwas würde ich mir als Händler auf Dauer auch nicht gefallen lassen. Vertragsgesetz und Tschüss.
In diesem Zusammenhang verweise ich gern auf einen Thread aus dem Jahre 2013 im Blog des von mir geschätzten RA Udo Vetter zu exakt dem gleichen Thema. Wenn man dort mal querliest, wie sich Juristen und Nichtjuristen zerfetzen, dann steigt der Unterhaltungswert im Vergleich zu diesem Thread um ein Vielfaches. Einziger Nachteil: die Argumente und Standpunkte sind seit drei Jahren stets die Gleichen geblieben, gändert hat sich nichts. Und täglich grüßt... naja, ihr wisst schon *gähn*
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

) ja in der Vergangenheit immer mit positiv aufgefallen sind.