Als Unternehmen LED mieten - habt ihr Erfahrungen?

sakutapasu

Komplett-PC-Käufer(in)
Mein Arbeitgeber hatte eigentlich vor, Mitte des Vorjahres die Beleuchtung auf LED umzurüsten. Das wäre zugegebenermaßen ebenfalls vergleichsweise spät gewesen, aber war schon immer ein Spätzünder. Dann kam alles wie es kam und es wurde nichts mehr daraus. Nun möchte er auch aufgrund der in die Höhe geschossenen Stromkosten Nägel mit Köpfen machen. Wenn das ein Ziel war, wurde es in unserem Fall erreicht. Allerdings macht er sich Gedanken, denn bei einem Kauf wären die Anschaffungskosten momentan nicht leicht zum Stemmen. Mal schauen, wie es im nächsten Jahr ausschauen wird, aber wäre auch eine Miete für uns eine Option? Wisst ihr diesbezüglich von Erfahrungswerten? Vielen Dank vorab!
 
Mietbeleuchtung wäre mir neu. Aber normale Kredite, eventuell auch Förderkredite weil es eine Maßnahme zur Energieeinsparung ist, kann man dafür natürlich beantragen.
 
Vielen Dank für eure Rückmeldungen! Ich werde mir die Informationen auf der Webseite der BAFA gleich einmal durchlesen und werde den Link morgen an meinen Arbeitgeber weiterleiten. Was jedoch interessant wäre… Habt ihr selbst diesbezüglich Erfahrungen gemacht? Und wenn ja, mit was für eine Wartezeiten müssten wir bei den von euch vorgeschlagenen Vorgehensweisen rechnen?
 
Blöde Frage: Aber von was für einer Art von Beleuchtung sprechen wir hier, dass ein Austausch spürbare Auswirkungen auf die Gesamtbilanz hätte?
 
Blöde Frage: Aber von was für einer Art von Beleuchtung sprechen wir hier, dass ein Austausch spürbare Auswirkungen auf die Gesamtbilanz hätte?
Du kannst dir gar nicht vorstellen welche Auswirkung Beleuchtung auf die Energiebilanz hat.

Alleine der Unterschied zwischen ~120 Leuchtröhren mit 58w und zu Led-Leuchtröhren mit 15w sowie deren Lebensdauer.
Beleuchtung hat auch Einwirkung auf die Kühllast eines Gebäudes und vieles mehr.

Grundsätzlich eine sehr schnelle Amortisation.
 
Sorry, Frage war missverständlich:
Ich meinte natürlich die Kosten des Austauschs relativ zur finanziellen Bilanz des Unternehmens.

Dass Beleuchtung bei Unternehmen, die keine energieintensiven Prozessschritte durchführen, schon mal 50% der gesamten Energiebilanz ausmachen kann, versteht sich von selbst.
 
Zunächst bedanke ich mich auch im Namen meines Arbeitgebers für die Rückmeldungen und die Ratschläge, die ich bis dato übermittelt habe! Die genauen Zahlen muss ich zugegebenermaßen erst erfragen und natürlich erfolgt danach die Amortisation bei LED-Beleuchtung relativ rasch. Nur ist es momentan so, dass das Unternehmen momentan so wenig Geld auf einmal wie möglich auf den Tisch legen möchte. Gerade jetzt, wo man nicht so genau weiß, wie sich alles entwickelt. Gerade als Halbösterreicher macht er sich ziemliche Gedanken.
 
Ich hab bis vor einem Jahr noch einen Nebenjob in einem Shop gehabt und der ist während ich dort war auch auf LED umgerüstet worden (von der Firma Deutsche Lichtmiete). Mich hats interessiert und ich hatte ein gutes Verhältnis zu meinem Chef also hab ich mich da etwas mehr engagiert. Mieten zahlt sich ab einer gewissen Anzahl an Leuchten auf jeden Fall aus und ist auch ganz stark im Kommen. Aus dem Softwarebereich kennt man das ja (SaaS – Software as a Service), aber das kommt jetzt auch zusehends mehr mit Hardware (Maschinen zb.). Da zahlt man laufend Miete, bekommt neue und qualitativ hochwertige Ware und gleichzeitig auch laufenden Service.
 
Auf jeden Fall eine interessante Info @offthebeatenpath dass es sowas auch für Licht mittlerweile gibt.
Trotzdem bin ich bei der Einschätzung von @ruyven_macaran dass typischerweise die Investitionskosten für Licht niedrig und die Amortisationszeit kurz ist (und bei LED auch die Wartung eher in den Bereich nicht existent fällt), so dass ich mir mit Innenraumbeleuchtung kein Szenario denken kann bei dem das wirtschaftlich Sinn ergibt.
Wenn es natürlich um Scheinwerfer für einen ganzen Werkshof o.Ä. inklusive Errichtung geht kann ich mir das schon eher vorstellen.
 
Vielen Dank für Eure Rückmeldungen! Von SaaS habe ich bereits gehört, aber ich habe mich damit noch nicht ausführlicher auseinander gesetzt. Nichtdestotrotz kann ich mir vorstellen, was damit gemeint ist. Bei uns geht es nicht ausschließlich um einen Shop, sondern um ein Büro sowie um eine Lagerhalle. Gilt auch in diesem Fall, dass die Investitionskosten niedrig wären oder war das jetzt auf ein Geschäft bezogen? Und wie sieht es bei beiden Modellen rund um die Wartung aus? In einem Shop lassen sich die Leuchten, schätze ich, relativ leicht ersetzen. Aber wie würde das in unserem Fall aussehen? Ich weiß, dass es Fragen über Fragen sind, aber wir versuchen gerade, die beiden Optionen abzuwiegen.
 
Wie gut die Lampen in der Lagerhalle zugänglich sind, weißt du vermutlich besser. Ich persönlich sehe da aber, ähnlich wie Olstyle, keinen Sinn in "as a Service". Normalerweise sollte "Birne tauschen" keine Kompetenzen erfordern, die man nicht selbst im Betrieb hat und es ein Ereignis, dass so regelmäßig vorkommt, dass man es ohnehin als laufenden Kostenfaktor einplanen muss. Eine externe Firma antanzen zu lassen, anstatt es selbst zu machen, verschlingt unverhältnismäßig mehr Arbeitszeit und kann somit eigentlich nur teurer sein. Wenn sich Mieten für Unternehmen mit normalen Beleuchtungsansprüchen (also kein häufiger Wechsel des Beleuchtungsstils, keine Sonderbeleuchtung die z.B. Industriekletterer für die Wartung erfordert) lohnt, dann allenfalls wegen Bilanzierungstricks. (Gemietestes anders abrechnen als gekauftes) Aber da muss dann ein Buchhalter was zu sagen.
 
Grundsätzlich sind LED Leuchtmittel mit Rahmenbedingungen förderfähig:

Allerdings ist die Hürde bei einem bzgl. Beleuchtung evtl. veralteten Unternehmen relativ groß.
Allein die Neuplanung und Lichtberechnung ruft einen Planer auf, der schlichtweg und nicht wenig Geld kostet.

Normalerweise hat doch jeder größere Betrieb einen Hausmeisterservice oder Betriebselektriker.
Bei kleineren Betrieben hält sich der Austausch stückzahlmäßig im überschaubaren Bereich.
Diese Leistung outzusourcen, halte ich für keinen guten Deal.

Ihr könntet doch intern mal analysieren, wo denn am längsten/häufigsten Leuchtmittel brennen.
Büro/Werkstatt etc. und zunächst schwerpunktmäßig jene Leuchtmittel austauschen, die tatsächlich am meisten auch zum Stromverbrauch beitragen.
Gesetzt der Fall ihr seid ein Mauererbetrieb, liegt es mutmaßlich nahe, dass die Damentoilette ganz am Schuss getauscht werden muss - so als plakatives Beispiel.
 
Ja kann ich verstehen @sakutapasu, wir haben damals auch lange überlegt. Die Vorteile sind für die Industrie größer, wie von vielen hier erwähnt, wenn man besondere Lichtanforderungen hat, wie robuste Lampen oder sehr hohe Räumlichkeiten, aber ich muss sagen, es hat sich auch im Shop ausgezahlt. Da wird halt ein komplettes Lichtkonzept gemacht – für die optimale Beleuchtung für Produktpräsentation aber auch für Stromreduktion. Ja die Wartung hätten wir auch selbst machen können, aber so muss man sich um nichts mehr kümmern. Ich würde dir empfehlen einfach ein Angebot einzuholen und das mit dem Kauf von neuen Lampen und deren Installation zu vergleichen ;) Das ist ja je nach Größe und Lichtanforderung unterschiedlich.
 
Vielen Dank für die weiteren Rückmeldungen! @compisucher: Ja, wir haben bereits vor, dass wir analysieren, wo am längsten sowie am häufigsten die Leuchtmittel brennen. Allerdings ist es ja doch so, dass es bestimmte Richtlinien gibt und ich weiß nicht, ob es eine gute Faust ist, da etwas auf eigene Faust zu machen. Was ich weiß, haben wir im Unternehmen niemanden, der sich damit wirklich gut auskennt. @offthebeatenpath danke für den Erfahrungsbericht, den übermorgen gleich einmal weiterleiten werde. Auch wenn @ruyven_macaran von der Wartung als Kostenfaktor schreibt. Meinst du das quasi aus Sicht des Vermieters oder aus jener des Mieters?
 
Da ich die Marktlage nicht kenne, kann ich die Kostenverteilung nicht beurteilen. Aber "ey Hans, die blöde Funzel ist wieder im Arsch. Geht mal ins Lager und hohl schnell die Leiter" hat Basiskosten von 5-10 Arbeitsminuten. Wenn Hans stattdessen das Callcenter eines externen Dienstleisters benachrichtigt, dieses über ein eigens eingerichtetes Ticketsystem bei einem zuvor vertraglich angebundenen Wechselservice in der Nähe einen Termin für euren Standort bucht, in dessem Rahmen eine Birnenwechsler mit sagen wir mal 15 km durchschnittlicher Fahrstrecke zu euch fährt, dort von einem Ansprechpartner zum Ort des Problems geführt wird, nach einer Viertelstunde vor Ort wieder zurück zur Basis fährt und den Vorgang bürokratisch abwickelt, woraufhin euch eine Rechnung zugestellt wird, die die Buchhaltung bearbeiten muss, wenn all das stattdessen passiert, dann reden wir in der Summe mindestens 1-2, eher 3-4 Arbeitsstunden, an Basiskosten. Und diesen Aufschlag von 3:55 muss irgendwer bezahlen. Entweder ihr mit einer hohen Rechnung oder der Vermieter mit einer 0-Gewinnspanne oder der Wechsler in Form von Ausbeutung, wenn sein Stundenreallohn maximal ein Zehntel dessen beträgt, was der günstigste "Hans" kostet, den ihr eh schon in der Firma habt. Oder eine Kombination aus all dessem - aber irgendwer wird zumindest teilsweise über den Tisch gezogen, sonst kann die Rechnung nicht aufgehen.

Im Prinzip sind dass die gleichen Überlegungen wie bei jedem Outsourcing:
Wenn man etwas ohnehin in vollem Umfange braucht (also nicht nur einen Bruchteil der zu erwartenden Lebensdauer, der kleinsten bestellbaren Einheit, etc.) dann lohnt sich Mieten oder ähnliches nur, wenn der Overhead des Mietvorganges an sich kleiner ist als die Skalenvorteile, die ein spezialisierter Vermieter durch seine Größe erzielen kann. Und bei einer simplen Deckenlampe ist der Overhead halt groß und Skaleneffekte klein.


Das ganze ist übrigens unabhängig von der angesprochenen Beleuchtungsplanung. Wenn ihr Hilfe braucht, weil die entsprechenden Standards gänzlich unbekannt sind, man die nötige Design-Expertise nicht im Haus hat oder man eine weit vom Standard abweichende Lösung anstrebt, dann kann externe Expertise natürlich hilfreich sein. Aber die gibt es auch ohne anhängende Mietlösung. (Etwaige Preisvorteile durch Paketangebote bitte wieder gesondert prüfen. Wie gesagt, ich kenne den Markt nicht, sondern beurteile die Struktur.)
 
Also bei uns sind diese Wartungskosten in der Miete inkludiert, da die Lampen aber echt hochwertig sind, hatten wir bislang keine Probleme. Aber bei solchen Lichtanlagen ist es ja nicht nur mal eben eine Glühbirne, die zu wechseln ist, da steckt ja weit mehr dahinter. Das sind mitunter weit kompliziertere Anlagen als reine Birnen… Aber wie gesagt für die Industrie gibt es da nocheinmal mehr Vorteile also für kleinere Betriebe, auch wenn es für uns dennoch so passt. Die haben aber auch ein ziemlich gutes Netzwerk aus Partnerbetrieben, sind also keine großen Wegstrecken. @sakutapasu: Was hat denn dein Chef so grundsätzlich zu deinen Recherchen gesagt?
 
Wenn die Wartungskosten jeden Monat statt bei jedem Auftreten abgerechnet werden, zahlt ihr sie trotzdem in voller Höhe und vermutlich noch mehr ;) .

Bei Anlagen, die so kompliziert sind, dass man sie nicht selber warten kann, negiert sich dieser "Nachteil", weil man sowieso immer jemand kommen lassen muss. Aber sakutapasu fragt ja nicht nach einem Flutlichmast, sondern nach Büro- und schlimmstenfalls Lagerlampen.
 
Vielen Dank für die weiteren Erklärungen! Ich werde das kommende Woche weiterleiten… Und ja, bei der Gelegenheit wünsche ich ein trotz aller Umstände besinnliches Weihnachtsfest! Und gerade auch angesichts der aktuellen Lage und der Unwissenheit, über wie genau es weitergehen wird, möchte er lieber nicht quasi alles auf einmal ausgeben, sondern monatlich Geld auf den Tisch legen. Bezüglich der Wartungsarbeiten wäre es interessant zu wissen, seit wann Ihr @offthebeatenpath diese Beleuchtung habt. In den ersten Monaten will ich einmal hoffen, dass keine Wartung notwendig ist?
 
Nein nein wie schon gesagt, die sind eine echt gute Qualität, auch regional gefertigt. Die haben viele Kooperationen mit anderen Unternehmen, die dann auch den Lampen zb für Fabriken besonders robuste Gehäuse bauen etc. Unsere sind jetzt keine solchen besonderen Anfertigungen, aber wie schon gesagt in den ersten zwei Jahren (solange hab ich dort noch gearbeitet) hatten wir da gar keine Probleme… Ich weiß nicht genau wie es im letzten halben Jahr ausgesehen hat, aber LEDs halten ja auch so schon super lange – das macht sie ja unter anderem auch so nachhaltig.
 
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