Moment mal, ich habe folgendes geschrieben:
Ich habe mir deine Beiträge von Seite 1 bis Seite 3 einmal als Ganzes angesehen, und ich muss sagen: Deine Argumentationsführung ist wirklich einzigartig.
Du beginnst mit Abtreibung, wechselst dann zu Migration, dann zu Religion, dann zu deiner Ehe, dann zu deinem Nachbarn, dann zu Rentenpunkten, dann wieder zurück zu Abtreibung, dann zur CDU, dann zur AFD, dann zu „gottloser Gesellschaft“, dann zu Integrationsstatistiken – und erklärst dabei durchgehend, wie „sachlich“ du argumentierst.
Das ist eine beeindruckende Themenvielfalt. Fast wie ein politisches Überraschungsei: Man weiß nie, was als Nächstes kommt.
Gleichzeitig erklärst du, dass die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte völlig falsch gelaufen sei –und betonst im selben Atemzug, dass du genau die politische Richtung unterstützt, die diese Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat.
Das ist eine bemerkenswerte Form von Konsistenz und du bist gleichzeitig unzufrieden mit dem Ergebnis und zufrieden mit den Verantwortlichen.
Wenn jemand dich auf konkrete Aussagen festnagelt, erklärst du, du hättest das so nie gesagt –selbst wenn das Zitat direkt darübersteht.Das ist rhetorisch mutig. Deine Aussagen funktionieren ein bisschen wie Schrödingers Argument – sie gelten und gelten nicht, je nachdem, wer gerade nachfragt.
Und wenn jemand eine Quelle möchte, erklärst du, warum die Frage falsch ist, der Fragesteller falsch ist oder das Profilbild falsch ist. Das ist eine kreative Methode, um Nachfragen zu vermeiden, ersetzt aber keine Belege.
Vielleicht wäre es hilfreich, wenn du dich auf ein Thema festlegst, bevor du das nächste öffnest. Denn im Moment führst du gleichzeitig Debatten über Abtreibung, Migration, Religion, Familienpolitik, persönliche Moral, Integrationsstatistiken und die Zukunft der Rentenkasse –und wunderst dich dann, warum niemand dir folgen kann.
Wenn du wirklich sachlich diskutieren möchtest, wäre ein klarer Ausgangspunkt hilfreich. Denn solange deine Positionen gleichzeitig existieren und nicht existieren, ist es schwer, auf einer gemeinsamen Grundlage zu bleiben.
Und ganz ehrlich: Irgendwann fühlt man sich wie in einem Disney‑Wald. Man ruft „Hallo?“ –aber du bist längst wieder hinter dem nächsten Baum verschwunden, weil du schon das nächste Thema aufmachst.
Vielleicht wäre es einfacher, wenn wir erst einen Weg zu Ende gehen, bevor du den nächsten Pfad aufklappst. Sonst stehen wir irgendwann alle allein im Wald und hören nur noch das Echo deiner letzten Themenwechsel.