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Abgesagte LAN-Partys, Killerspieleverbot, Internetzensur...

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PCGH-Community-Veteran(in)
Rückblick:
Am 11. März 2009 trug sich ein Amoklauf in Winnenden zu. Bei diesem Amoklauf wurden 15 Menschen getötet. 11 weitere wurden in Krankenhäuser gebracht. Ein 17jähriger Schüler namens Tim K. hatte den Amoklauf begannen. Nach mehrstündiger Flucht schnappte ihn die Polizei, wobei der Täter sich selbst umbrachte.

So gut wie jeder hier im Forum, sollte von dem Vorfall gehört haben.

Die Fakten dabei sind:
- der Schüler war als psychisch instabil bekannt
- er hat sogenannte "Killerspiele" gespielt
- der Vater hatte genug Waffen und Munition zu Hause im Schrank liegen
- die Tatwaffe lag unverschlossen irgendwo im Schlafzimmer des Vaters

Nach der Tat kamen wieder die Diskussionen auf, die es auch damals bei der Tat von Emsdetten gegeben hatte.
Eine dieser Diskussionen wurde unter anderem in der ARD-Sendung "Hart aber fair" geführt. Die Sendung fand am selben Tag statt, wie der Amoklauf. In dieser Sendung gab es ein Video zu sehen, zu welchem folgendes zu sagen ist:
- die Redaktion hat CS gekauft
- ein junger Herr hat sich dazu bereiterklärt dieses Spiel für das Video anzuzocken
- das Video an sich geht ein paar Minuten, wobei der CS-Part nur ein paar Sekunden beträgt
Jeder, der CS oder CS:S schonmal gespielt hat, weiß was ein paar Sekunden dieses Spiels aussagen: So gut wie gar nichts.
In dem folgenden Link, könnt ihr euch das Video noch einmal ansehen.
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Mir, und vielen anderen sicherlich auch, stellt sich nun die Frage, was die Redakteure von der Sendung mit dem Video bezwecken wollten? Weil, das was sie bezwecken wollten, nämlich dass die Leute das Spiel und seinen Zweck verstehen, haben sie bei mir und auch anderen nicht erreicht.

Im Juni hat die Bundesregierung in einem Eilverfahren ein Verbot für die Einführung von Action-Computerspielen in Deutschland ins Gespräch gebracht. Dagegen ist eine Internet-Petition eingerichtet worden, in der man sich gegen das Verbot eintragen kann. Je mehr Leute sich da eintragen, desto besser. Hier ist ein weiterer Link zu einem Beitrag in diesem Forum, welcher auch zu dieses Thema aufgreift.

Was würde ein Verbot von Killerspielen eigentlich bringen? Das haben sich schon viele gefragt.
Im Endeffekt bringt ein Verbot nicht viel, denn…
1. Ein Verbot macht die ganzen Spiele nur noch attraktiver
2. Die Spiele tauchen zwangsläufig doch immer irgendwo auf, womit wir gleich bei Punkt 3 wären, nämlich dass man die Spiele immer irgendwie, irgendwo herbekommt, und zwar aus dem Internet.
Natürlich kann ein Verbot auch Vorteile haben, aber diese sind nur sehr gering bemessen. Jedenfalls hat ein Verbot von "Killerspielen nicht zur Folge, das es in Zukunft keine Amokläufe mehr gibt. Die Amokläufer haben alle die schon viel zitierten Spiele wie CS, Call of Duty oder andere Spiele, die ich hier nicht nennen möchte gespielt. Gleichzeitig aber hatten die Täter auch Probleme mit ihrem Umfeld, waren durch diese Probleme psychisch angeschlagen. Zudem waren die Täter Außenseiter, was die Gesellschaft anging. Sie hatten wenige Freunde, die sie bei Problemen auffingen, was ein noch gravierender Grund für die Taten sein kann bzw. in vielen Fällen dies auch ist. Darauf sind die Politiker zwar z. T. auch schon gekommen, doch unterschätzen sie die gesellschaftliche Situation. Den Politikern ist es anscheinend egal, wie die Bürger auf die Gesetze reagieren oder wie es den Bürger geht. Die Politiker wollen doch einfach nur ihr Geld einstreichen.

Während und nach den Debatten über "Killerspiele", die z. T. bis heute andauern, werden in Baden-Würtemberg sämtliche Intel Friday Night Games (Karsruhe,...) und auch lokale LAN-Partys abgesagt, mit der Begründung, das die Politik keine Killerspiele mehr sehen wolle und der Fall von Winnenden noch zu frisch wäre. Die Veranstalter werden z. T. unter Druck gesetzt.
Zuletzt war es die 14. Convention-X-Treme, welche unter massiven Druck der Politik und Polizei abesagt wird, weil dort "Killerspiele" gespielt werden sollten. Ich frage mich aber hierbei, ob die Politik weiß, dass dort nur Volljährige eingeladen waren? Man kann einem Volljährigen nicht vorschreiben, was er oder sie spielt. Wenn doch nur Volljährige zu der LAN hin durften, frage ich mich warum diese abgesagt wird? Es bestand kein Grund, aber die Politik macht es sich da sehr einfach. "Ach komm", sagt man sich da, "die werden das schon verstehen. Die Tat von Winnenden ist erst 4 Monate her. Da ist Vorsicht geboten." Die Veranstalter haben es im Endeffekt geschluckt und haben nachgegeben, was viele, zu denen ich auch zähle, nicht nachvollziehen können. Es kommen bei dieser Entscheidung fragen auf, wie "Warum hat man das Ganze nicht einfach durchgezogen?" "Warum hat man Angst vor der Politik, obwohl es keinen Grund dazu gibt?" Die Politik muss mal Widerstand zu spüren bekommen.


Nach der Absage sind Proteste angekündigt worden, u. a. von vielen Spielern.

Anyway, weiteres Thema, welches zur Zeit sehr verbreitet diskutiert wird, ist die Internetzensur. Nur frage ich mich, was die Politiker am Internet zensieren wollen? Viele Seiten im Netz sind fragwürdig und sollten in wenigen Fällen auch aus dem Netz genommen werden, klar, aber aufhalten und kontrollieren kann man das Internet nicht. Das ist einfach so. Es kommen jeden Tag neue Internetseiten dazu. Wenn man schon einschreiten will, dann kann man nicht einfach hingehen und die Seiten sperren, sondern muss sie, z. B. im Fall von Minderjährigenpornographie, direkt aus dem Netz nehmen und die Betreiber versuchen dingfest zu machen. Doch das ist ja alles wieder mit Aufwand verbunden, für den sich die regierenden Politiker zu schade sind.

Fazit:
Dieses Land braucht neuen Wind in der Politik und der Gesellschaft. Die Politiker müssen einsehen, dass Sie nicht alles machen können. Die Gesellschaft muss gleichzeitig erkennen, dass es so nicht weitergehen kann,denn sonst haben wir hier bald eine Stasi mit der Versionsnummer 1.1 oder sogar schon den Nachfolger namens 2.0. So darf es nicht weitergehen.
Die Piratenpartei setzt sich vehement für die Internetfreiheit ein. Die Partei will, und das ist nicht unmöglich, im Herbst die 5 Prozenthürde bei der Bundestagswahl schaffen und sich dann im Bundestag für die Freiheit im Internet und auch "Killerspiele" einsetzen. Ob das gelingt bleibt abzuwarten, doch hängt es sehr stark von uns ab. Viele Fragen bleiben im Nachhinein aber immer noch offen.

Update 23.07.09:
Hier ist ein direkter Link zu einer Demonstrationsankündigung am kommenden Wochenende. Danke an Kamino99.

Mfg

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P.S.:
Für Fragen und Anregungen bin ich, wie immmer, offen.
 
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