Definition Monopol lt.
Wikipedia:
"Bei einem Monopol gibt es in einem definierten Markt nur einen Anbieter."
Es gibt auch ein sog.
Quasimonopol, was als Begriff oft synonym zu Monopol genutzt wird. Zum Beispiel: Ja, es gibt unterschiedliche Betriebssysteme für PCs (Linux und MacOS), aber wenn du im Client-Segment mehr als Peanuts verdienen willst, kommst du um Microsoft-Betriebssysteme nicht herum. (Auch wenn Microsoft gefühlt grad alles unternehmen will, um das Quasimonopol dort zu verlieren, aber das ist ein anderes Thema...)
Das eigentliche Problem für die Leute hinter dem "Steam ist ein Monopol" Thema ist, dass Valve bis heute ein Privatunternehmen ist und nicht börslich gesteuert oder von Tencent und Co. quasi verwaltet. EA, Ubisoft und Co. machen ihre eigenen Plattformen um den Spielern, äh sorry, den Aktionären einen Mehrwert bieten zu können. Das merkt man, wenig Invest, max Profit, viele Probleme.
Für ein Quasi-Monopol spielt es aber keine Rolle, ob ein Unternehmen privat oder von Aktionären gesteuert wird.
Und das Problem bei sowas ist auch, dass ein Unternehmen die Marktmacht nutzen
kann, um allen Mitbewerbern dazu zu zwingen, den eigenen Bedingungen zuzustimmen. Gibt genug Firmen die genau das in der Vergangenheit gemacht haben, was dann dazu führte, dass es keine Verbesserungen, keine Weiterentwicklungen mehr gab. Ist man groß genug, kann man auch sämtliche, ernsthafte Konkurrenten schlucken, bevor sie gefährlich werden. Deswegen wird auch vonseiten der Politik draufgeschaut, damit das nicht in einem Ausmaß passiert, der das Entstehen potentieller Mitbewerber unrentabel macht. Wer in den 90ern etwa die politischen Debatten rund um Microsoft verfolgte (z.B. den sog. "
Browserkrieg", oder die sog. "
Halloween-Dokumente"), weiß was ich meine. Es gilt halt immernoch ein ironisch-zynischer Spruch aus den 70ern: Firmen wollen nur unser Bestes, nämlich unser Geld.
Wir sind halt alle Valve wohlgesonnen, weil sie derzeit ihre Kundenwünsche bedienen, während sämtliche Konkurrenz aus irgendwelchen Gründen nichtmal die grundlegenden Basics (Benutzerführung) auf die Kette kriegen. Aber was wäre, wenn es einen Konkurrenten gäbe, der "besser" als Valves Steam wär?
Und es gibt Bereiche, in denen wir bereits Brüche sehen: Epic. Ja, der Launcher ist Mist, aber die ziehen beim Kauf von Spielen nur 12% der Einnahmen ab, Steam zieht 30% ab. Für Kunden irrelevant und AAA-Studios können das verkraften, aber für z.B. Indie-Entwickler kann das zu bestimmten Zeiten den Unterschied ausmachen, ob das eigene Unternehmen weiterexistieren darf oder nicht. Supergiant Games etwa hatte damals die Early Access-Version von Hades explizit bei Epic gestellt und erst die finale Fassung auf Steam. Gut, mittlerweile ist das Studio (eben wegen Hades) so erfolgreich geworden, dass sie jetzt keine Probleme mehr haben, das Ganze für Hades II jetzt auch auf Steam zu versuchen.
Egal, was ich aussagen will bevor mein Beitrag noch länger wird: Es gibt gute Gründe, dass da drübergeschaut wird. Auch bei Valve, auch wenn sie dem Kunden gegenüber derzeit wohlgesonnen sind.