Na ja, bei Urheberrechten zahlst du aber sehr lang auch nach dem Ereignis oder gar Ableben z.B. des Künstlers. Sonst müsstest du für ein Live-Konzert z.B. auch nur einmal zahlen, wenn du es live anhörst und hättest dann Anspruch drauf ne Konserve davon billig als China-Kopie zu vertreiben oder gar gratis zu bekommen, weil die Arbeitsleistung des Künstlers war ja mit dem Auftritt erledigt. Selbiges gilt erst recht z.B. fürs Musiklabel oder einen Buchverlag, dass dem jeweiligen Künstler dauerhaft Tantiemen zahlen muss, wenn es seine Werke vertreiben will.
Und nun wird es noch krasser: Wenn du das Konzert im Rahmen eines öffentlichen Auftritts nachträllerst, sind auch Abgaben fällig - egal wie schlecht du das Stück wieder gibst oder ob du selbst dafür Geld bekommst. Weihnachtsmärkte müssen für Weihnachtsmusikgedudel pauschal Abgaben zahlen, auch wenn das nur das Hintergrundrauschen beim öffentlichen Glühweinbesäufnis darstellt.
Stellst du so etwas ohne entsprechende Freigabe des Urhebers etwa auf Youtube, geht zumindest die Monetarisierung an den, der gegenüber YT angibt, die Rechte daran zu haben. Wie ich erst kürzlich von einem Content Creator lernen durfte, gilt das sogar fürs öffentliche Testen eines Computerspiels, in dem im Wald ein Vogel zwitschert: Da gibt es findige Leute, die u.a. die Rechte an bestimmten Vogelgezwitscher-Samples sich in ihren "Werken" gesichert haben und dann via YT die Monetarisierung auch für diese Test-Vorstellung eines Spiels, wo das Vogel-Gezwitscher nur Teil der Hintergrund-Spielatmosphäre und gar nicht Gegenstand des Spiele-Tests ist, für sich reklamieren.
Oder wenn z.B. Kindergärtnerinnen mit ihren Kindern Kinderlieder singen wollen, müssen sie für die Nutzung der Noten Lizenzabgaben zahlen.
Also ja: Es gibt eine ganze Menge Bereiche, wo Menschen nach der erstmaligen Erstellung eines "Werkes" noch sehr lange - und meist in Form von Erben oder Rechteverwertern auch über den Tod hinaus - mit ihrem Produkt, Werk o.ä. Geld verdienen.
Oder sieh dir den ganzen Bereich der Patent- und Markenrechte an. Was glaubst du, warum etwa ein Deutscher Zoll so rabbiat gegen Plagiate vorgeht: Da reicht es, wenn etwas nur so aussieht wie eine Rolex und dann kann es meinetwegen Rilox oder PengWeng heißen: Wenn du so ein Marken- oder Design-Plagiat hierzulande importieren willst und der Zoll merkt das, landet das ziemlich unmittelbar und kostenpflichtig im Schredder des Zoll und du zahlst noch ggf. ne saftige Strafe obendrauf.
Und genau in vielen dieser Bereiche wildern derzeit die KI-Konzerne mit ihren Trainingsdaten und darauf basierenden Leistungsangeboten v.a. herum und berufen sich auf das Recht der freien Interpretation, Informationsauswertung o.ä.
Aber Rechte-Inhaber wehren sich gegen dieses Gratis-Ausplünden ihrer Produkte, s. z.B.:
https://www.dw.com/de/rolling-stone...-generierte-suchmaschine-medien-v2/a-73988056