Ich hab Exodus auch wirklich gern gespielt, auch wenn es etwas vom Kern der Reihe abgewichen ist. Ich mochte sogar das teils etwas träge Pacing (insbesondere, wenn man den ganzen optionalen Gesprächen etc. gefolgt ist), das hat schon auch einen interessanten Flair entfaltet. Und die großen, offenen Karten hatten schon auch was. Das Design von denen fand ich schon auch ziemlich klasse - und da war die Abwechslung von Karte zu Karte auch stark. Und zwischendrin waren ja ab und an ein paar Abschnitte, in denen es dann in die beengte Düsternis ging, wo das "klassische" Metro wieder durchkam.
Aber das dürfte vom Ton her sehr anders ausfallen, als Metro 2039. Bei Exodus waren eher "Aufbruch", "Hoffnung", "Neubeginn" und nicht zuletzt "Freiheit" die unterliegenden Töne, Metro 2039 dagegen wirkt beinahe wie das Gegenteil.
Der Protagonist ist getrieben, gefesselt und "eingesperrt", er hat keine Wahl, so wie es im Trailer herüberkommt. Er muss – wobei bislang nicht klar ist, weshalb. Irgendeine Form von Schuld trägt er, die er begleichen muss; die ihn treibt, heimsucht. Vielleicht seinen verlorenen Kindern gegenüber oder anderen, die er selbst auf dem Gewissen hat. Und offenkundig hat er auch was mit dem SPARTA-Orden zu tun - bzw. hatte, der ist wohl auch ein Dissident (oder sowas wie der letzte Aufrichtige, während die anderen eine pervertierte Form der ursprüglichen Beweggründung verfolgen; die ehemals hehren Absichten, den Schutz der Menschen, verraten haben),
siehe Logo auf seinem Helm. Das wirkt nicht nur von dem Szenario, von den finsteren Tunneln beklemmend, sondern auch von dem suggerierten Geisteszustand bzw. der Motivation des "Fremden".
Allerdings spielen die "Dark Ones" offenkundig auch wieder eine Rolle. Und wenn ich mir das Bild hier ansehe … Vielleicht sind es auch sie, die den "Fremden" motivieren, manipulieren, gegen Hunter ins Feld zu ziehen. Der wiederum hat anscheinend nicht nur das "4. Reich", also die Nazi-Fraktion in den früheren Metro-Teilen übernommen, sondern alle unterjocht - inklusive den Kommunisten, der Hanse, etc..
Im Roman Metro 2034 spielt Hunter ja auch eine größere Rolle und bekommt auch psychisch einen ziemlichen Knacks, wenn ich mich recht erinnere. Den könnte ich eigentlich noch mal lesen, ist schon eine ganze Weile her.
[Quelle: 4A Games]
Gruß,
Phil