Dürfte daran liegen, dass Steam so mit die einzigen sind die dir erlauben den erhaltenen Loot gegen Echtgeld zu verkaufen. Das kommt schon deutlich näher an "echtes" Glücksspiel da man hier auch echtes Geld "gewinnen" kann.
Und genau das stimmt nicht. Was du für Items bekommst, ist Guthaben. Dieses Guthaben kannst du aber nicht wieder in Echtgeld umtauschen, es existiert rein virtuell auf Steam. Und jeden Cent, der als Guthaben auf Spielerseite existiert, muss irgendwann mal jemand in Form von Echtgeld eingezahlt haben, denn Valve verschenkt ja nix. Ganz im Gegenteil: Von jeder Transaktion auf dem Communitymarkt zweigt Valve noch einmal eine Transaktionsgebühr ab, um die Guthaben nach und nach zu entwerten und sicherzustellen, dass permanent weiter Echtgeld eingezahlt werden muss. Ganz zu schweigen davon, dass einem bekanntlich nix, was man auf Steam kauft, seien es Spiele oder Items, wirklich gehört – es kann einem jederzeit wieder weggenommen oder unbrauchbar gemacht werden, und wenn das Steam-Konto gesperrt wird, weil Valve meint, man habe gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, ist auch alles weg. Steam ist aus Kundensicht ein schwarzes Loch in Sachen Geldfluss.
Und die Lootboxen/Schlüssel – bei denen Valve mit Titeln wie CS:GO oder TF2 übrigens Vorreiter war, lange bevor EA, Activision, Ubisoft & Co. dieses Geschäftsmodell für sich entdeckten und Smartphone-Gacha die Handhelds verdrängte – sind eine weitere Methode, die Leute zum Einzahlen zu bewegen; und zwar eine, die sich ausgiebig an der Funktionsweise und den Mechaniken von Glücksspiel bedient. Da fließen Unmengen an echtem Geld, nur halt in eine einzige Richtung. Es ist Glücksspiel, bei dem der Anbieter sein finanzielles Risiko aus der Gleichung entfernt hat – er muss keine Gewinne bar auszahlen und die Produktion der Items, die im Endeffekt nur darin besteht, ein paar Variablen im Speicher zu ändern, kostet quasi nix. Also im Unterschied zu „echtem“ Glücksspiel zu 100 % zum Nachteil des Spielers, dem nun noch die Möglichkeit fehlt, seinen Einsatz (mit oder ohne Zinsen) zurückzugewinnen. Mir hat in der Lootbox-Debatte bis heute niemand logisch und juristisch wasserdicht erklären können, warum etwas, das auf der großen Glücksspiel-Checkliste alle Punkte abhakt, außer der einen Sache, die zugunsten des Spielers/Verbrauchers/Opfers ist, weniger Regulierung brauche als „echtes“ Glücksspiel, das den Spieler zumindest theoretisch „in echt“ reich machen kann.
Der eine oder andere mag darin jetzt eine „
Verschwörung gegen Valve“ zu erkennen glauben, weil die anderen Glücksspiel-Publisher unbehelligt blieben (was nicht stimmt, siehe auch die Herkunft des Neusprechbegriffs “surprise mechanics”). Aber so richtig es wäre, auch der ganzen restlichen Gacha-Hölle einen Riegel vorzuschieben, kann man umgekehrt nicht EA & Co. wegen Lootboxen kritisieren und zur Rechenschaft ziehen und dann Valve außen vor lassen, denn Valve war hier wie gesagt Vorreiter, genauso wie es Vorreiter bei Accountzwang und DRM war, und in beiden Fällen auch der wesentliche Akteur, der die Maschen auf breiter Ebene salonfähig gemacht hat. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Valve mehr für Gaming auf Linux getan hat als alle anderen zusammen.