Frage eines Unwissenden..
Lohnen sich diese Frequenzen noch? Bis 200Hz für Berufszocker (wer es zuerst sieht, schießt zuerst) mag mir wegen der Reaktionszeit ja noch halbwegs einleuchten, aber darüber ist doch nur noch, weil es geht, oder?
"Bis letztens" hat man doch auf eine Synchronisierung von GraKa und Monitor Wert gelegt. Wird das asynchrone jetzt einfach durch abartig viel Wiederholung erschlagen?
Man "merkt" es schon in gewissem Rahmen, das Bild ist wirklich super smooth. Besonders natürlich bei extrem hohen Bildraten, aber man merkt 500+ Hertz sogar auf dem Desktop noch, zumindest, wenn man schon häufiger Vergleiche erlebt/ausprobiert hat. Und dann versaut man sich auch die eher niedrigen Frequenzen. Bei mir z.B. gehen 60 Hz echt gar nicht mehr, da bekomme ich schon auf dem Desktop, bei Exceltabellen und im Internet-Browser die Krise – von Spielen (insbesondere Egoshootern, Spielen mit sehr direkter Eingabe) einmal ganz zu schweigen. Mit 60 Fps (bei höheren Refreshraten) kann ich mich hier und dort noch ganz gut arrangieren (obwohl ich die dann sehe, sieht für mich tatsächlich ruckelig aus), aber nicht mehr mit 60 Hz.
Es ist aber in hohen Frequenzen ein drastisch abnehmender Gewinn. 120 auf 240 Hertz ist noch richtig heftig, 240 auf 360 Hertz ist noch spürbar, aber deutlich weniger so. Abermals darüber sind die Unterschiede bei den Latenzen so gering, dass höchstens noch Profis, Esportler oder eben "Trainierte", auf hohe Refreshs und geringe Latenzen konditionierte Spieler, noch etwas bemerken würden. Und das tendiert dann auch irgendwann ins Subjektive bzw. vermutlich auch in eine gewisse Placebo-Richtung. Man bildet sich dann vielleicht ein, dass es besonders smooth ist und man besonders gut spielen könnte – und eventuell hat die daraus resultierende Einstellung dann tatsächlich auch einen positiven Effekt auf den eigenen "Score" bzw. die eigene Spieleleistung (das wäre dann ein Placebo-Effekt).
Im Großen und Ganzen sind 240 Hz so etwas wie der aktuelle "Sweetspot". Wobei schnellere Monitore natürlich nicht schaden und neue Geräte mit 300, 320, 330 oder 360 Hertz für ähnliche Preise zu bekommen sind.
Hier, in diesem Graph (der ist aus der Printversion) bzw. dem zugehörigen Online-Artikel (
Link) kann man das ganz gut nachvollziehen. Bis 240 Hertz tut sich noch richtig viel, darüber nimmt der Ertrag durch noch mehr Hertz bezüglich Input-Latenzen drastisch ab.
Allerdings: Für so etwas wie Frame Generation und erst recht Multiframe-Generation kann man das gut gebrauchen, dazu MUSS man schon fast ein 240-Hertz-Display haben, wenn man von 60 Hertz kommt (z. B. Cyberpunk mit Pathtracing in 4K mit DLSS Balaced auf einer RTX 5090 – da kommt man mit MFG dann ungefähr auf 220-240 Fps und kann ein 240-Hz-4K-Display voll ausschöpfen). Die Latenzen durch (M)FG sind bei hochtaktenden Bildschirmen (deutlich!) geringer als bei langsamer taktenden. Spätestens dafür kann man die hohen Refreshs gut gebrauchen.
Das bzw. 540 Hz (bei OLEDs) dürften im Übrigen nicht lange die Speerspitze bleiben. Man hört es schon geraume Zeit munkeln, dass noch für 2026 bereits 1.000 Hertz angepeilt werden. Offenbar noch nicht ganz "gesichtert" aber die Absicht existiert wohl. Auf der CES hört man vermutlich Neues dazu.
Gruß,
Phil