Baldur’s Gate 3 hat gezeigt, wie viel Potenzial in Rollenspielen steckt! Aber bei den Romanzen hätte es viel mehr Verzweigungen geben müssen.
Zu oft fühlt sich eine Beziehung wie ein hübsches Nebenprodukt an ... nette Dialoge, ein paar intime Szenen, am Ende aber wenig echte Konsequenz für die Geschichte oder die Psyche der Spielfigur. Das ist schade, denn gerade Romanzen können die stärksten emotionalen Hebel sein, wenn Entscheidungen spürbare, langfristige Folgen haben.
Bei Cyberpunk 2077 war das ähnlich: viel Stil, viel Inszenierung, aber zu wenig
echte emotionale Tiefe. Romanzen sollten nicht nur Belohnungen oder kosmetische Optionen sein, sie müssen uns treffen, uns verletzlich machen, uns vor schwierige Entscheidungen stellen. Ich will, dass ein Spiel mich zum Nachdenken bringt, dass ich noch Tage später über eine Szene grüble, weil sie etwas in mir ausgelöst hat.
Und zu Witcher 4: Ich werde es nicht spielen, wenn ich als Mann gezwungen bin, eine Frau zu steuern. In Rollenspielen möchte ich
meinen Charakter leben, und für mich gehört Geralt dazu! Seine Perspektive, seine Moral, seine Wunden. Deshalb wünsche ich mir für Witcher 4 klar:
Geralt als spielbare Hauptfigur, mit Romanzen und Verzweigungen, die wirklich etwas bewegen und die Welt spürbar verändern.
Warum sind Romanzen in manchen RPGs so linear? Weil die Entwickler das Herz als Quest-Gegenstand sehen. Geralt würde das nicht akzeptieren, der würde erst das Skript töten, dann das Monster!
Ist doch ne gute Aussage.
Witcher 3 und auch Cyberpunk nach den ganzen Patches sind top Spiele.
Ich stimme nur halb zu.
Die Herangehensweise ist vollkommen in Ordnung.
Inspirationen holen und dann in eigene Projekte integireren, ohne zu reinen Klonentwicklern zu verkommen.
CDPR hat einen ganz anderen Stil als Larian. Entsprechend gibt es sicher Teile, die inspirieren, wohingegen Dinge wie Rundenbasierte Kampfsysteme und Gruppenkontrolle schlicht nicht zu CDPR passen.
Spiele brauchen mehr echte Emotionen und handfeste Geschichten; in Baldur’s Gate saß man im Lager nie wirklich gemeinsam beim Essen, und Witcher 4 sollte genau das besser machen.
Ich finde auch nicht, dass BG3 durch seine Inhalte Spuren hinterlassen sollte.
Alter Kommentar aus der Zeit vor dem Release von BG3:
In dem Punkt könnte sich CDPR überlegen, ob ihnen nicht auch gut tun würde, sich daran zu orientieren. Mit Gwent und Thronebreaker haben sie sogar ein Bisschen die BannerSaga-Methodik genutzt, sich dann allerdings zu weit von ihr entfernt: Bekanntlicherweise waren in Thronebreaker die Rätsel, Story und Stilistik super, das Deckbuilding und die Standarddeckkämpfe waren hingegen schwach. Das hätten sie mit etwas zusätzlichem BG3-Ansatz umgehen können: Frühes Feedback hätte das schon aufgedeckt. Genau, wie bei Witcher III schon durch Bereitstellung der Region White Orchard vollkommen klar gewesen wäre, dass das Spiel am Ende doch zu wenig Gothic-Tugenden bietet und mit stärker ausgebauten noch erhabener hätte sein können.
CD Projekt hat mit Witcher 2 eine intensive, politische Erzählweise gezeigt; Witcher 3 erweiterte das Spektrum, verlor aber stellenweise die raue Kante. Witcher 4 könnte beides verbinden: Geralt als Protagonist, intime Alltagsmomente im Lager und Romanzen, die echte narrative Relevanz haben.
Romanzen sind der Prüfstein: Wenn ein Spiel nicht schafft, dass ich mich um einen NPC sorge, dann hat es versagt. Lageressen, gemeinsame Müdigkeit nach einem Kampf, das sind die Szenen, die Nähe erzeugen. Wenn Witcher 4 mich wieder so packen will wie Witcher 2, dann muss es Geralt bleiben, mit moralischer Grauzone, knappen Ressourcen und Beziehungen, die echte Folgen haben.
Und ja: Ich werde Witcher 4 nicht spielen, wenn ich als Mann gezwungen werde, eine Frau zu steuern. Das ist meine Grenze in Rollenspielen.