Nehme dann bitte zur Kenntnis, dass sich Aspekte wie "Erfolg", "Gewinn" und somit "Autorenbeteiligung" nicht an deiner Weltsicht orientieren, sondern am Kaufinteresse der breiten Allgemeinheit. Die hat, global betrachtet, Sapkowskis "slawisch-mythische Atmosphäre" vor Witcher 1 komplett und bis Witcher 3 weitestgehend ignoriert.
Dass sich das geändert hat, ist CDPRs Verdienst. Sapkowski hat mit dem Hintergrund und den Charakteren einen Baustein zum Erfolg von Witcher 3 beigetragen, genauso wie Nvidia mit Hairworks und PhysX, IDW mit Speedtree, Piranha Bytes mit der Inspiration für die Spielmechaniken, Percival und das Brandenburger Staatsorchester mit dem Soundtrack und unzählige weitere. Aber die Hauptarbeit haben die Entwickler geleistet und die von ihnen beauftragten externen Partner, inklusive Sapkoswki, wurden für ihre Mitarbeit gemäß ihrer Verträge bezahlt. Umgekehrt könnte man übrigens behaupten, dass Spakowskis Witcher-Bücher ohne Tolkiens Vorleistungen, sowohl bei der Schaffung des modernen Markts für Fantasy Literatur als auch des ziemlich stereotyp übernommen Mittelaltersettings inklusive der nahezu 1:1 kopierten Ausgestaltung von Zwergen und Elfen/Elben, unmöglich gewesen wären. Sind da jetzt auch Nachforderungen gerechtfertigt.
Es ist wichtig zu erkennen, dass die
Witcher-Reihe ohne Sapkowskis Vorlage nicht die gleiche Tiefe und Komplexität erreicht hätte. CD Projekt Red hat großartige Arbeit geleistet, aber die fundamentale Basis, die die Geschichten und Charaktere von Sapkowski bieten, ist unerlässlich. Ohne diese Vorlage wären die Spiele wahrscheinlich weniger eindrucksvoll und wir würden nicht über die unterschiedlichen Facetten der Spiele diskutieren.
Die Unterschiede in der Atmosphäre zwischen
Witcher 2 und
Witcher 3 zeigen, wie sehr die Erzählkunst direkt aus Sapkowskis Arbeiten schöpft. Daher ist es nicht nur eine Frage der persönlichen Vorlieben, sondern auch der Anerkennung, dass der Ursprung entscheidend für den Erfolg und den Reiz der Spiele ist.
Warum spielen Bücher immer die beste Rolle in Videospielen?
Weil sie immer die „Story“ im Hintergrund haben!
Es ist schade, dass du den eigentlichen Funken noch immer nicht verstanden hast. Die einzigartigen kulturellen Einflüsse und persönlichen Hintergründe sind entscheidend für die Tiefe und Qualität der Geschichten, die wir schätzen.
Es ist bedauerlich, dass die breite Masse
Witcher 3 als besser empfindet, denn oft scheint es, als wäre die tiefgründige und komplexe Erzählweise von
Witcher 2 etwas zu anspruchsvoll für viele. Diese Vorliebe für die oberflächlicheren Elemente kann als „Popcorn-Kultur“ bezeichnet werden, die es schwer macht, wirklich tiefgründige Geschichten zu genießen.
Ich bin mal gespannt, wie
Witcher 4 wird. Die Masse ist ja wild darauf, Ciri zu spielen, aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust, sie zu steuern.