Ich hatte gestern ein Interview im Rahmen des Unreal Fests mit sowohl Epic als auch CDPR.
Das war laut denen (beiden Seiten!) mehr oder minder erst deshalb möglich, weil die eben so eng zusammengearbeitet haben. CDPR hat "rumgespielt", dann ein Szenario mit mäßiger Performance gefunden.
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Trotzdem schon traurig, dass Epic das nicht vorher irgendwie herausfinden konnte. Denn mal ganz ehrlich, die werden auch bei anderen, größeren, kommerziellen Spielereleases auf UE5 eine Menge Supportanfragen von Entwicklern bekommen haben bzgl. Traversal Stuttering. Ich denke schon, dass hier vertraglich zwischen Epic und CDPR deutlich mehr ausgehandelt wurde. Das wird kein normales "Lizenznehmer mit Erlaubnis, den heiligen Epic-Entwicklern auch mal Fragen stellen zu dürfen" Verhältnis sein.
Dass CDPR ihre (eigentlich recht krasse) Red Engine rein aus Kostengründen hat fallen lassen werden die sich mit einem Quasi-First-Level-Support bei der Engineweiterentwicklung an Epic für zukünftige Projekte gebunden haben. Quasi so "passt auf, wir lassen unsere, eigentlich konkurrenzfähige Inhouse-Engine fallen, sofern ihr uns bei unseren technischen Wünschen aktiv zur Seite steht und diese auch entsprechend der Voraussetzungen unserer Projekte umsetzt". Als Gegenleistung wird Epic ihre Engine in Spielen wissen, die dann für technisch (hoffentlich) sehr gut optimierte und bei Spielern sehr beliebten und gefragten Spielen verwendet wird. Das ist schon win-win. CDPR spart die ganzen internen Entwicklungskosten für eine hauseigene Engine und Epic, sofern die Spiele dann gut laufen, werden ihren Anteil an massenhaft verkauften Einheiten einheimsen. Ein Witcher 4 wird sich (ebenso wie der CP2077-Nachfolger), wenn er bei Release keine groben Macken aufweisen wird, wie geschnitten Brot verkaufen. Und das wird gleichzeitig wiederum massive Werbung sein, um weitere Entwickler zu einem Wechsel zur UE5 zu bewegen, wenn sie riesige Welten ohne dieses elende Stutterstruggle schaffen wird und auch die CPU-Last endlich mal runtergefahren wird.
Daher glaube ich schon, wenn natürlich alles nur Mutmaßung, dass CDPR mit Epic vor der Ankündigung des Wechsels zur UE5 mit Epic bereits ausgehandelt hat, dass diese sich dann konsequent um alle Bug- und Performancereports kümmern müssen, die CDPR bei ihrer Entwicklung findet / aufdeckt. Ist ja aber für Epic auch nichts schlechtes. Kein böser Knebelvertrag, denn wie gesagt, dadurch sparen sie sich Unmengen an Testszenarien, um das überhaupt selbst aufdecken zu können, zudem profitieren andere Entwicklerstudios und auch die Käufer der Spiele werden sich nicht mehr auf die leidigen Nachteile der Engine bei jedem Spielerelease stürzen.
Schade, dass es sowas erst braucht, wenn man die meistverbreitete Engine am Markt sein Eigen nennt. Andererseits: Gut, wenn aus der Zusammenarbeit endlich die tieflegenden Probleme angegangen werden können. Es wurde Zeit.