Das war noch nie harte Arbeit wenn man danach gesucht hat.
Da erinnere ich mich aber an was anderes:
Mitternacht. Seit Stunden warte ich schon auf DIE Gelegenheit...
Die Eltern liegen bereits seit Stunden im Bett. Endlich deutet ein leises "Klack" darauf hin, dass mein Vater jetzt endlich den Fernseher abgeschaltet hat und nun hoffentlich auch bald schläft.
Ich warte lieber noch 10 Minuten um sicher zu gehen, bevor ich mich "leise" ins Internet einwähle. KRRRRRR BOING BOING erschallt es in die leise Nacht hinein. Nur noch ein paar Sekunden, dann bin ich drin.
Endlich - das Verbindungsfenster schließt sich und Internet Explorer 5 entfaltet sich langsam vor meinen Augen. Noch schnell den CRT entmagnetisieren, wir wollen ja ein sauberes Bild.
Jetzt kann's los gehen! Auf zur besten Website, die es jemals geben wird - auf zu Yahoo! Dort wird das erste schmutzige englische Wort, dass meinem ~14 jährigen Hirn einfällt, eingegeben. Nun beginnt die Suche... in einer Flut an Text muss doch irgendwo ein Bild zu finden sein.
Ein paar Klicks und ebenso viele Minuten später - endlich! Ein Bild! Zumindest die ersten 4 Pixel, die sich langsam, zeilenweise von oben links nach unten rechts aufbauen. Eine geschlagene Minute dauert es, bis ich in die Augen einer lasziv dreinblickenden Dame in ihren 30ern, vermutlich eher 40ern, schaue.
Plötzlich ein leises Knarren! Sind meine Eltern aufgewacht? Ist mein Vater doch noch nicht eingeschlafen?
Gespannt blicke ich zurück in Richtung meiner Kinderzimmer-Türe. Angstschweiß bildet sich auf meiner Stirn.
Nach kurzem Innehalten - Nichts. Puh, Erleichterung macht sich breit.
Die Augen wandern zurück auf den Bildschirm, auf dem sich gerade in diesem Moment die erste Zeile auf Nippelhöhe aufbaut. Zumindest könnte es von den Proportionen der Dame her passen. Gespannt kleben die Augen am Monitor.
Dann wieder "Knacks". Das hört sich doch verdächtig nach dem Parkettboden zwischen Eltern-Schlafzimmer und Kinderzimmer an. Verdammt!
Panisch greife ich zur Maus und ziehe den Cursor in Richtung oberer rechter Ecke. Zumindest will ich das... das Katzenhaar, dass sich um den Trackball gewickelt hat, hat andere Pläne. Knapp daneben ist auch vorbei - jetzt ist das Fenster minimiert. Zumindest ist der Befehl angekommen, dass Fenster schält sich nun langsam vom Bildschirm.
Mit panischen Augen beobachte ich, wie alles rund um die Dame langsam in Richtung Taskleiste verschwindet. Natürlich bleibt SIE aber bis zum Schluss... Mir bleibt keine Wahl. Wenn ich jetzt erwischt werde, bekomme ich vielleicht Internetverbot für die nächsten paar Tage.
Also mache ich das einzige was man in dieser Situation tun kann! Ich klettere untere den Tisch und ziehe den Stecker. Wer weiß wie lange es am nächsten Tag dauern wird, bis ich Windows wieder lauffähig bekomme. Mit Glück funktioniert alles, mit Pech muss ich neu installieren und verliere ein paar Tage.
Nachdem alles erledigt ist, springe ich auf und gehe ganz unauffällig in Richtung WC. Man muss ja so tun, als wäre man deswegen noch auf. Zu meinem Erstaunen sehe ich niemanden am Gang... Nur meine Katze, die mich ansieht als hätte sie einen Geist gesehen. Na toll, es war also alles umsonst. Naja, dann versuche ich es morgen wieder.