News Digitalgesetze: EU plant ein Ende der Cookie-Orgien

PCGH_Sven

PCGH-Autor
Die Europäische Kommission hat ihre Vorschläge zur Vereinfachung der digitalen Gesetzgebung vorgelegt und möchte damit unter anderem auch den Orgien von Cookie-Bannern auf Websites den Kampf ansagen.

Was sagt die PCGH-X-Community zu Digitalgesetze: EU plant ein Ende der Cookie-Orgien

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Euer Artikel rückt das Thema in ein viel zu positives Licht und erweckt beim oberflächlichem Lesen den Eindruck, als sei es etwas Gutes und würde endlich mit den nervigen Cookie Bannern nativ aufräumen - was vllt sein mag aber hier kommt ein viel wichtigerer Aspekt zu kurz: es bedeutet einen Kahlschlag im Datenschutz und umfassende Rechte bzw Möglichkeiten für KI, mit unseren persönlichen Daten Gewinn zu scheffeln. Äußerst bedenklich!
Siehe z.B. hier: https://www.faz.net/aktuell/wirtsch...iff-auf-grundrechteschutz-accg-110783330.html
 
Euer Artikel rückt das Thema in ein viel zu positives Licht und erweckt beim oberflächlichem Lesen den Eindruck, als sei es etwas Gutes und würde endlich mit den nervigen Cookie Bannern nativ aufräumen - was vllt sein mag aber hier kommt ein viel wichtigerer Aspekt zu kurz: es bedeutet einen Kahlschlag im Datenschutz und umfassende Rechte bzw Möglichkeiten für KI, mit unseren persönlichen Daten Gewinn zu scheffeln. Äußerst bedenklich!
Siehe z.B. hier: https://www.faz.net/aktuell/wirtsch...iff-auf-grundrechteschutz-accg-110783330.html
Sieht so aus. Danke für den Hinweis!

So wie die EU-Kommission offenbar vorgehen will, ist das Reformvorhaben ein gutes Beispiel dafür, generell bei dem Wort Bürokratieabbau aufzuhorchen. Hier läuft Bürokratieabbau nämlich auf Datenschutz und damit Abbau der Rechte der Bürger:innen hinaus. Bürokratieabbau wird seit einer Weile seitens der Kapitalseite (Wirtschaftsverbände, Lobby, kapitalnaher Parteien wie bspw. CDU, CSU und FDP) und deren Ideolog:innen wie Neoliberale versucht als positiver Begriff und als eine Strategie im angeblichen Interesse der Einwohner:innen unter die Leute zu bringen. Tatsächlich ist es oft ein Trojanisches Pferd des Kapitals/Marktradikaler.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wow, gefühlte 500 Jahre später.
Finde es immer wieder sehr spannend hunderten Firmen das "berechtigte Interesse" zu entziehen.
Ich will dieses Mini-Game bitte behalten.
Mal schauen was sich die Betreiber danach einfallen lassen.🤣
 
Ich akzeptiere grundsätzlich keine Cookies.

Wenn ich eine Seite ansurfe für irgend einen Artikel (v.a. News Seiten) den man mir schickt oder den DuckDuckGo mir ausspuckt und mir die Seite die Wahl lässt zwischen "Abo für 3,99" oder "Alle Cookies akzeptieren"... Nun, dann halt nicht. Ganz einfach :D
 
Sieht so aus. Danke für den Hinweis!

So wie die EU-Kommission offenbar vorgehen will, ist das Reformvorhaben ein gutes Beispiel dafür, generell bei dem Wort Bürokratieabbau aufzuhorchen. Hier läuft Bürokratieabbau nämlich auf Datenschutz und damit Abbau der Rechte der Bürger:innen hinaus. Bürokratieabbau wird seit einer Weile seitens der Kapitalseite (Wirtschaftsverbände, Lobby, kapitalnaher Parteien wie bspw. CDU, CSU und FDP) und deren Ideolog:innen wie Neoliberale versucht als positiver Begriff und als eine Strategie im angeblichen Interesse der Einwohner:innen unter die Leute zu bringen. Tatsächlich ist es oft ein Trojanisches Pferd des Kapitals/Marktradikaler.

In dem Fall ist "Bürokratieabbau" keine passende Bezeichnung.

Ist-Stand: "Du willst Techniken nutzen, die Tracking erlauben würden? Frag nach."

Dann-Stand: "Du willst Techniken nutzen, die Tracking erlauben würden? Frag nach, es sei denn, du nutzt die Techniken gar nicht für Tracking, was auf eine noch zu definierende Art rechtssicher überprüft werden muss, und setzt ausschließlich Cookies für etwas, dass als zwingend nötig für den Betrieb der Webseite nötig ist, wobei allen beteiligten vollkommen klar ist, dass du jede Menge Tracking-Technik also notwendig deklarieren wirst, weil das in diversen Cookie-Dialogen schon heute so machst, weswegen erneut zu definieren und zu überprüfen wäre, ob das überhaupt stimmt."

Ausnahmeregelungen/Verwässerungen können zwar den Alltag vereinfachen (in dem Fall vor allem den Alltag von Datensammlern), aber sie sind immer das genaue Gegenteil von Bürokratieabbau. Irgendwer muss halt überprüfen, ob ein Sonderfall vorliegt und oft genug ist schon die Entwicklung entsprechender Kriterien ein jahrzehntelanger Akt, der über Verbraucherschützer und Gerichtsprozesse läuft. Bürokratisch einfach wären "Internetnutzer haben keine Rechte" oder "Jede Speicherung von Daten ist verboten".
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich mag Cookies, aber die in den Browsern eher nicht, sofern es um Werbung geht.;)
Nur ganz ohne Cookies funktionieren dann aber manche Seiten nicht richtig.
 
In dem Fall ist "Bürokratieabbau" keine passende Bezeichnung.

Ist-Stand: "Du willst Techniken nutzen, die Tracking erlauben würden? Frag nach."

Dann-Stand: "Du willst Techniken nutzen, die Tracking erlauben würden? Frag nach, es sei denn, es du nutzt die Techniken gar nicht für Tracking, was auf eine noch zu definierende Art rechtssicher überprüft werden muss, und setzt ausschließlich Cookies für etwas, dass als zwingend nötig für den Betrieb der Webseite nötig ist, wobei allen beteiligten vollkommen klar ist, dass du jede Menge Tracking-Technik also notwendig deklarieren wirst, weil das in diversen Cookie-Dialogen schon heute so machst, weswegen erneut zu definieren und zu überprüfen wäre, ob das überhaupt stimmt."

Ausnahmeregelungen/Verwässerungen können zwar den Alltag vereinfachen (in dem Fall vor allem den Alltag von Datensammlern), aber sie sind immer das genaue Gegenteil von Bürokratieabbau. Irgendwer muss halt überprüfen, ob ein Sonderfall vorliegt und oft genug ist schon die Entwicklung entsprechender Kriterien ein jahrzehntelanger Akt, der über Verbraucherschützer und Gerichtsprozesse läuft. Bürokratisch einfach wären "Internetnutzer haben keine Rechte" oder "Jede Speicherung von Daten ist verboten".
Das mag sein. Jetzige Regelung finde ich auch nicht gut. Offenbar soll es aber noch schlimmer werden.
Jedenfalls argumentiert mit Bürokratieabbau allerdings die EU-Kommission:
Mit dem Digital-Omnibus reagiere die Kommission auf Beschwerden der Industrie und reduziere die Lasten, die sich aus dem Wildwuchs der Regulierungen ergäben.
- Zitat aus der FAZ
Und klar, dass sie nicht der Linie folgen, wie Du sie nahelegst. Mensch könnte ja denken, ah cool, Bürokratieabbau=weniger/keine Datenspeicherung - in der Realität sieht es halt anders bzw. gegenteilig aus. U.a. deswegen ist ja die Bürokratieabbau-Propaganda so fiese. Wer weiß, vielleicht hat auch Google erfolgreich "lobbyiert".
 
Punkt 1: "Die Änderungen werden die Anzahl der Cookie-Banner reduzieren und es den Benutzern ermöglichen, ihre Zustimmung mit einem Klick anzugeben und ihre Cookie-Präferenzen durch zentrale Einstellungen der Präferenzen in Browsern und Betriebssystemen zu speichern."

Mit kurzen Worten:
"Wir möchten, dass jeder mit den Standardeinstellungen schon die Cookies akzeptiert!" (um die Daten zu verkaufen, ohne dass der User davon profitiert und seine Daten auf gehackten Listen öffentlich im Internet auftauchen)

Das hat nichts mit Datenschutz oder Verbraucherschutz zu tun, sondern mit der Unterstützung von Unternehmen und dem Verkauf der eigenen Bürger:

"Das heutige digitale Paket zielt darauf ab, den Zugang zu Daten als Schlüsselfaktor für Innovationen zu verbessern. Sie vereinfacht die Datenvorschriften und macht sie für Verbraucher und Unternehmen praktikabel [...]"

Punkt 2: "Maßnahmen zum Schutz sensibler nicht personenbezogener Daten"

Unternehmen sollen geschützt werden, nicht der Bürger.

Punkt 3: "Unternehmen können Dokumente digital signieren, mit Zeitstempel versehen und versiegeln; sicheres Erstellen, Speichern und Austauschen verifizierter Dokumente; und sicher mit anderen Unternehmen oder öffentlichen Verwaltungen in ihren eigenen und den anderen 26 Mitgliedstaaten kommunizieren."

Mit anderen Worten:
"In Zukunft wird es einfacher kriminelle Aktivitäten im gesamten EU-Raum zu verschleiern. So schützen wir auch Regierungen."

Angeblich soll auch mehr Arbeit (zusätzliche Schritte zur Verschleierung, erneutes Anlernen und Umdenken der Arbeiter und aller Kunden, Patienten, Mandanten und Bürger) zu weniger Arbeit führen, ich bin gespannt...
 
Ich akzeptiere grundsätzlich keine Cookies.

Wenn ich eine Seite ansurfe für irgend einen Artikel (v.a. News Seiten) den man mir schickt oder den DuckDuckGo mir ausspuckt und mir die Seite die Wahl lässt zwischen "Abo für 3,99" oder "Alle Cookies akzeptieren"... Nun, dann halt nicht. Ganz einfach :D
Genau so handhabe ich es auch. Deshalb nutze ich z.B. die PCGames-Seite nicht. Wenn ich die Cookies ablehnen könnte, würde ich da mit Sicherheit regelmäßig vorbei schauen.
 
Das mag sein. Jetzige Regelung finde ich auch nicht gut. Offenbar soll es aber noch schlimmer werden.
Jedenfalls argumentiert mit Bürokratieabbau allerdings die EU-Kommission:

- Zitat aus der FAZ
Und klar, dass sie nicht der Linie folgen, wie Du sie nahelegst. Mensch könnte ja denken, ah cool, Bürokratieabbau=weniger/keine Datenspeicherung - in der Realität sieht es halt anders bzw. gegenteilig aus. U.a. deswegen ist ja die Bürokratieabbau-Propaganda so fiese. Wer weiß, vielleicht hat auch Google erfolgreich "lobbyiert".

Google war in der Vergangenheit häufiger auf Seiten der Cookie-Gegner. Kein Wunder:
Welches andere Unternehmen kann so viele Userdaten über Log-Ins, Browser und Betriebssysteme erfassen, wie Alphabet? Wenn niemand mehr über Cookies tracken kann, heißt das ja nicht, dass niemand mehr tracken will, sondern dass jeder eine andere Lösung wünscht. Und Alphabet ist in der (Mono-)Pole-Position, die bereitzustellen. Apple hat auch vergleichbare Technik (aber weniger Reichweite), Meta innerhalb seines Kosmos sowieso und Microsoft versucht es seit Jahren. Lobbyieren dürften entsprechend eher kleinere, einheimische Verwerter von Nutzerdaten.
 
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