PureLuck
Software-Overclocker(in)
Eine Kooperation zwischen einem OEM oder allgemein Hardwarehersteller dürfte in der Regel so aussehen, dass der Hersteller sein Produkt mit Linux testet und wenn es nicht funktioniert, eine Lösung erarbeitet oder erarbeiten lässt und diese dann teilt. Wenn sie solide ist, wird sie in andere Projekte eingebaut.
Und was man in eine Distro einbauen kann, kann man in aller Regel einfach in alle einbauen. Das ist ja das geniale an freier Software.
Du hast völlig recht. Aber da kommen wir ja wieder zu dem eingangs erwähnten Punkt:
"Linux" würde sich verbreiten, wenn jeder OEM einen auf Google (ChromeOS) oder Valve (SteamOS) machen würde.
Weil die von dir geschilderte Arbeit, ist ja nicht weit von einer eigenen Distro entfernt, was letztendlich die Abhängigkeit zu anderen minimieren würde. Das Szenario (1) ist noch das realistischste (im Sinne der verbreitung von Linux) in meinen Augen.
Gut, ich habe ihn jetzt noch nicht ausprobiert. Das System entwickeln die ja auch nicht komplett selbst. Das ist im Endeffekt ein gebrandetes Kubuntu.
Das kann sein, bin mir aber nicht sicher. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern, wie das bei meinem Tuxedo war. Das hatte ich, weil ich eh neu aufsetzen wollte, mal mit TuxedoOS vorinstalliert geordert. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass man da keinen Nutzernamen und vor allem kein Passwort setzen konnte.
Bei vorinstalliertem TuxedoOS werden die die OEM-Installationsmethode von Ubuntu hergenommen haben.
Da wird das OS mit einem temporären OEM-Nutzer aufgesetzt und nachdem man das erste mal auf dem Desktop gelandet ist, kann man über eine Verknüpfung das System in den Auslieferungszustand versetzen. Der Kunde muss dann nur noch anschalten, Name, Passwort und Zeitzone einstellen und das war es. Aber es muss sich beim Auslieferer halt jemand hinsetzen und das System in diesen OEM-Zustand bringen. Meine Recherchen führten dahingehend zu keinen Hinweise in Richtung Automatisierung. Aber das muss auch nix heißen...
Interessant finde ich aber den WebFAI-Ansatz von Tuxedo. Szenario (2):
Die OEMs liefern ihre Computer mit einem Mini-OS auf einer eigenen, kleinen Partition aus.
Dies startet beim Anschalten mit einem schön simpel gehaltenem UI, welches dem User die Auswahl aus mehreren Linux Distributionen bietet und diese ganz kurz beschreibt (bspw. Allrounder (Standard) / Office / Gaming / Entwicklung oder so).
Dann kann er meinetwegen noch einen Desktop auswählen. Wobei man diesen Schritt schon fast weglassen könnte und strikt auf KDE Plasma setzt.
Sprache, Tastatur, Zeitzone, Nutzer und Kennwort wird noch eingestellt und in einer Konfig gespeichert.
Dann zieht sich das Mini-OS fleißig die OS-Images ausm Netz und installiert das Haupt-OS versteckt hinter einem schicken Ladebalken und macht ein Auto-Setup anhand der Konfig-Datei.
Anschließend ein paar Bootmanager Shenanigans, damit das Gerät ins Haupt-OS bootet und fertig.
Probleme dabei:
- es benötigt leicht angepasste Images für das Auto-Setup
- das Mini-OS muss unabhängig maintained und die Image-Quelle hochverfügbar gemacht werden
- Hersteller und die verfügbaren Distros müssen dafür an einem Strang ziehen

Szenario (3):
Canonical übernimmt das ganze Thema irgendwann komplett, sodass man irgendwann nur noch entweder Ubuntu oder Windows beim Consumer laufen hat.
Szenario (4):
Alles bleibt so wie es ist, weil der Kunde den Accountzwang und alles, was noch so danach bei Windows kommen mag, gar nicht so schlimm findet.

