Ich sage mal so: Aus der Autoübersetzung einer Randbemerkung einer koreanischen Tageszeitung Hardware-Neuheiten schlussfolgern zu wollen, ist eher mutig. Printmedien mit breiter Zielgruppe sprechen für ihr aktuelles Anliegen weniger wichtige Aspekte möglicherweise nur an und subtile Formulierungsmöglichkeiten, die eine Angabe im Original als älter oder anekdotenhaft kennzeichnen, schaffen es nicht unbedingt durch den Google Translator. Wer sowas an die große Glocke hängt, hat die Zeitungsente selbst erbrütet.
Bezüglich Augenhöhe: Wie gesagt, Intel verspricht für 18A mehr als N3. Genaugenommen haben sie das schon für 20A gemacht und 18A ist dessen Verbesserung; die sollte es, schon allein dem Namen nach, mit N2 aufnehmen können und noch innerhalb von "5N4Y" erscheinen, also diesen Sommer. Dass Intel all diese Versprechen hält, ist sehr zu bezweifeln. Ich persönlich erwarte Panther Lake eher im zweiten Halbjahr und das nach der kein-20A-für-Arrow-Lake-Nummer auch eher auf denn jenseits N3-Niveau. Aber wenn Intel die Versprechen halten würde, hätten sie aufgeholt. (Die spezifischen Versprechen. Gelsingers allgemein Ansage 2021 war ja "unquestioned leadership" für 2025, dafür müsste 18A klar besser als N2 sein und im ersten Halbjahr zumindest in die Fertigung, besser in den Verkauf gehen.)
Bezüglich spät-10er-CPUs: Wenn man nur die Generationen zählt, dann wäre nach altem Tick-Tock-Schema die 7000 und 8000 an 10-nm-Designs und Core i9000 wäre der 7-nm-Shrink letzterer gewesen. Aber einerseits gingen Tick-Tock-Roadmaps nie so weit und andererseits gab es während deren Gültigkeit nie einen Core i9, sondern maximal i7 – selbst in den HEDT-Sockeln. Wer auf den "i9-9900K" abstellt, kann sich also unmöglich auf derartige "das Jahr 2020 aus Sicht von 2014"-Prognosen beziehen; Planungen für diese SKU sind grob auf 2017 zu datieren und da war Intel schon in tief im "++++"-14-nm-Tunnel.