Ich sehe bei dem Fall eher das Problem, daß man als Versicherung irgendwann nicht mehr genug Kunden hat wenn man anfängt so pingelig zu werden. Für mich sieht das eher danach aus, als lassen sich da Unternehmer das Denken zu stark von Algorithmen abnehmen und schneiden sich ins eigene Fleisch.
Versicherungen sind ein kurioses Geschäft. Effektiv soll ja die Gemeinschaft der Versicherten den Schaden eines Einzelnen abfangen. Im Prinzip will jeder mit Gewinn rausgehen, weil wozu zahlt man Jahrelang ein, wenn dabei nichts oder weniger herumkommt? Aber gibt es keine Versicherten, weil man alle gekickt hat, müsste die Prämie steigen. Aber da keine Schäden entstehen, weil ja alles top Kunden sind... Wirr
Kann schon verstehen, warum manche bei Versicherungen sehr skeptisch sind. Schwierig wird es bei Berufsunfähigkeitsversicherungen, die winden sich gerne mal raus weil es immer um sehr viel Geld geht, auch Hausratversicherungen sind nicht immer kooperativ, ja.
Joa. Im Prinzip ist das auch deren Aufgabe: Bloß nichts auszahlen. Schmälert den Gewinn und am Ende muss man noch die Prämie erhöhen, weil das sonst nicht mehr wirtschaftlich ist. Versicherungen sind schließlich keine Wohlfahrtsorganisation. Die bedauerliche Masse an Einzelschicksalen leidet dann irgendwelchen kleinen Nebensätzen oder Paragraphen in der Versicherungspolice.
Beispiel: Für ca. 20 Euro mehr im Monat, hätte ich mein Fahrrad gegen Diebstahl versichern können. Die Hausratsversicherung brauche ich ohnehin. Super Angebot, wenn da nicht das Normalgedruckte im Vertrag stehen würde:
Gilt nur, wenn das Fahrrad mehr als 10 km von der Wohnung entfernt gestohlen wird. Ganz toller Versicherung. Bringt mir halt nichts, wenn mir das Fahrrad wieder mal am Bahnhof gestohlen wird.
Ich persönlich sehe aber von den freiwiligen Versicherungen die Privathaftpflichtversicherung als unverzichtbar für mich an, sie kostet fast nichts (50-70€ im Jahr), kann aber existenzbedrohende Schäden abwenden. Die sollte der Gesetzgeber meiner Meinung nach auch zur Pflicht machen. Das ist aber auch schon die einzige die ich in der Kategorie sehe, der Rest ist optional.
Volle Zustimmung! Schäden entstehen immer mal. Wobei ich Versicherer schon verstehen kann, dass teilweise Vorfälle wie gestellt oder Absicht wirken. So mancher könnte das ja sogar noch als Einladung sehen, mutwillig etwas zu zerstören. Was natürlich wieder kaum jemand weiß: Mutwillig verursachte Schäden sind natürlich nicht abgedeckt. Aber weis mal jemanden nach, dass er das Smartphone des Freundes nicht absichtlich von der Brücke fallen lassen hat oder den Fernseher des Freundes nicht mit Absicht mit einer WiiMote beworfen hat. Diese Reality TV Serien über Versicherungsbetrüger müssen ja schon irgendwie mindestens ein Fünkchen Wahrheit beinhalten.
Ich hab auch eine - einfach damit ich diesen Stress nicht habe. Aber gerade wenn man bei Freunden was kaputt macht / die einem was kaputt machen bekommt man einen Scheiss von der Haftpflicht. Den letzten Schaden (Akkuschrauber vom Balkon gefallen und pv Modul der Nachbarn im EG zertrümmert) hab ich daher sofort selbst bezahlt.
Klingt richtig scheiße. Genau das Gegenteil von diesen Absichtsdingern. Unter Freunden könnte man durchaus mal Versicherungsbetrug annehmen. Aber beim Nachbarn des Freundes wird es dann doch etwas weit hergeholt. Da steht sicherlich auch etwas zu Hilfsarbeiten am Bauwerk (was u.U. in Richtung Schwarzarbeit gehen kann). Da wieseln sich die Versicherungen wieder mit raus. Bei manchen Dingen lohnt sich der Stress mit den Versicherungen auch nicht. Gerade bei "kleineren" Summen. Wobei die Privathaftpflicht sich wegen 200-250 Euro wirklich nicht aufregen sollte.
Ich selbst habe bei meiner Privathaftpflichtversicherung darauf geachtet, daß sie mir auch Schäden ersetzt, die mir Leute verursachen die keine Versicherung haben. Die Versicherung hat da kaum Möglichkeiten mich als Kunden hängen zu lassen, da der Schaden meist eindeutig festgestellt ist und es kaum Ausschlussgründe gibt und sie ja den Verursacher notfalls in die Privatinsolvenz klagen kann, wenn er meint keine Versicherugn zu brauchen und keine Kohle hat. Nicht mein Problem dann.
Klingt absolut großartig! Dem Typen, der sowieso knapp bei Kasse ist, wirst du mit Sicherheit kaum Geld entlocken können. Wenn man das inkassomäßig auf die Versicherung abtreten kann und nichts mehr damit zu tun hat, erscheint mir das nach einer guten Lösung für einen selbst. Das Schicksal des anderen sei mal dahingestellt, aber von Gutmütigkeit bezahlt sich der eigene Schaden leider nicht.
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Was den Artikel angeht: Menschen werden auch immer perfider. Wie schon geschrieben, gibt es eine Menge Betrüger, die irgendwie etwas aus der Versicherung rausholen wollen. Klingt ja nach einem lohnenswerten Geschäft.
Im Gegenzug die eigene Absicherung der Versicherung durch umfassendere Fragebögen und Technik zu erhöhen, scheint mir nachvollziehbar. Was mich wundert: Wieso wird ihm die Versicherung Ersatzlos gekündigt, wenn sich das Risiko dieser Person ändert? Man könnte initial so eine Prüfung machen, ja. Man kann regelmäßige Prüfungen auch vertraglich vereinbaren und Verpflichtungen des Versicherungsnehmers zur Erhaltung seines Risikolevels niederschreiben. Alles möglich. Auch automatisiert mit "KI" und Drohnen.
Ob man bei so einer Versicherung einen Vertrag abschließen möchte, steht auf einem anderen Blatt. Aber am Ende stellt sich immer die unverschämte Frage: "Datenschutz? Hast du etwas zu verbergen?"
Die Telematik Tarife für KFZ Versicherungen scheinen oftmals auch recht lukrativ zu sein. Menschen fahren ordentlicher, weil sie kontrolliert werden. Im Gegenzug bezahlen sie weniger. Für die Versicherung sinkt das Risiko eines Versicherungsfalls. Win-Win? Ich weiß nicht. Die Algorithmen liegen nur teilweise offen und diese technische ständige Kontrolle unter Androhung von Konsequenzen führt meiner Meinung nach langfristig zu psychischen Schäden. Allen voran Depressionen. Bossware schlägt ja in dieselbe Kerbe. Schön kontrollieren, dass der Arbeitnehmer auch die ganze Zeit im Hamsterrad läuft, sonst wird automatisiert ein Alarm verschickt. Dass man daran einfach kaputt geht, steht außer Frage.
Auch die Versicherer müssen ein Risiko tragen. Fertig. Man kann nicht alles ausklammern und detaillierter Erfassen als die Versicherten eigentlich selbst über sich und ihr Eigentum Bescheid wissen.