Wenn ich das richtig verstehe, werden menschliche Intelligenzen inzwischen überfordert und durch künstliche Intelligenz abgehängt, ja? Die Menge an Code ist zu groß, um durch Menschen bearbeitet werden zu können. Jedoch wird die Menge an Code mit der Zeit weiter zunehmen, womit die Menschen zunehmend weniger direkten Kontakt zum Code haben; die KI vermittelt zwangsläufig als Schnittstelle oder anders: der Mensch beherrscht den Code nur noch indirekt.
Ich kann dir aus meiner täglichen Arbeit als Entwickler sagen, dass das Gegenteil der Fall ist. Die KI hilft, den Code besser zu beherrschen.
Tatsächlich geht es dabei gar nicht um Intelligenz(en), sondern um Aufwand. In über Jahre entwickelten Codebasen sammelt sich zwangsläufig eine Menge sogenannte technische Schuld an. Neue Technolgien, Design-Entscheidungen, weiterentwickelte Features, veraltete APIs, die weiterhin unterstützt werden müssen, das alles führt zu immer höherer Komplexität, die nur mit viel Erfahrung oder Aufwand zu überblicken ist.
Ich kann mir die Arbeit machen, den ganzen Code selbst durchzugehen, um alle Edge Cases zu finden, die ich bei der Implementierung eines neuen Features nicht berücksichtigt habe. Oder ich beauftrage die KI, das für mich zu tun.Darin ist die nämlich ziemlich gut. Im Ergebnis verstehe ich selbst den Code besser und mache entweder weniger Fehler oder bin produktiver (oder beides).
Zeichnet sich hier etwa ein Mehrwert der KI ab?
Kann mir ein Programmierer erklären, was es mit der Aussage zu den stabilen Fehlern auf sich hat? Müsste man annehmen, mehr Code resultiere in höheren ("instabilen") Fehlerraten?
Das bedeutet, dass die Entwickler produktiver sind, ohne mehr Fehler zu machen. Du kannst dir das anhand eines Spiels vorstellen: Die Entwickler wären nach der Aussage in der Lage, ein dreimal so umfangreiches Spiel in der gleichen Zeit zu entwickeln. Durch die größere Map, mehr Quests, etc. sind dann natürlich auch dreimal so viele Bugs drin. Die Bug-Rate pro Umfang bleibt aber gleich.
Tatsächlich muss ich hier NVidia ausnahmsweise fast vollständig zustimmen, denn das deckt sich auch mit meinem Arbeitsalltag. KI gibt Profis die Möglichkeit, produktiver zu arbeiten, wenn man sie richtig einsetzt. Sie wird einen aber nie ersetzen können.
Im Grunde kann man sich ein KI-Tool bei der Entwicklung wie einen Praktikanten vorstellen, der sehr gut ausgebildet ist, aber keine Erfahrung hat und in der Firma ganz neu ist. Man muss ihm noch viel Kontext geben, Design-Entscheidungen und Pläne erklären, Rückfragen beantworten. Aber dann ist er sehr effektiv.
Wenn Leute schreiben, dass die KI viel Quatsch hanebüchenen Unsinn produziert, liegt es meistens nicht an der schlechten KI, sondern an schlechten Anweisungen. Ein Praktikant wird auch keine gute Arbeit machen, wenn der, der ihn anleitet, keine Ahnung von dem Thema hat.
Gute Prompts zu schreiben, muss man auch erstmal lernen. Aber wenn man den Dreh raus hat, ist der Gewinn enorm. Bei uns werden dafür extra Schulungen angeboten.