Intel Rocket Lake soll auch auf bestehenden Sockel-1200-Mainboards funktionieren

Die Technische Erklärung ist allerdings ein wenig löchrig, um es freundlich zu sagen. Die Datenrate, die eine 4K60@24Bit Übertragung benötigt, als Grundlage zu nehmen, ist etwas gewagt (um es freundlich zu sagen (da müssen noch Texturen usw. in den VRAM geschaufelt werden. Dann dürfte die Abfragerate dafür eher weniger wichtig sein, sondern der VRAM (und der ist bei einer RTX 3090 ja sehr groß).

Aber es ist schön, dass sich jemand mal wieder diesem wichtigen Thema angenommen hat.
Der Australier geht ja auch auf die Datenübertragungsraten ein und bezieht sich auf die erreichten Bilder pro Sekunde, nicht unbedingt ob beim Texturen usw. in den VRAM schaufeln ein Flaschenhals entsteht. Interessant ist das schon. :-)
 

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Mir kam es nur immer sehr häufig vor, also wie oft man "auf der anderen Seite" die Mainboards wechseln musste weil angeblich PIN-/Belegungs- oder gar Software(?) -inkompatibel.
Ja, das ist einmal vorgekommen und von Intel ungünstig gelöst gewesen, und zwar mit LGA1151 und LGA1151v2, bzw. 6th/7th Gen und 8th/9th Gen. Hier hat man den gleichen Sockel (mechanisch) weiterverwendet, bisher unbenutzte Pins aber verwendet. Da gab es natürlich Diskussionen, die sich sonst nie ergeben hatten, weil diese theoretische da mechanisch passende Kompatibilität bisher nie so dagewesen ist.
 
Sockel 771 passt mechanisch in 775, benötigt aber ebenfalls elektrische Modifikationen, Slot 1 und Slot A sind mechanisch identisch, der Sockel 479 hat sogar nur die 478 Kontakte des 478M und AMDs komplette 754/939/940/AM2/AM3/FM1/FM2-Familie unterscheidet sich nur durch ausgelassene Pins oder Codierungskerben, die bei PGA im Gegensatz zu LGA halt möglich sind. So selten ist die Nummer mit 1151 (SKL) und 1151 (CFL) also gar nicht. Aber bislang hatte niemand die Frechheit, sie mit gleichbleibender Architektur und gleichen Schnittstellen auf beiden Seiten der Grenze durchzuziehen, sondern es gab immer auch handfeste technische Inkompatibilitäten.

Hm, ok. Na vielleicht war meine Sicht da etwas vernebelt.
Ich gebe zu, ich habe mich nie wirklich intensiv mit Intelprozessoren beschäftigt und von da kommt dann vielleicht auch meine Unwissenheit. Mir kam es nur immer sehr häufig vor, also wie oft man "auf der anderen Seite" die Mainboards wechseln musste weil angeblich PIN-/Belegungs- oder gar Software(?) -inkompatibel.

Tatsächlich nehmen sich beide Hersteller wenig, was die Sockelpolitik angeht. Mit Ausnahme der offiziell inkompatiblen 1151 (SKL) und 1151 (CFL) hat Intel die Plattform genauso gewechselt, wenn das technisch opportun war, wie AMD. Es gab zwar große Schwankungen in der Langelebigkeit einzelner Plattformen und oft hätte man diese mit wenig Aufwand deutlich verlängern können, aber das gilt für beide Hersteller. Wenn man alles seit dem letzten gemeinsamen Unterbau aufaddiert, herrscht quasi Gleichstand:
Intel - AMD (zeitlich nur grob zugeordnet, Enthusiast und Low End pro forma erwähnt aber nicht gezählt)
Slot 1 - Super 7
370 - Slot A
423 - 462
478 - 754 (+940)
775 - 939
1156 [+1366]) - AM2
1155 [+2011] - AM3
1150 [+2011 v3] - FM1
1151 (SKL) - FM2 [+AM1]
1151 (CFL) [+2066] - AM4 [+TR4]
1200 - [nix] [+TRS4]
11 - 10

In der Summe genau ein (vermeidbarer) Entwicklungsschritt mehr in 25 Jahren ist wirklich nicht viel. Zumal AM2, AM3 und FM2 jeweils als "+" mit eingeschränkter Abwärts-Kompatibilität existieren. Das Intel dennoch häufigere Sockelwechsel zugeschrieben werden, ist vor allem ein Wahrnehmungsproblem: Zum einen wird ständig von Ahnungslosen oder Böswilligen behauptet, dass man bei Intel für jede neue CPU-Generation auch ein neues Mainboard braucht. Das ist schlichtweg falsch (aus oberer Liste blieben, im Gegenteil, TR4, AM1, FM1 und 754/940 ganz ohne Upgrade), die Story bleibt aber hängen. Zum anderen werden oft willkürlich alle Sockel im High-End- und Enthusiast-Segment aufaddiert, ohne zu Berücksichtigen, ob es überhaupt Konkurrenz gab. AMDs Bulldozer-Hängepartie von 2011/2012 bis 2017 geht dann mit "1 Sockel" in die Gleichung ein, während Intel wenigstens 5 zurechnet werden. AMD hat damals aber eben nicht seinen Käufern Aufrüstungen in einem langlebigen Sockel ermöglicht, während Intel-Käufer viermal die Boards wechseln mussten, sondern es gab bei AMD in der Ober- und Enthusiast-Klasse schlichtweg gar keine Aufrüstmöglichkeit, nicht einmal wenn man bereit war in ein neues Mainboard zu investieren. Stattdessen hat sich AMD auf die Einsteigerklasse konzentriert und dort genauso Munter zweimal die Plattform gewechselt, wie Intel auch.


War bei Intel ja eh immer so, dass es min. 2 Generationen lang ging (mit Ausnahmen, etwa So. 1156).
Was aber nervig war, war das Getue um Skylake bis Comet Lake. Ist ja dieselbe Grundarchitektur.Mit simplen Tricks gings, dass letztere Chips noch auf einem 2015er Z170 Board liefen- aber nie offiziell.
Beide Hersteller zeigten schon immer das Verhaltdn: wenn sie "in Führung" waren, gabs oft Sockelwechsel, wenn man Treuepunkte sammeln wollte, waren Plattformen gerne langlebiger (Sockel 775 bei Intel etwa).
Auch AMD hat sich aber manchmal negativ ausgezeichnet. Bei der Einführung von Ilano lebte der FT1 oder FM1 Sockel (weiß grae nicht mehr genau) nur 10 Monate, als die Athlon 64 aufkamen hielten Sockel denen extra langer Support versprochen wurde nur noch wenige Monate nach dem Versprechen. Etwa So 939.

Selbst der 1156 hat zwei Generationen erhalten, die sich architektonisch sogar stärker unterschieden als alles für 1151/1151/1200. Unter anderem auch die ersten Prozessoren mit direkter Verbindung von IGP und IMC und die ersten Prozessoren mit getrennten Silizium-Chips aus verschiedener Fertigung für Kerne/Caches und I/O. Also die Techniken, die viele als "Fusion" und "CCX+CCD" für AMD-Erfindungen halten. Blöd war halt, dass in der ersten 1156-Generation nur Mittel- und Oberklasse und in der zweiten vor allem Einsteiger bedient wurden. Daher waren die neueren, technisch besseren CPUs, allesamt langsamer. Und es gab auch keine verbesserten Mainboards, sodass Aufrüsten in beide Richtungen sinnlos war. Aber es waren zwei Generationen. :-) Der einzige Intel-Sockel dem sowohl neue Technik als alte-Technik-mit-neuem-Namen verwehrt blieb, war der 423. Dafür stieg dort der Takt von Launch- bis zum finalen Line-Up um 33 Prozent – von soviel Aufrüstpotenzial können die Käufer eines 6700K im 1151 (SKL) nur träumen, obwohl für die doch extra "Kaby Lake" entwickelt wurde. Vom Sockel 2066 ganz zu schweigen :-)

Allgemein finde ich die Betrachtung der Sockel-Anzahl irreführend. Viel wichtiger ist doch, wie oft es für ein Mainboard aus Generation X in Generation X + n CPUs gab, die noch voll kompatibel und deutlich schneller als CPUs der Generation X waren. Das gab es meiner Meinung nach nur bei Slot A, Sockel 775, dank der Mainboard-Hersteller AM4 und einigen bestimmten Slot-1-, Sockel-A- und (zweite Nominierung) -775-Konstellationen. In allen anderen Fällen musste man, trotz zum Teil langlebiger Sockel für ein spürbares Leistungsplus eben doch die Platine wechseln, wenn man nicht gerade von einem Einsteiger- auf einen High-End-Prozesser gewechselt hat. Nichtsdestotrotz war beim 775 und beim A natürlich dennoch schön, dass man zumindest erst das neue Mainboard kaufen und die alte CPU erstmal weiter nutzen konnte, wenn das wegen Defekt oder geänderten Ausstattungswünschen sinnvoll erschien. Manch Ryzen-1000-Besitzer mit B550-Interesse würde sich über solche Freigaben freuen.

Und das mitten in Deutschland? Völlig unmöglich. ;)

Bayern, nicht Deutschland. Da gelten andere Regeln.
*duck und vor einer Meute Franken wegrenn*
 
Ja, wobei völlig unwichtig,
Wenn ich mir heute ein neues System mit Intel Achtkerner aufbaue sollte, dann soll der Unterbau wieder 5-8 Jahre halten, solange wie mein aktueller i7-4770K, der seit 2013 herumwerkelt. Welche Grafikkarten gibt es in 6 Jahren, also drei Generationen weiter? Warum sollte ich, wenn es heute beide System gibt, nicht das schnellere nehmen, um zukünftig die Option auch für leistungsstarke Grafikkarten zu haben?

Darum ist es schon relevant, ob Z490 mit neuen CPUs PCIe 4,0 beherrschen wird. Dann kann man jetzt einen billigen i5-10400F kaufen und dann, wenn sich die Marktpreise eingependelt haben, nächstes Jahr einen I9-11700K einpflanzen. Da es inzwischen aber Ryzen 3 recht gut verfügbar gibt, hat sich das Thema Intel-CPU erledigt. Die letzten Wochen hatte ich durchaus erwogen, als Übergang einen I5-10400F zu kaufen.
 
Wenn ich mir heute ein neues System mit Intel Achtkerner aufbaue sollte, dann soll der Unterbau wieder 5-8 Jahre halten, solange wie mein aktueller i7-4770K, der seit 2013 herumwerkelt. Welche Grafikkarten gibt es in 6 Jahren, also drei Generationen weiter? Warum sollte ich, wenn es heute beide System gibt, nicht das schnellere nehmen, um zukünftig die Option auch für leistungsstarke Grafikkarten zu haben?

Darum ist es schon relevant, ob Z490 mit neuen CPUs PCIe 4,0 beherrschen wird. Dann kann man jetzt einen billigen i5-10400F kaufen und dann, wenn sich die Marktpreise eingependelt haben, nächstes Jahr einen I9-11700K einpflanzen. Da es inzwischen aber Ryzen 3 recht gut verfügbar gibt, hat sich das Thema Intel-CPU erledigt. Die letzten Wochen hatte ich durchaus erwogen, als Übergang einen I5-10400F zu kaufen.
Dann hat Intel also mächtig Glück gehabt und den Zeitpunkt trotz Implementierungsproblemen ja gut abgepasst. Wobei, mich interessiert das weniger, denn auch mit einem derartigen Flaschenhals könnte ich gut zurechtkommen. In 3 Grafikkartengenerationen eine Verdoppelung der benötigten Bandbreite grob über den Daumen gepeilt zu erahnen traue ich mir zu, wobei einige Benchmarkergebnisse auch über 100% schneller sein werden.

Wartet Intel bis Sockel 1700 etc., wäre ich noch nicht wütend deswegen, weil für meine Anwendungsfälle interessiert mich PCIe 4.0 x16 nicht. Man nimmt es eher mit, wenn darauf zu verzichten sich in keinem Fall mehr lohnt.
 
Sockel 771 passt mechanisch in 775, benötigt aber ebenfalls elektrische Modifikationen, Slot 1 und Slot A sind mechanisch identisch, der Sockel 479 hat sogar nur die 478 Kontakte des 478M und AMDs komplette 754/939/940/AM2/AM3/FM1/FM2-Familie unterscheidet sich nur durch ausgelassene Pins oder Codierungskerben, die bei PGA im Gegensatz zu LGA halt möglich sind. So selten ist die Nummer mit 1151 (SKL) und 1151 (CFL) also gar nicht. Aber bislang hatte niemand die Frechheit, sie mit gleichbleibender Architektur und gleichen Schnittstellen auf beiden Seiten der Grenze durchzuziehen, sondern es gab immer auch handfeste technische Inkompatibilitäten.



Tatsächlich nehmen sich beide Hersteller wenig, was die Sockelpolitik angeht. Mit Ausnahme der offiziell inkompatiblen 1151 (SKL) und 1151 (CFL) hat Intel die Plattform genauso gewechselt, wenn das technisch opportun war, wie AMD. Es gab zwar große Schwankungen in der Langelebigkeit einzelner Plattformen und oft hätte man diese mit wenig Aufwand deutlich verlängern können, aber das gilt für beide Hersteller. Wenn man alles seit dem letzten gemeinsamen Unterbau aufaddiert, herrscht quasi Gleichstand:
Intel - AMD (zeitlich nur grob zugeordnet, Enthusiast und Low End pro forma erwähnt aber nicht gezählt)
Slot 1 - Super 7
370 - Slot A
423 - 462
478 - 754 (+940)
775 - 939
1156 [+1366]) - AM2
1155 [+2011] - AM3
1150 [+2011 v3] - FM1
1151 (SKL) - FM2 [+AM1]
1151 (CFL) [+2066] - AM4 [+TR4]
1200 - [nix] [+TRS4]
11 - 10

In der Summe genau ein (vermeidbarer) Entwicklungsschritt mehr in 25 Jahren ist wirklich nicht viel. Zumal AM2, AM3 und FM2 jeweils als "+" mit eingeschränkter Abwärts-Kompatibilität existieren. Das Intel dennoch häufigere Sockelwechsel zugeschrieben werden, ist vor allem ein Wahrnehmungsproblem: Zum einen wird ständig von Ahnungslosen oder Böswilligen behauptet, dass man bei Intel für jede neue CPU-Generation auch ein neues Mainboard braucht. Das ist schlichtweg falsch (aus oberer Liste blieben, im Gegenteil, TR4, AM1, FM1 und 754/940 ganz ohne Upgrade), die Story bleibt aber hängen. Zum anderen werden oft willkürlich alle Sockel im High-End- und Enthusiast-Segment aufaddiert, ohne zu Berücksichtigen, ob es überhaupt Konkurrenz gab. AMDs Bulldozer-Hängepartie von 2011/2012 bis 2017 geht dann mit "1 Sockel" in die Gleichung ein, während Intel wenigstens 5 zurechnet werden. AMD hat damals aber eben nicht seinen Käufern Aufrüstungen in einem langlebigen Sockel ermöglicht, während Intel-Käufer viermal die Boards wechseln mussten, sondern es gab bei AMD in der Ober- und Enthusiast-Klasse schlichtweg gar keine Aufrüstmöglichkeit, nicht einmal wenn man bereit war in ein neues Mainboard zu investieren. Stattdessen hat sich AMD auf die Einsteigerklasse konzentriert und dort genauso Munter zweimal die Plattform gewechselt, wie Intel auch.




Selbst der 1156 hat zwei Generationen erhalten, die sich architektonisch sogar stärker unterschieden als alles für 1151/1151/1200. Unter anderem auch die ersten Prozessoren mit direkter Verbindung von IGP und IMC und die ersten Prozessoren mit getrennten Silizium-Chips aus verschiedener Fertigung für Kerne/Caches und I/O. Also die Techniken, die viele als "Fusion" und "CCX+CCD" für AMD-Erfindungen halten. Blöd war halt, dass in der ersten 1156-Generation nur Mittel- und Oberklasse und in der zweiten vor allem Einsteiger bedient wurden. Daher waren die neueren, technisch besseren CPUs, allesamt langsamer. Und es gab auch keine verbesserten Mainboards, sodass Aufrüsten in beide Richtungen sinnlos war. Aber es waren zwei Generationen. :-)
oh shit völlig vergessen/verdrängt: ich hatte lange den i7 860 ( hat jetztmeine Tochter, läuft immer noch) und ich erinnere mich jetzt, dass später 32nm CPUs kamen aber nur im Bereich der i3 Linie etwa. Gehofft hätte ich halt Ich auf 32nm CPUs weiter oben. Aber das blieb Sandy Bridge vorbehalten. Immerhin gabs für mein 1366er Board (920er i7), später noch den 6-Kerner 980X
Wartet Intel bis Sockel 1700 etc., wäre ich noch nicht wütend deswegen, weil für meine Anwendungsfälle interessiert mich PCIe 4.0 x16 nicht. Man nimmt es eher mit, wenn darauf zu verzichten sich in keinem Fall mehr lohnt.
Bei Intel warte ich sowieso auf So 1700. Im Moment ist Zen 3 die bessere Option und ob Intel ordentlich antworten kann , sehen wir erst gegen 2023 (Meteor Lake) wenn 7nm läuft, DDR5 am Markt ist, Es ist auch deshalb spannend, weil die Spiele dann allesamt auf next Gen ausgerichtet sind und kkar ist welcve CPUs wir so wirklich brauchen um ein paar Jahre gut auszukommen. Da ist AMD dann halt schon bei Zen5, aber vorher sehe ich Intel nicht in "Schlagdistanz" (im Desktop bei vielen Kernen oder Effizienz, denn eigentlich sind sie natürlich eh in vielen Bereichen noch gut dabei, aber irgendwie als Option für mich unattraktiv)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ohhh, welche Erkenntnis!
Der 1200er Sockel der schon auf PCIe 4.0 ausgelegt ist und überall schöne Bepperle aufgeklebt bekommen hat, das bestimmte Bereiche nicht mit den Comet Lake-S CPUs genutzt werden kann, da diese kein PCIe 4.0 können wegen der fehlenden Lanes. Dieser 1200er Sockel kann jetzt also auch für Rocket Lake CPUs, die ja auch eigentlich auf das MB gehören und nicht die Coffee Lake Ableger Comet Lake-S, können jetzt also auch mit den neuen Rocket lake CPUs betrieben werden.

Wäre das nicht der Fall, hätte es garantiert in den USA wieder eine Sammelklage wegen Betrug gegeben, wenn man PCIe 4.0 MBs verkauft und zunächst mit einer modifizierten Coffee Lake CPU betreibt ala Comet Lake-S, da die eigentliche CPU die auf den 1200er Sockel gehört, erst in 2021 Released wird.
Vorweg: Das Sammelklagenszenario ist abwegig, da es diesbezüglich keine Zusagen seitens Intel gab, d. h. wie schon Pu244 erwähnte, könnte man bestenfalls einzelnen MB-Herstellern verklagen und selbst hier wäre fraglich ob das von Erfolg gekrönt wäre, denn die betreffend ausgewiesenen Boards sind faktisch tatsächlich "PCIe4-ready". ;-)

Zum eingentlichen Sachverhalt: Dass RKL wie auch CML LGA1200-kompatibel sein wird, ist eigentlich schon seit langem klar.
Ursprünglich hätte bereits CML PCIe4 bereitstellen sollen und das ist auch der Grund, warum die HighEnd-Boards (zumeist Z490) zu einem nennenswerten Teil schon auf PCIe4 ausgelegt sind (d. h. die haben entsprechende Bausteine, bspw. Redriver, Repeater, Retimer für PCIe 4 auf dem PCB). Wenn man den sporadischen Leaks seitens vereinzelter MB-Hersteller Glauben schenken darf, dann hatte Intel vorranging mit PCIe4-Signal-Jitter beim Chipsatz zu kämpfen und anscheinend entschloss man sich daraufhin die gesamte CML-Plattform ohne PCIe4-Funktionalität zu veröffentlichen. Für die meisten MB-Hersteller kam Intel's Entscheidung jedoch zu spät und die Boards waren fertig entwickelt und vielfach auf PCIe4 ausgelegt worden *) und nur die wenigsten Hersteller wollten nun noch einmal zurück ans digital Reißbrett, d. h. die beließen die Designs weitestgehend so und klebten einen "PCIe4-ready"-Sticker drauf, wohlwissentlich, dass RKL auch noch auf LGA1200 folgen würde (zumindest gemäß Intels interner Roadmap), der dann die Problematik wohl beheben sollte.
Die MB-Hersteller haben sich rein rechtlich dennoch ihr Hintertürchen offen gehalten (für den Fall das Intel seine Roadmap ändern würde), denn in den Handbücher zu den Boards wird nur sehr vage auf die PCIe4-Funktionalität eingegangen, bzw. es fällt eigentlich eher auf, dass man explizit zu vermeiden suchte diese überhaupt zu konkretisieren (d. h. somit wäre man auch im Falle einer Roadmap-Änderung bei Intel auf der sicheren Seite gewesen).

Verfügt man also über ein entsprechend ausgewiesenes (Z490-)Board sollte man mit einer RKL-CPU mindestens PCIe4 auf den Slots direkt an der CPU zur Verfügung haben. Und einige Hersteller haben bereits schon auf dieser Plattform Vorsorge für die vier zusätzlichen Lanes von RKL getroffen. Ein Beispiel ist hier das Gigabyte Z490 Gaming X, das auf dem PCB über drei M.2-Anschlüsse verfügt. Der oberste ist als "M2P_CPU" ausgewiesen und mit einer Notiz versehen:"reserved, no funtionalities", was schlicht der rechtlichen Absicherung des MB-Herstellers diente, d. h. wenn man hier eine RKL-CPU einsteckt, kann man voraussichtlich dessen vier zusätzliche Lanes über diesen M.2 nutzen und direkt eine PCIe4-NVMe über die CPU anschließen.

Da die RKL-Plattform aber noch ein wenig mehr bieten wird, ist natürlich auch klar, dass es parallel auch zusätzlich neue Boards geben wird. (Als Sparfuchs mit nur mäßigen Ansprüchen spricht aber natürlich auch nichts dagegen bei einem RKL-Komplettneukauf dennoch nur zu einem "alten" Z490-Board zu greifen, da sich hier ggf. das eine oder andere Schnäppchen finden lassen wird.)

Anmerkung zur "besseren Option": Zen3 steht aktuell tendenziell besser da, hat derzeit aber das Problem, dass es teuer ist **). Aktuell ist sowohl der 10700K als auch der 10850K günstiger als der 5800X und von daher ist es nicht ganz so einfach für zumindest Mainstream/Gaming-Workloads pauschal von der besseren Option zu sprechen. Wenn sich Zen3 später wieder mehr in Richtung der UVP/MSRP bewegt, wäre das weitaus einfacher/eindeutiger zu beantworten, wobei abzuwarten bleibt wann die Preise sich normalisieren werden.
Bezüglich RKL vs. Zen3 und Mainstream/Gaming-Workloads wird man abwarten müssen. Wenn Intel genug aus dem Backport rausholen konnte, dürfte es wahrscheinlich keine eindeutige Empfehlung geben und man kann sich frei entscheiden und bestimmten Features, dem Preis oder der persönlichen Präferenz die Entscheidung überlassen. ;-)

*) Eine Ausnahme war hier ASUS' HighEnd-Serie, die noch komplett auf PCIe3 setzte (falls die nicht noch eine Ausnahme nachreichten?).

**) Insbesondere verglichen mit seinem direkten Vorgänger. Beispielsweise MF hat den 5900X immer noch nicht verfügbar. Bei ALT sieht man wenigstens Preisangaben im Shop. Der 3900X kostet dort 449 €, für den 5900X will man gar 669 € haben (dennoch nicht lieferbar), d. h. +49 % Aufpreis für bestenfalls die Hälfte an Leistungszugewinn, jedoch ist dabei noch zu berücksichtigen, ob man es bspw. im Gaming bei theoretischen 720p-Vergleichen belässt oder eher realistischere Tests hinzuzieht, die in real genutzten Auflösungen laufen, denn da nähern sich die CPUs immer weiter an und die Vorteile von Zen3 schrumpfen zusammen, sodass der Preisunterschied deutlicher hervortritt. Beispiel Horizon Zero Dawn, maxed out:
720p:
5900X/DDR4-3200 : 174 Fps (+20 %)
3900XT/DDR4-3600: 145 Fps
10900K/DDR4-2933: 166 Fps
1080p:
5900X/DDR4-3200 : 156 Fps (+10 %)
3900XT/DDR4-3600: 142 Fps
10900K/DDR4-2933: 145 Fps
1440p:
5900X/DDR4-3200 : 137 Fps (+5 %)
3900XT/DDR4-3600: 131 Fps
10900K/DDR4-2933: 134 Fps
 
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**) Insbesondere verglichen mit seinem direkten Vorgänger. Beispielsweise MF hat den 5900X immer noch nicht verfügbar. Bei ALT sieht man wenigstens Preisangaben im Shop. Der 3900X kostet dort 449 €, für den 5900X will man gar 669 € haben (dennoch nicht lieferbar), d. h. +49 % Aufpreis für bestenfalls die Hälfte an Leistungszugewinn, jedoch ist dabei noch zu berücksichtigen, ob man es bspw. im Gaming bei theoretischen 720p-Vergleichen belässt oder eher realistischere Tests hinzuzieht, die in real genutzten Auflösungen laufen, denn da nähern sich die CPUs immer weiter an und die Vorteile von Zen3 schrumpfen zusammen, sodass der Preisunterschied deutlicher hervortritt. Beispiel Horizon Zero Dawn, maxed out:
720p:
5900X/DDR4-3200 : 174 Fps (+20 %)
3900XT/DDR4-3600: 145 Fps
10900K/DDR4-2933: 166 Fps
1080p:
5900X/DDR4-3200 : 156 Fps (+10 %)
3900XT/DDR4-3600: 142 Fps
10900K/DDR4-2933: 145 Fps
1440p:
5900X/DDR4-3200 : 137 Fps (+5 %)
3900XT/DDR4-3600: 131 Fps
10900K/DDR4-2933: 134 Fps
klar schrumpft der Vorsprung bei steigender Limitierung durch die GPU. Da man letztere aber schneller mal upgradet interessieren halt auch die Leistungsreserven des Unterbaus, oder Frametimes für VR usw. Kann man such gleich alles in 8K testen, dann kommt man am Ende draif, dass alle CPUs gleich schnell sind ;)
 
Ob man die gemittelt "so schnell updatet" in einem Bereich, in dem es relevant ist, müsste man erst mal feststellen (lassen). Wenn man sich ansieht wie viel Alt-Hardware noch bei Steam gelistet wird (und auch wie viele kleine GPUs aktuell noch bei MF gekauft werden), scheint das "so schnell" zumindest im Marktmittel nicht so ganz gegeben zu sein.
Darüber hinaus war der wesentliche Punkt in diesem Absatz meinerseits aber auch lediglich, dass man hier im Gaming (für weniger braucht man kein Zen3 und mit mehr rutsch man aus der Definition "Mainstream-Workload" raus) aktuell bei bspw. dem 12-Kerner mit einem deutlichen Aufpreis für überschaubar mehr Leistung rechnen muss. Würde ich mir jetzt eine neue Plattform zusammenbauen, würde ich wahrscheinlich eher zu einem 3900X als zu einem 5900X greifen (die Verfügbarkeit mal ignorierend ;-)). Die Zen3-CPUs sind aktuell schlicht teuer und das sieht selbst beim 6-Kerner nicht anders aus:
3600X 209 €
3600XT 239 €
5600X 339 € (+42 % bis +62 %)
AMD hat hier pauschal auf alle Zen3-CPUs 50 US$ aufgeschlagen und die schlechte Verfügbarkeit trägt ihr Übriges dazu bei. Beim 8-Kerner dürfte sich die Teuerung gar noch deutlicher bemerkbar machen, denn hier hat man nun nicht (wie bei Zen2) den Fehler gemacht ein nahezu gleichwertiges Produkt für weniger Geld anzubieten, sondern hier gibt es (vorerst) nur einen 5800X, d. h. der Unterschied beträgt hier alleine schon bzgl. der MSRP in dieser speziellen Betrachtung 120 US$ i. V. z. 3700X. Das sind alleine von von Seiten AMD ausgehend +36 %, jedoch noch schiefer wird der Vergleich, wenn man die aktuell gehandelten Preise berücksichtigt, denn dann muss man derzeit mit einem Aufschlag von +75 % rechnen bei diesen beiden 8-Kernern. Die aktuelle Marktsituation macht ein Upgrade derzeit höchst unattraktiv.

Btw, der 8K-Vergleich war unsinnig, da der gar noch praxisferner ist als die 720p-Tests. ;-) Letztere sind für ein Ausweisen des theoretischen Maximalzugewinns sinnvoll, jedoch bspw. für mich als Gamer würde ich mir zumindest auch einen kleinen Vergleichsatz in 1080p oder 1440p wünschen bei derartigen Tests, denn mir nützt es nichts, wenn mir +20 % mehr Fps ausgewiesen werden, es aber in meiner Praxis (weil ich halt auf meinem Desktop nie in 720p spiele) bestenfalls die Häfte dieses Wertes oder gar noch weniger werden. In einer Upgrade-Überlegung macht das dann schnell einen signifikaten Unterschied aus und ich könnte mir leicht überlegen diese Generation einfach zu überspringen, insbesondere vorerst jetzt, wo die Marktlage die Preise "verrückt spielen lässt". ;-)
 
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