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  1. #1
    Avatar von euMelBeumel
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    Extreme-Test [How-To] Mobile-CPU Undervolting mittels RMClock

    Hallo liebe PCGHX Community

    Nach mehrmaliger (erfolgloser) Nutzung der Suchfunktion und auch einigen Anfragen aus der Community dachte ich mir ich bastel mal eine Anleitung zum (Mobile-)CPU-Undervolting. Warum in Klammern? Nun man kann die meisten Einstellungen bedenkenlos auch für Desktopsysteme nutzen, ob sie funktionieren ist jedoch nicht garantiert.

    Aber vorweg noch Folgendes: alle Arbeiten geschehen natürlich auf eigene Gefahr, zwar wisst ihr sicher, dass beim Undervolting eigentlich nichts "kaputt gehen" kann, sollte man es jedoch übertreiben (oder heißt es untertreiben? ) kann es zu Systeminstabilitäten kommen. Auch erlischt entgegen der weitläufigen Meinung die Garantie des Herstellers, mehr dazu hier

    Des weiteren kann ich nicht garantieren, dass die Software bei jedem Notebook gleich oder überhaupt funktioniert, auf Grund unterschiedlicher CPU -und Chipsatzgenerationen ist es möglich, dass euch einige Funktionen gar nicht oder nur beschränkt zur Verfügung stehen.

    Zu guter Letzt: Diese Anleitung basiert auf dem Tool "RMClock", sollte es euch nicht zusagen, bzw. bei euch keinen Effekt erzielen, könnt ihr auch Alternativen wie z.B. „CPUID“ nutzen.

    Inhalt:

    1.) Allgemeines

    2.) Grundlagen

    3.) Vorgehensweise

    4.) Ergebnisse


    1.) Allgemeines

    1.1.) Für welche Prozessoren/Chipsätze gilt diese Anleitung?

    Folgende CPUs werden laut Entwickler unterstützt, dies ist jedoch keine Garantie, dass sämtliche Funktionen zur Verfügung stehen!

    AMD K7 (Athlon/XP/MP, Duron, Sempron) und K8 (Athlon 64/FX/X2, Opteron, Dual-Core Opteron, Sempron, Turion 64/X2)

    Intel Pentium II/Celeron, Pentium III/Celeron, Pentium M/Celeron M, Pentium 4/Celeron (Northwood und Prescott), Pentium 4 Extreme Edition (Gallatin und Prescott), Xeon (Prestonia, Nocona, Cranford, Irwindale, Potomac, Paxville und Dempsey), Pentium D und Pentium Extreme Edition (Smithfield, Presler und Cedar Mill), Core Solo/Celeron M/Core Duo (Yonah) und Core 2 Duo/Core 2 Quad/Core 2 Extreme/Xeon (Conroe/Allendale, Merom, Woodcrest, Kentsfield/Clovertown)

    Ihr seht also, offiziell werden sogar viele Desktop-Chips unterstützt, ihr könnt also auch gern dort die Software ausprobieren. Außerdem ist euch vielleicht aufgefallen, dass der Penryn-Kern offiziell gar nicht unterstützt wird, bei mir dennoch reibungslos funktioniert – also Ausprobieren lautet die Devise, zumal das Tool schon seit einiger Zeit nicht mehr weiter entwickelt wird, und einem außer Probieren oder Alternativen keine Möglichkeit bleibt.

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    1.2.) Effekt/Nutzen/Folgen

    Undervolting ist zwar noch nicht so populär wie Overclocking, erfreut sich jedoch in einigen Bereichen dennoch großer Fans, aber was bringt es genau?

    Effekt

    Was geschieht beim Undervolting denn genau? Nun einfach gesagt, verringert man die dem CPU-Kern zugeführte Spannung. Dies muss nicht immer manuell geschehen, wie man an AMDs "Cool'n'Quiet" oder Intels "EIST" sehen kann.

    Doch was nützt einem nun diese gesenkte Spannung? Pauschal kann man es ganz einfach ausdrücken – die physikalisch bedingte Abwärme des Chips, sowie der Verbrauch sinken. Übertreibt man es mit dem "Undervolten", kann es jedoch vorkommen, dass die Betriebsspannung zu niedrig ist, um einen stabilen Betrieb zu gewährleisten. Mehr dazu weiter unten.

    Nutzen

    Nun was bringt einem diese "reduzierte Abwärme"?

    Wie auch aus dem Desktop-Bereich bekannt muss Wärme abgeführt werden. Dies geschieht mittlerweile i.d.R. mit Hilfe von Kühlkörpern, Heatpipes und Lüftern. In einem Notebook fallen diese Bauteile jedoch um einiges kleiner aus, was zwangsläufig dazu führt, dass die Kühlkörper und Heatpipes schneller an ihr Limit kommen. In diesem Moment springt dann der rettende Lüfter des Notebooks ein, der die warme Luft aus dem Gehäuse saugt und somit Frischluft ins Gehäuse gelangt und gleichzeitig die eigentliche Kühlkonstruktion an Temperatur verliert. Wer lange oder "schwere" Arbeiten am Notebook erledigt kennt sicher die stark nervenden Lüftergeräusche bei hoher Systemlast. Senkt man nun wie gesagt die Spannung der CPU und somit die Abwärme einer der stärksten Hitzequellen im System, gelangt weniger Wärmeenergie in die Kühlkonstruktion, und der Lüfter muss später einspringen bzw. weniger stark arbeiten um die Abwärme abzuführen. Sprich der Geräuschpegel und/oder die Anzahl der Lüftungszyklen wird gesenkt.

    Eine Tugend der Notebooks ist ja ihre Mobilität, die jedoch auch ein großes Problem mit sich bringt – begrenzte Energiereserven. Was den normalen "Desktop-PC-Nutzer" nicht wirklich kümmert (außer bei einem Stromausfall vielleicht), ist für den Notebook-User samt Akku ein ständiger Kampf. Gern möchte man noch 20 Minuten mehr arbeiten können, doch wo die fehlende Energie dazu hernehmen? Nun fehlende Energie kann man nicht einfach herbei zaubern, aber man kann das System weniger Energie verbrauchen lassen, und genau das tut es auch bei Undervolting. Also weniger Spannung - mehr Akkulaufzeit.

    Folgen

    Man ist es vom Overclocking gewohnt – Betreiben der CPUs außerhalb der Spezifikationen führt zu Garantieverlust. Doch wie sieht es beim Undervolting aus? Streng genommen liegt dieses nämlich auch außerhalb der Spezifikationen. Nun liest man aber öfters Äußerungen à la: "Aber AMD undervoltet doch selbst mit Cool'n'Quiet!" Hier muss man jedoch mehr auf das Detail schauen um zu erkennen, was das herstellerseitige Undervolting würdig für eine Garantie macht, während das manuelle Feilen zu Garantieverlust führt.

    Wie allgemein bekannt senkt diese Technik im Idle die Taktrate und Spannung der CPU. Nun könnte man meinen dieser Zustand liegt außerhalb der Spezifikation samt VID (siehe unten). Jedoch definieren die Hersteller für ihre CPU-Serien, nicht nur die auf der Verpackung angegebenen Taktraten+Spannung (auch genannt P-State -> mehr dazu hier). Es wird zudem noch mindestens ein weiterer P-State definiert, welcher über eine niedrigere Taktrate und Spannung verfügt – es liegen also ein Max P- und ein Min P-State vor. Je nach CPU-Serie werden allerdings auch noch States zwischen diesen beiden (Intermediate P-State) definiert, um Abstufungen zu ermöglichen. Beispiel:

    CPU XYZ besitzt folgende States:

    Max P-State: 2000MHz @ 1,25V

    Intermediate P-State #1: 1600MHz @ 1,20V

    Intermediate P-State #2: 1200MHz @ 1,15V

    Min P-State: 800MHz @ 1,10V

    Die CPU besitzt 4 P-States, welche alle innerhalb der Spezifikation liegen. Greift nun einer der Stromsparmechanismen, arbeitet er nur innerhalb dieser 4 Zustände, um die Garantie zu wahren. Möchte man nun manuell undervolten und die Garantie wahren, muss man sich innerhalb der Zustände bewegen. Weicht die persönliche Einstellung ab (z.B. 1600MHz @ 1,15V) erlischt die Garantie, da der Betrieb so nicht freigegeben ist, sollte er auch noch so stabil sein. Erschwerend kommt hinzu, dass die P-States von CPU-Serie zu CPU-Serie verschieden sind, und man sich die Informationen über die zwischenliegenden P-States selbst beschaffen muss.

    Ich zitiere einmal Auszüge aus den Gewährleistungsbeschränkungen von Intel und AMD:

    "Des weiteren erstreckt sich diese beschränkte Gewährleistung NICHT auf:

    ...Produktschäden, die auf äußere Einwirkungen zurückzuführen sind, einschließlich Unfällen,
    Stromversorgungsproblemen, anormaler elektrischer, mechanischer oder
    Umgebungsbedingungen, nicht mit den Produktanleitungen übereinstimmenden Gebrauchs,
    Missbrauchs, Nachlässigkeit, Modifikationen, Reparaturen, unsachgemäßer Installation oder
    unsachgemäßen Testens;..."

    Die komplette Gewährleistungsbeschränkung gibt es hier


    "This limited warranty does not cover damages due to external causes, including improper use, problems with electrical power, accident, neglect, alteration, repair, improper installation, or improper testing."

    Die komplette Gewährleistungsbeschränkung gibt es hier


    Des weiteren möchte ich hier noch auf den §434 BGB hinweisen, indem deutlich gemacht wird, dass die gesetzliche Gewährleistung erlischt, sobald eine Sache nicht mehr über die vereinbarte Beschaffenheit verfügt.

    Details dazu gibt es hier


    Danke noch einmal an Pokerclock für die Hinweise!

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    2.) Grundlagen

    2.1.) Fachbegriffe (vereinfacht definiert)

    CPU: (Central Processing Unit) Hauptprozessor, arbeitet Programme ab.

    FSB: (Front Side Bus) Schnittstelle zwischen Northbridge und CPU. Vom Takt des FSB werden Mittels Multiplikatoren und Teilern die Frequenzen aller angesprochenen Komponenten abgeleitet. Anders als bei Desktopsystemen ist es bei einigen Notebook-Chipsätzen möglich, mittels Stromsparmechanismen den FSB zu senken.

    Multiplikator: (FID bei RMClock) Ergibt zusammen mit dem FSB den endgültigen Prozessortakt, über ihn werden i.d.R. auch die einzelnen P-States angesprochen.

    Northbridge: Verwaltet den Datenaustausch zwischen sämtlichen angesprochenen Komponenten (CPU, Speicher, Grafikkarte, Southbridge).

    Southbridge: Verwaltet den Datenaustausch zwischen sämtlichen angesprochenen Komponenten (Northbridge, Festplatten, USB-Controller, PCI-Steckplätze, …)

    RAM: (Random-Access-Memory) Bezeichnet den Arbeitsspeicher.

    (RAM-)Teiler: Ergibt zusammen (ähnlich dem Multiplikator bei der CPU) mit dem FSB den Speichertakt des RAM.

    EIST: (Enhanced Intel SpeedStep Technology) Intels Energiesparfunktion, senkt Spannung und Frequenz der CPU um Energie zu sparen. Im Notebooksektor, werden außerdem auch FSB, oder auch Displayhelligkeit angesprochen.

    Cool'n'Quiet: AMDs Energiesparfunktion, senkt Spannung und Frequenz der CPU um Energie zu sparen.

    VID: (Voltage Identification) Für die CPU zugewiesene Standardspannung; ist nicht übertragbar – jede CPU hat ihre eigene VID. Lässt sich z.B. mittels des Tools "CoreTemp" auslesen.

    VCore: Kernspannung der CPU, hat schwerwiegenden Einfluss auf die Abwärme und Lebenszeit der CPU.

    P-State: Ein Spannungs- und Frequenzbetriebszustand. Gibt die Spannung und Taktrate in einem bestimmten Zustand vor.

    C-State: Verschiedene Stadien von Stromsparzuständen, von C0 (Betrieb) über C3 (alle CPU internen Frequenzen werden gestoppt) bis mittlerweile C6 (reduziert die VCore bis auf 0V).

    SuperLFM: (Super Low Frequency Mode) Mit dem Santa-Rosa-Chipsatz eingeführter Modus, in dem der FSB des Systems halbiert wird, somit auch jede angeschlossene Komponente nur noch mit halber Frequenz arbeitet – dient dem Energie sparen.

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    2.2.) Programme

    Bevor es los geht hier noch eine Auswahl der zwingend benötigten Programme:

    RMClock: zum Verstellen/Erstellen der P-States. Warum RMCLock? Alternativen haben bei mir leider nicht funktioniert, es hat sich zudem über die Jahre bewährt.

    CPU-Z: zum Auslesen aller wichtigen CPU/RAM/Chipsatz-Daten; wichtig, da RMClock manchmal falsche Daten ausliest, speziell bei nicht unterstützten CPUs/Chipsätzen

    CoreTemp: zum Auslesen der Kerntemperaturen

    LinX/Prime95: zum Auslasten des Systems (vorzugsweise LinX)

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    3.) Vorgehensweise

    3.1.) Tücken bei der Installation

    Nun geht es ans Eingemachte, aber ohne irgendwelche Hürden wäre dies ja langweilig. Aber zuerst einmal die normale Installation. Ladet euch das Tool herunter und installiert es wie gewohnt, ich hatte es schon auf meinem System, deshalb habe ich davon jetzt keine Screenshots gemacht. Nun kommt der Haken, solltet ihr ein x86 Betriebssystem nutzen, könnt ihr diesen Schritt überspringen, und lest hier wieder mit. Für alle x64-Freunde nun folgendes:

    RMClock, hat das Problem keine digitale Treibersignatur verpasst zu bekommen, welche der x64 Kernel von Windows Vista/7 zwingend benötigt. Es kursieren zwar Methoden mit deaktivierter UAC, oder Ähnlichem, aber das ist ja auch keine Lösung. So kann man nur von Glück sprechen, dass RMClock auf das Riva Tuner SDK setzt, und man sich somit nur ein Programm raussuchen muss welches dieses Gerüst ebenfalls nutzt. Eines davon ist das wohl bekannte Tool "EVGA Precision". Dort liegen im Installationsverzeichnis zwei Dateien mit dem Namen "RTCore32.sys" und "RTCore64.sys". Erstere befindet sich auch im RMClock Ordner, die zweite jedoch fehlt, und genau diese ermöglicht den Betrieb unter einem x64-Betriebssystem – einfach kopieren und im RMClock-Ordner einfügen. Solltet ihr das EVGA Tool nicht installiert haben ist dies auch nicht weiter schlimm, ich hänge die Datei im Anhang an.

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    3.2.) Einführung in das Programm

    Nun startet ihr das Programm zum ersten Mal, es dürfte dann in etwa so aussehen. Bitte macht die Schritte mit dem eigentlichen Spannung senken nicht in Echtzeit mit, diese Zustände müssen erst getestet werden (mehr dazu hier):




    Gehen wir der Reihe nach und ich erkläre euch alles. Bei den "Settings", wenn nicht schon geschehen, setzt ihr den Haken bei Celsius und "Start Minimized to Tray", damit euch das Programm nicht später beim Starten mit Fenstern bombardiert:




    Als nächstes, die "CPU-Info", nicht so schön ausführlich wie CPU-Z werden Einige meinen, aber es zeigt uns zumindest schonmal an, dass C-States und DFFS (für Super LFM nötig) unterstützt werden - auch schön zuerkennen, dass das Programm den CPU-Kern nicht kennt, auch die Standard VID ist zu sehen:




    "Monitoring" sollte sich selbst erklären, es kann sein, dass einige Werte falsch ausgelesen werden, bei mir z.B. die Temperatur, werdet ihr nachher noch sehen - deshalb lieber CPU-Z & CoreTemp nutzen:




    "Management": Unter "P-states transitions method:" könnt ihr einstellen, ob das Tool beim wechseln der P-States erst durch jeden einzelnen Zustand wandern soll, oder direkt vom niedrigsten zum höchsten z.B. wechseln soll, dies ist meist die beste Lösung. Unter "Use OS load-based management" könnt ihr auswählen, ob der aktuelle Windows-Energiesparplan modifiziert werden soll, wenn ja geht sicher, dass der Sparplan "Energiesparmodus" aktiv ist, da mit diesem auch die Grafikkarte verwaltet wird.

    Unter "Enable OS Power management intergration" könnt ihr ein eigenes "RMClock" Energiesparprofil hinzufügen, dies ist aber nicht zu empfehlen, da dieser Energiesparplan, die Grafikkarte z.B. nicht mit abdeckt, und bei mir so etwa 20-30Min. Akkuleistung verloren gehen:




    Unter "Profiles" könnt ihr einstellen welches Profil aktuell verwendet werden soll und welches beim Start, getrennt jeweils für den Akkubetrieb und den Betrieb per Steckdose. Die Profile müsst ihr jedoch erst definieren (weiter unten). Nebenbei könnt ihr in diesem Menü die wichtigste Einstellung überhaupt vornehmen, das justieren von FID und VID (folgen direkt auf diesen Schritt). Links seht ihr Indexnummern, oben steht der "sparsamste" Modus unten der "Performance"-Modus. Gut zu erkennen ist auch das SuperLFM, und dass die CPU noch 2 "Intermediate P-States" besitzt:




    "FID": Gibt euch die Möglichkeit den Multiplikator anzupassen, hier kommt aber einer der wenigen Nachteile (wenn man ihn überhaupt so bezeichnen kann) von RMClock zum tragen - das Tool beherrscht keine halben Multiplikatoren. Deshalb dürft ihr euch auch nicht wundern wenn auf den Screenshots weiter unten meine CPU statt der standardmäßigen ~2266MHz mit "nur" ~2134MHz läuft, ich denke aber die 100MHz kann man im Angesicht des Sparpotenzials verschmerzen:




    "VID": Hier könnt ihr logischerweise die VID ändern. Ja richtig gelesen, nicht die VCore sondern die VID, deshalb kann man sich, nachdem man hier etwas verstellt hat auch nicht mehr auf die CoreTemp-Auswertung verlassen, denn die entspricht dann genau diesem hier eingetragenen Wert (sieht man auch auf den späteren Screenshots). Oben steht die niedrigste mögliche VID unten die höchste:




    So nun zu den einzelnen Profilen: "No management" dürfte sich selbst erklären, dort greift das windowseigene Energieschema. Also zu "Power Saving". Je nachdem wieviele P-States ihr im "Profiles"-Ast freigegeben habt, erscheinen hier auswählbare oder nicht wählbare Zustände. Das Schema "Power Saving" zielt auf maximale Energieersparnis, sprich das System läuft mit Minimalspannung und -takt, deshalb wählt ihr hier die niedrigste Index-Einheit aus. Aber keine Angst mit einer 600/700/800MHz CPU kann man dennoch eine Menge anstellen, wenn man nur vor hat zu surfen, Musik zu hören oder was zu schreiben ist der Modus ideal:




    "Maximal Performance" denke ich sagt alles - höchst mögliche Frequenz bei stabiler Spannung. Hier liegt der Trick, kaum eine CPU benötigt die Standardspannung, nicht einmal unter Volllast. Habt ihr eine stabile niedrige Spannung gefunden (wird unter 3.3. erklärt) tragt ihr sie im "Profile"-Menü ein und wählt sie hier aus. In diesem Modus, wird die CPU nicht herunter getaktet o.Ä. weshalb dieser Modus eher selten zum Einsatz kommen wird:




    "Performance on demand" - Stromsparmechanismus self made. D.h. hier könnt selbst definieren wann die CPU hoch und wieder runter taktet. Das "Target CPU usage level" gibt dabei an ab welcher Auslastung die Taktsteigerung stattfinden soll, das "Up transition interval" gibt an nach wie viel Millisekunden bei eben dieser Last hochgetaktet werden soll, das "Down transition level" dem entsprechend nach wie viel Millisekunden wieder herunter getaktet werden soll. Also in diesem Beispiel: nach 100msec bei mind. 50% Last taktet die CPU hoch, sollte sie dann wieder länger als 100msec unter 50% Last fallen wird wieder zum niedrigeren P-State gewechselt:




    "OS Settings" - hier könnt ihr zusätzlich zu jedem Profil die Einstellungen eines der OS-Energiesparpläne nutzen oder selbst eins anlegen:




    Unter "Battery info" könnt ihr einstellen ob das Programm selbst erkennen soll wann ein Akku eingesteckt wird, oder einstellen wann das Batteriesymbol in der Taskbar sichtbar sein soll. Außerdem zeigt es euch auch die verbleibende Akkuleistung:




    "Battery device" gibt euch genaue Informationen über den eingesteckten Akku:




    Bei den "Advanced CPU settings" könnt ihr noch einmal wichtige Einstellungen vornehmen und noch nach Möglichkeit das letzte aus dem System im Bezug aufs Sparen herausholen. Ihr könnt hier die zu unterstützenden C-States aktivieren. Des weiteren solltet ihr wenn möglich, die "DFFS"-Option aktivieren, dieser Modus macht den SuperLFM möglich, welche wie schon beschrieben den Systemtakt extrem senken kann. Unter "CPU type selection" solltet ihr "Mobile" auswählen, dadurch stehen niedrigere VIDs zur Auswahl, was ja nur vorteilhaft ist. "Apply these settings at startup" garantiert, dass die Einstellungen nicht verworfen werden:



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    3.3.) Stabile Settings finden

    Nun könnt ihr ja nicht einfach irgendwelche beliebigen Werte eingeben - wie vom OC gewohnt, müssen die vorgenommenen Werte auf Stabilität überprüft werden.

    Zuerst schaut ihr mit CoreTemp, welche VID eure CPU hat - diesen Wert setzt ihr dann für jeden P-State ein. Dann erstellt ihr euch einen "Power Saving" und einen "Maximal Performance" Zustand, und aktiviert einen der beiden. Nun geht ihr schrittweise immer weiter runter mit der VID und überprüft mit CPU-Z ob auch wirklich die Spannung anliegt, manche Notebooks sind vielleicht so gesperrt, dass eine VID-Änderung gar nicht möglich ist. Sind die Werte stabil (ein paar Minuten Prime/LinX) geht ihr immer weiter runter, bis das System möglicherweise instabil wird. Sollte dies der Fall sein geht ihr einfach ein paar "VID-Schritte" hoch und testet ausführlich (mehrere Stunden Prime/große+viele LinX runs). Habt ihr jeweils einen stabilen "Power Saving"- und einen "Maximal Performance"-Zustand, übernehmt ihr die Werte im "Power on demand"-Profil und testet dies auch nochmal. Wozu? Nun die meisten Systeminstabilitäten treten bei dem Wechsel zwischen Idle und Load auf, weshalb sich hier LinX besonders gut eignet, da die CPU nach jedem Run wieder kurz in den Idle-Zustand zurück fällt.

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    3.4.) Finale Einstellungen

    Hat das System auch diesen Stresstest und ein paar Tage "normales arbeiten" hinter sich, kann man davon ausgehen, dass das System stabil ist.

    Um das maximale Sparpotenzial aus dem System zu holen, müsst ihr wie schon einmal beschrieben den "Energiesparmodus" unter Windows auswählen, und diesen dann mit den neuen VIDs modifizieren. Ihr könntet zwar auch den RMClock-Modus wählen und dort dann Einstellungen für USB, Festplatte, etc. vornehmen, wie es aber mit der Grafikkarte aussieht kann ich nicht sagen, und warum einen extra Modus erstellen, wenn der Windows eigene schon optimal arbeitet?:



    Mit einem Rechtsklick auf das Traysymbol könnt ihr auch noch kleinere Darstellungsoptionen auswählen, des weiteren gibt es die Möglichkeit ein Wechseln der Profile mit einem einfachen Linksklick auf das Traysymbol durchzuführen:



    Um das Tool nicht immer manuell starten zu müssen würde ich ein "Starten mit Windows" empfehlen, jedoch nicht über die interne Möglichkeit des Programms gehen, da mit dieser jedes mal die UAC des Systems eingreift. Ich empfehle den Weg über die "Aufgabenplanung".

    Außerdem solltet ihr die restlichen Komponenten des Systems auf extremes sparen abstimmen, d.h. Display ruhig mal etwas dunkler stellen, unnötige Systemtools ausschalten (vor allem solche, die sich ständig aktualisieren, Everest z.B.), WLAN aus, wenn ihr es nicht benötigt, und und und...

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    4.) Ergebnisse

    Schön und gut, nun habt ihr vielleicht alles konfiguriert aber was bringt es in Zahlen ausgedrückt? Lässt man die Sache mit dem fehlenden halben Multiplikator mal außen vor (trifft ja nicht auf jede CPU zu) erhält man 100% Leistungsfähigkeit, während der Verbrauch spürbar sinkt und die Temperatur extrem fällt (alles natürlich abhängig von der Differenz der neuen zu originalen VID).

    Ich habe für euch mal noch ein paar Bilder geschossen, um euch zu zeigen, dass es etwas bringt.

    Zuerst noch ein Bild vom SuperLFM, leider lesen CPU-Z und CoreTemp die Werte nicht richtig aus, denn einen Multiplikator von 3 gibt es eigentlich nicht Everest rechts hat komischerweise keine Probleme mit dem SuperLFM:




    Akkuverbrauch Idle

    1,125V:




    0,925V:




    Wie ihr seht kann man im Idle-Betrieb etwa 20 Minuten Akku "gutmachen".


    Akkuverbrauch Last

    1,125V:




    0,925V:




    Unter Last fällt der Unterschied noch gravierender aus, da hier keine Teile der CPU abgeschaltet werden, und sich die höhere Spannung von 0,2V schon extrem auf den Mehrverbrauch auswirkt.


    Temperatur unter LinX

    1,125V:




    0,925V:




    Hier wird die Ersparnis sicherlich am deutlichsten sichtbar, eine 0,2V höhere VCore resultiert in etwa 20°C mehr Abwärme. Ich habe LinX verwendet, da man mit diesem Tool innerhalb kürzester Zeit extreme Hitze erzeugen kann, welche zusätzlich gut 5°C über Prime 95 liegt.


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    So ich hoffe ich habe was gutes für euch getan und ihr könnt mit der Anleitung was anfangen. Über jede Art von Feedback/Kritik/Ergänzung würde ich mich natürlich freuen und hoffe ihr seit ähnlich erfolgreich wie ich!
    Geändert von euMelBeumel (07.03.2010 um 13:02 Uhr)
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  2. #2
    Avatar von euMelBeumel
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    AW: [How-To] Mobile-CPU Undervolting mittels RMClock

    PicDumb + RTCore64.sys
    Geändert von euMelBeumel (06.03.2010 um 22:06 Uhr)
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  3. #3
    Avatar von McZonk
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    AW: [How-To] Mobile-CPU Undervolting mittels RMClock

    sehr schönes How-To. Hast du alles Wichtige wirklich schön zusammengetragen. -> Sticky.
    Grüße vom Zonk



  4. #4

    AW: [How-To] Mobile-CPU Undervolting mittels RMClock

    Wirklich gut. Alles Wichtige zumindest nach einem Überflug meinerseits gut zusammengefasst.
    Sehr gut sind auch die Begriffserklärungen!

    Rechtschreibung ist auch 1A. Werde ich zu gegebener Zeit vielleicht mal am Eee ausprobieren (Celeron M, ja, der erste..).
    Geändert von Feuerreiter (06.03.2010 um 23:13 Uhr)

  5. #5
    Avatar von euMelBeumel
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    AW: [How-To] Mobile-CPU Undervolting mittels RMClock

    Danke euch! Ja mit der Rechtschreibung, habe auch mind. 5 mal drüber gelesen, hoffe die meisten können es gebrauchen Bei dem Celeron musst du schauen, ich glaube der war bei den Stromsparmechanismen beschnitten, was im schlimmsten Fall dazu führt, dass dir das Tool kaum etwas bringt, aber vielleicht bekommst du die VID gesenkt, das würde ja schon genug "ausrichten".
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  6. #6

    AW: [How-To] Mobile-CPU Undervolting mittels RMClock

    Durchgelesen und für gut befunden. Wenn ich mal viel Zeit habe versuche das das mal an meinem Notebook, mal sehen was der Turion X2 RM-74 so ab kann.


  7. #7
    Avatar von Pokerclock
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    AW: [How-To] Mobile-CPU Undervolting mittels RMClock

    Sehr gutes How-To!

    Tipps zum Garantieverlust.

    Die erste Anlaufstelle sollte immer die Garantieerklärung des Herstellers sein. Nur was dort drin steht, ist rechtlich relevant. Da wir ja nur zwei relevante Hersteller haben, könntest du vielleicht entsprechende Erklärungen verlinken oder die wichtigen Passagen zitieren.

    Ebenso solltest du neben der Garantie auch die gesetzliche Gewährleistung vom Händler ins Auge fassen. Die erlischt nämlich sobald von der bei Kauf (Gefahrenübergang) vereinbarten Beschaffenheit abgewichen wird. Da reicht es bereits eine manuelle Veränderung der Takt- bzw. Spannungswerte vorzunehmen. Dazu gibt es aber weder Urteile noch sonst was, weswegen jeder wohl was anderes für die "bei Kauf vereinbarten Beschaffenheit" interpretiert. Übertreiben muss man es aber in dem Punkt nicht. Ein kurzer Satz bezüglich §434 BGB reicht aus, damit die Leute wissen ,dass es auch noch die gesetzliche Gewährleistung gibt, die man beachten muss.
    Geändert von Pokerclock (07.03.2010 um 10:37 Uhr)

  8. #8
    Avatar von euMelBeumel
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    AW: [How-To] Mobile-CPU Undervolting mittels RMClock

    Danke dir, werde es noch rein basteln

    Habs editiert - ich hoffe es passt so, ist es eigentlich normal, dass man bei Garantiefragen immer auf die beschränkte Gewährleistung verwiesen wird?
    Geändert von euMelBeumel (07.03.2010 um 13:04 Uhr)
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  9. #9
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    AW: [How-To] Mobile-CPU Undervolting mittels RMClock

    Die Intel Garantieerklärung ist schon mal so ein Fall, der auf Rechtsebene unerfahrene User in die Irre führt. Auch wenn es bei Intel "beschränkte Gewährleistung" heißt, so ist sie doch nach deutscher Rechtsauffassung nur eine Garantieerklärung, die bestimmte Dinge (auf freiwilliger Basis) beinhalten oder ausschließen kann.

    Die "gesetzliche Gewährleistung" darf nicht ausgeschlossen werden. Aber das ist eher selten, da wohl kaum ein Privatanwender direkt bei Intel kauft. Die gibt es wenn dann nur beim Händler.

    Intel schreibt das auch in die Garantieerklärung: "DIESE BESCHRÄNKTE GEWÄHRLEISTUNG GIBT IHNEN SPEZIFISCHE RECHTE; JE NACH STAAT ODER GERICHTSBARKEIT
    STEHEN IHNEN MÖGLICHERWEISE WEITERE RECHTE ZU.
    "

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  10. #10
    Avatar von euMelBeumel
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    AW: [How-To] Mobile-CPU Undervolting mittels RMClock

    Aber es passt so wie ich es formuliert habe? Nicht, dass ich hier irgendwelche falschen Dinge äußere Danke übrigens für die "Recht-Infos"
    2x X5650 (12C/24T) @ 4GHz | EVGA SR-2 | 48GB DDR3 | GTX970@1,5GHz | @WaKü
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