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Ap0ll0XT
Guest
Es scheint mal wieder aus der Versenkung geholt worden zu sein. Das bedingungslose Grundeinkommen. Ich würde mich einfach mal dafür interessieren, wie die Meinung dazu hier im Forum ist und verlinke mal einen Artikel von Telepolis dazu: Bedingungsloses Grundeinkommen - Chaos oder Schlaraffenland? | Telepolis
Ich selber stehe dem ganzen sehr skeptisch gegenüber, obwohl unter Umständen bei dem einen oder anderen Punkt der BGE helfen könnte.
1. Umfragen und Feldversuch wirklich repräsentativ? Es wird in dem Artikel mit einer Umfrage für das BGE geworben, die sich auf die Motivation bezieht, bei erhalt von BGE weiterhin einer sozialversicherten Tätigkeit nachzugehen. Dabei wirken mir die Zahlen zu glatt. 60/30/10 sieht mir eher wie Willkühr oder zu kleinen Befragtenkreis aus. Die Gewichtung der Ergebnisse macht auch auf mich den Eindruck, als würde dort ein idealer Kreis befragt worden sein. 60% würden weiterarbeiten wollen wie bisher. 30% würden entweder weniger oder etwas anderes arbeiten. Nur 10% würden garnicht mehr arbeiten? Das wirkt dann doch etwas Realitätsfern. Das Warum nehme ich in Punkt 2 durch.
Der Feldversuch und die Profiteure selbigem ist meiner Meinung nach auch kaum glaubwürdig. Denn schließlich war den Nutzern klar, das dieses Pseudo-BGE nur für ein Jahr gezahlt wird. Dann ist logisch, das sich die Empfänger da nicht großartig drauf ausruhen können. Das BGE soll aber etwas unbefristetes werden. Da wird dann ein nicht unerheblicher Teil der Empfänger deutlich entspannter die ruhige Kugel schieben.
2. Bei dem Arbeitsmarkt? Der Arbeitsmarkt ist geschwängert von Teilzeit- und Minijobs mit sehr geringen Verdienstmöglichkeiten. Viele arbeiten in diesen Berufen, da es meist etwas mehr wie ALG 2 gibt. Mit dem BGE sollen ja "angeblich" die Leute 1.000 € direkt aufs Konto bekommen. Ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, das dann jemand, der einen solchen Job macht, diesen noch weiter ausübt. Es sei denn, er dürfte damit das BGE aufstocken. Das würde aber auch bedeuten, das diese Kandidaten dann auf einmal mit einer Teilzeitstelle und dem BGE deutlich mehr Geld zur Verfügung haben als die jenigen, die Vollzeit ihrem Beruf nachgehen und kein BGE bekommen. Ich bin mir an der Stelle also sicher, das bei Aufstockungsoption Teilzeitstellen sowie Minijobs einen enorm deutlicheren Boom erleben werden, wie er jetzt schon ist. Unternehmen werden dies zu nutzen wissen. Verwaltungskosten minimieren, in dem aus einer Vollzeitstelle 3 Minijobs gemacht werden. Das Unternehmen brauch zwar 3 mal so viele Mitarbeiter. Dafür muss die Firma nur noch die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitsunfallversicherung bei den Genossenschaften zahlen und den Angestellten das kleine Gehalt überweisen. Die Arbeiter haben dann bei 12-18 Stunden die Woche 1.450 € auf dem Konto.Theoretisch eine Win-Win-Situation für Arbeitnehmer und -geber. Schlecht nur für den Staat. Denn der kann garnicht so schnell gucken, wie ihm die Leute auf einmal auf der Tasche liegen.
Dieser Fall wird aber nicht eintreten. Der Staat wird versuchen, trotz BGE die Ausgaben noch zu drücken. Der BGE wird dann eher die Aufstockung sein und der Arbeiter maximal 1.000 € bekommen. Also bei Minijob die 450 € und durch BGE 550 €. Das allerdings würde bedeuten, das die meisten Minijobber und Teilzeitkräfte die Jobs einfach kündigen. Denn warum sollen die für eine Summe arbeiten, wenn sie die auch ohne Arbeit bekommen. Beide wege machen also nur dann Sinn, wenn diese wirklich auch strikt geregelt werden. Und das ist im Grunde nur möglich, wenn man sicherstellen kann, das niemand wegen dem BGE vorsätzlich kündigt. Und das wird der Staat nicht können. Entweder will man mit dem BGE sicherstellen, das der Bürger mindestens 1.000 € hat. Und das egal wie. Oder man lässt es bleiben. Denn genau dieses "egal wie" wird zum Problem. Denn beide Szenarien sind schlecht für den Staat. Aber letzteres Szenario dürfte für extrem steigende Löhne sorgen. Teilzeit und Minijobs finden kaum noch Abnehmer und die Vollzeitjobs müssen gut bezahlt werden, um interessant zu sein.
3. Bei dem Wohnungsmarkt? Wir haben ja jetzt schon zu wenig und zu teuren Wohnraum hier in Deutschland. Nun stelle man sich vor, das BGE steht jedem ab 18 Jahren zur Verfügung. Wie lange wird es dauern, bis die steigende Nachfrage das magere Angebot immens verteuert? Nicht sehr lange. Die volljährig werdende Generation lechzt doch schon nach dieser Gelegenheit. Pünklich zum Geburtstag in die eigene Wohnung und in die unabhängige Freiheit. Sprichwörtlich "die Füße unter dem Tisch" hervorholen. Was dann erst mit den darauf folgenden Generationen passieren könnte kommt unter Punkt 4.
4. Bei den Aussichten auf den Nachwuchs? Wir dürfen nicht den Fehler machen, nur in unserer oder in älteren Generationen zu denken. Es kommen auch neue jüngere Generationen dazu. Während wir und die älteren Generationen noch relativ arbeitswillig sind, kann durch den BGE schon in der übernächsten Generation eine völlig extreme "Warum soll ich noch arbeiten"-Einstellung anerzogen werden. Und ich bin mir ziemlich sicher, das spätestens dann erkannt werden muss, das der BGE am Ende keine gute Idee gewesen ist. Ich kenne persönlich leider zu viele Familien, wo mir beim Anblick des Nachwuchses schlecht wird, das für mich eine Vermehrung dieser Einstellung absolut sicher ist.
5. Seite 2 des Artikels: Oha das zeigt deutlich, wie unkontrolliert das BGE gewünscht wird. Die erlaubte Schwarzarbeit habe ich ja im Punkt 2 mehr oder weniger thematisiert. Allerdings wird dort mit dem Wegfall vieler staatlicher Verwaltungsapparate vorgerechnet. Im Grunde ist das ja auch richtig. An vielen Stellen wird Geld einfach so verbrannt. Aber das kann man auch durch Effizienzsteigerung machen. Man muss nicht gleich alles streichen. Und die Subventionierungen sind leider auch nötig. So unsinnig sie auch sind, ist es genau das Werkzeug zur ultimativen Erpressung. Es ist genau das Machtinstrument, das den Unternehmen gegeben wurde, um dem Geber zu erpressen. Denn eigentlich ist Deutschland auf Grund seiner sozialen Gesetzeslage ein uninteressanter Wirtschaftsstandort. Unternehmen werden subventioniert, damit sie nicht ins günstigere Ausland abhauen. Warum zahlt man denn für einen Arbeiter von staatlicher Seite 10.000 €? Damit der Mitarbeiter den Konzernen auch nicht teurer wird als die Arbeitskräfte im Ausland.
Um das einmal einen Absatz aus dem Artikel zu nehmen:
Das war mal ein etwas längerer Kommentar. Aber das Thema ist an sich auch recht interessant. Genug Platz für viele Sichtweisen und genug Stoff für Diskussionen.
Ich selber stehe dem ganzen sehr skeptisch gegenüber, obwohl unter Umständen bei dem einen oder anderen Punkt der BGE helfen könnte.
1. Umfragen und Feldversuch wirklich repräsentativ? Es wird in dem Artikel mit einer Umfrage für das BGE geworben, die sich auf die Motivation bezieht, bei erhalt von BGE weiterhin einer sozialversicherten Tätigkeit nachzugehen. Dabei wirken mir die Zahlen zu glatt. 60/30/10 sieht mir eher wie Willkühr oder zu kleinen Befragtenkreis aus. Die Gewichtung der Ergebnisse macht auch auf mich den Eindruck, als würde dort ein idealer Kreis befragt worden sein. 60% würden weiterarbeiten wollen wie bisher. 30% würden entweder weniger oder etwas anderes arbeiten. Nur 10% würden garnicht mehr arbeiten? Das wirkt dann doch etwas Realitätsfern. Das Warum nehme ich in Punkt 2 durch.
Der Feldversuch und die Profiteure selbigem ist meiner Meinung nach auch kaum glaubwürdig. Denn schließlich war den Nutzern klar, das dieses Pseudo-BGE nur für ein Jahr gezahlt wird. Dann ist logisch, das sich die Empfänger da nicht großartig drauf ausruhen können. Das BGE soll aber etwas unbefristetes werden. Da wird dann ein nicht unerheblicher Teil der Empfänger deutlich entspannter die ruhige Kugel schieben.
2. Bei dem Arbeitsmarkt? Der Arbeitsmarkt ist geschwängert von Teilzeit- und Minijobs mit sehr geringen Verdienstmöglichkeiten. Viele arbeiten in diesen Berufen, da es meist etwas mehr wie ALG 2 gibt. Mit dem BGE sollen ja "angeblich" die Leute 1.000 € direkt aufs Konto bekommen. Ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, das dann jemand, der einen solchen Job macht, diesen noch weiter ausübt. Es sei denn, er dürfte damit das BGE aufstocken. Das würde aber auch bedeuten, das diese Kandidaten dann auf einmal mit einer Teilzeitstelle und dem BGE deutlich mehr Geld zur Verfügung haben als die jenigen, die Vollzeit ihrem Beruf nachgehen und kein BGE bekommen. Ich bin mir an der Stelle also sicher, das bei Aufstockungsoption Teilzeitstellen sowie Minijobs einen enorm deutlicheren Boom erleben werden, wie er jetzt schon ist. Unternehmen werden dies zu nutzen wissen. Verwaltungskosten minimieren, in dem aus einer Vollzeitstelle 3 Minijobs gemacht werden. Das Unternehmen brauch zwar 3 mal so viele Mitarbeiter. Dafür muss die Firma nur noch die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitsunfallversicherung bei den Genossenschaften zahlen und den Angestellten das kleine Gehalt überweisen. Die Arbeiter haben dann bei 12-18 Stunden die Woche 1.450 € auf dem Konto.Theoretisch eine Win-Win-Situation für Arbeitnehmer und -geber. Schlecht nur für den Staat. Denn der kann garnicht so schnell gucken, wie ihm die Leute auf einmal auf der Tasche liegen.
Dieser Fall wird aber nicht eintreten. Der Staat wird versuchen, trotz BGE die Ausgaben noch zu drücken. Der BGE wird dann eher die Aufstockung sein und der Arbeiter maximal 1.000 € bekommen. Also bei Minijob die 450 € und durch BGE 550 €. Das allerdings würde bedeuten, das die meisten Minijobber und Teilzeitkräfte die Jobs einfach kündigen. Denn warum sollen die für eine Summe arbeiten, wenn sie die auch ohne Arbeit bekommen. Beide wege machen also nur dann Sinn, wenn diese wirklich auch strikt geregelt werden. Und das ist im Grunde nur möglich, wenn man sicherstellen kann, das niemand wegen dem BGE vorsätzlich kündigt. Und das wird der Staat nicht können. Entweder will man mit dem BGE sicherstellen, das der Bürger mindestens 1.000 € hat. Und das egal wie. Oder man lässt es bleiben. Denn genau dieses "egal wie" wird zum Problem. Denn beide Szenarien sind schlecht für den Staat. Aber letzteres Szenario dürfte für extrem steigende Löhne sorgen. Teilzeit und Minijobs finden kaum noch Abnehmer und die Vollzeitjobs müssen gut bezahlt werden, um interessant zu sein.
3. Bei dem Wohnungsmarkt? Wir haben ja jetzt schon zu wenig und zu teuren Wohnraum hier in Deutschland. Nun stelle man sich vor, das BGE steht jedem ab 18 Jahren zur Verfügung. Wie lange wird es dauern, bis die steigende Nachfrage das magere Angebot immens verteuert? Nicht sehr lange. Die volljährig werdende Generation lechzt doch schon nach dieser Gelegenheit. Pünklich zum Geburtstag in die eigene Wohnung und in die unabhängige Freiheit. Sprichwörtlich "die Füße unter dem Tisch" hervorholen. Was dann erst mit den darauf folgenden Generationen passieren könnte kommt unter Punkt 4.
4. Bei den Aussichten auf den Nachwuchs? Wir dürfen nicht den Fehler machen, nur in unserer oder in älteren Generationen zu denken. Es kommen auch neue jüngere Generationen dazu. Während wir und die älteren Generationen noch relativ arbeitswillig sind, kann durch den BGE schon in der übernächsten Generation eine völlig extreme "Warum soll ich noch arbeiten"-Einstellung anerzogen werden. Und ich bin mir ziemlich sicher, das spätestens dann erkannt werden muss, das der BGE am Ende keine gute Idee gewesen ist. Ich kenne persönlich leider zu viele Familien, wo mir beim Anblick des Nachwuchses schlecht wird, das für mich eine Vermehrung dieser Einstellung absolut sicher ist.
5. Seite 2 des Artikels: Oha das zeigt deutlich, wie unkontrolliert das BGE gewünscht wird. Die erlaubte Schwarzarbeit habe ich ja im Punkt 2 mehr oder weniger thematisiert. Allerdings wird dort mit dem Wegfall vieler staatlicher Verwaltungsapparate vorgerechnet. Im Grunde ist das ja auch richtig. An vielen Stellen wird Geld einfach so verbrannt. Aber das kann man auch durch Effizienzsteigerung machen. Man muss nicht gleich alles streichen. Und die Subventionierungen sind leider auch nötig. So unsinnig sie auch sind, ist es genau das Werkzeug zur ultimativen Erpressung. Es ist genau das Machtinstrument, das den Unternehmen gegeben wurde, um dem Geber zu erpressen. Denn eigentlich ist Deutschland auf Grund seiner sozialen Gesetzeslage ein uninteressanter Wirtschaftsstandort. Unternehmen werden subventioniert, damit sie nicht ins günstigere Ausland abhauen. Warum zahlt man denn für einen Arbeiter von staatlicher Seite 10.000 €? Damit der Mitarbeiter den Konzernen auch nicht teurer wird als die Arbeitskräfte im Ausland.
Um das einmal einen Absatz aus dem Artikel zu nehmen:
Das passiert durch die Subventionen, ohne die viele Unternehmen und Konzerne das Land verlassen würden.Unterm Strich wird ein Wirtschaftsystem am Laufen gehalten, das ohne staatliche Unterstützung gänzlich zusammenbrechen würde.
Das Wort "alle" stimmt leider überhaupt nicht. Denn wenn der Staat das BGE mit dem wegfall von Unternehmens-Subventionen finanzieren will, wird die Wirtschaft wegen dem Weggang der großen Unternehmen eine epische Talfahrt erleben, die selbst ein florierender Handel nicht mehr auffangen kann. Auch wenn es eigentlich beschissen ist, müssen diese Subventionen bleiben. Ansonsten überlebt der Staat das ganze nicht.Direkt an die Menschen ausgezahlt, hätten alle mehr davon, denn Geld, das ausgegeben wird, steigert die Nachfrage, und nicht zuletzt würde auch die Wirtschaft angekurbelt.
Gerechtigkeit liegt im Auge des Betrachters. Was für den Großteil der Menschen gerecht ist, wird in den Augen der Unternehmen und den Reichen nicht gerecht sein. Die Reichen werden komplett flüchten und die Unternehmen werden wo anders produzieren.Die vorhandenen Gelder wären nicht nur gerechter verteilt, es entstünden für jeden Einzelnen auch neue Freiheiten.
Das war mal ein etwas längerer Kommentar. Aber das Thema ist an sich auch recht interessant. Genug Platz für viele Sichtweisen und genug Stoff für Diskussionen.


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Die Reichen werden doch nicht zahlen für andere, was haben sie davon? Nichts!