News X3D-CPUs: AMD bekommt Patentklage wegen 3D V-Cache

Wie oft werden Patente zu weit gefasst, oder auf Techniken erteilt, die schon länger und allgemein angewandt werden?
Viel zu oft.
Ständig, auch in meiner Branche. (In dem Fall weil der Marktführer versucht alles zu patentieren was nicht hei 3 auf den Bäumen ist und die Konkurrenz keine Kapazität hat bei dem Umfang überhaupt Einsprüche zu erheben)
Aber so ein Patent erteilt zu bekommen und es final gerichtlich durchsetzen können sind zwei Paar Schuhe.
Und so dumm AMD für etwas zu verklagen was die bereits in Großserie produziert haben als das Patent eingereicht (!=erteilt) wurde ist auch ein Adeia nicht.
 
Sieht für mich eher nach Patent-Trolling aus, wenn man nur nach diesem Artikel geht.

Aber es kann auch sein, dass Gutachter, Anwälte usw. erst alles prüfen und dann die Klage vorbereiten. Man braucht da genauere Infos.

Was ist das für ein Unternehmen? Was stellt es her? Noch nie gehört...
 
Zum einen braucht man jemanden, der in den USA ordentlich vertreten ist und zum anderen ist es die deutlich effizientere Strategie die Kundschaft des Unternehmens zu verklagen. Bei TSMC könnte es AMD und allen anderen egal sein, so wird aber die gesamte potentielle Kundschaft von TSMC abgeschreckt.

Die Abschreckungswirkung auf andere TSMC Kunden wäre bei einer Klage gegen TSMC eher noch größer gewesen.
Aber die Kläger sind in dem Fall ein US-amerikanisches Unternehmen und wie du korrekt feststellst:
TSMC verkauft in den USA gar keine X3D-Stacks.
Man könnte TSMC nur in Taiwan verklagen, aber eine internationale Klage bedeutet für den Kläger immer zusätzlichen Aufwand, bei der Höhe von Entschädigungs- und Strafzahlungen gelten die USA als international führend und Taiwan ist wegen der fehlenden Anerkennung als Staat allgemein ein Sonderfall. Stattdessen am eigenen Firmensitz, der zudem Ausstellort des Patents sein dürfte, ist also nicht nur naheliegend, sondern auch einfacher und günstiger.

Zudem sind die Vertragsdetails zwischen AMD und TSMC öffentlich gar nicht zugänglich. Es weiß zwar jeder aus Marketingaussagen, dass AMD dort CoWoS bestellt hat und dass X3D Hybrid Bonding nutzen – aber hat AMD irgendwo in eine Folie geschrieben, dass sie für genau diese CPUs genau diese Verbindungstechnik bei TSMC bestellt haben in der Annahme, es wäre eine TSMC-Technik, die TSMC frei lizenzieren kann? Nein, tut es nicht. De Jure müsste all das erst noch bewiesen werden und warum sollte Aeida diesen Aufwand auf sich nehmen? Verklagt wird eigentlich immer der Inverkehrbringer am Ende einer Produktionskette und wenn AMD sich unschuldig und von TSMC übers Ohr gehauen fühlt, müssen sie halt in einem zweiten Schritt TSMC auf Erstattung etwaiger Schadensersatzzahlungen verklagen.

Für mich ist Adeia ein typischer Patent-Troll: keine eigene Produktion oder Produkte, keine eigene in-house Forschung.
Nur daran interessiert, potentiell nützliches Wissen und Technologien zu "sammeln" um diese dann zu Lizensieren und andere zu verklagen um Einnahmen zu generieren. Das ist ihr einziger Business-Case.
Genau DAS ist ein Patent-Troll.

Ein Patent-Troll meldet Trivial-Patente auf Techniken an, hinter denen gar keine eigene Forschung steckt. Adeia dagegen ist Teil von Xperi ex-Tessera und die haben sehr wohl eigene Forschung und berechtigte Patente, deren Nutzung Lizenzen verdient respektive deren missbräuchliche Kopie zu Recht verfolgt gehört. Adeia ist schlichtweg ein ausgegliedertes Tocherunternehmen, was sich genau darum kümmert: Berechtigtes IP verwerten und verteidigen.
 
Die Abschreckungswirkung auf andere TSMC Kunden wäre bei einer Klage gegen TSMC eher noch größer gewesen.

Nicht wirklich.

Wenn jemand AMD oder Nvidia verklagt, dann kann mir das als Kunde relativ egal sein, wie die sich juristisch die Köpfe einschlagen. Ich hab mein Zeug. Wenn jedoch dieser jemand hergeht und haufenweise Endkunden verklagt und die sich dann ernsthaft im Gericht verteidigen müssen,. dann sieht die Geschichte anders aus. Dann bin ich nicht mehr so gelassen. Wichtiger ist die Tatsache, dass alle anderen Kunden ebenfalls nicht so gelassen sind und sich dreimal überlegen, ob sie nicht besser irgendwo anders einkaufen.

Auf die Kundschaft zu zielen ist in den Staaten eine recht gängige Praxis, da es das Unternehmen extrem unter Druck setzt. Gleichzeitig nimmt man dem Unternehmen jegliche Möglichkeit, sich aktiv zu wehren. TSMC ist nur Zuschauer und wenn sich AMD mit denen über eine Lizenzgebühr einigt, dann ist das eben so. Dann ziehen sie zu den nächsten Kunden weiter, ohne dass TSMC da irgendetwas dagegen unternehmen kann.

In Deutschland ist das zum Glück so nicht möglich.

Man könnte TSMC nur in Taiwan verklagen, aber eine internationale Klage bedeutet für den Kläger immer zusätzlichen Aufwand, bei der Höhe von Entschädigungs- und Strafzahlungen gelten die USA als international führend und Taiwan ist wegen der fehlenden Anerkennung als Staat allgemein ein Sonderfall. Stattdessen am eigenen Firmensitz, der zudem Ausstellort des Patents sein dürfte, ist also nicht nur naheliegend, sondern auch einfacher und günstiger.

Das geht schon. Zum einen haben sie Geschäftsbeziehungen mit US Firmen. Ein Österreichische Hersteller von Fahrgeschäften wurde z.B. auch in den USA verklagt, obwohl sie da nicht vertreten sind und zu 310 Mio $ Schadensersatz verurteilt. Die konnten nichts dafür, da derjenige zu Fett war und die Mitarbeiter des Freizeitparks die Gurte nicht kontrolliert haben. Die können halt eben jetzt nicht mehr so ohne weiteres in die USA verkaufen.

Zum anderen will TSMC ja auch in den USA bauen, spätestens da kann man sie direkt verklagen, will man aber aus strategischen Gründen nicht.

 
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