Zitat aus dem Artikel: "
Für die allermeisten Nutzer dürfte es aber wohl die leichteste Lösung sein, einfach zeitnah auf Windows 11 zu wechseln und das Vorgänger-Betriebssystem hinter sich zu lassen. Seit dem Release vor vier Jahren ist die neuere Version schließlich deutlich gereift. Zudem sollten PCs mit Windows 10 nach dem Supportende nur mit Vorsicht verwendet werden. Denn ohne Sicherheitspatches besteht dort künftig ein zunehmendes Risiko für Angriffe aus dem Internet."
Von wegen „leichteste Lösung“.
Es ist meiner Ansicht nach beschämend, dass sich Online-Fachmagazine daran beteiligen, Anwender zu verunsichern und auf Windows 11 zu drängen. Es gibt gute Gründe, das gut zu überdenken.
Warum nicht erst einmal darauf hinweisen, dass man bei Microsoft für Windows 10 noch ein weiteres Jahr Extended Support einkaufen kann? Das soll nicht mehr als rund 50 € kosten.
Die nächste Möglichkeit bestünde darin, auf Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021 zu wechseln.
Dann hätte man bis Januar 2032 vor Windows 11 seine Ruhe.
Der Umstieg auf Windows 11 ist nicht einfach nur ein harmloses Betriebssystem-Upgrade.
Mit jeder Windows-Version und den damit verbundenen neuen EULA-Bestimmungen wächst der Einfluss von Microsoft auf DEIN System und gipfelt in einem Online-Account-Zwang, der von Microsoft auch schon mal gesperrt werden kann – wie vor einiger Zeit durch die Presse ging (Stichwort: Strandfotos).
Hier ein paar Gründe, warum es besser wäre, erst einmal nicht auf Windows 11 zu wechseln:
https://extreme.pcgameshardware.de/...trotz-tpm-deaktivierung.664113/#post-11925561
Wie man sein System innerhalb von ca. 2 Stunden unter Beibehaltung von Einstellungen und Programmen durch ein In-place-Upgrade auf die IoT-Version umstellen kann, falls man das möchte, siehe hier:
https://extreme.pcgameshardware.de/...windows-11-vereinfachen.663951/#post-11922362
Ein Jahr extendes Support zubuchen oder das "Crossgrade" auf die Win10 Enterprise IoT sind momentan die einzigen Möglichkeiten, Microsoft durch stagnierende Windows-11-Installationszahlen zu signalisieren, dass man etwas gegen diese Art der Einflußnahme auf dem eigenen System hat.
Was Win10 Enterprise IoT anbelangt: es erfordert allerdings den Kauf einer gültigen Lizenz. Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021 kostet rund 150 €.
Diese Kosten sind aber meiner Meinung nach vertretbarer, als Windows 11 zu installieren – mit der zunehmenden Einflussnahme seitens Microsoft auf DEIN System durch Windows 11. Stichwort: Secure Boot, TPM, Online-Account-Zwang und die Art der AI-Implementierung (Recall, Auswertung sekündlicher Screenshots des gesamten Bildschirminhalts).
Irgendwie schon merkwürdig: PC-Anwender werden unter Hinweis auf fehlende Security-Patches zu Windows 11 gedrängt, obwohl in Windows 11 mit Recall die krasseste Abhörwanze implementiert ist, die es in der IT-Geschichte gibt. Sekündliche Screenshots, die von AI ausgewertet werden. Diese persönlichen Daten, die auch Passwörter umfassen können, werden angeblich standardmäßig 3 Monate sicher gespeichert.
Ergänzung: derzeit nur in Copilot+ Systemen mit integrierter NPU und muss aktiviert werden.
Jedoch sehe ich hierin auch nur sowas wie eine Salami Taktik. Sobald das Feature mehr Akzeptanz hat ist zu befürchten, dass es weiter ausgebaut wird. Jemand das etwas so implementiert, hat doch dafür auch einen bestimmten Grund, warum er es so macht.
Irgendwann gibt es dann nur noch Geräte mit NPU und irgendwann wird, wenn man Pech hat, Recall genauso immer wieder aktiviert, wie Telemetrie.
Wenn ich Microsofts Salamitaktik der letzten Jahre in diesem Sinne interprätiere:
- Secure Boot – ursprünglich verkauft als Sicherheitsfeature gegen Bootkits, inzwischen genutzt, um alternative Betriebssysteme zu erschweren oder zu blockieren.
- TPM-Zwang (Windows 11) – offiziell für Sicherheitsfunktionen wie BitLocker und Credential Guard, in der Praxis auch als Marktfilter für Hardware und als Hürde für ältere Systeme.
- Online-Account-Zwang – offiziell für „bessere Synchronisation“ und „Cloud-Funktionen“, in der Praxis aber zur Identifizierung und Bindung des Systems an den Hersteller-Account.
- Recall (aktuell opt-in, lokal) – könnte sich leicht in Richtung „ständige Cloud-Synchronisation“ entwickeln.
Zum einen könnte sich Windows mittels TPM und Online Account Zwang zu einem SaaS Produkt entwickelt (Software as a Service), also Abo Modell.
Was weitaus schlimmer wäre und bei der Art der Implementierung nicht auszuschließen ist. Dass es irgendwann nur noch Rechner mit NPU gibt und es auf "Befehl von oben" ausnahmslos aktiviert wird.
Alleine schon bei dem Gedanken, wie einfach das gegen Bürger missbraucht werden könnte, erweckt bei mir einen starken Unmut, wie man überhaupt auf die Idee kommt, etwas so zu implementieren auf Basis von Screenshots.
Und dann schaue man mal über den großen Teich, wie schnell aus einer alten Demokratie sowas eine Trump Diktatur wird. Oder wie auf einmal superreiche den Stattsapparat "auskehren". Entscheiden welches Department geschlossen wird, etc. Wenn solche Dinge so einfach möglich sind, dann ist auch der Mißbrauch von Recall mit Sicherheit irgendwann einmal Programm. "Danke Microsoft, so etwas entwickelt zu haben".
Sorry, aber das möchte ich nicht – das geht eindeutig zu weit. Selbst wenn man es deaktivieren könnte: Wie sicher dürfen wir sein, dass es nicht doch wieder aktiviert wird? Siehe Telemetrie nach Windows-Updates – ich weiß nicht, wie oft ich Telemetrie nach Updates wieder deaktivieren musste. Es könnte auch mal unbemerkt von alleine loslaufen.
Wie jemand treffend sagte: „Die Stasi hätte Freudentränen über eine solche Implementierung gelacht.“
Wie sicher bei Microsoft Sicherheit ist, kann man immer mal wieder nachlesen: Einbruch ins Data Center, Leak von wichtigsten Security Keys, Einbrüche in unsicher implementierte SharePoint-Server usw.
Davor wird uns auch Windows 11 nicht schützen. Aber Windows 11 wird die Privacy-Situation für alle User grundlegend verschlechtern. Will meinen: Der missbräuchlichen Anwendung ist allein durch die Existenz dieser Art der AI-Implementierung Tür und Tor geöffnet.
Danke, aber nein danke.
Wäre schön, wenn man die Berichterstattung über solche Dinge doch ein wenig anwenderfreundlicher gestalten würde, als noch zusätzlich Druck zur Migration to Win11 aufzubauen.