Die Hersteller wollen mit Sicherheit keine "Langlebigkeit" - wie sonst könnte man ein neues Modell/einen neuen Fernseher verkaufen?
Ganz einfach: die meisten Leute schmeißen ihr Zeug funktionsfähig weg, keine geplante Obsoleszenz nötig.
Es gab mal eine groß angelegte Studie: wann schmeißen die Leute ihre Weiße Ware, also Kühlschränke, Waschmaschinen, Gefriertruhen usw. weg und warum? Im Ergebnis lang der Median bei allen Geräten jeweils leicht über 9 Jahren und 85% der Geräte haben noch funktioniert. Deshalb legt man die Geräte üblicherweise auf 18 Jahre, also bei Waschmaschinen z.B. 1800 Waschzyklen, aus.
Die meisten Leute entsorgen ihre Fernseher, stellen sie in den Keller bzw. Gästezimmer oder verkaufen sie. Damit kommt immer was neues.
(...), manchmal richtig eingeplant (bei Tintenstrahldrucker bspw.), (...)
Das ist ein Mythos, der Seitenzähler hatte seinen Sinn.
Ich hätte als Hersteller Geräte, die extra lange halten sollen, so gebaut, aber dann auch teurer verkauft. Macht halt keiner.
Es gibt die ultimative Weisheit: "liefere nur das, was dein Kunde verlangt und wofür er dich auch bezahlt".
Qualität will natürlich jeder, am besten soll man den Krempel noch an die Urenkel vererben können. Nur mit dem Bezahlen des Luxus ist es so eine Sache. Wenn die Kundschaft billiges Zeug will, dann lieferst du ihr billiges Zeug, sonst macht das dein Konkurrent und du stehst dumm da.
Es gibt natürlich diverse Beispiele, bei denen das so gemacht wird. PC Netzteile z.B.. Da hat man es im oberen Preissegment mit echtem Overkill zu tun, die kann man dann schon wirklich an die Urenkel vererben, wenn nicht gerade eine neuer Standard dazwischen kommt. Bei den Waschmaschinen wäre es Miele, die werden auf 3.000 Zyklen ausgelegt und jedes Modell wird auch vorher ein Jahr getestet, bevor es in den Verkauf geht und nicht nur am Computer entwickelt. Die Kundschaft erwartet es einfach. Man kann auch Waschmaschinen für Hotels u.a. nehmen, die kosten dann gut 5.000€, sind aber auf 30 Jahre, bzw. 30.000 Zyklen ausgelegt und die Ersatzteile werden auch mindestens 30 Jahre lang vorrätig gehalten. Kostet aber eine Stange Geld, da kann man sich dann schon knapp ein dutzend ganze guter Waschmaschinen kaufen.
Wenn die Leute massenhaft bereit wären, für 10 Jahre Garantie auch ordentlich zu bezahlen, dann hätten wir die. Bei PC Netzteilen ist das meist der Fall, wenn man was gutes kauft.
Deswegen find ich die EU Bemühungen zur Reparierbarkeit auch etwas sinnlos. Weil sie nur geringfügig die Langlebigkeit verändern da Reparaturen immernoch teuer und unwirtschaftlich bleiben in EXAKT den Bereichen wo die Leute am Preissensibelsten sind. Low Cost.
Ist halt eben eine individuelle Sache, die jeder mit sich selbst ausmachen muß. Für meine alte 200€ Gefriertruhe lasse ich keinen Kältetechniker antanzen, wenn die mal das zeitliche segnet. Mein 5 Jahre altes Xiaomi Redmi Note 8 Pro bekommt jedoch bald für 50€ einen neuen Akku, obwohl ein neues, mit ähnlichen Daten, keine 100€ kostet. Bei meinem knapp 8 Jahre alten JBL E55 bin ich noch am überlegen. Neuer Akku und Ohrpolster kosten gut 20€ und er hat mir bisher gut gedient, ist aber echt schon abgeranzt (in dem verfluchten Stoff bleibt jeder Dreck hängen).
Wenn die Leute es nicht reparieren, dann kannst du soviel machen, wie du willst. Ist sogar ein gutes Argument gegen die erweiterte Reparierbarkeit: wenn es nicht genutzt wird, dann ist es Geld und Ressourcenverschwendung.
Wir müssen deswegen in EU mal auf nen gemeinsamen Standard von min. 5 Jahren Garantie kommen, besser 7.
Kenne mich bei Autos nicht so aus aber ist da ja auch eher Regel als Ausnahme oder ?
Ist halt eben die Frage, was es bringt. Bei Fernsehern ist es jetzt nicht wirklich ein Preoblem. Das war es mal, während der Kondensatorpest, Anfang des Jahrtausends und als man immer flachere Fernseher gebaut hatte und diese überhitzen. Heute hat man das im Griff, wie der Test ja zeigt.
Die Hersteller werden sich das ganze jedoch vermutlich ordentlich bezahlen lassen.
ist doch überall das selbe: Was lange hält, bringt kein Geld!
Hängt halt eben von der Kundschaft ab.
Das ist mehr als Naiv, das ist ExtremKapitalismus, Kaptialismus hat kein Interesse an Langlebigkeit/Ressourcenschonendem verhalten.
Kommt halt eben drauf an. Wenn es den Leuten das ganze wert ist, dann hat der Kapitalismus natürlich ein Interesse daran. Autos sind ein gutes Beispiel. Natürlich kann man die Dinger so bauen, dass sie 1 Mio km und mehr halten, nur die meisten Neuwagenkäufer (auf die kommt es an) verkaufen ihre Karre schon nach wenigen Jahren. Damit ergibt es wenig Sinn, da ordentlich Geld reinzubuttern. Würden sich alle ein Beispiel an den Bauern nehmen, die ihren Benz fast immer neu kaufen und dann fahren bis zum geht nicht mehr, dann würde es anders aussehen.
Das stellt eine Illusion dar. Du kannst als Verbraucher Garantielängen einer Produktkategorie nicht auf zehn Jahre pushen, wenn das Angebot mit der längsten Garantieleistung drei Jahre umfasst. Und so eine Situation gibt es oftmals nun einmal.
Klar geht das, die PC Netzteile haben es vorgemacht. Da gab es auch mal maximal 3 Jahre Garantie, die wurden auch von vielen bevorzugt gekauft, weil die Leute dachten, dass das für Qualität steht. Also haben einige Hersteller 5 Jahre angeboten, die wurden nachgefragt und dann wurden es die heute üblichen 10 Jahre, wenn man hochwertige Netzteile kauft. Wenn man will, dann bekommt man von Seasonic auch 12 Jahre.
Wir hatten bei Grakas die Wahl: EVGA hat bis zu 10 Jahre geboten, aber offenbar hat man denen nicht die Tür eingerannt. Naja, Zotac bietet 5 Jahre Garantie, ich hab mir deshalb eine geholt, du bei der nächsten Karte auch?