Ich kann diese Abwehrhaltung der Spiele-Lobby nicht ganz nachvollziehen.
Kein Mensch erwartet, dass die Hersteller Server weiter betreiben oder anderweitig Geld nach dem EOL investieren.
Der Lobbyverband hat allerdings ein Interesse daran, dass Politiker, die sich nicht für die Causa interessieren oder kaum Überblick über die Situation haben, das als Zielrichtung der "stop killing games"-Petition sehen und das eigentliche angestrebte Ergebnis der Kampagne als Ausgangszustand im Sinne eines Status quo gesehen wird. Diese Nebelkerzen sollen dazu animieren entweder gar nichts zu tun "weil ja schon alles ok ist und Server zu betreiben unverhältnismäßig ist" oder Vorschläge der Industrie für "praktikable" Lösungen zu hören.
Die Politiker, die sich mit der Sache beschäftigt haben hat man, so zumindest der Eindruck, ohnehin abgeschrieben, da die nicht auf diese Argumente, die vom Thema ablenken sollen, hereinfallen dürften. Interessant ist hier die große Menge der Uninformierten oder Mitläufer, deren einflussreiche Flüsterer man gewinnen muss.
Es wäre schon viel geholfen, wenn Spiele mit Onlinezwang, bei EOL einen Patch erhalten, der selbigen entfernt.
Zumindest Signle Player Spiele und Modi wären so weiterhin nutzbar.
Das ist ja das Ziel. Oder die Bereitstellung von entsprechendem kompilierten Binärcode, "dedicated" Serversoftware oder ähnlichem (muss ja nichtmal Quellcode sein), mit dem dann Server betrieben werden können (ob bare metal oder emuliert; müssen sich ja die Modder/Kunden drum kümmern).
Für Multiplayer wäre ein LAN Modus wünschenswert, der Erfordert auch keine Serverinfrastruktur.
Damit lässt sich mit virtuellen LANs auch über räumlich weit entfernte Orte spielen.
Das ist für die Kampagne egal, können ja die Modder machen. Man braucht nur halt die Softwareschnipsel, die die APIs und Datenbankstrukturen bereitstellen und z.B. DRM-Beschränkungen aufheben oder pauschal als gültig verifizieren.
Ein Patch der DRM komplett entfernt plus ein dedicated-Server als Kompilat wäre wohl die beste Methode eine Lösung bereitzustellen, ohne Quellcode offenzulegen zu müssen oder gar Reverse-Engineering der DRM-Mechaniken oder des Programms erforderlich zu machen(wie es momentan nötig ist). In 10 Jahren läuft der dedicated Server dann halt auf nem Emulator für die Plattform "von damals" und alles ist so wie die Petition beabsichtigt.
Die Idee für Online Multiplayer eine Aufgabe der vetraglichen Verantwortung nach EOL, seitens der Hersteller, finde ich super!
Das wäre doch eine Win-Win Situation.
Das ist ja auch Absicht. Die Lobbyverbände möchten nur suggerieren, dass die Petition darauf abziele, dass Haftung weiterlaufen solle, oder dieser Aspekt nicht berücksichtigt sei.
Aktuell ist das Verhalten der Hersteller das Gegenteil, da werden von einer Lebhaften Community selbst Server aufgesetzt, um das Spiel mit ein paar Tricks am Leben zu erhalten und der Publisher erzwingt die Abschaltung.
Bei BF2 z.B. liefen die privaten alternativen Masterserver Jahrelang weiter, bis auf einmal EA mit einer Klage gedroht hat.
EA wollte bloß, dass die verbleibenden BF2 Spieler die neueren aber schlechteren BF Versionen investieren.
Ist dann wieder ne rechtliche Frage bzgl. "geistigen Eigentums"/"Urheberrecht" vs. "Patentschutz": Man könnte begründeterweise den Standpunkt vertreten, dass das Ganze ja im Grunde reine Informationstechnik ist und nichts mehr mit dem künstlerischen Aspekt des Spiels zu tun hat, und so eine schöpferische Höhe im Sinne des Urheberrechts bei Server-Clientsoftware in der Regel weniger vorhanden ist. Nähme man hier eher die technischen Aspekte in den Fokus, dann würde das, wie bei einem Patent je nach nationaler Gesetzgebung, auch eine implizite Pflicht zur Verwertung beinhalten. Ohne Verkauf/ Vertrieb/ Betrieb der Technik entfiele dann unter Umständen auch die Schutzwirkung.
Man hätte auch dafür ein Lösung finden können, wenn der Wille dagewesen wäre.
Der Wille wird nie da sein, denn der Multiplayer-Markt ist bereits unter den Teilnehmern aufgeteilt. Es bleibt nur die Lösung das alte Produkt nahtlos zu ersetzen (CS:GO->CS2), oder mit endlosen DLCs bis zum Sankt Nimmerleinstag zu erweitern und die Spieler zu fast 100% im "neuen" Content zu binden (WOW) sonst Fragmentiert man die eigene Spielerschaft zusätzlich.
Bei kurzen Intervallen mit komplett neuen Spielen kann man also nur zur Abschaltung oder offiziellen Server greifen als Publisher; das ist auch vollkommen verständlich; alles andere schmälert die Aktivitätszahlen der "aktiven Accounts" im neuen Spiel.
Da der Hauptumsatz aber mit FOMO und MTs gemacht wird ist das Interesse der meisten Kunden an der "neuen" Version aber ohnehin höher einzuschätzen als an möglichen Communityservern. Ist wie in der Modeindustrie, die zur Zeit der Lockdowns einen enormen Umsatzrückgang hatte, da Statussymbole (bei Spielen z.B. teure Skins) ohne neidisches Publikum wenig Nachfrage haben. Firmen wie EA mit Fifa/FC wissen das eigentlich, da kein Mensch die jährlichen Spiele wegen bahnbrechender neuer Mechaniken kauft, sondern nur wegen der aktuellen Kader. Wer will bitte auf einem Communityserver mit Frank Ribery spielen, wenn er im neuesten FC mit Florian Wirtz spielen kann?
Was mitschwingt und viel zu wenig Beachtung erfährt ist die Tatsache , dass die Möglichkeit kurzfristig den Stecker ziehen zu können auch billige Remasterversionen ermöglicht (GTA Trilogy). Kein Mensch mit den Originalen und deren wirklich gigantischem Modangebot greift zu dieser aufgeblasenen Handyversion. Neukäufer sollen aber keine Alternative haben, da das ja eine Abstimmung mit dem Portemonnaie wäre, die sich in den Geschäftszahlen nicht gut macht.
Fun-Fact: Natürlich könnten Gesetze Firmen dazu "zwingen" die notwendige Software oder Dokumentation zur Erstellung und Betrieb von solchen Servern bereit zu stellen.
Es steht dem Unternehmen dann frei in diesem Markt operieren zu wollen oder sich zurückzuziehen.
Wenn dies jedoch auf EU-Ebene kommt, wirds lustig, wie Entwickler/Publisher reagieren, wenn sie dann in der EU ihre Games nicht mehr verkaufen dürfen.
Die buckeln bei der Größe des Markts ganz schnell. Und da der Markt groß genug ist wird man wohl international auch nur eine Variante fahren.
Für mich klingst einfach nur nach einem weiteren Vorwand um die Standardpreise anzuheben. Es ist glaub ich jeden klar, der sich nur ein wenig länger im Gamingbereich aufgehalten hat, dass Server nicht ewig laufen können und das Patches/Updates ebenfalls irgendwann nur noch ein Verlustgeschäft sind.
Meine Haltung dazu ist: Macht doch!
Mein Geldbeutel geht dann erst bei entsprechendem rabattiertem Angebot auf, wenn der Titel dann noch interessant ist und nicht inzwischen als totale Gurke bekannt ist. Oder die Mitspielerbasis schon zu klein. Das mögen eure Anleger aber nicht, wenn die anfänglichen Verkäufe dümpeln; Tja, wie schade

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An absurde Preise hat sich der Markt eh gewöhnt.