AW: Steve Ballmer tritt zurück
Dieser Mann hat Microsoft gelebt und geliebt.
Eine Firma, die mich zum 15-fachen Milliardär macht, würde ich auch lieben.
Ballmer ist mit Sicherheit kein schlechter Mensch. Er ist auch mit Sicherheit ein genialer Verkäufer und Manager.
Aber er ist kein Visionär. Ballmer ist es egal ob er Autos oder Versicherungen verkauft. Typen wie er können das einfach und sie werden dabei immer erfolgreich sein.
Aber Typen wie er werden nicht dazu gebraucht die Produkte, die sie verkaufen sollen zu erfinden. Denn daran scheitern sie regelmäßig. Genau das ist nun Ballmer passiert.
Er hatte Glück, dass er einen Sinofsky hatte, der nach dem Vista-Debakel mit Windows 7 ein erfolgreiches Betriebssystem herstellen ließ. Aber er hat total versagt Microsoft fit zu machen für die Ära, in der PCs offensichtlich den Markt nicht mehr dominieren.
Seine Liebe zu Microsft mag tatsächlich das Verhängnis sein. Vielleicht hat er gedacht, die Microsoft-Produkte verkaufen sich alles so toll weil die Kunden Microsoft eben auch lieben. Das Gegenteil war wahrscheinlich richtig: Nach einem Arbeitstag im Büro waren die Leute froh ihren Mac oder ihr Iphone anzuschmeißen und nicht mehr von Software von Microsoft belästigt zu werden.
Ballmer hat die Verkaufszahlen mit Liebeserklärungen verwechselt und geglaubt er könne mit den gleichen Methoden wie vor 20 Jahren den Markt von hinten aufrollen. Nur hat er dabei übersehen (vielleicht vor lauter Liebe), dass der Markt mit Google und Apple heute ein völlig anderer ist.
Ballmers Erfolge beim Verkauf von Servern sind unbestritten. Ballmers Misserfolge beim Versuch Microsoft fit für Consumer zu machen sollten dann aber genauso unbestritten sein. Da ist das Versagen von Windows 8. Da ist das Versagen von Windows RT. Da ist das Versagen von Surface. (Wieso zur Hölle kauft denn niemand die tollen Surface Produkte, wenn doch das Betriebssystem so toll optimiert wurde für die Touchbedienung?)
Der Nachfolger von Ballmer wird hoffentlich besser verstehen was die Kunden heute wollen und er wird hoffentlich weniger von Liebe geblendet damit er besser versteht, dass Microsoft und Windows als Marken eben nicht die Anziehungskraft von Apple haben. Daraus muss man Schlüsse ziehen und handeln.
Auf den Nachfolger wartet eine Menge Arbeit.