SSD ein extra eingebauter Speicherplatz als Puffer?

Muletto

Kabelverknoter(in)
Guten Abend liebe Leute,

der Bad Block Management einer SSD ist ja dafür zuständig, dass fehlerhafte Daten in funktionierende Zellen verschoben werden, um die Datensicherheit und die bekannte Geschwindigkeit zu behalten. Dafür muss es ja sogennante Pufferzellen geben, da sonst der Speicherplatz der SSD über einen längeren Zeitraum sinken würde. Ist es so, dass bei 120 GB großen Festplatten ein 8 GB Puffer an Speicherzellen eingebaut ist? Damit würde man ja dann auch auf die Standard Größe von 128 GB kommen. Ich hatte dies irgendwo mal gehört und würde gerne wissen, ob dies stimmt.

Gruß

Muletto
 
Jain. Der fehlende Speicherplatz wird bei SSDs (SSDs sind keine Festplatten!) in der Regel als Spare Area und eventuell für RAIN verwendet. Auch bei SSDs mit 128 GB Nutzkapazität, wird ein Teil des Speicherplatzes als Spare Area verwendet. Die Angabe der Speicherkapazität unterscheidet sich zwischen Windows und den SSD sowie HDD Herstellern.

Dir ist mit Sicherheit schon mal aufgefallen, dass eine HDD oder auch SSD unter Windows niemals die Kapazität hat, die vom Hersteller angegeben ist. So ist beispielsweise von einer 1 TB HDD nur rund 931 G(i)B nutzbar. Das liegt an den unterschiedlichen Konventionen, die Windows und die Laufwerkshersteller als Grundlage für die Kapazitätsangabe nutzen. Microsoft meint, dass genau 1024 Bytes ein Kilobyte ergibt. Die Laufwerkshersteller sagen, dass 1000 Bytes ein Kilobyte ist. Je größer die Kapazität, desto größer ist der Unterschied.

Um diesem Problem Herr zu werden wurde Ende der 90ig des letzten Jahrtausends neue Vorzeichen für binäre Einheiten definiert (KiB, MiB, GiB, TiB, ...), die sich leider bis heute nicht vollständig durchsetzen konnten. So weigert sich unter anderem Microsoft beständig diese anzuerkennen und in ihren Produkten zu verwenden. Das, was Windows mit KB, MB, GB und TB anzeigt, ist eigentlich KiB, MiB, GiB und TiB (1024er Basis). Windows verwendet also die falschen Vorzeichen, meint also beispielsweise GiB, schreibt aber GB.

Eine 128 GB SSD hat 128.000.000.000 Bytes Nutzspeicher. Windows zeigt sie mit einer Speicherkapazität von rund 119 GB (eigentlich GiB; 128.000.000.000 / 1024³ = 119) an. Aufgrund des Aufbaus und der Organisation von Flashspeicher besteht die Kapazität einer SSD immer aus einer zweier Potenz. 128.000.000.000 passen da nicht. Die nächstmögliche Zahl wäre 137.438.953.472. Eine 128 GB (1000er Basis) hat also eine tatsächliche Speicherkapazität von 137.438.953.472 Bytes (128 GiB), wovon 128.000.000.000 Bytes (119 GiB) als Nutzkapazität zur Verfügung stehen. Der Speicherplatz dazwischen wird von der SSD als Spare Area und als Reserve verwendet. Hat eine SSD nur 120 GB (anstatt 128 GB) ist die vom Hersteller definierte Spare Area größe und/oder RAIN wird verwendet.
 
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