Auch mit Garantie?
Wenn Dir der Preis nicht angemessen erscheint wirst Du nicht kaufen. So funktioniert der Markt. Andere sagen der Preis ist angemessen ander es ist ein Schnäppchen.
Es wird sich zeigen ob der Aufschlag von 270€ beibehalten werden kann. Ich kenne den Aufwand und die Erfolgsquote beim Köpfen nicht. Denke allerdings, dass da schon eine entsprechende Kalkulation zu Grunde liegt.
Erfolgsquote: Zu Intels "Zahnpasta"-Zeiten haben Profis Ausfallraten von deutlich unter einem Prozent berichtet. Verlötete CPUs zu köpfen ist etwas anspruchsvoller, aber wenn man einmal ein grundsätzlich geeignetes Verfahren hat (und wer wenn nicht Roman sollte eins finden?), dann würde ich eine ähnliche Quote erwarten.
Aufwand: Für das eigentliche Köpfen eine Sache von wenigen Minuten; wenn jemand ein Gefühl für die Grenzen entwickelt hat und sich nicht mehr im noch komplett sicheren Bereich vorsichtigst rantastet eher von Sekunden. Die Lötreste so sauber zu entfernen, wie hier gezeigt, dürfte den größten Teil des Aufwandes ausmachen, gefolgt vom Testeinbau. Je nachdem, wie stark man den Ablauf optimiert hat*, würde ich mindestens 10 bis maximal 60 Minuten je CPU als Extremwerte ansetzen und 30-45 Minuten für wahrscheinlich halten. Wenn man die Arbeitskosten auf Arbeitgeberseite betrachtet und ein Fachkraftlohn gezahlt wird, ist da also schon ein erheblicher Teil des Preisaufschlages weg.
Der wichtigste Faktor, sowohl auf Kunden- wie auch auf Anbieterseite, dürfte aber die Garantie sein. Roman ist nicht AMD; dass er bei typischen Übertaktungsschäden auch nur die Chance auf eine Beweisführung hat, würde ich bezweifeln. Die modifizierten CPUs über RMA beim Hersteller checken zu lassen wird auch unmöglich sein. Betriebswirtschaftlich muss er also einpreisen, das jede vom Anwender im ersten Jahr zerstörte CPU auf eigene Kosten ersetzt wird und wer bei der8auer einen extra für niedrigere Temperaturen gemodeten Prozessor kauft, der will damit vermutlich nicht Solitär @Ecomode spielen.
Gesteigertes Ausfallrisiko + keine Möglichkeit, Garantieforderungen zurückzuweisen = satter Preisaufschlag.
Thermal Grizzly hat sicherlich belastbare Zahlen. Aber ich würde aus dem Bauch heraus 5-10 Prozent Mehrkosten allein deswegen annehmen; also dass auf 20 Verkaufserlöse mindestens 21, eher 22 eingekaufte Prozessoren kommen. Von denen aber 1-2 mittelfristig im Müll landen. Gut möglich also, dass an diesem Angebot selbst fast gar nichts verdient wird und es sich eher um die Grundlage für andere Geschäftsbereiche handelt. Die Direkt-Wasserkühler für delidded-CPUs sind zum Beispiel deutlich teurer als die reinen Stück- und Bearbeitungskosten erwarten lassen. Damit könnte man mehr als nur die Entwicklung refinanzieren – wenn man genug verkauft. Und das kann man nicht, wenn man nur an Selber-Köpfer verkauft; dafür braucht es kommerzielle Delid-Angebote.