AW: Ryzen 4000 Mobile: Tester überschlagen sich mit Lob - "Keine Chance für Intel"
In Intels Schublade lagen günstigere Preise, Mainstream-Sechskerner und ganz hinten am Deckel klebten noch bezahlbare Octacores. Das war 's. Allerdings sollte man trotzdem nicht von "ausruhen" sprechen: Intel hat in der Zeit ohne AMD-Konkurrenz mit mehr oder minder großem Erfolg massiv in andere Märkte investiert. Allein der Versuch, ins Smartphone-Segment einzudringen (immerhin konnte man die Tablets gegen ARM verteidigen) hat eine Zeit lang mehr Geld verschlungen als die gesamte CPU- und GPU-Entwickung von AMD. Parallel ist Intel, auch durch Aufkäufe, zu einem der größten FPGA-Player geworden, hat zusammen mit Micron ein (mäßig erfolgreiches) neues Konzept für flüchtigen und eine (potentialreiche), komplett neue Technik für nichtflüchtigen Speicher entwickelt, den Grundstein für eine eigene GPU-Fertigung gelegt und vieles mehr.
Nur die 10-nm-Fertigung, die haben sie sowas von komplett versemmelt, dass selbst Bulldozer dagegen gelungen erscheint. Und dummerweise hängt an der 10-nm-Fertigung der gesammte Fortschritt mehrerer Jahre in den Endkunden-Stammmärkten.
Das wird aber nichts. MS hat bisher nur 15W CPUs verbaut, egal ob im Surface Pro, Book 2 oder Laptop. Aber ich warte auch auf eine (passiv gekühltes und sehr gut ausgestattetes) Surface Pro (o.ä. mit 12" 3:2 Display) mit 4800U, befürchte aber, dass Microsoft sowas wieder nicht bringen will und Acer mittlerweile auch keine Lust mehr hat.
Mir wäre kein vollpassives Notebook mit mehr als 6 Watt TDP bekannt. Eine 15-W-+-Boost-CPU wird man so schnell also nicht in einem geschlossenen Gehäuse ohne Lüfter bekommen und ein 8-Kern+große-GPU-Chip ist auch nicht wirklich für diesen Markt optimiert.
Also komm.
An 1. kann man den ersten nicht sehen, ich denke an 1 sollte der Hammer stehen, an 2 sollte Zen2 stehen. Dahinter sollte dann der K6 stehen, dann frühestens der erste Klon. Hammer und Zen2 waren/sind absolute Gamechanger, der K7 (1Ghz) war der erste der Intel durch die Bank schlagen konnte, aber eben nur knapp während Hammer und Zen2 den Abstand schon Recht massiv sehen.
P.S.
Renoir sehe ich hier nicht als eigenständig, da es ein Ableger von Zen2 ist. Wenn man die CPU also solche betrachtet, sind viele viele vor Renoir.
K7 und vor allem Thunderbird waren die ersten AMD-CPUs, die sich nicht nur über den Preis, sondern auch über die absolute Leistung verkaufen konnten. Das hat den Hersteller aus der kurz zuvor noch etwas breiteren Masse der Billigheimer zu einer vollwertigen Intel-Konkurrenz aufgewertet, auch wenn die Marktanteile aus einem richtig tiefen Keller kommend nicht in gigantische Höhen geklettert sind. Sledge- oder gar Clawhammer würde ich dagegen als symbolischen Punktsieg werden: Dank einer Microsoft-Entscheidung konnte AMD erstmalig (und letztmalig) eine eigene Befehlsatzerweiterung platzieren. Der Leistungsabstand zu Intel war aber nur in Spielen ansehnlich. In Anwendungen und Multimedia lag man teilweise sogar hinten, in der subjektiven Arbeitsplatzperformance mangels Dual-Threading sogar deutlich. Der ganz große Wurf war erst Windsor und brachte AMD unter anderem das Ende des Intel-Dell-Exklusivdeals ein. Renoir darf man aber durchaus auch in dieser Liga nennen, denn er hat das Potenzial AMD erstmals auf breite Front in den mobilen Markt eindringen zu lassen. Und der macht immerhin rund 50 Prozent der privaten PCs aus. Verglichen mit Matisse ist er so das wichtigere Produkt, wenn er sich durchsetzen kann.
Gibts den auch für mein X570 Board?

Noch nicht, aber wir rechnen fest mit neuen AMD-Desktop-APUs auf gleicher technischer Basis noch dieses Jahr, vermutlich noch diesen Sommer. Ohne Corona hätte ich auf Computex getippt.
" Computerbase stellt erstaunt fest, dass es der Ryzen 9 4900HS bei Single-Core-Anwendungen beinahe mit dem aus Desktop-Rechnern bekannten Ryzen 7 3700X aufnehmen kann. " soso erstaunt. Das war schon immer so, zuminest bei Intel, sogar ein U liefert die gleiche single core performance.
Bei Intel haben auch alle Prozessoren bis runter in die Einsteigerklasse den gleichen Aufbau. Bei Renoir dagegen trifft ein halbierter L3 auf ein on-Chip-IF. ("Erstaunt" wäre ich vom guten Abschneiden deswegen noch lange nicht, hätte sogar eine leichte Verbesserung der IPC für möglich erhalten.)
Finde ich eine extrem spannende Diskussion.
Das mit dem Urklon kann ich so nachvollziehen, hatte beim ersten Lesen ihn an erster Stelle gesehen und da würde er in meinen Augen nicht hingehören, aber er nimmt natürlich eine Sonderstellung ein, die nullte stelle ist dafür super
Bei allen AMD-Prozessoren des letzten Jahrtausends muss man Bedeutung für AMD und für den Markt gegeneinander abwiegen. Aus Sicht von Intel konnte man jeweils nur lächerlich kleine Marktanteile gewinnen, aber für AMD bedeuteten 1-2 Prozent mehr damals Welten, die überhaupt erst weitere Investitionen ermöglichten und für sparsame Anwender waren die Chips auch nicht ohne Bedeutung. Das gilt nicht nur für den 8086er Klon, sondern auch für die folgenden 286, 386 und vor allem die hochtaktetenden 486-Derivate, mit denen AMD sich eine kleine Nische in der Lücke zwischen Intel-486 und Pentium schaffen konnte. Auch K6-II und -III waren aus Sicht der Firma alles andere als unwichtig, hatte man mit der Fortführung des Sockel 7 doch erstmals eine praktisch eigene Plattform am Markt. (Der K7 brachte dem gegenüber noch einen mäßig erfolgreichen Chipsatz, aber kaum mehr "eigenen Slot": Der FSB war von Alpha eingekauft und der Slot A ist elektromechanisch ein um 180° gedrehter Slot 1 von Intel. Wenn ich mich richtig erinnere, passen die Prozessoren ohne Gehäuse sogar in die jeweilige andere Plattform, auch wenn man tunlichst nicht den Strom anschalten sollte.)
Der A64 war extrem wichtig, er kam in einer Zeit wo eben Intel gerade anfing die Merchandising Maschine so richtig ans laufen zu bringen und mit dem P4 hatten sie ein vermeintlich heißes Eisen im Feuer. Intel fing damals an den gesamten Markt an sich zu reißen und ohne A64 gäbe es heute AMD nicht mehr. Intel wollte Rambus durchdrücken und wenn der A64 nicht gekommen wäre, hätten sie es damals vermutlich geschafft, dann wäre es nochmals um ein vielfaches schwieriger geworden wieder zurück zukommen. Intel hatte damals (warum auch immer) eine erdrückende Dominanz am Markt und der A64 hat die Verhältnisse komplett gekippt, für mich der GameChanger in der Historie bei AMD.
Ich glaube, hier liegen mehrere Missverständnisse vor. AMD hatte Intel bereits mit Athlon und Athlon XP Marktanteile abgenommen. Intel war erst ein halbes Jahr vor dem Atlon-64-Launch mit Northwood C wieder auf einen leicht aufsteigenden Ast gekommen, hatte zu diesem Zeitpunkt aber keine besonderen Marketing-Maßnahmen unternommen. Die extrem erfolgreiche Intel-inside-Kampagne lief bereits seit Anfang der 90er und auch die Bezuschussung von Intel-Konkkurenz-freiem-Werbematerial, die AMD-Produkte aus dem überregionalen Angebot deutsche Elektronik-Franchises raushielt (aber nicht aus dem lokalen, nur um das nochmal in Erinnerung zu rufen) war zu diesem Zeitpunkt ein alter Hut. Auch "heiß" war der Pentium 4 nur in technischer Hinsicht, am Markt stellte er (bis er die Abwärmeakzeptanzgrenzen der Kunden erreichte) nach dem Williamette-Strauchler eine geradlinige Fortsetzung der vorherigen Produktpolitik dar. Das schließt RD-RAM mit ein, der weder eine Intel-Entwicklung noch neu war. RAMBUS hätte die Technik auch an jeden anderen lizensiert und Intel bevorzugte sie beim Pentium 4 vermutlich nur deswegen, weil man schon beim Pentium III damit Erfahrung gesammelt hatte, als DDR noch nicht verfügbar war.
Was in euren Listen übrigens komplett fehlt:
Jaguar. Ohne die Konsolendeals wäre AMD heute vermutlich nicht mehr existent. Dagegen ist die Eroberung des High-End-Gaming-Desktop durch Zen2 lächerlich unbedeutend (in allen anderen stationären Bereichen hat Zen 1 bereits mitgemischt), auch wenn die Effizienzverbesserungen die eigene Position im Server-Bereich noch einmal spürbar verbessert haben.