Insbesondere Frage 2 (Zeigte sich Russland aus guten Gründen durch die NATO bedroht?) wurde nur sehr dünn durch Varwick beantwortet: er behauptet nämlich selber, die NATO habe Russland nicht bedroht - auch nicht im Kosovo oder in Lybien - und zeige auch keine solche Intention, sondern er umschreibt nur eine mögliche zukünftige Bedrohungslage, die sich eiens Tage ergeben könnte.
Genau, eine mögliche Bedrohungslage, die durch die schlechten Beziehungen zu Russland im Raum steht.
Das Heraustrennen des russischen Einflusses in Syrien, das Heraustrennen des russischen Einflusses in der Ukraine durch den Putsch, das telefonische Auskartern der Übergangsregierung, die Gelder, die CIA Stützpunkte an der russischen Grenze, die eingesetze US Doppelstaatlerin als Finanzministerin usw. auf dieser Ebene kann man ganz viel nennen und belegen. Eine direkte Bedrohungslage, dass die NATO sagt, komm wir greifen Russland an, gibt es nicht, das war aber nie meine Aussage.
Was es natürlich gibt, sind die Bestrebungen den russischen Einfluss zurückzudrängen. Ich habe nie gesagt, dass Russland davor stand von der NATO oder eines Nato Landes angegriffen zu werden. Aber das ist das was du mir eben unterschieben möchtest um argumentativ einhaken zu können und dich den üblichen Schubladen zu bedienen.
Und mit Verlaub: die durch Putin geäußerten Kriegsgründe beziehen sich auf eine Bedrohung durch die NATO.
Erhard Bühler verweist auf andere Kriegsgründe: die Russen wissen auch, dass es keine Bedrohung durch die NATO gegeben hat.
Es könnte sich aber zukünftig eine Bedrohungslage ergeben, etwa durch die aufgeheizte Stimmung zwischen Ukraine und Russland. Durch angedrohte Spracheinschränkungen, durch eine wie auch immer geartete Unterdrückung von russischer Bevölkerung innerhalb der Ukraine und dann womöglich ein Grenzkonflikt mit einem Nato Staat, in dem Falle die Ukraine. Das ist alles spekulativ aber möglich auch bei den schlechten Beziehungen zwischen NATO und Russland
Das durch Russland wahrgenommene "demokratische Virus" sei der eigentliche Kriegsgrund. Ich verweise hier auf den
Putinismus. Mit Blick auf Putins Vorliebe für das Russki Mir und das Kiewer Rus werden aus diesen ideologischen nunmal auch emotionale Kriegsgründe.
Ja, das ist auch mit ein Grund. Putin sieht was in Syrien passiert ist. Ein Diktator wurde mit Halsbabschneidern, "Rebellen", US-Hilfen, EU-Sanktionen und der "Freunde Syriens" mit in Kaufnahme der völligen Zerstörung des Landes aus dem Amt gejagt, das fürchtet wohl auch Putin.
Es bringt also nicht viel, Russland hinsichtlich der ausgerufenen Kriegsziele diplomatisch beizupflichten...
Ich pflichte dem nicht bei, nur Fakten sind Fakten, egal auf welcher Seite man steht. Und wenn jemand prominent sagt "das gabs nie", dann muss man dem widersprechen.
Diese Lösungen sind miteinander inkompatibel.
Die inkompatible Lösung haben wir jetzt, Krieg.
Eine politische Lösung, mit der die Ukraine leben will, wurde insbesondere seitens Russlands nicht akzeptiert, weswegen die ukrainischen Versuche, sich von Russland zu emanzipieren, zunächst hybrid und seit 2014 militärisch bekämpft werden.
Nein, wurde wenn überhaupt von beiden Seiten 2014 nicht akzeptiert.Aber ich werde das nicht wieder hochkochen. Einfach auf das zurückgehen was zum Kriegsbeginn 2022 verhandelt wurde. Das wäre eine gangbare Lösung für die Ukraine gewesen, allemal besser als die aktuelle.
Aber man hat geglaubt man könne Russland aus der Ostukraine und der Krim verscheuchen, das ist nicht aufgegangen.
Putin würde getrieben durch Trennungsschmerz die Ukraine eher zerstören, als das Territorium des Kiewer Rus politisch, kulturell und wirtschaftlich zu verlieren.
Auch. Dass das zu Verwerfung führt, liegt aber nicht alleine an Putins Gefühlen, sondern wäre auch mit einem anderen Präsidenten so gewesen.
Letztlich ist Varwicks Position nicht konsistent, daher frage ich, ob und wie du eine Konsistenz formulieren kannst.
Ich finde diese äußerst konsistent. Insofern kann ich sie nicht so umformulieren, damit sie mit deiner Meinung konsistent ist.
Denn die Frage ist, ob sich eine neutrale Ukraine von Russland emanzipieren könnte, oder auch, ob die Ukraine zwangsläufig eben nicht neutral sein kann, weil sie auf die Unterstützung anderer Staaten angewiesen ist, um sich von Russland trennen zu können.
Das ist ja das Problem und das wird nur mit einer neutralen Ukraine, was militärische Fragen angeht (ohne NATO) mittelffristig zu lösen sein. Es sei denn man will den Krieg nochmal 10 Jahre so weiterlaufen lassen. Russland wird von seiner Sichtweise nicht abrücken. Keine NATO in der Ukraine, also gibt man denen das und nimmt die Ukraine im Gegenzug in die EU auf. Das wäre vorerst ein Kompromiss und dieses elende Risiko einer Ausweitung des Konflikts zu minimieren.
Wenn es dafür einen Schaumschläger wie Trump braucht, dann ist das halt so.