Ion
Kokü-Junkie (m/w)
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung
2. Details + Lieferumfang
3. Testsystem + Montage
4. Testablauf
5. Kühlleistung Standard
6. Kühlleistung OC
7. Auffälligkeiten + Besonderheiten
8. Fazit
1. Einleitung
Ich bedanke mich bei Thermalright und PCGH für die tolle Zusammenarbeit und das bereitstellen des Testmusters.
Über Thermalright
Seit der Unternehmensgründung vor mehr als einem Jahrzehnt im Jahr 2001 hat sich Thermalright der Entwicklung professioneller Kühllösungen für den PC gewidmet. Viele ihrer Innovationen definieren heute die Standards diesem Bereich. Zweifellos haben sie die Produkte entwickelt, die anderen als Vorlage für eigene Produkte dienten und dienen. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung bieten sie den Kunden Produkte, die herausragende Qualität und Performance garantieren.
Heute möchte ich euch den Thermalright Silver Arrow IB-E Extreme vorstellen.
Da ich aktuell den direkten Vorgänger, den Silver Arrow SB-E Extreme, verbaut habe, werde ich im Test auf die Unterschiede eingehen und die Besonderheiten sowie Neuheiten hevorheben.
Beide Testkandidaten kurz vorgestellt, auf der linken Seite der SB-E und auf der rechten Seite der IB-E:
Wichtige Informationen:
Alle Bilder in diesem Artikel lassen sich durch einen Klick darauf vergrößern.
Zudem möchte ich hier noch einmal klarstellen, dass es sich um einen Testbericht ohne professionellen Anspruch handelt. Ich habe weder sehr teure und genaue Messgeräte, noch achte ich auf einen Unterschied von 1-2°C Raumtemperatur.
Der Test wurde von mir, mit gegebenen Mitteln, nach bestem Wissen und Gewissen erstellt.
2. Details + Lieferumfang
Beide Kartons im Vergleich:
Nachdem wir den Karton geöffnet haben blicken wir zuerst auf den massiven Kühler und beide Lüfter.
Im Lieferumfang befinden sich neben den Lüftern und dem Handbuch die üblichen Schrauben und das Material zum anbringen der Backplate sowie die Wärmeleitpaste Chill Factor III.
Ebenfalls finden wir ein Kabel damit wir die zwei Lüfter direkt per Molex-Stecker an das Netzteil anschließen und sogar regulieren können. Das ist vor allem praktisch wenn man keine zwei 4-Pin Anschlüsse auf dem Mainboard zur Verfügung hat.
Das Handbuch ist wie gewohnt sehr übersichtlich gestaltet und liegt in den Sprachen Englisch und Deutsch vor.
Der Silver Arrow IB-E Extreme im Detail
Wie gehabt befindet sich der IB-E auf den Vergleichsbildern immer auf der rechten Seite.
Die Änderungen scheinen beim ersten Blick lediglich optischer Natur zu sein, doch Thermalright hat, mit Rücksicht auf den Wünschen der Kunden, im Detail viele kleine Verbesserungen vorgenommen.
Die auffälligste Neuerung ist das asymmetrische Design des Kühlkörpers, was die bestmögliche Kompatilität zu Mainboards und Gehäusen garantieren soll. Speziell fällt das bei den Heatpipes auf, diese haben nun eine "Kurve". Diese kleine Verschiebung der Bodenplatte sorgt für mehr Platz zwischen dem Kühlkörper und der Grafikkarte im ersten PCIe-Slot. Wir werden später bei der Montage prüfen wie viel Platz wir damit gewinnen können.
Gleichzeitig hat Thermalright den Kühler so designt, dass er nicht über den Rand handelsüblicher ATX-Mainboards hinausragt. Somit soll eine Kollision mit Netzteilen oder Lüftern vermieden werden.
Die Gesamthöhe wurde ebenfalls um 5mm reduziert, was die Kompatilität zu Midi-Towern signifikant erhöht. Die Lamellen bieten einen höheren Abstand zu den Ram Slots als es noch beim SB-E der Fall war.
Die Anordnung der Heatpipes im Vergleich zum Vorgänger, links SB-E, rechts IB-E:
Die Bodenplatte ist leicht konvex und soll so einen höheren Anpressdruck auf die CPU ermöglichen und damit die Kühlleistung verbessern. Das hängt natürlich stark von der verwendeten CPU ab.
Die technischen Daten im Überblick:
Der Kühler passt auf alle gängigen CPU-Sockel:
Intel 775/1366/1155/1156/2011/1150/2011-3
AMD AM2/AM2+/AM3/AM3+/FM1/FM2/FM2+
Zum Einsatz kommen zwei Lüfter aus dem Hause Thermalright mit der Bezeichnung TY-143. Das sind die gleichen Lüfter die auch beim SB-E Extreme dabei waren.
Ein Lüfter allein schafft bei maximaler Drehzahl eine Förderleistung von über 220m³/h - vorrausgesetzt sie planen keinen Silent-PC.
Folgendes Testsystem kommt zum Einsatz:
CPUs | i7-3770K
Mainboard | AsRock Z77 Formula OC
Arbeitsspeicher | Samung Green Series 16GB DDR3 1600MHz CL7-8-8-21 1T
Netzteil | Cougar S700
Gehäuse | Corsair Carbide Air 540 (3x120mm Lüfter + 3x140mm Lüfter)
Lüftersteuerung | Zalman ZM-MFC1 Plus
Grafikkarte | Gigabyte GTX 780ti Windforce OC
Festplatte | Western Digital Red 2TB
SSD | Samsung SSD 830 128GB
Um beide Kühler vergleichen zu können setze ich bei der Wärmeleitpaste auf die beliebte AC MX-4.
Die Montage gestaltet sich einfach. Wir verschrauben die Backplate und befestigen die Grundplatte auf ihr. Sofern ihr Gehäuse eine Aussparung im Mainboard-Tray besitzt brauchen sie nicht einmal das Mainboard ausbauen.
Danach wird die Wärmeleitpaste aufgetragen und der Kühler mitsamt der kleinen Scheibe mittig aufgesetzt und entsprechend verschraubt. Über die Lücke im Twin-Tower ist das ein leichtes. Zum Schluss werden die Lüfter mit den Lüfterklammern befestigt. Den mitteleren Lüfter kann man leider erst nach dem Verschrauben anbringen, was das ganze komplizierter als nötig macht. Vor allem oben am Gehäuse, wenn bereits Lüfter etc. verbaut sind, wird es sehr knapp vom Platz her. Wie man es besser macht zeigt Prolimatech.
4. Testablauf
Die CPU wird 30 Minuten lang mit der neuesten Version von Prime95 ausgelastet, dabei kommt der "In-Place Large FFTs" Test zum Einsatz. Die Temperaturen habe ich mit Coretemp sowie HWInfox64 ausgelesen.
Die CPU hat zwei Profile:
Standard entspricht 4GHz bei 1.112V
OC entspricht 4.5GHz bei 1.28V
Gemessen wurden die Temperaturen jeweils bei drei verschiedenen Drehzahlen: Min, 50% und 100%
Hier gilt es zu beachten, dass die Drehzahlen nicht gleich sind, sondern vom Lüfter anhängig. Ich habe bewusst diesen Weg gewählt, da die automatische Lüftersteuerung vom Mainboard exakt diese Drezahlen einstellt - d. h. die Drehzahlen passen sofern ihr das gleiche Setup bei euch Zuhause nutzt.
Diese Drehzahlen sprechen übrigens auch für die Gehäuselüfter. Das heißt: Auf "Min." laufen auch alle Gehäuselüfter auf min., bei 50% drehen die Gehäuselüfter auf 50% und bei "100% Drehzahl" laufen schließlich auch alle Gehäuselüfter auf Anschlag.
Die Gehäuselüfter wurden mit einer Zalman Lüftersteuerung eingestellt, während die anderen PWM-Lüfter über Speedfan geregelt wurden.
Die eingetragenen Temperaturen in den Diagrammen unten entsprechen immer dem Mittelwert aus den 4 Kerntemperaturen.
5. Kühlleistung Standard
4GHz bei 1.112V - das nichts was die beiden Kühler erschrecken könnte. Die Temperaturen liegen bei beiden Modellen im tiefgrünen Bereich, völlig gleich wie schnell sich die Lüfter drehen. Doch bereits hier deutet sich eine der Stärken des IB-E an, denn bei minimaler Drehzahl wurde die Kühlleistung erhöht. Steigt die Drehzahl kann sich der SB-E absetzen.
Übertakten wir doch mal die CPU und erhöhen die Spannung, dann sollte das Bild deutlicher werden.
Nun liegen 4.5GHz bei stattlichen 1.28V an. Der Silver Arrow IB-E glänzt hier vor allem bei minimaler Drehzahl und liegt weit vor dem Vorgängermodell. Lediglich bei 100% Drehzahl und entsprechender Soundkulisse kann sich der SB-E wegen der größeren Fläche absetzen. Die Kühlleistung ist ohne Frage beeindruckend und auf allerhöchstem Niveau.
Die Besonderheit beim Silver Arrow IB-E liegt in seinem asymetrischen Design. Wie anfangs erwähnt soll damit vor allem mehr Platz für die Grafikkarte im ersten PCIe Slot geschafft werden. Doch stimmt das auch? Hier zwei Bilder zum Vergleich:
(Tipp: Erstes Bild anklicken und dann unten links auf "weiter" und "zurück". So lässt sich vor allem bei den RAM-Slots und dem Schriftzug auf dem Board der Abstand erkennen.)
Abstand Kühler zur Grafikkarte SB-E:
Abstand Kühler zur Grafikkarte IB-E:
Wir haben deutlich mehr Platz zum PCIe-Slot, dank dem asymetrischen Design.
8. Fazit
Warum das Rad neu erfinden? Das hat sich Thermalright auch gedacht. Der Silver Arrow IB-E ist im direkten Vergleich zum Vorgänger platzsparender und verzichtet dabei nicht auf die sehr hohe Kühlleistung. Die Montage der Lüfter mit den Lüfterklammern ist der einzige Negativpunkt. Speziell beim mitteleren Lüfter ist das sehr schwierig. Ansonsten erhält man für aktuell 70€ einen fast konkurrenzlosen Kühler der definitiv zum übertakten einlädt.
PCGH-Preisvergleich: Link zum Silver Arrow IB-E Extreme
Thermalright: Thermalright
Pro:
+Verarbeitung auf höchstem Niveau
+Kühlleistung ausgezeichnet
+Lüfter regelbar von 600-2500rpm
Contra:
-Montage der Lüfter mit Lüfterklammern unnötig kompliziert
-Lüfter sehr laut auf 100% Drehzahl (dafür höchste Kühlleistung)
Lob und konstruktive Kritik sind erwünscht.
Ion
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