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[Review] ROCCAT Kulo – Stereo Gaming Headset

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[Review] ROCCAT Kulo – Stereo Gaming Headset

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Inhaltsverzeichnis
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Zudem lassen sich die Bilder in den einzelnen Kapiteln alle per Mausklick vergrößern.​
1. Danksagungen
Herzlichen Dank an ROCCAT für die Bereitstellung des Testsamples und ins Besondere für die große Geduld bis ich diesen Test veröffentlichen konnte.

2. Einleitung
Im Februar dieses Jahres wurden zwei Versionen des neuen „Gamer-Headsets“ namens Kulo vorgestellt und betraten dann Ende März den Markt. Diese beiden Ausführungen unterscheiden sich in ihrer Anschlussart (USB / 3,5 Millimeter Klinkenstecker) und der Audioausgabe (7.1 / Stereo).
Nach dem ohrumschließenden Kave 5.1 Headset und den Ohrhörern namens Vire schickt sich Roccat also mit dem Kulo an, die Lücke zwischen den beiden vorangegangenen Audioausgabegeräten zu füllen.
Ob dieses Vorhaben gut gelungen ist, werde ich in diesem Test anhand des Kulo in der Stereo-Modellvariante herausfinden.

3. Technische Daten
Headset:

  • Frequenzbereich: 20~20.000 Hz
  • Impedanz: 50 Ω ± 15 %
  • Empfindlichkeit bei 1 KHz: 102 dB ± 3 dB
  • Max. Ausgangsleistung: 80 mW
  • Lautsprecherdurchmesser: 40 mm
  • Lautsprechermagnete: Neodymium
  • Lautsprechermembran: Mylar®

Mikrofon:

  • Frequenzbereich: 70~20.000 Hz
  • Empfindlichkeit: -47 dB ± 3 dB
  • Signal-Rausch-Abstand: 50 dB
  • Impedanz: 2,2 KΩ
  • Richtwirkung: bi-direktional
  • Typ: rauschunterdrückend

Allgemein:

  • Gewicht: 178 g (ohne Kabel)
  • Anschluss: 2 x 3,5 mm
  • Kabellänge: 2,5 m


4. Erster Eindruck
Durch eine transparente Vorderseite präsentiert sich das Headset größten Teils sichtbar – selbst auf der Oberseite wurde ein kleines Guckloch integriert – dem Käufer in einer von Roccat nicht unüblich designten Originalverpackung. Diverse Features, welche im Kapitel technische Daten zum Nachlesen bereitstehen, werden auf der Vorderseite stichpunktartig beworben, welche auch noch mal multilingual rückseitig nachzulesen sind.
Neben dem Headset selbst enthält der Lieferumfang nur noch eine „Roccat ID-Card“, welche nach ihrer Aktivierung auf der ROCCAT World einen Zugang zu persönlichem Support bietet, sowie eine kurze Bedienungsanleitung mit den Informationen über diverse Funktionen, auf die ich weiter unten im Review genauer eingehen werde, und die obligatorischen Warnhinweise zu Audioausgabegeräten (Wahl einer angepassten Lautstärke & Funktionsstörungen durch elektromagnetische Strahlung).

5. Details und Technik
Auch beim Kulo weicht Roccat nicht von der etwas futuristisch wirkenden Designphilosophie ab, die geprägt ist durch Ecken, Kanten und der Soft-Touch-Oberfläche. All dies findet sich auch am Headset wieder: die angenehme Soft-Touch-Oberfläche beispielsweise wurde am unteren Bügel-Ende bis zu den Aufnahmen der Ohrmuscheln verarbeitet.
Der obere festsitzende Teil des Bügels wurde hingegen nicht mit dem Soft-Touch-Überzug versehen, was vermutlich der Haltbarkeit zu Gute kommt, denn jene spezielle Oberfläche gehört zu den weicheren und etwas kratzeranfälligeren Materialien.
Ein optisches Highlight ist meiner Meinung nach der metallverstärkte Kunststoffbügel im „gebürstet-Look“. Dieser lugt an drei Öffnungen an der Oberseite heraus und wertet das Design auf, besonders wenn man das Headset um den Hals trägt.
Polsterungen erfährt der Träger an den drei signifikanten Punkten, der linken und rechten Ohrmuschel sowie am Bügel, wo die Polsterung in einer Fassung mittels zweier Schrauben fixiert worden ist. Als Material wurde Kunststoff mit einer lederartigen Prägung gewählt.
Die Ohrmuscheln sind nicht ohrumschließend, sondern liegen nur auf dem Ohr auf, womit eine Geräuschdämpfung aber keine -unterdrückung erreicht wird.

Natürlich durfte eine Größenanpassung an den Seiten des ziemlich flexiblen Bügels nicht fehlen, sodass eine neunstufige Schiene daran befestigt wurde.
Zusammen mit den Ohrmuscheln, welche an einem Kugelgelenk hängen, ermöglicht diese Kombination eine wirklich exzellente Justierung an jedwede Kopfform und -größe.


Zur linken Seite (wenn das Headset aufgesetzt worden ist) wurde das rauschunterdrückende Mikrofon angebracht, welches mit einer Mute-Funktion ausgestattet wurde. Dreht man das Mikro nämlich hoch wird das Gesprochene nicht mehr aufgenommen, sodass der Gesprächspartner bei Internetanrufen sofort von Privatgesprächen isoliert wird und nicht mithören kann.
Der Mittelteil des Mikrofonarmes besteht aus einem gummiartigen Segment; falls man also unbeabsichtigt gegen diesen Arm kommt, wird der Schlag etwas gedämpft und damit das entstehende Geräusch nicht in voller Lautstärke vom Mikrofon aufgenommen.


Ein weiteres Feature ist am 2,5 Meter langen Kabel vorhanden. Mit einer kleinen, ungefähr 45 Zentimeter vom Kopfhörer entfernten Fernbedienung lässt sich die Ausgabelautstärke komfortabel stufenlos einstellen.


Neodymium, ein Metall zur Herstellung von äußerst starken Magneten, wurde als Lautsprechermagnet verbaut, was für eine verbesserte Soundqualität sorgen soll. Die Plastiklautsprecher mit dem „Mylar“-Membran seien optimal für Stimmenwiedergabe und einen satten Stereosound. Diese Aussagen müssen sich jedoch erst im nächsten Kapitel „Praxistest“ bestätigen, wo außer auf die Soundcharakteristik dieses Headsets mit 50 Ω Impedanz zu dem noch auf Aspekte wie den Tragekomfort und den Qualitätseindruck eingegangen wird.


6. Praxistest
Um das Kulo in Betrieb zu nehmen, reicht es aus, die farblich gekennzeichneten Klinkenstecker für das Mikrofon (rosa) und die Lautsprecher (grün) in die dafür vorgesehenen Buchsen zu stecken. Ein Treiber ist nur bei der 7.1 USB-Version des Kulo Headsets, nicht bei dem hier getesteten Stereo-Exemplar nötig.


Nach mehrstündigem Probehören und Testen fielen nicht zuerst bestimmte Klangeigenschaften auf, sondern dass man nach einer gewissen Zeit (bei mir waren es gute zwei Stunden) die Hörer zum Abkühlen der Ohren abnehmen muss, da sich – besonders in der sommerlichen Jahreszeit – die Wärme enorm an den komplett auf den Lauschern liegenden Polstern staut. Da das Polstermaterial selbst nicht besonders atmungsaktiv ist, wird dieser Effekt natürlich verstärkt.
Ansonsten muss man sagen, dass die Polster selbst sehr bequem sind, da diese angenehm weich sind und deshalb keinen übermäßigen Druck auf die Ohren ausüben. Auch wirkt sich das geringe Gewicht von 178 Gramm positiv auf den Komfort aus.

Klanglich befindet sich das Headset insgesamt auf einem der Preisklasse angemessenen Niveau.
Bei Internetanrufen gefiel besonders die klare, ohne übermäßig durch Bass unterlegte Stimmwiedergabe.
Dieser ist ja wiederrum den meisten während des Abspielens von Musiktiteln wichtig. Das Headset von Roccat hat hierbei ein gutes Basspotential, wobei man für einen richtig kräftigen und satten Bass ordentlich mit dem Equalizer nachhelfen muss. Leider kam es zu dem Effekt, dass während der gleichzeitigen Wiedergabe von Stimmen und durch einen Equalizer betonten Tiefen, erstere ziemlich untergingen – also lautstärkemäßig stark hörbar nachließen. Dies ließ sich sowohl auf dem PC als auch dem Handy reproduzieren (besonders auffällig war dieses Verhalten bei den Songs „Do It Like A Dude“ und „Like A G6“).
Bei Spielen hingegen scheint Roccat die Abstimmung des Klangbildes gelungen zu sein. Explosionen und ähnliche Soundeffekte werden eindrucksvoll dargeboten, der Bass scheint dabei passend dosiert.
Alles in allem eignet sich das Headset für beinahe alle Musikrichtungen: Orchestren werden Atmosphäre verlieren, mit den richtigen Konfigurationen gibt es satte Bässe, und die Stimmen werden einwandfrei dargestellt – nur sollte man Musikstücke meiden, in denen diese in Kombination mit langen Basspassagen verknüpft werden. Außerdem sollte man den maximalen Lautstärkepegel meiden, nicht nur weil das längerfristig zu Hörschäden führen kann, sondern auch weil dort die Höhen sehr „spitz“ werden und der Bass ziemlich in den Hintergrund gerät.
Leider fehlen mir für eine differenziertere Beschreibung der Tonqualität zum einen das passende Equipment und zum anderen ein wirklich professionelles Gehör. Verglichen wurde das Headset mit diversen anderen Audioausgabegeräten (In-Ears von Samsung und Sennheiser, Denon AH-D1000, Sennheiser PX 100). Einschätzen würde ich das Kulo unterhalb des PX 100, da die Kopfhörer von Denon in einer anderen, viel höheren Klasse spielen, sowie die beiden In-Ear Modelle eher für die Musik geschaffen wurden, welche dem Kulo nicht optimal liegen: sie eignen sich perfekt für enorme Bässe zusammen mit vielen Mitten und einigen Höhen.

Das Mikrofon erledigt seine Aufgabe ordentlich: Ohne wahrnehmbares Rauschen wird die eigene Stimme aufgenommen, sie klingt klar und ist somit sehr gut verständlich. Hintergrundgeräusche werden dabei gedämpft, was eine noch bessere Hörbarkeit zur Folge hat.
Mit der integrierten Mute-Funktion beim Hochklappen des Mikrofonarmes wurde eine einfache und komfortable Möglichkeit geschaffen, den Gesprächspartner bei Internetanrufen blitzschnell zum Beispiel von unerwünschten Privatgesprächen auszuklinken.

Die Verarbeitungsgüte ist solide, schwächelt bei meinem Testsample an einer einzigen Stelle etwas. Und zwar ist die Kante des oberen Bügelstücks etwas rau, weil dort die Naht für den Kunststoff gesetzt wurde. Dies merkt man manchmal, wenn man das Headset um den Hals trägt, da sich bei Kopfbewegungen diese Unebenheit durch ein Kratzen am Nacken bemerkbar macht. Ansonsten ist nichts auszusetzen: die Spaltmaße sind regelmäßig und das Material selbst besitzt keine weiteren negativen Auffälligkeiten.



7. Fazit
Roccat hat mit dem Kulo Stereo Gaming Headset ein solides Produkt mit praktischen Features auf den Markt geworfen. Es wirkt sehr stabil, da keinerlei wirklich losen oder fragilen Teile verbaut wurden, ist dabei aber sehr flexibel, was den Anpassungsmöglichkeit an den Kopf des Trägers zu Gute kommt. Da hatte ich nämlich schon deutlich teurere aber ziemlich wackelige Headsets in der Hand.
Auch leistete sich das Mikrofon bei den Testdurchläufen keine Schwächen – die Sprachqualität wusste jederzeit zu überzeugen. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die hilfreichen Features wie der Lautstärke-Fernbedienung am Kabel oder die Mute-Funktion beim Hochklappen des Mikrofonarmes sowie der Kabellänge von 2,5 Metern, die in den meisten Fällen reichen sollte.

Das Klangbild der Lautsprecher war zwar in Ordnung, konnte aber im Vergleich zu Kopfhörern ohne Mikrofonfunktion in dieser Preisklasse nicht zu 100% mithalten. Der Gesamteindruck war kein schlechter, könnte an einigen Stellen jedoch verbessert werden und ein harmonischeres Bild bestimmter Musikgenres abliefern.
Außerdem machen sich nach längeren Musiksessions die Polster der Kopfhörer bemerkbar. Nicht weil sie unbequem sind (sie sind sogar angenehm weich), sondern weil sich durch die vollständige Auflage auf den Ohren und dem atmungsinaktiven Material die Wärme irgendwann so staut, sodass man sich danach gerne erst einmal eine Pause gönnt.

Insgesamt scheint mir der Preis von knapp 49 Euro inklusive Versand in Ordnung zu sein, da sich das Headset keine gravierenden, sondern nur kleinere Schwächen leistet und sich im Preisbereich der Konkurrenzprodukte ansiedelt.

Pro

+ Stabilität
+ Anpassungsfähigkeit
+ Features (Lautstärke-Fernbedienung, Mute-Funktion des Mikrofons)
+ Sprachqualität
+ Kabellänge

Kontra

+ Wärmestauung an den Polstern
+ Leichte Schwächen in der Soundqualität (siehe Kapitel Praxistest)


8. Weiterführende Links

 
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