Rentiert sich Overclocking?

Pseudox

Kabelverknoter(in)
Hi,
ich möchte mir einen neuen PC zusammen bauen. Im Moment tendiere ich zu einem Broadwell-E und schwanke noch zwischen einem Core i7-6850K oder Core i7-6800K. Also einem 6-Kern, den ich am liebsten auf ca. 4 Ghz takten würde.
Warum? Eigentlich nur, weil es mir irgendwie Spaß macht, daran rum zu experimentieren und weil ich mir damit erhoffe, dass es länger dauert, bis die CPU an ihre leistungstechnischen Grenzen stößt.
Jetzt habe ich aber gelesen, dass der Broadwell-E beim übertakten im Vergleich zum Haswell-E ziemlich heiß wird.
Vor dem Release war mein Plan eigentlich, ihn mit einem Noctua D-15 zu kühlen, was sich nun aber aufgrund des deutlichen Plus bei Leistungsaufnahme und Abwärme als schwierig darstellt.
Das heißt, ich müsste mindestens in eine Aio Wasserkühlung investieren, besser noch in eine Open-Loop Wakü. Und jeder weiß, eine gute WaKü hat ihren Preis. Während der Preis für einen Noctua D-15 bei 90€ liegt, kostet mich eine gute Aio WaKü bereits 150€, eine Open-Loop beginnt erst ab 150€ und kann locker über 250€ kosten.
Jetzt stellt sich mir allerdings die Frage, ob sich dieser Aufpreis bei so einer relativ günstigen CPU überhaupt lohnt?
Ich meine die 60€-200€ aufpreis, könnte ich auch theoretisch in die nächste CPU investieren und mir dafür früher wieder eine neue holen.
Helft mir mal bei meiner Entscheidung.
Ich habe mich eigentlich schon aufs Overclocken gefreut, aber der Preis dafür ist halt auch gesalzen. Kann man eine Open-Loop WaKü wenigstens in 3-4 Jahren weiter benutzen oder fällt dann wieder eine neue an?
 
Wozu brauchst du denn den PC? Brauchst du denn die "vielen" Kerne? Ich würd dann eher einen 4-kerner nehmen, der von Haus aus auf 4GHz taktet und mit OC noch weiter hoch kommt. Sollte in Spielen mehr bringen und zudem weit günstiger sein.
 
Ein Noctua NH 15 wird definitiv erstmal ausreichen solange du keinen neuen Rekord aufstellen möchtest. Für 4GHz wirst du vermutlich ein wenig höhere Temperaturen in kauf nehmen müssen als @stock aber auch das sollte einen solchen Kühler nicht an seine Belastungsgrenze bringen. (Bei weitem nicht)
AiOs und Wasserkühlungen haben viele bewegliche (verschleißende) Teile und sind daher eigentlich für so ein längerfristig angelegtes Vorhaben nur bedingt geeignet.
Kauf dir ruhig einen 6800k mit einem guten Luftkühler und verzichte im Alltag auf die 100MHz.
 
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Warum ein 6-Kern? Weil die ich die CPU solange nutzen möchte, bis sie zum Bottleneck wird. Nur weil die meisten Spiele noch nicht alle Kerne gut auslasten, heißt noch lange nicht, dass sie es in 1-2 Jahren auch nicht tun werden. Außerdem bin ich genau die Zielgruppe für einen Broadwell-E ... eine Enthusiastin. :D Was man hat, das hat man. Auch wenn ich die Leistung im Moment nicht brauche, möchte ich mir die Option trotzdem frei halten. Ich möchte mich ein paar Jahre zurück lehnen ... ich sehe es eher als Invention für die Zukunft. Jetzt verbrennt mich bitte nicht wegen meiner Meinung auf dem Scheiterhaufen, ich bin nur ehrlich. Ich könnte jetzt auch einfach Eiskalt behaupten, ich bräuchte es für Videobearbeitung. :D

Ich habe mir den Artikel ( Intel Core i7-6800K: Overclocking, Leistungsaufnahme & Temperaturen - Broadwell-E im Test: Intel Core i7-6950X, -6900K, -6850K & -6800K ) durchgelesen und dort stand beim Core i7-6800K folgendes : "Luftkühlung ist bei diesem Prozessor eigentlich nur beim Werkstakt möglich. Für die 4,0 GHz benötigt man schon eine einfache AiO-Kompaktwasserkühlung und bei 4,4 GHz geht nichts ohne eine echte Open-Loop-Lösung: Eine zum Vergleich getestete Corsair H100i versagte bereits nach 12 Minuten mit einem kompletten Heruntertakten der Kerne bei Temperaturen von jenseits der 90°C-Marke."
Daher rühren auch meine Bedenken mit dem Noctua D-15.
 
Der große Sprung in den Temperaturen tritt aber erst zu der Messung mit 4.4GHz und absurd hoher Leistungsaufnahme auf. Ein NH15 ist schon das absolute High end bei Luftkühlern, die meisten AiOs sind hier nicht wirklich besser, einfache deutlich schlechter.
Wenn dein Ziel ein dauerhafter Betrieb auf 4.0GHz sein sollte, wirst du auch mit einem NH15 glücklicher(er) werden. Die Vorteile liegen in der geringeren Lautstärke aufgrund einer fehlenden Pumpe und in der Langlebigkeit. Das eine Wasserkühlung nebst eines 360er Radiators dir bessere Temps beschert dürfte allerdings auch selbstverständlich sein.
Zu den Kernen: Du hast absolut recht! Die Mehrleistung in Spielen ist bei modernen CPUs zwar eh meist eher akademischer Natur, aber gerade in Anwendungen hilft ein plus an Kernen und Threads deutlich mehr als ein angehobener Takt.
Interessant finde ich die hohe Wassertemperatur. Eigentlich hatte ich gehofft ein einfaches "Köpfen" der CPU würde hier schon einiges bringen.
 
Wenn du das Geld und Bedürfnis hast: Schlag zu: ;)

Oder warte zumindest auf AMD's Zen, wenn du kannst. Auch wenn du dir den nicht kaufen würdest, besteht zumindest die Möglichkeit, dass die Preise bei Intel etwas freundlicher werden.
 
Ich habe zur Zeit einen Intel Q6600 und habe mich mit dem extra noch ein halbes Jahr länger gequält, um auf den Release vom Broadwell-E zu warten. Ich wollte eigentlich schon beim Haswell-E zuschlagen, aber damals sind die Preise vom DDR4-Ram explodiert. Mittlerweile bekommt man das doppelte an Ram und das sogar noch günstiger (vorher war 16GB teurer, als 32GB heute). Naja, jetzt wisst ihr wenigstens was ich mit Bottleneck meine. Bis nichts mehr geht. ;)

hanrot, du würdest eher zum Core i7 6800K raten, als zum Core i7-6850K?
Vorteil beim übertakten wäre, dass man weniger Spannung beim 6850k braucht. Aber ob das in meinen Fall wirklich sinnvoll ist 182€ mehr zu bezahlen, für weniger Spannung und ein paar mehr Lanes, da bin ich noch skeptisch. Schließlich möchte ich keine neuen Rekorde brechen und nur moderat übertakten. Wenn ich beim Noctua D-15 bleiben kann wäre das zumindest schon mal toll.
 
Der 6850k lohnt sich in meinen Augen nur wenn du die zusätzlichen Lanes wirklich nutzen kannst/ willst. Ob das einmal Zukunftsrelevant werden wird kann ich überhaupt nicht abschätzen, aber momentan scheint sich das im Alltag nur für Multi-GPU Systeme zu lohnen. Nvidia scheint ab jetzt hauptsächlich mit Dual GPU SLI Gespannen arbeiten zu wollen und dafür dürften ohne viele zusätzliche Erweiterungskarten auch 28 Lanes ausreichen. Die unterschiedlich hohe Spannung resultiert wohl eher aus der Chipgüte und variiert zwischen den einzelnen Prozessoren massiv. Ich würde das nicht als Kaufargument sehen.
Entscheiden kannst nur du ob dir der Aufpreis für die Mehrleistung gerechtfertigt scheint, bzw. ob du diese Mehrleistung nutzen kannst. Ich persönlich würde mich spontan mit dem 6800K begnügen, auch weil ich den Aufpreis für unverschämt hoch halte.
Der Noctua eignet sich wirklich ganz gut fürs OC: Noctua NH-D15 im Test - Hardwareluxx
Bottlenecks beim RAM sollten übrigens eher durch die Geschwindigkeit als durch die Menge auftreten. Aber mit 32GB kann man bestimmt gut herumspielen ;)
 
Und wenn du vor die Wahl zwischen 6800K und 5820K gestellt bist?
Frage mich bei welchem ich mehr Leistung beim Overclocken mit einem Noctua D-15 erzielen könnte.
 
Falls dich noch ein paar Zahlen zum 6.800k interessieren - ich habe meinen glaube ich auf das Maximum bekommen was unter ~Stock Voltage (bei mir 1.134V) so geht, mit 3.9 Ghz - bin noch am Stabilität testen. Hier mal ein paar vorläufige Werte, mit einem Corsair H100i der in etwa die Leistung eines Noctua D15 haben sollte - habe immer auch die GPU mit belastet um maximale Temperaturen im Gehäuse zu haben :

AIDA 64 5:30h - allerdings mit 0.01V weniger : 63°C max.
CS:GO streamen (x264 medium preset, 1h) youtube musik : 55°C max.
30 Min Prime95 28.9 Small FFTs : 71°C max.
Cinebench Score : ~1200 (meistens knapp drüber) @ 54°C max - das liegt etwas unter einem 5820K mit 4.1 Ghz ( Haswell Extreme: Intel Core i7-5960X und i7-5820K (ES) im Test )

Screenshot Prime95 + AIDA GPU stress OC :
prime_small_gpu_3900.png
Cinebench OC :
cinebench_3900.png
Screenshot Prime95 + Heaven Benchmark stock (maximale Lüfterdrehzahl) :
prime_smallffts_heaven_oldGraKa.jpg
Core Voltage Offset habe ich übrigens auf -0.085V stehen. Cache habe ich nicht übertaktet, da ich sonst die Voltage weiter anheben müsste. Da sollte noch genug Luft nach oben sein für 4Ghz, CPU-Lüfter drehen auch noch nicht voll auf und sind im Normalbetrieb nahezu silent.

Hier mal mein Setup - außer die Grafikkarte, da ist noch meine alte Hitzeschleuder (GTX 580) drin, unten dann ein 120mm Corsair HF und oben hinten der 140er vom Gehäuse :
Rechnerplan_Hybrid.png

Wenn du noch mehr Werte brauchst, gib Bescheid ;) Allerdings werde ich mit der Voltage nicht höher gehen solange ich es nicht brauche, bin da eher konservativ (ist mein erster 24/7 OC und will den PC mindestens 5 Jahre nutzen :>)

P.S.: Warum der bei mir mit Stock Einstellungen auf 3.600Mhz (1 oder 2 Kerne sogar auf 3.800) lief ist mir nicht ganz klar - vermutlich hat das Mainboard dort irgendwas gemacht (stand alles auf Auto) :>

/edit : Oh - muss doch noch etwas mehr Voltage geben, ist nach gut einer weiteren Stunde streaming gerade eingefroren :>
/e²: So, endlich mit 1.151V 2h 1344er Prime95 geschafft, Streaming-Test läuft jetzt über Nacht. Cache jetzt doch leicht angehoben auf 3.200 statt 2.800 Mhz :> Gute Nacht & Daumen drücken.
/e³: Läuft jetzt, 9 Stunden Streaming ist auch durch. Core-Temp dabei max. 56°C, 1344er Prime waren 70°C. Cinebench ist jetzt konstant über 1220. Passt.
 
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Ich hatte bisher einen 5820K und den 24/7 auf 4 GHz übertaktet bei Standardspannung. Dazu den DH15S. Also nur einen Lüfter statt zwei wie beim DH15.
Problemlos die Kiste.

Seite ein paar Stunden habe ich nun den 6900K und somit gleich mal 2 Kerne mehr. Ebenfalls auf 4 GHz bei Standardspannung. Läuft bis jetzt komplett problemfrei. (Ich muss nur noch bissl mit den einzelnen Werten jonglieren...)

Insofern braucht man meiner Meinung nach echt nicht nach Wasser schielen. Wenn der Rest vom/im Gehäuse stimmt, gar kein Problem mit dem DH15S und sowieso nicht mit dem DH15.
 
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