MMOs reden dem Spieler ein, dass der Kauf eines Produktes nicht reicht, es muss verdient werden. MMOs nutzten gezielt unseren Glauben an eine Meritokratie aus, damit wir Zeit reinstecken.
MMOs reden dem Spieler dann ein, dass er seine Zeit nicht verschwendet. Alles was man macht hat einen Gegenwert. Du kannst stolz auf dein Investment sein, schau Dir nur mal deinen Charakter nach 300h an. Wer nach 10h die Schnauze voll hat, kann gar keine Ahnung haben, weil der kann sich noch garnix verdient haben, der kennt dieses Gefühl nicht sich im Spiel was verdient zu haben.
MMOs reden dem Spieler ein, dass alles was er tut wichtig ist. Hundert Sachen im Inventar und alle sind irgendwie für irgendwas wichtig. Heb alles auf, du brauchst es noch.
Fragt Euch wo wir sind mit News wie diesen. Sind wir an einem Punkt an dem wir die Story loben? An dem Punkt an dem man sich auf neue Features freut? Nein, es ist der Punkt an dem Panik verbreitet wird, weil ein Angel-Bot mehr besitzt als die Spieler meinen, dass ihm zusteht.
Ist das ein Zeichen, dass der Bot ein Problem ist? Oder ist es ein Zeichen, dass die Spieler ein Problem haben? Zeigt der Bot vielleicht die unangenehme Wahrheit auf, dass das schöne MMO weder Meritokratie, noch sinvoll verbrachte Zeit, noch sonst nützlich ist? Eine Wahrheit die kein Spieler hören will und vor der man hofft wieder sicher zu sein, wenn die Bots weg sind? (und die Leute die nach 10h nicht in die Falle getappt sind, ebenfalls ausgeblendet werden können?)
Versteht mich nicht falsch, ein Breath of the Wild ist auch Zeitverschwendung, man könnte sagen, das Gamedesign darin ist sogar so angelegt, dass Zeitverschwendung zelebriert wird. Aber am Ende steht nicht diese toxische Melange aus Emotionen wie bei einem MMO. Wenn ein selbstständig ablaufender Prozess in New World so mit dem Spieler in Konkurrenz treten kann, dass es den wahrgenommenen Spaß zerstört, dann läuft was falsch. Dann veräppeln Euch nicht die Botter, dann veräppeln Euch die Designer indem sie das Spiel so anlegen, dass ihr Euren Spaß daraus bezieht Euch zu benehmen wie ein Fließbandarbeiter. Ein Spaß der Euch schnell vergeht, wenn der Bot zeigt wo der Hammer hängt.
Das Muster ist auch, dass sich eine Generation auf ein Genre einlässt und die nächste nicht mehr. Webseiten repräsentieren auch immer Gaming-Generationen. Deswegen viele News zu MMOs hier und wenig zu Minecraft und gar keine zu Roblox. Die Karawane zieht immer weiter. Aber man kann weiterziehen indem man sagt: "das war toll, ich freuch mich aufs nächste Spiel", (Kategorie Handlungsintensive Einzelspielerspiele), oder man zieht weiter indem man von einem Spiel enttäuscht ist, sich das nächste hypt und dann von dem wiederum enttäuscht wird und so weiter und so fort. Das machen die MMO Spieler, da sind die Spiele inzwischen spaßbefreit by Design.