ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
AW: Mubarak ist zurückgetreten!
Wenn er nach Europa will, dann wohl zu Berlusconi. Ansonsten tippe ich erstmal darauf, dass die Saudis ein weiteres Ausstellungsstück für ihr Diktatorenmuseum haben.
Aber nicht direkt, oder?
Der Westen hat Mubarak gestützt, damit er ihre Interessen durchsetzt und natürlich floss das Geld primär ins Militär - aber es floß über Mubarak. Direkter Einfluss in die Militärführungsebene wäre mir nicht bekannt. Somit wird extrem spannend, was die machen...
Es gibt auf alle Fälle ein Machtvakuum, dass sich so schnell nicht demokratisch füllen lässt (weder Verfassung noch Parteienlandschaft sind bereit) und das Militär wäre der naheliegenste (und imho gegenüber Islamisten wünschenswerte) Kandidat. Die nächste Frage wäre dann, wie/ob das Militär einen Übergangsprozess gestaltet. Bislang haben sie Murbaraks Anordnungen ja nicht gerade enthusiastisch befolgt und auch nicht Interessen einzelner Wiederstandsgruppen unterstützt.
Eine starke UN, die die Militärführung übernimmt und den demokratischen Wandel koordiniert, könnte man in so einer Situation brauchen. Aber die wollte der Westen ja auch nicht...
Die Mehrheit ist muslimisch, aber noch ist nicht die Mehrheit islamistisch. Wie sich das entwickelt bleibt abzuwarten - der Westen hat sich gegenüber der ägyptischen Bevölkerung nunmal nicht gerade als attraktives, freiheitliches Konzept präsentiert, sondern als ein Haufen verlogener Arschlöcher, für die Unterdrückung jederzeit ein akzeptables Werkzeug ist, um die eigenen Interesse zu stärken.
Irak, Iran und Afghanistan wurden in solchen Situationen islamistisch, einige asiatische Staaten gingen (mit weniger krasser Ausgangssituation) über milden Nationalismus in Richtung Demokratie. Es bleibt abzuwarten, was die Ägypter machen. An den Demonstrationen hatten die Islamisten eher geringen Anteil, aber dank unserer Öldollars sind ja z.T. sehr gut organisiert, ganz im Gegensatz zu ägyptischen Demokratiebewegung.
Eher umgekehrt. Wenn man sich streng an die Grundsätze beider Regligionen hält, dann kann man kaum einer Mücke was zu leide tun (zumindest nicht, so lange sie einen nicht sticht - "die andere Wange hinhalten" ist im Koran in der Tat nicht vorgesehen)
Eher Irak2.0.
Im Iran war es eine muslimische Revolte gegen den westlich gestützten Herrscher, die zur heutigen Situation führte. Ägypten dagegen steht im Moment ähnlich kopflos da, wie der Irak nach dem Sturz Husseins. Zuggeben: Die Iraker hatten deutlich mehr Gründe, den Westen zu hassen.
Die Türkei ist wenn dann nicht islamistisch, sondern nationalistisch (hat insgesamt aber auch etwas mehr Demokratie zu bieten, als man ihr gemeinhin zuspricht). Das beinhaltet zwar auch eine Staatsreligion, aber man kann sich wesentlich eher was gegen den Islam rausnehmen, als gegen Attatürk.
Weiß man schon, wo Mubarak ins Exil geht?
Bestimmt nach Frankreich.![]()
Wenn er nach Europa will, dann wohl zu Berlusconi. Ansonsten tippe ich erstmal darauf, dass die Saudis ein weiteres Ausstellungsstück für ihr Diktatorenmuseum haben.
Jop, abwarten, ob es jetzt eine Militärregierung geben wird oder ob das Militär sich zurück halten kann und das Volk entscheiden lässt.
Man muss auch bedenken, dass die Amerikaner großen Einfluss auf das ägyptische Militär hat, denn die bekommen viel Geld aus Washington.
Aber nicht direkt, oder?
Der Westen hat Mubarak gestützt, damit er ihre Interessen durchsetzt und natürlich floss das Geld primär ins Militär - aber es floß über Mubarak. Direkter Einfluss in die Militärführungsebene wäre mir nicht bekannt. Somit wird extrem spannend, was die machen...
Es gibt auf alle Fälle ein Machtvakuum, dass sich so schnell nicht demokratisch füllen lässt (weder Verfassung noch Parteienlandschaft sind bereit) und das Militär wäre der naheliegenste (und imho gegenüber Islamisten wünschenswerte) Kandidat. Die nächste Frage wäre dann, wie/ob das Militär einen Übergangsprozess gestaltet. Bislang haben sie Murbaraks Anordnungen ja nicht gerade enthusiastisch befolgt und auch nicht Interessen einzelner Wiederstandsgruppen unterstützt.
Eine starke UN, die die Militärführung übernimmt und den demokratischen Wandel koordiniert, könnte man in so einer Situation brauchen. Aber die wollte der Westen ja auch nicht...
Wenn es die Armee nicht schafft den Islamistischen Aufstand zu vernichten ist es total vorbei mit Ägypten.
Wobei macht ja sowieso keinen sinn mehr da die mehrheit Moslems sind.
Die Mehrheit ist muslimisch, aber noch ist nicht die Mehrheit islamistisch. Wie sich das entwickelt bleibt abzuwarten - der Westen hat sich gegenüber der ägyptischen Bevölkerung nunmal nicht gerade als attraktives, freiheitliches Konzept präsentiert, sondern als ein Haufen verlogener Arschlöcher, für die Unterdrückung jederzeit ein akzeptables Werkzeug ist, um die eigenen Interesse zu stärken.
Irak, Iran und Afghanistan wurden in solchen Situationen islamistisch, einige asiatische Staaten gingen (mit weniger krasser Ausgangssituation) über milden Nationalismus in Richtung Demokratie. Es bleibt abzuwarten, was die Ägypter machen. An den Demonstrationen hatten die Islamisten eher geringen Anteil, aber dank unserer Öldollars sind ja z.T. sehr gut organisiert, ganz im Gegensatz zu ägyptischen Demokratiebewegung.
Islamophob?
Im Grunde genommen kann der Islam auch sehr friedlich sein, nur wenn man ihn WÖRTLICH nimmt ... dann naja. Das ist beim Christentum aber auch nicht anders.
Eher umgekehrt. Wenn man sich streng an die Grundsätze beider Regligionen hält, dann kann man kaum einer Mücke was zu leide tun (zumindest nicht, so lange sie einen nicht sticht - "die andere Wange hinhalten" ist im Koran in der Tat nicht vorgesehen)
Nein ich sehe in Ägypten nur ein Land,
das gefahr laufen kann ein Iran 2.0 zu werden.
Eher Irak2.0.
Im Iran war es eine muslimische Revolte gegen den westlich gestützten Herrscher, die zur heutigen Situation führte. Ägypten dagegen steht im Moment ähnlich kopflos da, wie der Irak nach dem Sturz Husseins. Zuggeben: Die Iraker hatten deutlich mehr Gründe, den Westen zu hassen.
Türkei, leider mit den Islam.
Die Türkei ist wenn dann nicht islamistisch, sondern nationalistisch (hat insgesamt aber auch etwas mehr Demokratie zu bieten, als man ihr gemeinhin zuspricht). Das beinhaltet zwar auch eine Staatsreligion, aber man kann sich wesentlich eher was gegen den Islam rausnehmen, als gegen Attatürk.
